9. Januar 2014

'Mission Phoenix 1 - Der Auftrag' von Mara Laue

Auftakt einer Science Fiction-Serie über ein einzigartiges Raumschiff mit einer bunt zusammengewürfelten Crew eigenwilliger Individualisten und ihre gefährlichen Aufträge.

Als Captain Melori aufgrund eines Zerwürfnisses mit ihrem Vorgesetzten ihren Posten als Kommandantin einer Raumjägerstaffel verliert, macht ihr die Forschungsflotte ein überraschendes Angebot. Sie soll eine Reihe hochqualifizierter, aber als schwierig geltende Mitglieder der Terranischen Raumflotte zu einer effektiven Crew zusammenschweißen.

Obwohl Melori ahnt, dass mehr dahintersteckt, als man ihr sagt, akzeptiert sie die Aufgabe. Als wäre die nicht schon schwierig genug, entpuppt sich das der neuen Crew zugeteilte Raumschiff als Schrottmühle. Melori nutzt diesen Umstand, um aus ihrer noch unmotivierten, mürrischen Mannschaft eine funktionierende Einheit zu machen. Sie lässt die Leute das Schiff von Grund auf umbauen – mit ein paar schlagkräftigen Accessoires, von denen nicht einmal ihre Vorgesetzten etwas wissen.

Noch ehe das Schiff einsatzbereit ist, treten Ereignisse ein, die nicht nur Melori in Lebensgefahr bringen, sondern die sehr viel weitreichendere Konsequenzen haben und den eigentlichen Auftrag der neuen Crew umso dringlicher machen.

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Leseprobe:
Die ersten Gebäude zerpulverten unter dem Beschuss der Laserkanonen. Eins der Evakuierungsschiffe explodierte. Wo eine Sekunde zuvor noch etliche Menschen gestanden hatten, gab es nur noch zerstörtes Erdreich, gespickt mit geschmolzenen Teilen von Schiffshaut und Robotern.
Melori erwiderte das Feuer ihrer Angreifer und betätigte gleichzeitig den stimmengenerierten automatischen IsteP-Notruf, der in jedem ISA-Schiff installiert war, und sei es noch so klein. Der Notruf sagte jedem IsteP-Schiff in Reichweite, dass ein Angriff erfolgte und das notrufende Schiff dringendst Unterstützung brauchte. Eine mit dem Notruf gekoppelte automatische Ansage übermittelte anhand der Ortungsdaten und taktischen Daten ununterbrochen die Lage. Die ohnehin im Anflug befindliche SALAK würde mit höchster Beschleunigung kommen.
„SALAK 221“, ertönte die vertraute Stimme von Admiral Kendro Trevayaa aus dem Lautsprecher des Kom-Gerätes. „Ankunft in 7,3 Minuten.“
„Verstanden, Admiral. Wir halten die Angreifer so lange auf“, gab Melori durch, nachdem von der ZULU keine Antwort erfolgt. „Staffel 1 und 2: Decken Sie die Evakuierung. Der Rest: Ausschwärmen und nach eigenem Ermessen angreifen!“
Sie erhielt von allen Jägern die Klar-Meldung. Die Jäger schwärmten aus und stürzten sich wie ein Insektenschwarm auf die Piratenschiffe, während zwanzig von ihnen den Geschützen der Angreifer in den Weg flogen und die Schüsse abzufangen versuchten, mit denen der Rest der Siedler vernichtet werden sollte. Zehn Jäger bildeten einen Ring um die restlichen beiden Evakuierungsschiffe und synchronisierten ihre Schutzschirme, sodass sie einen einzigen Schild über den beiden Schiffen bildeten, der dem Beschuss der Angreifer erst einmal Stand hielt. Zumindest lange genug, bis die SALAK eintreffen würde. Außerdem verschaffte das Manöver der ZULU die Gelegenheit zu landen und den Rest der Siedler an Bord zu nehmen, dessen Evakuierungsschiff vernichtet worden war. Sobald die ZULU unter dem Schirm ihrer Jäger war, konnte sie ihre eigenen Schilde deaktivieren und die Siedler mit den Transportern an Bord holen. Leider funktionierten die nicht bei eingeschalteten Schutzschirmen.
Doch die ZULU tat nichts dergleichen. Melori glaubte ihren Ortungsinstrumenten nicht zu trauen, die anzeigten, dass sich der Schwere Kreuzer ein Rückzugsgefecht mit drei kleineren Piratenschiffen lieferte. Ein Rückzugsgefecht! Melori konnte es nicht fassen. Obwohl die ZULU von drei Gegnern bedrängt wurde, sah jeder halbwegs erfahrene Kommandant, dass für einen Rückzug kein Grund bestand. Die Geschütze der ZULU waren mehr als ausreichend, um mit denen fertig zu werden. Doch Commodore Alkamai war augenscheinlich dazu nicht in der Lage.
„Staffel 4! Schaffen Sie der ZULU die drei Angreifer vom Hals!“, befahl sie unverzüglich, und zehn ihrer Jäger drehten ab, um sich die drei feindlichen Schiffe vorzunehmen. Diese Schiffe gehörten ursprünglich zur Transportflotte der Nilameh, bevor sie den Piraten in die Hände gefallen waren, und verfügten deshalb über keine allzu leistungsstarken Schutzschirme oder Offensivwaffen. Aus diesem Grund mussten sie die ZULU zu dritt angreifen, da ein nilamisches Schiff allein kaum Aussicht gehabt hätte, ein terranisches Militärschiff zu zerstören. Ihr mangelnder Schutz gab den Jägern und der ZULU die Gelegenheit, die drei zumindest kampfunfähig zu schießen.
Melori nahm einen Piratenkreuzer aufs Korn, wich mit waghalsigen Manövern seinen Schüssen auf sie aus, unterlief sein Feuer und setzte mit einem breit gefächerten Torpedobeschuss seine Waffenphalanx außer Gefecht, nachdem drei andere Jäger durch konzentriertes Feuer eine Lücke in den Schirm des Gegners geschossen hatten. Im Inneren des Schiffes wurde eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, der es innerhalb von nur ein paar Sekunden in ein Wrack verwandelte. Unverzüglich wandte sich Melori dem nächsten Feind zu. Die taktische Analyse auf dem Bildschirm zeigte ihr, dass die größte Bedrohung ein ehemaliges tinuskisches Kriegsschiff war, das entschlossen schien, die Siedlung auf Kantaka vollständig dem Erdboden gleich zu machen. Gleichzeitig konzentrierte es einen Teil seines Beschusses auf die Schutzschilde der Jäger, um deren Gemeinschaftsschirm zu knacken, mit dem sie die Evakuierungsschiffe und die Siedler schützten. Da das tinuskische Schiff über sehr starke Waffen verfügte, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Schild zusammenbrach.
„Staffel 5! Nehmen Sie unauffällig das tinuskische Schiff aufs Korn“, ordnete sie an. „Ziel: Vernichtung!“ ‚Unauffällig’ bezeichnete ein Manöver, das Melori eingeführt hatte. Die Jäger der fünften Staffel würden sich nicht als geschlossene Formation dem Schiff nähern, sondern in derselben ungeordneten Form, wie sie zurzeit herumflogen, mal diesen und mal jenen Feind anvisieren. Dabei würden sie sich aber alle scheinbar zufällig in eine Position manövrieren, aus der sie von einem Moment zum anderen geschlossen ihr auserkorenes Ziel angreifen konnten – völlig überraschend für den Gegner, der dieses Manöver in der Regel zu spät durchschaute, um es verhindern zu können.
Die vierte Staffel hatte die drei die ZULU angreifenden Schiffe manövrier-und feuerunfähig geschossen und überließ es dem Schweren Kreuzer, ihnen den Rest zu geben. Doch die ZULU zog sich stattdessen immer weiter zurück.
„Captain Melori“, klang die Stimme von Commodore Alkamai in ihrer Kom-Anlage auf, „brechen Sie den Angriff ab und kehren Sie mit Ihren Leuten unverzüglich an Bord zurück. Wir ziehen uns zurück.“
Melori fühlte Wut in sich aufsteigen und ließ sie aus allen Geschützen feuernd an einem kleineren Piratenschiff aus, das Sekunden zuvor einen Jäger vernichtet hatte. „Wiederholen Sie das!“, verlangte sie.
„Ich sagte die Aktion wird abgebrochen. Sie kehren mit Ihren Jägern sofort an Bord zurück! Und zwar alle!“
„Commodore, damit verurteilen wir die Siedler auf Kantaka zum sicheren Tod!“, protestierte Melori. „Die SALAK müsste jeden Moment eintreffen und ...“
„Sie haben meinen Befehl gehört, Captain!“, donnerte Alkamai. „Sie kehren unverzüglich an Bord zurück, oder ich sorge dafür, dass Sie wegen Befehlsverweigerung vor Gericht kommen!“

Im Kindle-Shop: Mission Phoenix 1 - Der Auftrag

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