12. März 2014

"Bärenjäger" von Thomas de Bur

Ein Jugendroman. Unglaublich spannende Abenteuer erleben Johan und Kim in Lappland, der faszinierenden Landschaft nördlich des Polarkreises.

Ein alter, samischer Schamane zeigt ihnen versteckte Wunder der Natur und führt sie ganz nah zu wilden Bären und Wölfen. Als sie ein vergiftetes Rentier finden und kurz danach Johans kleine Schwester spurlos verschwindet, wird den Kindern jedoch klar, dass sie einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur gekommen sind und um ihr Leben fürchten müssen.

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Leseprobe:
Es war Stellan bewusst, dass auf ihm nun sämtliche Hoffnung lastete. Er nutzte jeden Baum, jeden Busch als Deckung und pirschte vorsichtig zum lichterloh brennenden Berghang. Der Hubschrauber oder die Wilderer durften ihn nicht auch noch entdecken. Lena und ihrem Vater konnte er im Augenblick nicht helfen. Er musste Kim und Johan beistehen.Verzweifelt überlegte er, wo sie sein könnten und wie er sie finden sollte.
Die fiese Erkenntnis erscheint ja regelmäßig mit einem blechernen Paukenschlag auf der Bühne eines dramatischen Aktes. Es zuckt ein Blitz, ein mächtiger Donner ertönt und sie steht da, als ob sie immer schon da gewesen wäre. Kim und Johan erwischte die Erkenntnis, als die Panik in ihnen eigentlich so langsam die Spannung verlieren wollte. Aber durch das überraschende Auftauchen des gefährlichen Schattens am Höhleneingang, blieb die Spannung dort, wo sie gerade war und ließ die Panik wieder sprunghaft in die Höhe schnellen.
Das schwarze Etwas, das das ganze Licht absorbierte und sich zu ihnen in die Höhle drängte, war ein riesiger Bär. Suchte er bei ihnen Schutz, war er einfach nur auf ihre Gesellschaft aus oder wollte er sie fressen?
An Bamses Körper spannte sich jeder Muskel, doch er blieb merkwürdigerweise ruhig und bellte nicht.
In Kim und Johans Köpfen explodierten tausende kleiner Sternchen, die die Beiden wie zwei Steinstatuen an der hinteren Höhlenwand festnagelten.
Der dicke Bär hatte inzwischen seinen gesamten massigen Körper durch das Loch gezwängt. Er bewegte sich gemächlich auf sie zu und schnüffelte hörbar. Seine Nase kräuselte sich und zuckte beim Schnuppern, auch wenn Kim und Johan das in der Dunkelheit natürlich nicht erkennen konnten. Doch dann gab der näher kommende Bär das Eingangsloch für etwas Licht frei und unsere gebeutelten Flüchtlinge konnten ihm direkt ins Auge blicken. Unmittelbar vor den Beiden blieb der riesige Bär stehen, aber sein pelziger Kopf näherte sich unaufhaltsam. Er wandte sich zielstrebig Johan zu.
Man hätte das Weiße in seinen Augen sehen können,wenn Bären es haben würden. Johan fühlte sich wie in einem schlechten Film. Direkt vor seiner Nase schwebte der riesige Fellkopf eines Bären und schaute ihn aufmerksam an. Das Grauen vor ihm öffnete schließlich ein bisschen sein Maul und neigte seinen Schädel leicht zur Seite. Lange, spitze Reißzähne blitzten zwischen den Lefzen. Aus dem Rachen des furchtbaren Raubtieres strömte ein bestialischer Gestank, der Johan den Atem raubte. Ein dunkelroter Lappen glitt aus dem mörderischen Gebiss heraus und leckte über die darüber liegende, schwarze Nase.
Plötzlich ruckte der ganze Pelzkopf nach vorne, der kleine Lappen wuchs scheinbar auf Handtuchgröße und Johan wurde von der feuchten, rauen Zunge vom Hals, quer über die Wange, bis zur Stirn abgeschleckt.
Bamse schaute mit schief gelegtem Kopf verständnisvoll zu.
Kim bekam riesige Stielaugen und ihr entwich ein ungläubiges, gequältes Wimmern.
Der Bär ließ einen puffenden Laut hören und tappte zwei Schritte zurück. Dann drehte er sich langsam zum Höhlenausgang um, zwinkerte Kim dabei ganz deutlich zu, setzte sich auf seinen dicken Po und spähte hinaus.
Nun konnten Kim und Johan erkennen, dass er breite, silberne Streifen auf dem Rücken hatte.

Im Kindle-Shop: Bärenjäger

Mehr über und von Thomas de Bur auf seiner Website.

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