25. Juni 2012

'Blacksoul - In den Armen des Piraten' von Emily Bold

Ein historischer Liebesroman: Adam Reed, der berüchtigte Captain Blacksoul, sinnt nur auf eines: Rache an dem Mann zu nehmen, der ihn einst an Leib und Seele gezeichnet hat. Getrieben davon durchkreuzt er auf der Suche nach Vergeltung die Meere.

Als Josephine Legrand in Blacksouls Hände fällt, verspürt sie nichts als Angst. Doch der unnahbare Pirat stürzt seine Gefangene schon bald in ein Meer der Gefühle, denn trotz ihrer Furcht weckt er eine Sehnsucht in ihr, die sie den Kampf um sein Herz aufnehmen lässt. Wird es der Französin im Sog aus Leidenschaft und Verlangen gelingen, die Ketten um Blacksouls Herz zu sprengen und ihn die Schrecken der Vergangenheit vergessen zu lassen?

Gleich lesen: > > > Auf dem Kindle

Leseprobe:
Der hypnotische Singsang der aufständischen Sklaven kam immer näher. Es war eine stürmische Nacht, und die Halme des Zuckerrohrs peitschten im Wind.
Josephine Legrand kauerte zwischen den messerscharfen Blättern der Pflanzen, welche ihrer Familie zu einem Leben in Reichtum und Luxus verholfen hatten. Vorsichtig spähte sie durch die meterhohen Halme zurück zum Haus.
Erleichtert nahm sie hinter einem der hell erleuchteten Fenster eine Bewegung war, und schon im nächsten Moment kam Monsieur Sabatier über die Terrasse auf sie zu. Josie wagte es nicht, dem Verwalter ein Zeichen zu geben. Der langjährige Bedienstete rannte geduckt auf ihr Versteck zu. Als er wenige Meter neben ihr im Zuckerrohrfeld verschwand, kroch sie vorsichtig in seine Richtung.
„Monsieur Sabatier?“, rief sie leise seinen Namen. Die Pflanzen wuchsen so dicht, dass sie nur langsam vorwärtskam und sich bei jeder Bewegung an den Blättern die Beine zerschnitt. Direkt vor sich nahm sie eine Bewegung wahr.
„Monsieur Sabatier?“
„Oui, hier – was für ein Glück, ich habe Euch gefunden“, antwortete er erleichtert, während er sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte.
Gemeinsam kauerten sie im Dickicht und behielten jede Bewegung um sich herum im Auge. Der unheilvolle Singsang wurde immer lauter – kam immer näher.
„Habt Ihr die Papiere?“, flüsterte Josephine.
„Oui, Mademoiselle.“ Er klopfte sich auf die Hemdtasche.
Gespenstische Schatten wuchsen empor, als die Fackeln der Sklaven sich dem Haus näherten. Die Luft war wie elektrisiert, Wut und Aggression greifbar. Josephine war so verängstigt von dem Anblick der Aufständischen, dass sie erschrocken zusammenzuckte, als der Verwalter sie am Ärmel ihres Kleides zupfte.
„Wir sollten verschwinden, solange wir es noch können.“
„Aber, was …?“
„Non, wir müssen hier weg. Wir können die Plantage nicht retten. Seht Euch um, wenn wir heute Nacht nicht sterben wollen, müssen wir jetzt gehen.“
Josephine wusste, dass er recht hatte. Das unheimliche rote Leuchten am Nachthimmel hatte sie schließlich vorgewarnt. Die Plantage ihrer Nachbarn stand bereits in Flammen. Seit Tagen schon fürchtete Monsieur Sabatier um ihre Sicherheit, da die Sklavenaufstände inzwischen auch Guadalupe erreicht hatten. Zu Hunderten erhoben sich die Sklaven gegen ihre Herren, mordeten und brannten alles nieder. Von schlimmen Verstümmelungen wurde berichtet. Es hieß, die Köpfe der Plantagenbesitzer würden auf Stöcken aufgespießt vor den Ruinen ihrer Häuser tagelang zur Schau gestellt.
Das Grauen verursachte Josie eine Gänsehaut, und verzweifelt fuhr sie sich mit den Händen durch die dunklen Haare. Der Angstschweiß lief ihr den Rücken hinab, dennoch konnte sie sich nicht losreißen. Konnte nicht einfach ihrem Zuhause den Rücken kehren und fliehen. Alle Erinnerungen an ihre Mutter steckten in den Mauern dieses Hauses. Was sollte sie nur tun?
„Mademoiselle, …“ Sabatiers Stimme wurde ungeduldig.
„Ich wünschte, Vater wäre hier.“
„Seid lieber froh, dass er es nicht ist. Er würde bei dem sinnlosen Versuch, die Sklaven aufzuhalten, sein Leben verlieren“, erwiderte er unwirsch.
„Sinnlos? Mais non, es ist sein Lebenswerk!“
„Oui, aber dennoch nicht wert, dafür zu sterben.“ Sabatier drehte sich um und tauchte tiefer in das undurchdringliche Meer des im Wind wogenden Zuckerrohrs.

Im Kindle-Shop: Blacksoul - In den Armen des Piraten

Mehr über die Autorin Emily Bold gibt es unter www.emilybold.de.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen