29. März 2012

"Anne im Bauch" von Eva Markert

Marie hat eine beste Freundin, die älter ist als sie, Anne heißt und in ihrem Bauch wohnt. Niemand darf von diesem Geheimnis erfahren, sonst würde Anne für immer fortgehen. Schwierig wird es, als Josefa gegenüber einzieht und Marie sich mit ihr anfreundet. Bringt das ihre Freundschaft mit Anne in Gefahr?

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Leseprobe:
Wenn Mama Marie gute Nacht gesagt und das Licht im Kinderzimmer ausgemacht hatte, wurde es richtig lustig. Dann kam Anne heraus. Sie wohnte in Maries Bauch.
„Was machen wir heute?“, fragte sie.
Marie überlegte. „Sollen wir wieder deinen Kühlschrank umschmeißen?“
In Annes Kühlschrank war alles, was Marie und Anne gern mochten: Schinken, Bananen, Leberwurst, Erdbeermarmelade und vor allem riesige Mengen Schokoladeneis. Mama erlaubte ihr nicht, so viel Eis zu essen, höchstens eins am Tag. Deshalb warf Marie gern Annes Kühlschrank um, und dann aß sie das ganze Eis auf, was dabei herausfiel.
Anne fand das Spiel auch witzig, aber heute Abend nicht. „Das haben wir doch gestern erst gemacht“, wandte sie ein. „Außerdem habe ich keinen Hunger.“
„Ich eigentlich auch nicht.“ Zum Abendessen hatte Marie nämlich zwei Brote mit Schinken und Banane gegessen.
„Wie kann man sich bloß Bananenscheiben auf ein Schinkenbrot legen“, hatte Stefan gemeint und angewidert das Gesicht verzogen.
Marie liebte Schinkenbrote mit Banane. Das war übrigens auch eine von Annes Ideen. Wenn sie den Kühlschrank umwarfen, machten sie sich manchmal auch Schinken-Bananenbrote.
„Schmeckt toll“, antwortete sie Stefan, denn sie konnte ihm natürlich nicht von Anne erzählen.
Auch Leberwurst-Marmeladenbrote aß sie gern. Aber es musste unbedingt Erdbeermarmelade sein. Darauf bestand Anne.
Und sie hatte Recht. Überhaupt hatte sie immer Recht. Zumindest fast immer. Kein Wunder! Schließlich war sie ja schon viel älter als Marie. Nämlich schon achtzehn.
„Was sollen wir denn nun spielen?“, fragte Anne.
„Schule!“, rief Marie. „Ich bin die Lehrerin.“
„Au ja.“
Das war das Tolle an Anne. Obwohl sie älter war, hatte sie nichts dagegen, dass Marie die Lehrerin spielte.
„Wir haben Mathe“, begann Marie. Mathe war ihr Lieblingsfach.
„Okay.“
Marie dachte nach. „Drei und sieben weniger vier.“
Anne begann zu rechnen. Marie auch.
Nach einer Weile bat Anne: „Kannst du die Aufgabe noch mal wiederholen?“
Marie kicherte. „Nee, kann ich nicht. Ich habe sie nämlich vergessen.“
„Ich auch. Dann frag was anderes.“
„Wie viel ist drei und vier weniger fünf. Das können wir uns leichter merken.“
Wieder begannen sie zu rechnen. Doch ehe Marie wusste, was rauskam, schlief sie ein.

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