26. März 2014

'Die goldene Kastanie: Das Herz des Waldes' von Frank-Thomas Kirchberg

Ein märchenhaftes Fantasy-Abenteuer mit ökologischem Touch. Prinzessin Selina hat sich verirrt und reitet im strömenden Regen, bei Blitz und Donner, durch den Wald. Schlammverschmiert und mit zerrissenen Kleidern ist sie auf der Suche nach Weg und Steg. Aber was ist das? Eine Stimme spricht zu ihr und da ist eine strahlende Gestalt. Es ist eine Fee. Aber es gibt keine Feen. Und dann gibt sie Selina auch noch Befehle. Diese weigert sich. Aber es hilft alles nichts. Sie muss tun, was die Fee befiehlt: „Rette den Wald! Bring mir die goldene Kastanie zurück. Oder du kommst nie mehr aus meinem Wald heraus!“

Das ist eine schwere Aufgabe. Aber Selina darf sich dabei Hilfe suchen. Sie trifft auf den Grafen Waldemar. Einen Freund aus alter Zeit. Aber der hat selber genug Probleme. Er weiß nicht mehr ein noch aus. Und da ist noch die Magd Elsbeth, die vor Verzweiflung die Hände ringt. Doch der Knecht Johann knurrt und grunzt nur dazu. Er ist keine Hilfe. Wozu sind die Mannsbilder nur zu gebrauchen. Wer beschützt sie nur vor dem Richter Adelbert? Einem unverbesserlichen Bösewicht und Trunkenbold. Zu allem Überfluss ist auch noch der Familienschatz des Grafen verschwunden. Bekommt Selina die goldene Kastanie wieder zurück? Und wem jagt der Richter Adelbert wutschnaubend mit einem großen Knüppel hinterher? Wie soll das wohl Alles noch enden?

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Leseprobe:
Mit einem schrecklichen Donnerschlag, genau über ihr, begann das Gewitter. Prinzessin Selina schrie gellend auf. Ihr Pferd ging durch und war nicht mehr zu bändigen. Steil bäumte es sich auf, wieherte und stürzte in wilder Panik auf und davon.
Hinter ihr verklangen die lauten Rufe ihrer Begleitung und ihr Pferd raste in wilder Flucht über Stock und Stein. Weg und Steg hatte sie verloren. Prasselnd stürzte der Regen auf sie nieder, alle Schleusen des Himmels schienen sich geöffnet zu haben. Im Nu war sie völlig durchnässt. Die Äste der Bäume schlugen Selina ins Gesicht, so dass sie sich tief auf den Pferderücken ducken musste. Sie hatte keine Zeit zum Nachdenken, sondern konnte sich nur krampfhaft festhalten, damit sie nicht stürzte. Ehe sie sich versah, war sie allein im Wald.
Selina wusste nicht, wie lange sie so dahin raste, es schien ihr ewig zu dauern. Doch ihr wilder Ritt endete plötzlich, als ihr Pferd über einen Stein stolperte. Selina stürzte. Das Pferd aber war nicht aufzuhalten, es stürmte weiter. Selina war allein. Benommen fand sie sich, am Waldboden sitzend, wieder. Hilflos rappelte sie sich auf und taumelte ein paar Schritte.
Hier konnte sie nicht bleiben. Sie stand in strömendem Regen, pausenlos zuckten Blitze am Himmel und der Donner dröhnte. Müde lief sie los, einen Unterschlupf zu suchen. Stolpernd führte sie ihr Weg zu einem Bach. Selina rutschte aus. Ehe sie bremsen konnte, befand sie sich mitten in dem Wasserfall, der dort von den Felsen rauschte, und schluckte hustend Wasser. Plötzlich war sie hindurch und stand mitten in einer kleinen Höhle. Sie konnte es erst nicht fassen. Das Unwetter war draußen und sie war in Sicherheit.
„Du bist gekommen“, eine laute dröhnende Stimme schallte durch die Höhle. Prinzessin Selina fuhr erschreckt zusammen. „So lange habe ich auf dich gewartet“, fuhr die Stimme fort. „Jetzt bist du endlich da!“
„Wer ist da?“, fragte Selina ängstlich. „Was willst du von mir? Zeig dich, ich kann dich nicht sehen!“
Ein leises Klingeln, wie von kleinen Glöckchen, ertönte plötzlich und ein helles Licht leuchtete vor Selina auf. Darin erschien die durchscheinende Gestalt einer hoheitsvollen Frau. „Ich bin die Fee Jeraldine und habe dich hierher geführt, weil eine Aufgabe auf dich wartet“, tönte ihre Stimme. „Du bist hier, um sie zu erfüllen.“
Eine Fee? Es gab doch gar keine Feen? Und nun stand plötzlich eine hier! „Was ist das für eine Aufgabe?“, fragte Selina stockend.
„Du sollst die goldene Kastanie, das Herz des Waldes, finden und wieder zurück bringen. Sie wurde von einem bösen Menschen gestohlen.“ Vor Selina erschien das Bild eines fetten hässlichen Mannes. „Wenn du die Aufgabe erfüllst, will ich dich reich belohnen, aber wenn du es nicht schaffst, wartet eine Strafe auf dich und du musst diesen Bösewicht heiraten. Mein Wald aber ist dann verloren!“
„Ich werde bestimmt keinen fetten hässlichen Mann heiraten! Ich bin Prinzessin Selina und heirate einen Prinzen“, rief Selina empört. „Und was geht mich deine goldene Kastanie an? Mit deiner Aufgabe will ich nichts zu schaffen haben.“ „Du kannst die Aufgabe nicht ablehnen! Dann kommst du nie wieder aus meinem Wald hinaus“, schallte die Fee.
Erschrocken sagte Prinzessin Selina: „Damit kannst du mir nicht drohen! Ich bin nicht allein! Zwar habe ich meine Begleiter verloren, aber sie werden mich sicher bald finden und dann komme ich wieder nach Hause.“ Atemlos stürzte sie aus der Höhle. Wieder hinaus in das Unwetter!
Vor Entsetzen zitternd rannte sie davon. Ziellos irrte sie durch den Wald, verzweifelt nach einem Weg suchend. Wurzeln schlangen sich um ihre Füße. Äste und Zweige schlugen nach ihr. Blätter verfingen sich in ihrem Haar. Dornenranken rissen an ihrem Kleid. Es bestand schließlich nur noch aus Fetzen.
Ständig schrak sie zusammen bei den Blitzen und dem Donner. Der Regen stürzte in Strömen auf sie hinab und sie hatte schon lange keinen trockenen Faden mehr am Leib. Ihre Schuhe blieben in Schlammlöchern stecken und sie musste sie mühsam wieder herausziehen. Schließlich verlor sie diese ganz.
Selina versuchte sich vergeblich zu erinnern, wie sie hierher gekommen war. Verzweifelt suchte sie nach irgendwelchen Anzeichen eines Weges. Schließlich sah sie ein, dass es so nicht ging. Sie musste sich zusammennehmen und einen Plan fassen. Aber welchen?
Sie musste geradeaus in eine Richtung gehen, beschloss Selina. So ging sie nun von Baum zu Baum und richtete ihren Blick immer auf das nächste Ziel. Eigentlich musste sie so früher oder später irgendwo ankommen. Sie konnte nicht ewig durch den Wald irren. So sprach sie sich Mut zu.

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