27. September 2012

"Schröders Verdacht" von Lutz Kreutzer

Ein Thriller: In Aachen leiden Menschen an einer heimtückischen Vergiftung. Der Wissenschaftler Reinhard Schröder kommt ihrer Ursache auf die Spur und gerät schlagartig in den Strudel einer Verschwörung. Was er als Urlaubsreise nach Italien geplant hatte, wird zur Flucht vor dem organisierten Verbrechen. Mit der Jagd auf Schröder beginnt eine kaltblütige Mordserie, die auf dem Gipfel des Strombolis ihren Anfang nimmt. Doch Schröder gibt nicht auf. Und er hegt einen Verdacht ...

Reinhard Schröder und sein Freund Frederic Lasky besteigen während eines Sizilienurlaubs den Gipfel des Vulkans Stromboli. Da zerreißt ein Schuss die Luft. Schröder entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Von wem wurde der Anschlag geplant? Aus Schröders Sicht gibt es nur einen möglichen Drahtzieher: Umberto Saltini, Direktor des italienischen ICCO-Konzerns.
Während Schröder von Saltinis gedungenen Mördern durch ganz Italien bis in die Alpen gejagt wird, sammeln seine Partner in Aachen Beweise gegen den ICCO-Konzern. Was die ICCO zu verbergen hat, sprengt all ihre Vorstellungen.

Im Hochgebirge an der italienisch-österreichischen Grenze kommt es zwischen Schröder und seinen Verfolgern zu einem gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod. Und Schröders Chancen sinken von Stunde zu Stunde.

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Leseprobe:
"Die Lage ist ernst, Dottore Saltini. Für Sie und Ihren Konzern ist ein guter Ruf zu verlieren. Ich wollte Sie lediglich über den Stand unserer Untersuchungen informieren. Die Bodensanierung in Ihrem Werk in Aachen wird sie zwar eine Stange Geld kosten. Aber wenn Sie das nicht freiwillig tun, werden die deutschen Behörden Sie dazu zwingen!"
Umberto Saltini saß hinter seinem Teakholzschreibtisch in einem üppig gepolsterten Ledersessel, dessen Rückenlehne seinen Kopf überragte. Er nahm die kleine Untertasse in die Hand und schlürfte an seinem Espresso. Die schwarzen Schuhe glänzten wie polierter Graphit. Seine Bügelfalte fiel so scharf wie die Klinge eines Schwerts. Hinter dem offenen Hemdkragen trug er einen Seidenschal, der locker verschlungen seinen schluckenden Kehlkopf verbarg. Über seine gepflegten Hände hinweg lächelte er Schröder geschäftsmäßig an. Seine Haltung und der Blick eines Marders ließen nicht den geringsten Zweifel daran, wer hier die Deutungshoheit hatte.
"Sie haben doch nicht schon die Ämter in Deutschland informiert, Doktor Schröder?" Saltini wedelte mit der Hand. Seine Frage glich einer Drohung.
"Nein, sogar in meiner Firma kennt niemand die Brisanz ihres Falls. Ich habe lediglich einen Freund beim Gesundheitsamt ins Vertrauen ziehen müssen. Er ist da auf eine alte Geschichte gestoßen. Unter Umständen steht diese Geschichte mit Ihrem Fall in Zusammenhang."
Saltini musterte Schröder, der vor seinem Schreibtisch saß und einen Aktendeckel in der Hand hielt. Er trug ein helles Baumwollhemd, ausgewaschene Blue Jeans und Lederstiefel. Der legere Kleidungsstil missfiel Saltini, er empfand ihn als Provokation. In seiner Welt war es nicht üblich, in Freizeitkleidung zu erscheinen, geschweige denn zu verhandeln. "Weiß sonst jemand Bescheid?", fragte Saltini mit dem Tonfall eines englischen Bankers, der eine Tasse Tee bestellt.
Schröder drückte sich vorsichtig aus: "Nein, sonst weiß niemand etwas, schließlich sind Sie mein Auftraggeber."
"Warum sind Sie zu mir gekommen?", wollte Saltini wissen.
"In Anbetracht der schweren Vorwürfe, die gegen Sie aufkommen werden, sollten Sie rechtzeitig reagieren und sich auf die Lage vorbereiten." Schröder fuhr sich mit der Hand durch sein kurzgeschnittenes hellblondes Haar. "Der Leiter Ihres Aachener Werks ist nicht sehr einsichtig. Zugeknöpft würde man bei uns sagen. Aber ich kann Ihnen noch zwei Wochen Zeit lassen. Solange mache ich Urlaub in Süditalien. Auf der Heimreise werde ich Sie anrufen und gegebenenfalls wieder aufsuchen. Ich überlasse Ihnen eine Kopie der Boden-Messwerte. Die Originale befinden sich in meinem Büro."
Saltini warf einen Blick auf die Tabelle, die Schröder ihm übergeben hatte.
Schröder reckte sich über Saltinis Schreibtisch und legte seinen Finger auf eine Reihe von Zahlen des Zettels, den Saltini in der Hand hielt. Saltini sah ihn an, als hätte Schröder ihm ein Bier über den Anzug gegossen.
Schröder räusperte sich und wich ein Stück zurück. "Sie werden erkennen, Dottore Saltini, dass diese Höchstwerte bei einer Probe um ein Tausendfaches überschritten sind. Vermutlich durch eine Bodenvergiftung!"
Saltini zeigte sich unbeeindruckt. "Vergiftung? Dieses Fachchinesisch sagt mir nichts." Mit  ausgestrecktem Finger tippte er auf den Bogen mit den Messdaten. "Erklären Sie mir bitte, wie hoch diese … diese Benzinbelastungen sind, die Sie gefunden haben."
Schröder lehnte sich zurück und atmete tief durch. Sein schlankes Gesicht wurde ernst, und seine kräftigen Schultern streckten sich eine Winzigkeit vor. Dann holte er aus:
"Ich habe auf Ihrem Firmengelände in einigen Bodenhorizonten Proben entnehmen lassen. Ich war ja von Ihrer Niederlassung beauftragt festzustellen, ob und wo der unterirdische Behälter Ihrer Firmentankstelle Leck geschlagen ist. Später hat sich herausgestellt, dass die Befürchtungen Ihrer Mitarbeiter unberechtigt waren." Schröder machte eine Pause und sah in Saltinis kaltes Augenpaar. "Es war nur Ihr verschlafener Tankwart, der aus Versehen einige hundert Liter Kraftstoff hat auslaufen lassen. Aus Angst vor seinem Vorgesetzten hat er es nicht gemeldet." Schröder hob die Schultern. "Dadurch sind diese Mineralöle im Abfluss aufgetaucht. Das lässt sich leicht sanieren. Aber das ist nicht Ihr Problem." Schröder sah auf den Zettel und schüttelte den Kopf. Dann sah er den Mann im Ledersessel abwartend an.
"Wo liegt denn das Problem?" Saltini beugte sich vor und wurde von der Neugier gepackt. Die Luft um ihn herum schien zu knistern.

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Mehr über und von Lutz Kreutzer auf seiner Autoren-Website.

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