28. Juni 2012

'Malwida und der Demokrat' von Renate Hupfeld

Eine historische Erzählung: In den Jahren 1845 bis 1852 entwickelt sich Malwida von Meysenbug, behütete Tochter aus aristokratischem Hause, zu einer überzeugten Demokratin und entschiedenen Kämpferin für die Gleichstellung der Frau.

In Detmold entdeckt sie ihre Liebe zu dem sechs Jahre jüngeren Theodor Althaus, der sie auch nach seinem frühen Tod treu bleibt. Nach dem Scheitern der deutschen Revolution 1848/49 steht sie zu ihren Überzeugungen und nimmt die bittere Konsequenz in Kauf. Sieben Jahre im Leben einer bemerkenswerten Frau.

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Leseprobe:
Der Winter war vergangen und sie wusste nicht, ob sie sich über den strahlenden Frühlingsmorgen freuen sollte. Abschied lag in der Luft. Malwidas letzter Sonntag in dieser unvergleichlichen Gegend. Allein der Blick aus dem Fenster würde ihr fehlen, wenn sie in vier Tagen das Paradies verlassen musste. Machte die üppige Natur in dem milden Klima das Leben leichter? Zauberte die Schönheit der Landschaft ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen? Sie dachte an die Fischerleute, deren zwei hübsche Töchter sie vor einigen Tagen gemalt hatte und die sich gestern mit einem Korb herrlicher Früchte und Blumen bedankt hatten. Sie wohnten beengt, doch lachten sie viel und von den Früchten des Baumes vor ihrem Häuschen konnten sie noch anderen etwas abgeben. Eigentlich waren sie arm, doch es war eine andere Armut, als die der Menschen in der nordischen Heimat, die sich an bitterkalten Wintertagen eng zusammendrängten und um das tägliche Brot bangen mussten.
Malwida von Meysenbug schaute über den Orangenhain hinweg bis hinunter zum Meer. Auch sie fühlte sich reicher hier, bewegte sich freier, machte Dinge, die ihr in Detmold unmöglich schienen. Unsichtbare Lasten waren von ihren Schultern gefallen in den vergangenen Monaten. Das spürte sie beim Zusammenleben mit ihrer Schwägerin und deren Bediensteten, auf den langen Wanderungen in die Umgebung, bei Gesprächen mit gut gelaunten Menschen auf Straßen und Plätzen und in den Salons und Gärten, wo sie in kleinen Kreisen ihr Miteinander mit einer erstaunlichen Leichtigkeit pflegten.
Diese neue Heiterkeit wollte sie nicht wieder hergeben, nicht in die Schwermut mancher Tage zurückkehren. Wie könnte sie dieses gewonnene Lebensgefühl mitnehmen, wenn die Kutsche unter der Palme vor dem Portal des Hauses Arnaud stehen würde, um die siebenköpfige Reisegruppe mit Sack und Pack für die Rückfahrt aufzunehmen?
Se beobachtete Herrn Ludwig mit den Kindern den Weg hinunter zum Meer gehen. Auch die beiden Jungen hatten sich verändert während der vergangenen Monate. Vor allem der lebhafte Wilhelm war ruhiger geworden. Daheim in Frankfurt würden sie ihrem Vater und ihrer Schwester Mathilde eine Menge zu erzählen haben. 
Dann packte sie Skizzenbuch und Bleistifte in die Leinentasche. Ihre Malutensilien brauchte sie auch heute wieder, auf ihrem letzten Ausflug mit Pauline auf den Burgberg. Auch die junge Frau aus Straßburg hatte den Winter in Hyères verbracht und würde bald abreisen. Doch erst einmal ging sie hinüber in den Salon zum Frühstück, wo sie schon  erwartet wurde.

Im Kindle-Shop: Malwida und der Demokrat

Mehr über und von Renate Hupfeld auf ihrer Website.

27. Juni 2012

'Flügelschlag der Angst' von Brigitte Tholen

Ein Kriminalroman: Uta Eyhusen ist dreißig Jahre alt – und Hobbyboxerin. Zusammen mit ihrer Freundin Karen führt sie einen Kiosk mit Stehcafé, allerdings mit wenig Erfolg. Uta hat finanzielle Probleme und steht kurz vor der Pleite. Hinzu kommen ihre privaten Schwierigkeiten. Sie leidet unter Panikanfällen, wenn sie nachts allein im Haus ist. Der Roman beginnt an dem Abend, an dem Uta auf ihre vier Jahre ältere Cousine Jana wartet. Doch Jana kommt nicht. Die schreckliche Nachricht lässt nicht lange auf sich warten: Jana ist ermordet worden, ihre Leiche wurde im Hochmoor gefunden. Neben ihren Füßen liegt eine Maske.

Zwei Tage nach der Beerdigung wird Uta von ihrem Onkel, Werner Kulmbach, gerufen. Als sie bei dem erfolgreichen Reeder eintrifft, sind ihr Cousin Arne und Derek, der Sohn eines Freundes von Kulmbach, ebenfalls dort. Allen dreien macht der Reeder ein Angebot: Wer den Mörder seiner Tochter findet, bekommt von ihm 100.000 Euro und erbt obendrein nach seinem Tod das gesamte Vermögen. Was Kulmbach den Dreien nicht sagt: Er plant selbst, den Mord an seiner einzigen Tochter zu rächen und hofft auf diese Weise, an den Namen des Mörders zu kommen. Der Gedanke, dass der Mörder nach seiner Festnahme mit einer Haftstrafe davon kommen könnte, ist für ihn nicht akzeptabel.

Ebenso wie Arne und Derek geht Uta auf das Angebot ihres Onkels ein. Sie braucht das Geld, und außerdem fühlt sich die durchtrainierte Hobbyboxerin stark genug, der Aufgabe gewachsen zu sein. Die folgenden Tage scheinen das Gegenteil zu beweisen. Während ihrer privaten Ermittlungen gerät sie durch falsche Spuren, die der Mörder geschickt legt, selbst in den Verdacht, Jana ermordet zu haben. Und auch ihr Gefühlsleben spielt verrückt. Ausgerechnet Kriminalhauptkommissar Kröger, zu dem sie sich mehr und mehr hingezogen fühlt, leitet die Ermittlungen.

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Leseprobe:
  Sie schob die Maske über die Augen, um nicht erkannt zu werden, doch sie bot ihr viel mehr als nur Schutz. Wie immer, wenn sie hier wartete, spürte sie die Erregung, und sie malte sich aus, wie der Unbekannte nach ihr greifen würde, ohne ein Wort zu sagen. Gierig. Die Lust bohrte sich fast schmerzhaft zwischen ihre Schenkel. Wo blieb er nur?
    Die Nacht hatte die Hitze des Tages aufgesogen. Bis auf den Sommermantel, Dessous und Schuhen, trug sie nichts auf ihrer Haut.
    Modriger Geruch aus den Tiefen des Sumpfs stieg ihr in die Nase. Für  sie war es der süße Duft der Erregung. Der Kick, den sie brauchte. Das Gefühl zu leben, abzutauchen, kleine Tode zu sterben.
    Sie horchte in die Dunkelheit. Donnergrollen in der Ferne, die ersten Blitze. Der Boden unter den Schuhen federte und gab bei jedem Schritt nach. Außerhalb des Weges konnte sie schemenhaft das Binsenkraut und die hohen, speerförmigen Gräser erkennen. Auf einem Birkenstamm, der aussah wie ein hochgestreckter Arm, saß ein Steinadler. Bewegungslos. Bevor ihr Blick weiterglitt, schlug er mit den Flügeln und schwang sich in die Luft.
    Er schwebte genau über ihrem Kopf und stieß Warnrufe aus.
    Zum ersten Mal seit Beginn ihrer anonymen Treffen spürte sie ein Gefühl des Unbehagens. Einen Druck auf ihrer Brust. Am liebsten wäre sie umgekehrt, aber der Zwang der Lust war mächtiger.
    Das dünne Licht des Mondes erhellte die Moorlandschaft kaum. Sie hörte Schritte, zwischen den Polstern der Binsen gluckerte, blubberte und gurgelte es.
    Ein Mann kam näher. Der Wind bauschte seinen dunklen Umhang auf. Von seinem Gesicht erkannte sie lediglich die Kinnpartie, ein grobes, eckiges Kinn. Der Rest versteckte sich hinter der Maske.
    Sie beschleunigte ihren Schritt, um vor ihm in der alten Mühle zu sein. Die schwarzen High Heels sackten in den morastigen Boden. Noch einmal drehte sie sich um, rutschte aus. Bevor sie fallen konnte, war der Mann bei ihr. Arme hielten sie fest. Sie spürte seinen Atem, roch Parfüm. Sinnlichkeit, der Duft von Spirit of Stars. Wortlos glitt seine Hand unter ihren Mantel, spielte mit den Brustwarzen. Sie keuchte, schob den Umhang auseinander, um seine Haut zu spüren.
    In ihrer Erregtheit drohte sie, erneut im Morast auszurutschen, aber er hielt sie sicher. Sie ergriff seinen Hintern, der sich hart und fest anfühlte, und begann, mit den Lippen auf seinem Hals und seiner Brust zu spielen. Sie stöhnte laut, wollte nicht mehr warten.
    Ungestüm hob sie den Kopf, stieß dabei gegen seine Maske, die sich verschob. Das Mondlicht beleuchtete sein Gesicht. Sie starrte ihn an und erkannte im gleichen Augenblick, dass sie einen Fehler begangen hatte.

 "Flügelschlag der Angst" im Kindle-Shop

Mehr über Autorin Brigitte Tholen und ihre Veröffentlichungen auf ihrer Website.

25. Juni 2012

'Blacksoul - In den Armen des Piraten' von Emily Bold

Ein historischer Liebesroman: Adam Reed, der berüchtigte Captain Blacksoul, sinnt nur auf eines: Rache an dem Mann zu nehmen, der ihn einst an Leib und Seele gezeichnet hat. Getrieben davon durchkreuzt er auf der Suche nach Vergeltung die Meere.

Als Josephine Legrand in Blacksouls Hände fällt, verspürt sie nichts als Angst. Doch der unnahbare Pirat stürzt seine Gefangene schon bald in ein Meer der Gefühle, denn trotz ihrer Furcht weckt er eine Sehnsucht in ihr, die sie den Kampf um sein Herz aufnehmen lässt. Wird es der Französin im Sog aus Leidenschaft und Verlangen gelingen, die Ketten um Blacksouls Herz zu sprengen und ihn die Schrecken der Vergangenheit vergessen zu lassen?

Gleich lesen: > > > Auf dem Kindle

Leseprobe:
Der hypnotische Singsang der aufständischen Sklaven kam immer näher. Es war eine stürmische Nacht, und die Halme des Zuckerrohrs peitschten im Wind.
Josephine Legrand kauerte zwischen den messerscharfen Blättern der Pflanzen, welche ihrer Familie zu einem Leben in Reichtum und Luxus verholfen hatten. Vorsichtig spähte sie durch die meterhohen Halme zurück zum Haus.
Erleichtert nahm sie hinter einem der hell erleuchteten Fenster eine Bewegung war, und schon im nächsten Moment kam Monsieur Sabatier über die Terrasse auf sie zu. Josie wagte es nicht, dem Verwalter ein Zeichen zu geben. Der langjährige Bedienstete rannte geduckt auf ihr Versteck zu. Als er wenige Meter neben ihr im Zuckerrohrfeld verschwand, kroch sie vorsichtig in seine Richtung.
„Monsieur Sabatier?“, rief sie leise seinen Namen. Die Pflanzen wuchsen so dicht, dass sie nur langsam vorwärtskam und sich bei jeder Bewegung an den Blättern die Beine zerschnitt. Direkt vor sich nahm sie eine Bewegung wahr.
„Monsieur Sabatier?“
„Oui, hier – was für ein Glück, ich habe Euch gefunden“, antwortete er erleichtert, während er sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte.
Gemeinsam kauerten sie im Dickicht und behielten jede Bewegung um sich herum im Auge. Der unheilvolle Singsang wurde immer lauter – kam immer näher.
„Habt Ihr die Papiere?“, flüsterte Josephine.
„Oui, Mademoiselle.“ Er klopfte sich auf die Hemdtasche.
Gespenstische Schatten wuchsen empor, als die Fackeln der Sklaven sich dem Haus näherten. Die Luft war wie elektrisiert, Wut und Aggression greifbar. Josephine war so verängstigt von dem Anblick der Aufständischen, dass sie erschrocken zusammenzuckte, als der Verwalter sie am Ärmel ihres Kleides zupfte.
„Wir sollten verschwinden, solange wir es noch können.“
„Aber, was …?“
„Non, wir müssen hier weg. Wir können die Plantage nicht retten. Seht Euch um, wenn wir heute Nacht nicht sterben wollen, müssen wir jetzt gehen.“
Josephine wusste, dass er recht hatte. Das unheimliche rote Leuchten am Nachthimmel hatte sie schließlich vorgewarnt. Die Plantage ihrer Nachbarn stand bereits in Flammen. Seit Tagen schon fürchtete Monsieur Sabatier um ihre Sicherheit, da die Sklavenaufstände inzwischen auch Guadalupe erreicht hatten. Zu Hunderten erhoben sich die Sklaven gegen ihre Herren, mordeten und brannten alles nieder. Von schlimmen Verstümmelungen wurde berichtet. Es hieß, die Köpfe der Plantagenbesitzer würden auf Stöcken aufgespießt vor den Ruinen ihrer Häuser tagelang zur Schau gestellt.
Das Grauen verursachte Josie eine Gänsehaut, und verzweifelt fuhr sie sich mit den Händen durch die dunklen Haare. Der Angstschweiß lief ihr den Rücken hinab, dennoch konnte sie sich nicht losreißen. Konnte nicht einfach ihrem Zuhause den Rücken kehren und fliehen. Alle Erinnerungen an ihre Mutter steckten in den Mauern dieses Hauses. Was sollte sie nur tun?
„Mademoiselle, …“ Sabatiers Stimme wurde ungeduldig.
„Ich wünschte, Vater wäre hier.“
„Seid lieber froh, dass er es nicht ist. Er würde bei dem sinnlosen Versuch, die Sklaven aufzuhalten, sein Leben verlieren“, erwiderte er unwirsch.
„Sinnlos? Mais non, es ist sein Lebenswerk!“
„Oui, aber dennoch nicht wert, dafür zu sterben.“ Sabatier drehte sich um und tauchte tiefer in das undurchdringliche Meer des im Wind wogenden Zuckerrohrs.

Im Kindle-Shop: Blacksoul - In den Armen des Piraten

Mehr über die Autorin Emily Bold gibt es unter www.emilybold.de.

22. Juni 2012

'The Hunter - Medinas Fluch' von Katja Piel

"Medinas Fluch" ist der erste Teil einer Serie von Mystery-Thrillern im eBook-Format: Medina Thompson ist 8 Jahre alt, als sie alles verliert. Von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben, wird aus ihr ein von Gewalt gezeichneter junger Mensch. Zwölf Jahre nach dem brutalen Mord an ihrer geliebten Grandma und ihrem Bruder Ross holt sie die Vergangenheit ein und damit beginnt ihr Schicksal.

Gleich lesen: > > > Auf dem Kindle

Leseprobe:
 „Wir sollten uns lieber auf was gefasst machen“, wisperte Robin seinem Partner zu, nachdem sie aus dem Auto gestiegen waren und vorsichtig zum Haus gingen. Die Schultern zitterten bei seinen Worten und er räusperte sich unterdrückt. Die Haustür klapperte leise. Offensichtlich hatte sie jemand nur angelehnt. Es grollte, ein Sommergewitter zog auf, und die Luft roch nach elektrischen Teilchen. Die Sonne war noch nicht untergegangen und so spendeten die schweren Äste der Trauerweide etwas Schatten.
   Sein Kollege Matt blickte ihn finster an, zog die Dienstwaffe aus dem Holster, und stieß die Tür mit dem Fuß auf.
   „Muss ich das nicht immer“, murmelte er und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
   Robins Hand legte sich auf seinen Arm und zog ihn wieder zurück ins Freie.
   “Matt, ich bleibe am Eingang.“
   „Was soll das heißen? Du bist mein Partner, verfluchte Scheiße!“ Nachdenklich blickte Matt ihn an und nickte dann langsam. „Mach Meldung. Ich brauche Verstärkung. Dir ist klar, dass du dafür Ärger kriegst?“
   Robin schnaufte, ließ die Schultern hängen und ging zurück zum Auto, wo er einen Funkspruch absetzte.
   Matt bezog mit entsicherter Waffe seinen Posten vor dem Haus und sah stirnrunzelnd in den Himmel. Fuck! Vor einigen Minuten waren sie noch auf Streife gewesen und jetzt stand er hier mit einem ängstlichen Partner, dem die Knie schlotterten: Robin Damasto - ein Rookie, neu im Departement und noch lange nicht so erfahren wie er.
   Das Thompson-Haus wurde von der alten Lady Mary-Beth, ihrer kleinen Enkelin Medina und ihrem zwölfjährigen Bruder Ross bewohnt. Mary-Beth kümmerte sich in dem Viertel um Hilfsbedürftige und passte auf, dass die Kinder nicht in die Drogenprobleme ihrer Eltern gerieten. Jeder achtete sie. Niemand würde zulassen, dass ihr etwas passiert.
   Mittlerweile waren die Wolken dunkler geworden und tauchten den Abend in  gespenstisches Licht. Blitze zuckten über ihn hinweg, der Donner rollte  langsam näher.
   In dem Moment traf die Verstärkung ein. Matt hatte sie noch nie vorher gesehen, es waren Detectives in Zivil. Ein Mann und eine Frau. Er stellte sich mit Detective Johnson vor und sie als seine Kollegin Detective Simmon. Gehetzt wollte Johnson wissen, was er wüsste. Matt erklärte ihm, dass sie das Haus bisher nicht betreten hatten, die Tür aber angelehnt gewesen war.
   „Okay, Officer ... “, abwartend sah er Matt ins Gesicht.
   „Wilson. Officer Matt Wilson. Im Auto ist mein Kollege Robin Damasto.“
   „Officer Wilson. Wir sichern den unteren Bereich und betreten das Haus zuerst. Sie gehen nach oben. Kein Laut. Wir wissen nicht, was dort vor sich geht, verstanden? Meldung im äußersten Notfall bei Angriff und Lebensgefahr. Alice?“
   Die kleine, schmächtige Frau nickte, zog ihre Dienstwaffe, entsicherte sie und ging voraus.
   Als Matt den Flur betrat, erreichte ihn bereits der metallische Geruch von Blut. Das Herz klopfte heftig und er spürte, wie seine Brust enger  wurde. Ein beklemmendes Gefühl beschlich ihn, da es im Haus unangenehm still war. Schützend hielt Matt die Waffe vor sich und huschte vom Flur ins Wohnzimmer.

Im Kindle-Shop: THE HUNTER: Medinas Fluch: Staffel 1 | Episode 1

Mehr über die Autorin Katja Piel und die Buchreihe auf dem Blog zur Mysterie-Serie.


14. Juni 2012

'Der Todestagverkäufer (Froebius. Im Bannkreis des Unheimlichen 3)' von Norman Nekro

Gruselkrimi aus der postnapoleonischen Zeit: Eine unheimliche Dienstleistung macht den mysteriösen Magus Mortemer zum Stadtgespräch: Gegen Zahlung eines stattlichen Honorars nennt der reisende Geschäftsmann betuchten Bürgern Tag und Stunde ihres Todes. Dass seine Prophezeiungen stimmen, beweist das plötzliche Ableben eines reichen Weinhändlers auf die Minute exakt zum vorhergesagten Zeitpunkt.

Auch der alternde Bonvivant Baron Eitel von Wallerfels hat aus reiner Neugier den Todestagverkäufer konsultiert. Um so größer sein Erschrecken, als er hören muss, dass er nur noch drei Tage zu leben hat. Verzweifelt fleht er seinen Arzt Professor Froebius um Hilfe an. Ein prall mit süddeutschen Gulden gefüllter Lederbeutel soll der Bitte des Adeligen den nötigen Nachdruck verleihen. Obwohl der kritische Medicus die Todesprophezeiungen für lächerliche Quacksalbereien hält, beginnt er daraufhin das Umfeld Mortemers zu durchleuchten. Dabei stößt Froebius schnell auf eine Kette logisch nicht erklärbarer Ereignisse. Sie führen ihn direkt in das grauenvolle Finale einer dämonischen Seelenjagd, die in den mörderischen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges mit einer tragischen Liebe begonnen hatte.

Dass die Logik eines kühlen Verstandes alleine den Kampf gegen Geister, Dämonen, Vampire und allem, was sonst noch die Nächte unsicher macht, nicht gewinnen kann, muss Professor Dr. Johann Jakob Fürchtegott Froebius (48) immer wieder widerwillig zugeben. Denn der praktische Arzt aus der Nach-Napoleon-Ära um 1818 ist alles andere als ein passionierter „Geisterjäger“. Er sieht sich als kritischen Wissenschaftler, der nur das akzeptiert, was man mit Formeln berechnen und in Experimenten nachweisen kann. So passt es ganz und gar nicht in sein sorgfältig gepflegtes Weltbild, dass ihn der Bannkreis des Unheimlichen nicht mehr aus den Klauen lässt ...

Gleich lesen: "Der Todestagverkäufer (Froebius. Im Bannkreis des Unheimlichen 3)"

Leseprobe:
»Bitt` einträtta, gnä` Herr!«
Verblüfft starrte Heinrich Persell den kleinwüchsigen Mann an, der soeben flink wie ein Wiesel aus der spaltbreit geöffneten Tür geschlüpft war und ihm mit einer tiefen Verbeugung den Weg in das Konsultationszimmer des großen Magus wies. Der Liliputaner war nur etwas über einen Meter groß, fiel aber noch mehr durch seine papageienbunte Kleidung auf. Knallrote, mit goldenen Sternen bestickte Pluderhosen, jadegrüne Schnabelpantoffeln, eine dunkelblaue Samtweste sowie ein riesiger knallrot-dunkelblau gestreifter Turban mit Goldbrosche und rosafarbener Flamingofeder nährten werbewirksam die Vermutung, dass der Träger dieser exotischen Tracht offenbar aus einer sehr weit entfernten Weltgegend stammen musste.
Die alles entscheidende Antwort auf die wichtigste Frage seines Lebens?
Hier sollte er sie finden?
Von einer Sekunde auf die andere kam sich Persell zutiefst lächerlich vor. Wie Schuppen fiel es ihm von den Augen: Er, der reiche Weinhändler, einer der angesehensten Bürger der kleinen Stadt am Main, war gerade im Begriff, sich im Hinterzimmer des Gasthofs »Zum Goldenen Anker« von einem zwielichtigen Quacksalber nichts Geringeres vorhersagen zu lassen als Tag und Stunde seines eigenen Todes!
Das kann doch nur betrügerischer Humbug sein!
Dem Mittfünfziger mit dem voluminösen Backenbart wurde plötzlich siedend heiß. Hat ihn wirklich nur die reine Neugier dazu getrieben, sich auf einen solchen abergläubischen Unsinn einzulassen?
Oder war er vielleicht nicht mehr ganz bei Verstand?
Der Weinhändler schämte sich in Grund und Boden. Er fasste seinen Gehstock fester, wollte gerade auf dem Absatz umdrehen und das Wirtshaus fluchtartig verlassen, da schwang die knorrige alte Eichentür zur Gänze auf und gab den Blick frei auf den mysteriösen Todespropheten, von dem zur Zeit die ganze Stadt sprach.
Die rechte Hand nonchalant in der Hosentasche, lehnte Magus Mortemer, wie er sich selbst nannte, lässig im Türrahmen. Gut zwanzig Jahre jünger als Persell, strahlte seine ganze Erscheinung eine höchst extravagante Mixtur aus weltmännischer Noblesse und ungezähmter raubtierhafter Wildheit aus. Schulterlanges, rabenschwarz schimmerndes Haar fiel auf eine offen getragene honigfarbene Seidenweste mit Arabeskenmustern, unter der ein blütenweißes Hemd ohne Kragen und Schleife hervorleuchtete. Die gertenschlanke Gestalt wurde von einer hauteng geschnittenen anthrazitfarbenen Hose betont, die in geschmeidigen schwarzen Stiefeln mit hellgrauen Stulpen mündete. Solche edlen Stücke aus kostbarstem Juchtenleder konnte man nur gegen teure Goldgulden im fernen russischen Zarenreich bekommen.
»Kein Zweifel, ein Mann von Geschmack und Vermögen«, dachte Persell mit widerwilliger Bewunderung. Dass es aber doch ein Detail gab, das absolut nicht in das elegante Bild des perfekten Kavaliers passen wollte, bemerkte er erst, als Magus Mortemer die rechte Hand aus der Hosentasche zog.
Statt menschlicher Finger lugte eine stählerne Hakenkralle aus dem weißen Hemdsärmel!
Dem Weinhändler fiel sofort auf, dass sich selbst diese makabre Prothese durch eine besonders erlesene Qualität auszeichnete. Ein wahrer Künstler aus Hephaistos` Zunft musste es gewesen sein, der mehr als dreihundert Lagen harten und weichen Stahl in einen akribisch fein strukturierten Rosendamast verwandelt und daraus den Haken geschmiedet hatte.
»Monsieur Persell, wie ich vermute. Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen. Kommen Sie doch bitte herein...« Mit einer schwungvollen Geste deutete Magus Mortemer in den Raum hinter sich.
Die Bewegung ließ die Stahlklaue aufblitzen.
Irritiert zwinkerte der Weinhändler mit den Augen. Er konnte plötzlich den Blick nicht mehr von dem Haken abwenden und stellte mit Erschrecken fest, dass sich das silbrige Gleißen des Rosendamasts immer greller in seine Netzhaut brannte. Nach wenigen Sekunden war der wie erstarrt dastehende Geschäftsmann geblendet. Durch feurige Zackenkreise glaubte er noch erkennen zu können, wie sich die Augen des Wahrsagers zu schmalen Schlitzen verengten, in denen eine rötliche Glut waberte. Heraus schossen seltsam stechende Blicke, die sich ins Bewusstsein seines Gegenübers fraßen und dort jeglichen Widerstand brachen.
Aber das hat Persell schon nicht mehr wahrgenommen.
Dafür kam ihm der Gedanke, den »Goldenen Anker« zu verlassen ohne Magus Mortemer konsultiert zu haben, jetzt einfach absurd vor.

"Der Todestagverkäufer (Froebius. Im Bannkreis des Unheimlichen 3)" im Kindle-Shop

Marketing-Ratgeber für Autoren

Die eBook-Plattform XinXii hat einen Ratgeber für Indie-Autoren und Selbstverleger herausgegeben. Der Buchmarketing-Guide bietet das Handwerkszeug für die wirkungsvolle Vermarktung von eBooks, übersichtlich verpackt in 40 praxisorientierte Tipps. Erläutert werden insbesondere die Möglichkeiten des Marketings innerhalb sozialer Netzwerke und durch die Nutzung kostenloser Online-Angebote. Neben Handlungsempfehlungen und Beispielen kommen auch erfolgreiche Indie-Autoren zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen.

Zielgruppe des Ratgebers sind Autoren, die ihr digitales oder gedrucktes Buch in Eigenregie vermarkten wollen. Aber auch erfahrene Selbstverleger und Verlagsautoren, die ihr Buchmarketing optimieren möchten, finden sicher viele neue Ideen und Anregungen. Die Tipps befassen sich mit den Besonderheiten des Marketings auf Facebook, Twitter oder Xing, mit Online-Lesungen, Blogs und anderen Medienkanälen. Alle Vorschläge sind verständlich erklärt und können auch leicht umgesetzt werden. Dieser Praxisbezug wird von direkten Handlungsempfehlungen, Beispielen und Checklisten unterstützt.

Da die vorgestellten Maßnahmen voneinander unabhäng und erlauben es, sie in beliebiger Reihenfolge einzusetzen und miteinander zu kombinieren. So kann jeder Leser den Ideenpool für seinen individuellen Buchmarketing-Mix heranziehen.

Autorin des Buchmarketing-Guide ist Katja Martin, die als Redakteurin und Lektorin bei XinXii seit 2012 auch die deutschsprachigen Social-Media-Kanäle betreut.

12. Juni 2012

'Wolf-Rüdigers schwerer Gang zum Arbeitsamt' von R.D.V. Heldt

Oh je, plötzlich arbeitslos. Wolf-Rüdiger ist ratlos, kopflos, mutlos. Die Mühlen der Bürokratie setzen ihm zu. Im Wandel der Gefühle erlebt er Scham, Hoffnung und Wut. Dieses Buch zeigt die Irrungen und Wirrungen eines unscheinbaren Finanzbuchhalters auf dem Weg durch die Instanzen. Auch arbeitslos zu sein muss gelernt werden.

Gleich lesen: Wolf-Rüdigers schwerer Gang zum Arbeitsamt

Leseprobe
Wolf-Rüdiger Meier, ein unscheinbarer Typ, mit dunkler Hornbrille und präzise gezogenem rechten Scheitel, in seinem braunen, nun schon mit einigen grauen Strähnchen durchzogenem Haar. Das auffälligste an ihm war sein Vorname. Wolf-Rüdiger war ein bescheidener Mann, mit 48 Jahren noch ledig, der mit seiner Mutter in einer 3-Zimmerwohnung eines Mehrfamilienhauses in Berlin-Wilmersdorf lebte. In einem mittelständischen Betrieb hatte er eine kaufmännische Ausbildung absolviert und arbeitete nun schon seit mittlerweile 30 Jahren als Finanzbuchhalter in derselben Firma.
Sein Leben verlief farblos und monoton, doch er war zufrieden. Er war gesund, hatte einen festen Arbeitsplatz, ein Dach über dem Kopf und ein monatliches Einkommen, mit dem er zwar keine großen Sprünge machen konnte, womit er aber auskam. Kurzum, er machte sich keine Zukunftssorgen bis, ja bis eines Tages die Firma verkauft wurde und neue Chefs das Sagen hatten. Wolf-Rüdiger war plötzlich nicht mehr geeignet – er war veraltet. Dies wurde ihm inoffiziell gesagt, offiziell hieß es Personalabbau aus wirtschaftlichen Gründen. Ehe er begriff wie ihm geschah, wurde er entlassen und war arbeitslos.

Diese Situation überforderte ihn. Er, der sich nie etwas hatte zu Schulden kommen lassen, der immer fleißig und zuverlässig war, saß plötzlich auf der Straße. Was sollte er nun tun? Ja, was musste er tun? Fragen über Fragen und keine Antwort. Eines war ihm aber klar, er musste zum Arbeitsamt. Ein Weg, den er sich nie vorstellen konnte, musste nun beschritten werden, damit es irgendwie weiterging.
Schweren Herzens betrat er das rote Backsteingebäude. Dabei, in der rechten Hand, seine braune, abgenutzte Aktentasche, die seine Entlassungspapiere und das Zeugnis, welches in seinen Augen ehr nach einem Toilettengang zu benutzen war, beinhaltete. Vor einer großen Informationstafel blieb er stehen. >Ah, da steht etwas von Arbeitslosenmeldung, da bin ich wohl richtig< dachte er bei sich und merkte sich den 2. Stock, Zimmer 286. Mühsam stapfte er die Treppen hoch, denn einen Aufzug konnte er nicht finden. Einige Minuten später stand er vor der Tür. Zaghaft wollte er anklopfen, als sich hinter ihm eine Stimme meldete:
„He, Nummer zieh´n und hinten anstellen. Nich einfach vordrängeln, hier herrscht Ordnung.“
Wolf-Rüdiger zuckte zusammen, entschuldigte sich, zog am Automaten eine Nummer und setzte sich brav auf einen leeren Stuhl, zu den anderen „Arbeitslosen“.
Nach einer geschlagenen dreiviertel Stunde wurde seine Nummer aufgerufen. Wieder zaghaft trat er ein. Hinter einem alten Holzschreibtisch saß ein junges Mädchen, das kurz zu ihm aufblickte, aber erst noch weitere Eingaben an ihrem PC vornahm und erst als sie damit fertig war, Wolf-Rüdiger aufforderte doch Platz zu nehmen. Das hätte er sich jetzt auch sparen können, denn nachdem er ihr mitgeteilt hatte, dass er sich arbeitslos melden wollte, holte sie einen Packen Formulare hervor, drückte sie ihm in die Hand und erklärte, dass er diese erst ausfüllen musste, um sie dann mit allen erforderlichen Papieren wieder herzubringen.
Was war das denn? Dafür musste er so lange warten, um dann nach zwei Minuten, beladen mit einem Haufen Papier wieder nach Hause zu gehen?
Doch was blieb ihm anderes übrig. Er war schließlich arbeitslos und musste gehorchen.
Auf dem Flur des Arbeitsamtes musste er an einer Schlange wartender Menschen vorbei, die sein Schicksal teilten.
>Na wenigstens geht es mir nicht alleine so< dachte er.

Zu Hause angekommen erwartete ihn seine Mutter.
„Na Wolf-Rüdiger, wie ist es gelaufen?“ wollte sie wissen.
„Heute noch gar nicht“ antwortete er „ich muss erst den Antrag ausfüllen und dann noch einmal hin.“
„Dann mach das gleich“ forderte sie ihn auf.
„Was sollen wir machen, wenn am nächsten Ersten die Miete fällig wird und nur meine Rente da ist? Sieh zu, dass Du bis dahin Arbeitslosengeld kriegst, damit wir über die Runden kommen. Oh Gott, wenn dies Dein Vater noch erlebt hätte, dass Du arbeitslos bist. Weißt Du, ich hasse so leicht keinen Menschen, aber diesen Suppe hasse ich. Wie konnte er Dir das antun?“
„Mutter“ meldete sich nun Wolf-Rüdiger „der heißt Soupee´ und es bringt gar nichts wenn Du ihn hasst. Er hat nun einmal die Firma übernommen und mich entlassen. Erfreut bin ich auch nicht darüber, aber muss mich mit der Tatsache abfinden. Bestimmt hab ich bald eine neue Anstellung und dann geht alles seinen alten Gang. Mach Dir also nicht so viele Sorgen.“
Die Worte, mit denen er seine Mutter tröstete, glaubte er selbst nicht. Innerlich war er aufgebracht und gleichzeitig am Boden zerstört. >Dieser Mistkerl. Nach dreißig Jahren setzt der mich auf die Straße. Nun renn ich als Bittsteller zum Amt und komme mir vor wie ein Schnorrer. Erst mal muss ich aber die Papiere fertig machen und sie einreichen. Oh Mann, wie ich das hasse<.
Frustriert holte er den Papierstapel aus seiner Tasche und fing an sich durchzuarbeiten. Es war ein Paragraphenwust und Fragen, bei denen er sich nicht vorstellen konnte, dass es überhaupt erlaubt war, sie zu stellen.
Nach einer Weile schmiss er den Kugelschreiber auf den Tisch und sagte laut und verärgert:
„Der gläserne Mensch ist ein Scheißdreck dagegen. Was die alles wissen wollen.“
Zum Glück hörte seine Mutter ihn nicht. Sie war in der Küche damit beschäftigt, das Mittagessen zu machen.
Angewidert nahm er den Kugelschreiber wieder in die Hand und machte fleißig seine Kreuzchen oder trug handschriftlich die geforderten Antworten ein. Es nahm einfach kein Ende. Das Mittagessen war eine erfreuliche Ablenkung von dieser Fleißarbeit. Nach vollen drei Stunden war er fertig. Der Tisch sah aus, wie nach einem Bombenangriff. Überall lagen verstreut Papiere herum. So hat sein Schreibtisch in der Firma niemals ausgesehen, aber da wusste er ja immer was zu tun war und arbeitete sorgfältig nach seinem Schema. Dies hier war jedoch etwas ganz anderes. Abschließend sortierte er den ausgefüllten Antrag den Seitenzahlen entsprechend, steckte die Blätter mit einer Büroklammer zusammen und verstaute alles wieder in seine Aktentasche.

Im Kindle-Shop: Wolf-Rüdigers schwerer Gang zum Arbeitsamt

Mehr von R.D.V. Heldt auf ihrer Website.

11. Juni 2012

'Freunde müssen töten' von B.C. Schiller

Ein Thriller: In seinem zweiten Fall kämpft Chefinspektor Tony Braun gegen osteuropäische Mädchenhändler und rücksichtslose Konzernchefs, für die es keine Gesetze und moralische Schranken gibt. Als die Journalistin Kim Klinger von einer mysteriösen Informantin erfährt, dass in Linz sieben Mädchen spurlos verschwunden sind, beginnt Braun zu ermitteln und stößt bald auf eine zwielichtige Modelagentur in Bratislava und einen einflussreichen Konzern, für den tote Mädchen Routine sind. Doch dann taucht plötzlich ein psychopathischer Mörder auf, der in Braun einen Freund sieht und sich selbst als Erlöser osteuropäische Prostituierter.

Wer ist dieser Mörder, der lebenden Mädchen Taubenflügel annäht, um sie in Engel zu verwandeln, bevor er sie tötet? Ist es echte Freundschaft, die Tony Brauns Sohn Jimmy mit einem obdachlosen Taubenmann verbindet oder eiskalte Berechnung? Welches Geheimnis verbirgt der Linzer Polizeipräsident und wird ihm seine Vergangenheit zum Verhängnis? Ist die Journalistin Kim Klinger nur eine frustrierte Alkoholikerin oder ist alles bloß Tarnung? Und welche illegalen Experimente führt der Psychiater Goldmann in seiner Klinik durch? Je näher Tony Braun der Wahrheit kommt, desto tiefer muss er eintauchen in eine Welt aus Geld, Macht, Perversion und Tod.

Dieser zweite spannende Thriller mit Chefinspektor Tony Braun baut nicht auf den ersten Thriller „Töten ist ganz einfach“ auf, sondern ist eine in sich abgeschlossene Story.

Gleich lesen: > > > Auf dem Kindle

Leseprobe:
Am Morgen ihres Todes wurde sie erstmals in das Reich der
Engel geführt. Die alten Steinwände glänzten feucht und der
Geruch von Moder und Schimmel wehte ihr ins Gesicht. Sie
musste einen Brechreiz unterdrücken. Über faulige Holzträger,
mit denen das Gewölbe abgestützt wurde, flitzten geschäftige
Ratten. Ihnen konnte der intensive Geruch nach Fäulnis und
Verwesung nichts anhaben, im Gegenteil, sie genossen diesen
Ort der Zersetzung.
Sie versuchte ihren Blick auf die roten Augen und die gelben
Zähne einer Ratte zu fokussieren, die knapp vor ihrem Gesicht
über einen schrägen Balken huschte, aber ihre Pupillen
rutschten nach oben und sie musste gestützt werden, damit sie
nicht in einen der zahlreichen Schächte fiel und sich das Genick
brach.
Das wäre schade gewesen.
Dann hätte sie nicht mehr das Rondell erreicht mit dem
gewellten, verschimmelten Boden und den vielen geborstenen
Spiegeln. Vor allem aber hätte sie niemals die Mädchen kennen
gelernt, die mit ihren angenähten Federn und toten Augen wie
kleine Engel aussahen und sie neugierig betrachteten und
begierig darauf warteten, dass sie eine von ihnen werden
würde.
Wenn das Mittel nachließ, spürte sie den Schmerz überall
auf ihrem Körper, sah schattenhaft die kleinen Federn auf ihrer
Brust und die blutigen Flügel auf ihren Schultern. Am liebsten
hätte sie laut aufgeschrien, aber sie brachte keinen Ton hervor,
nur ein heiseres Krächzen, denn ihre Kehle war ausgedörrt und
das Schlucken fiel ihr schwer.
Irgendein intaktes Kämmerchen in ihrem Schädel flüsterte ihr
höhnisch zu, dass dieser Alptraum nie zu Ende sein würde,
dass diese Federn, die in ihre Haut genäht waren, und
schmerzten und wie Feuer brannten, dass diese Federn ihren
Tod herbeiführen würden. Mit glasigen Augen starrte sie ohne
zu begreifen auf den an ihrem Oberarm festgeklebten
Plastikbeutel, aus dem wie in Zeitlupe monoton eine gelbe
Flüssigkeit in einen Schlauch tropfte, weiter bis zu der Kanüle
glitt, die direkt in ihrer dicken, blau angelaufenen Vene in der
Armbeuge befestigt war und ihr die Illusion vermittelte, sie
könne diese Folter überleben. Dieses tropfende Geräusch
vermischte sich mit dem mitleidlosen Klacken des
diamantbesetzten Sekundenzeigers ihrer Armbanduhr, dem
einzigen Gegenstand, der ihr noch geblieben war, und der sie
daran erinnerte, dass ihre Zeit abgelaufen war.


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