24. September 2012

'Der Hundeflüsterer' von B.C. Schiller

Er liebt nur Hunde und keine Menschen. - Er will in Frieden leben und nicht mehr töten. - Er denkt an eine ruhige Zukunft. - Doch seine Vergangenheit holt ihn ein. Mit David Stein wurde für diesen Thriller ein moderner Typus von Geheimagenten erschaffen, der mit seiner mentalen Stärke nicht nur Hunde trainiert, sondern diese Kraft auch dafür einsetzt, um seine Gegner zu besiegen.

Die Situation scheint ausweglos. Der diktatorisch herrschende Präsident von Dakistan etabliert einen bizarren Personenkult und will alle deutschen Unternehmen am Kaspischen Meer verstaatlichen. Da er unter dem Schutz von Russland steht, ist es unmöglich ihn offiziell zu stürzen. Doch eine spezielle Abteilung des deutschen Geheimdienstes findet eine Schwachstelle: Die Leidenschaft des Präsidenten für Hunderennen. Als der Diktator den schnellsten Windhund der Welt kauft und ihm der Hund den Gehorsam verweigert, ergreift diese spezielle Abteilung ihre Chance. Denn einer ihrer besten Agenten hat vor Jahren den Dienst quittiert und lebt jetzt auf Mallorca - David Stein, der Hundeflüsterer.

Wie jedes Jahr verbringt der Diktator seinen Sommerurlaub in seiner schwerbewachten Villa im glamourösen St. Tropez. Deshalb begibt sich auch David Stein in das Jet Set Leben von Südfrankreich, um den Windhund zu trainieren und seinen Auftrag auszuführen, bei dem jeder Fehler für ihn tödlich sein kann. Wird es David Stein gelingen, in die Nähe des Diktators zu gelangen, ohne enttarnt zu werden? Und wer ist die geheimnisvolle Leyla Khan, die plötzlich aus Beirut auftaucht und für ein Honorar von einer Million Dollar arbeitet? Welche Rolle spielt der Tuareg Machmud, der in seinen Visionen von einem weißen Windhund geleitet wird und sich von Tanger aus auf den Weg nach Südfrankreich macht? Gibt es für David Stein überhaupt eine realistische Chance den Diktator zu töten oder läuft er von Beginn an in eine mörderische Falle?

Gleich lesen: Der Hundeflüsterer - Thriller

Leseprobe:
 Das Rasiermesser funkelte, als es der Sonnenstrahl traf, der durch das schmale Fenster in den winzigen Raum fiel. Als das Rasiermesser den Hals erreichte, zögerte die Hand, die es führte, für den Bruchteil einer Sekunde und fast schien es so, als wäre die scharfe Klinge ausschließlich dafür geschaffen, die Kehle durchzuschneiden.
David Stein verscheuchte die düsteren Gedanken und wischte sich den Rasierschaum aus dem Gesicht. Er schob Jane zurück in die schwarze Erinnerung, wo sie sich als vergilbter Schatten immer weiter auflöste, und dachte an Sancho. Prüfend betrachtete er sich im Spiegel, die scharfen Falten, die sich von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln zogen, hatten sich vertieft und ließen ihn älter als fünfunddreißig wirken. Mit dem Daumennagel strich er über die Narbe knapp oberhalb seines rechten Auges, die seine Braue in zwei Teile zerschnitt. Durch die gebräunte Haut leuchteten seine blauen Augen noch intensiver und seine streichholzkurzen blonden Haare wirkten von der Sonne wie ausgebleicht.
Mit einer Kaffeetasse in der Hand ging er von seinem kleinen Wohnzimmer hinaus auf die überdachte Terrasse und blickte hinunter zu dem Gitterkäfig, der versteckt am unteren Ende des Gartens stand und der oben mit Bastmatten gegen die Sonne geschützt war. Der Käfig erinnerte David immer an ein Gefängnis, aber es war die einzige Möglichkeit gewesen, um Sancho ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. David streckte seinen Oberkörper und begann mit seinen täglichen Übungen auf der Terrasse, um seinen Körper, vor allem aber seinen Geist in Form zu halten. Wie jeden Tag hörte er dabei die Ambientversion von „Wait for me“, während er in Zeitlupe die rituellen Tai-Chi-Bewegungen ausführte und die Erinnerung an Jane immer weiter verblasste, an Jane, die in einem anderen Leben auf ihn warten würde – „Wait for me“.
Nach Janes Tod war er in das nächste Flugzeug nach Berlin gestiegen, um wieder in seine Heimat Deutschland zurückzukehren. Doch die Maschine musste wegen eines Triebwerkschadens in Palma de Mallorca notlanden und David hatte das als Wink des Schicksals empfunden. Ohne Gepäck hatte er einfach die Maschine verlassen, mit einem dürren E-Mail seinen Dienst in der „Abteilung“ quittiert, eine neue Identität als David Stein beantragt, die Papiere dafür waren bereits einige Tage später per Kurier in Palma eingetroffen. Seine Abfindung hatte er sich auf eine diskrete Bank in Gibraltar überweisen lassen. Niemand hatte versucht, ihn zurückzuhalten. Ein ungeschriebenes Gesetz lautete: Wer die „Abteilung“ freiwillig verlässt, ist für alle Zeiten tabu.
Nur einen Monat später war ihm auf einer seiner Fahrten quer über die Insel ein verwahrloster Stall auf einem wertlosen Grundstück in der Nähe der Stadt Arta aufgefallen und sein Herz hatte heftig zu pochen angefangen, als er das Schild „Se Vende“ – „zu verkaufen“ gelesen hatte. Mit seinen eigenen Händen hatte er den Stall in eine Mini-Finca verwandelt und den dürren Boden mit Hilfe eines ausgeklügelten Bewässerungssystems in eine halbwegs grüne Oase. Als er innerhalb kürzester Zeit die beiden Rhodesian Ridgebacks eines ehemaligen deutschen Tennisstars, der in der Nähe von Arta wohnte, mit einer mentalen Trainingsmethode zu gehorsamen Hunden abgerichtet hatte, begann sein Aufstieg als Hundeflüsterer von Mallorca. Jetzt arbeitete er bereits seit zwei Jahren als Hundetrainer, hatte sein Hobby zum Beruf gemacht und sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht.
Doch an diesem Morgen war David mit seinem eigenen Problemfall beschäftigt. Er ging hinunter in den Garten und öffnete die Tür des Käfigs. Sancho hatte sich in den hintersten Winkel verkrochen, lag versteckt im Schatten, doch David wusste, dass der Hund jede seiner Bewegungen genauestens beobachtete. Vorsichtig ließ er sich zu Boden gleiten, atmete ruhig und entspannt, blieb einige Minuten in dieser Stellung, rutschte dann ein wenig auf Sancho zu und hielt ihm die geöffnete Hand mit Futter entgegen. Sancho legte die Schnauze auf den Boden und zog die Lefzen hoch, auch David legte sich flach auf den Bauch und berührte mit seinem Kinn die kühle, festgestampfte Erde. Jetzt zog David die Mundwinkel nach oben und seufzte. Sanchos Lefzen senkten sich und er schob seine Schnauze einige Zentimeter auf David zu. Langsam drehte David seine ausgestreckte Hand und ließ das Futter auf den Boden fallen, robbte dann auf dem Bauch zurück, ohne Sancho aus den Augen zu lassen. Erst als seine Fußsohlen die Tür des Käfigs spürten, richtete er sich langsam auf und setzte sich mit dem Rücken zum Gitter.

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