13. März 2014

"Mission Phoenix 2 - Wie ein Phönix" von Mara Laue

Die Abenteuer um das Raumschiff PHOENIX gehen in die zweite Runde. Captain Melori ist nur knapp einem Attentat entgangen, Die jüngsten Vorfälle werfen viele Fragen auf, um deren Beantwortung sich zunächst IsteP und IsteND kümmern. Melori und ihre Crew arbeiten unterdessen auf Hochtouren am Umbau ihres Schiffes. Da sie nicht weiß, wem sie wirklich trauen kann, greift sie nicht nur zu einem illegalen Mittel.

Als die PHOENIX, wie das neue Schiff getauft wird, zu ihrem ersten Auftrag aufbricht, muss sich zeigen, ob Melori damit eine gute Entscheidung getroffen hat oder ob sie damit den Gegnern der ISA unfreiwillig in die Hände spielt – denn es gibt nicht nur einen Spion auf Gredion und in höchster Position bei der TRF, sondern auch dort, wo Melori niemals einen vermutet hätte.

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Leseprobe:
„Ihnen ist bewusst, was Sie damit implizieren, Captain Melori?“ Die Frage von Admiral Savili Sirakir, Kommandantin des IsteP-Trägerschiffs KELIAR 429, klang mehr wie eine Feststellung, denn die Antwort lag auf der Hand.
Melori machte eine zustimmende Geste. „Vollkommen. Falls Sie aber eine andere Erklärung dafür haben, dass der Attentäter, der mit größter Wahrscheinlichkeit im Dienst der Piratengilde stand, sich schon lange vor meiner Ankunft auf Gredion aufgehalten hat, bin ich gespannt, sie zu hören.“
Savili Sirakir antwortete nicht, sondern blickte Melori ausdruckslos an.
„Ich resümiere, Admiral. Alle, die direkt oder indirekt daran beteiligt waren, dass die Piratengilde bei Kantaka eine Schlappe erlitten hat, wurden in den letzten Tagen ermordet, sogar sämtliche Siedler, die den Angriff überlebt hatten. Ich gehöre zu den Hauptverantwortlichen für die besagte Schlappe. Die einzigen Personen, die in diesem Zusammenhang ein Interesse an meinem Tod haben könnten, sind die Piraten.“
Sirakir machte eine zustimmende Geste. „Das liegt auf der Hand.“
„Ebenso die einzig logische Schlussfolgerung. Derjenige, der den Piraten verraten hat, dass ich mit meinem Schiff nach Gredion fliegen würde, kann diese Information nur aus dem Umfeld von Admiral Makuma von der Terranischen Raumflotte bekommen haben. Unser ursprüngliches Ziel sollte ein ganz anderes sein. Doch dann wurde uns ein Schiff zugeteilt, das erst einmal umfangreich instandgesetzt werden muss, bevor wir mit ihm unsere Aufgaben in der Forschungsflotte erfüllen können. Erst dadurch wurde der Flug nach Gredion überhaupt notwendig, um die hiesigen Reparaturwerften zu benutzen. Dass Gredion unser Ziel war, wussten nur Admiral Makuma und die Leute, denen er möglicherweise davon berichtet hat beziehungsweise die Zugang zu seinen Befehlsprotokollen haben. Und ja, Admiral, ich impliziere nicht nur, dass ein Verräter, der für die Piraten arbeitet, im Hauptquartier der TRF sitzen muss, ich bin davon überzeugt. Und hier auf Gredion muss es auch einen geben. Denn der Attentäter hat sich bestimmt nicht zufällig hier aufgehalten.“
Allerdings war das nur die halbe Wahrheit, denn es gab noch jemanden, der für diesen Verrat ebenso infrage kam wie John Makuma und ein potenzieller Piratenspitzel auf Gredion: Admiral Indira Graham. Offiziell gehörte sie der Verteidigungsflotte der TRF an, im „Nebenberuf“ war sie jedoch ein hochrangiges Mitglied des Interstellaren Nachrichtendienstes. Doch das durfte Melori Admiral Sirakir ebenso wenig offenbaren wie die Tatsache, dass sie und ihre Crew vom IsteND rekrutiert worden waren, um als harmlose Mitglieder der Forschungsflotte getarnt für den Geheimdienst zu arbeiten. Das wusste bis jetzt noch nicht einmal ihre Crew. Der Gedanke, dass ausgerechnet Graham diejenige sein könnte, die mit den Piraten unter einer Decke steckte, war hinsichtlich seiner Konsequenzen erschreckend.
„Und ja“, fuhr Melori fort, „es liegt auch auf der Hand, dass die Piraten ein Interesse an Gredion haben, andernfalls dieser Attentäter sich nicht schon seit längerem hier aufgehalten hätte. Wie Sie bemerkt haben dürften, war er ein Auftragskiller der Siktatlin-Sekte. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass er nicht selbst zu den Piraten gehörte, sondern von denen nur für diesen Auftrag angeheuert wurde, müssen die Piraten, die ihn beauftragt haben, gewusst haben, dass ich hierher kommen werde und auch, dass er bereits hier war. Nach allem, was die IsteP über die Siktatlin-Sekte weiß, dauert es erheblich länger als nur einen Tag, um die Sekte zu kontaktieren und einen ihrer Leute zu bekommen. Er hat sich aber nur einen Tag nach meinem Abflug von Terra hier schon nach mir erkundigt.“
Sirakir blickte Melori aufmerksam an. „Sie gehen also davon aus, dass dieser Attentäter seit längerem für die Piraten arbeitet und auch, dass er nicht die einzige Person auf Gredion ist, die mit denen im Bunde ist.“
Melori nickte. „Definitiv.“
Sirakir blickte eine Weile nachdenklich zur Seite. „Ich denke, Sie haben recht, Captain. Vor allem auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Überwachungskameras nicht aufgezeichnet haben, dass der Mann den Teil der Werft betreten hat, wo er Sie angegriffen hat. Leider waren die Kameras in diesem Bereich deaktiviert worden. Die noch aktiven in dessen Umfeld haben nur einen frelsischen Sicherheitsmann aufgezeichnet, der diesen Bereich betreten hat. Mit größter Wahrscheinlichkeit ist er für die Deaktivierung der Kameras verantwortlich. Und wahrscheinlich hat er auch den Attentäter vor Ort an den Kameras vorbei geschleust. Als Sicherheitsmann kennt er die Überwachungstechnik und hätte jederzeit eine Schleife aktivieren können, in deren Deckung der Attentäter agieren konnte.“
Melori nickte. Das war eine gute Erklärung. Sie hatte nur einen Haken.
Admiral Sirakir beugte sich vor. „Dabei gibt es jedoch eine Ungereimtheit, vielmehr ein Phänomen. Erstens: Der frelsische Sicherheitsmann existiert nicht. Wir haben sämtliche Personaldaten der Werftangestellten überprüft, nicht nur die der Sicherheitscrew; und zwar planetenweit. Der Frelsiner gehört weder zum Sicherheitsteam noch arbeitet er in einem anderen Bereich. Er ist auch laut den Aufzeichnungen der Ankunftskontrollen niemals auf dem Planeten angekommen. Er ist ein Phantom, das aus dem Nichts gekommen ist und sich in Luft aufgelöst hat. Und nicht nur er.“
Das wunderte Melori nicht. Aber den Grund für dieses Phänomen würde sie Sirakir nicht verraten. Der war zu brisant. Sie seufzte. Sie war vierzehn Jahre lang Mitglied der IsteP gewesen und hatte in der Arbeit für die Interstellare Polizei ihre Berufung gesehen. Dass sie jetzt vor den Vertretern ausgerechnet der Institution Geheimnisse haben musste, die für die innere Sicherheit der ISA verantwortlich war und der Melori immer noch uneingeschränkt vertraute, schmerzte sie. Doch die gegenwärtige Situation ließ ihr keine andere Wahl. Zumindest keine, die sie im Interesse der ISA hätte nutzen können.

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