28. August 2014

"Verlieb dich mal wieder ... oder: Sex ist auch eine Lösung!" von Monika Baitsch

Marit, Anfang vierzig und festgefahren in ihrem Leben, fühlt sich machtlos ihrer Situation ausgeliefert. Das ständige Gerangel um einen Platz in der Gesellschaft, den permanenten Perfektionismus, um den Ansprüchen der anderen gerecht zu werden, die Wohlstandswettrennen mit anderen Müttern und nicht zuletzt noch die dauernden Drohungen ihres Mannes Tom, dass er sowieso bald ausziehen will. Um ihre Ehe zu retten, schließt sie mit Tom einen Deal: ›Verlieb dich mal wieder!‹. Sie hat die Hoffnung, dass sich die Schmetterlinge des Frischverliebtseins in ihre Beziehung tragen lassen. Nicht mehr und nicht weniger. Tom nimmt das sofort wörtlich und Marit zerbricht fast daran. Sie zieht kurzerhand die Reißleine und landet zufällig in einem Hotel im Schwarzwald.

Sie hat das Gefühl sich selbst verloren zu haben. Wo war sie im Leben falsch abgebogen? Soll das nun ewig so weitergehen? Die Bekanntschaft zu dem Gestütsbesitzer Henning, aus der schnell mehr wird, und das kurze Intermezzo mit dem Schweden Viktor helfen ihr dabei, sich wieder zu finden. Und dann erscheint Tom während des Frühstücks im Hotel …

Verwirrende Gefühle, prickelnde Situationen und die Gewissheit, dass es anderen genau so geht, wie einem selbst. Die Frage ist jedoch: Ist Sex wirklich eine Lösung?

Für alle Traumfrauen dieser Welt und die, die vergessen haben, dass sie Traumfrauen sind!

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Leseprobe:
Nachdem sie eine ganze Weile so dagesessen hatte, formte sich eine Idee in ihrem Kopf. Sie wollte wieder frisch verliebt sein, sie wollte dieses Gefühl wieder spüren, begehrt sein, Schmetterlinge im Bauch haben, sich schön fühlen. Und Tom ging es sicher auch nicht anders. Marit dachte zurück an die Anfangszeit ihrer Beziehung. Alles schien perfekt. Tom hatte gerne abends die lange Fahrt zu ihr in Kauf genommen, nur um ihr nahe zu sein. Sie hatten oft bis spät in die Nacht zusammengesessen und einfach nur geredet. Sie waren spontan und verrückt gewesen und ihre Endorphine hatten Rock’n Roll getanzt.
Alles, was sie gemeinsam anpackten, gelang und die Welt schien rosarot. Die Idee in Marits Kopf nahm immer konkretere Formen an.
Was wäre, wenn sie beide sich verlieben würden? Nicht ineinander, in jemand anderen? Würden sie das Gefühl in ihre Beziehung tragen können? Der Gedanke gefiel ihr, aber es war ihr auch bewusst, dass es tüchtig in die Hose gehen konnte. Noch ehe sie das Für und Wider abwägen konnte, stand sie auf und lief die Treppe zu Toms Büro hinunter.
»Tom, hast du einen Augenblick? Ich möchte dir einen Deal vorschlagen.«
»Was geht dir denn jetzt schon wieder im Kopf herum?« Tom schaute leicht genervt zu Marit, die in der Tür stehengeblieben war.
»Verlieb dich mal wieder. Was würdest du davon halten, dich frisch zu verlieben?«
Nun schaute Tom sie an, als hätte sie den Verstand verloren. »Ist alles in Ordnung bei dir?«
»Ich meine es ernst. Wir machen einen Deal. Jeder von uns beiden darf sich in irgendjemand verlieben! Vielleicht gelingt es uns, wenn wir dieses Gefühl wieder spüren, die Schmetterlinge in unsere Beziehung zu tragen und wieder zu uns zu finden.«
Tom schaute verwirrt.
»Ich meine es wirklich ernst. Keinen Sex, keine Knutschereien, nichts weiter, nur verlieben.«
Tom schaute ins Leere, sagte nichts, aber Marit konnte sehen, dass es in seinem Kopf arbeitete.
»Du hast nichts zu verlieren, du willst ja sowieso ausziehen und ich weiß, dass es völlig schiefgehen kann.
Aber es ist vielleicht auch eine Chance«, versuchte Marit es nochmal.
»Okay, das ist zwar eine total durchgeknallte Idee, aber lass mich mal darüber nachdenken. Oder hast du schon einen anderen?«
»Nein, natürlich nicht!« Wie konnte Tom ihr das nur zutrauen und wann sollte sie auch die Zeit dafür haben?
Marit ging wieder in die Küche und gab Tom die Bedenkzeit, die er brauchte. Auch in ihr machten sich gewisse Zweifel breit. Ob sie Tom nicht vielleicht ein wenig zu voreilig diesen Vorschlag gemacht hatte? Einige Zeit darauf betrat Tom ebenfalls die Küche, streckte Marit die Hand entgegen und sagte: »Hand drauf! Der Deal gilt!« Sie reichten sich die Hände und lächelten sich sogar seit langer Zeit mal wieder für einen kurzen Augenblick an.
Marit fiel auf, dass sich Tom relativ schnell entschieden hatte. Seit einiger Zeit schon bemerkte sie, dass er häufiger zu Terminen außer Haus war und befürchtete, dass er längst eine andere Frau kennengelernt hatte.
Marit dachte nicht länger darüber nach, denn die Kinder würden bald von der Schule nach Hause kommen und sie musste das Mittagessen vorbereiten.
Der Alltag trottete dahin, Marit und Tom gingen sich mehr oder weniger aus dem Weg und redeten nur das Notwendigste miteinander. Wie immer eben, sie lebten nebeneinander her und jeder ging seiner Arbeit nach.
Der geschlossene Deal war kein Thema mehr gewesen und Marit war sich nicht sicher, ob Tom sie überhaupt ernstgenommen hatte. Bis zu dem Moment, wo er, nach seinem besten After-Shave duftend, aus dem Badezimmer kam und rief: »Ich habe noch einen Außentermin. Kann spät werden!«, ehe die Haustür ins Schloss fiel. Marit lief es heiß und kalt den Rücken hinunter. Einen Außentermin in Jeans und Sakko? Das war nicht Toms typischer Kleidungsstil für Außentermine. Wie ferngesteuert räumte sie das Geschirr vom Abendessen in die Spülmaschine und sagte Lukas und Emely gute Nacht. Tom hatte einen Außentermin! Der Gedanke, dass er sich vielleicht genau jetzt mit einer anderen traf, tat weh. Sie schenkte sich ein Glas Rotwein ein und wollte es sich gerade mit einem Buch im Wohnzimmer gemütlich machen, um sich abzulenken, als es von der Treppen herunterrief:
»Mama, ich hab Bauchschmerzen und mir ist schlecht. Ich glaube, ich muss brechen.«
»Auch das noch«, grummelte Marit, holte einen Eimer aus dem Besenschrank und ging nach oben. Emely ging es nicht wirklich schlecht. Sie wollte nicht alleine sein. Auch an den Kindern ging die schlechte Stimmung, die zu Hause herrschte, nicht spurlos vorbei. Marit stellte den Eimer vor Emelys Bett und legte sich zu ihr. »Alles ist gut, Emely. Ich bleib ein wenig bei dir, versuche einzuschlafen«, bemühte sich Marit ihre Tochter zu beruhigen.
Emely kuschelte sich an Marit. Während diese Emely den Rücken kraulte, flogen ihre Gedanken immer wieder zu Tom. Wo er jetzt wohl wirklich war? Sie bereute fast, ihm den Deal vorgeschlagen zu haben. Es tat weh. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, war Tom eigentlich ein Traummann. Seine braunen Haare waren an den Schläfen schon leicht grau durchzogen und er konnte einen mit seinen braunen Augen anschauen, dass man hätte in Ohnmacht fallen können. Er war groß und hatte eine durchtrainierte Figur. Zu Beginn ihrer Beziehung hatte sie sein regelmäßiges Fußballtraining häufig verflucht, weil er es nur in absoluten Ausnahme-situationen hatte ausfallen lassen, aber heute zahlte es sich aus. Er war nicht einer dieser Männer, bei denen sich der Bauch über dem Hosenbund wölbte. Sie schaute an sich hinunter. Auch sie hatte immer eine wirklich gute Figur gehabt, aber seit sie nicht mehr arbeitete, hatte sie sich viel weniger Zeit für ihr Äußeres genommen und sie war an einigen Stellen ihres Körpers ein wenig in die Breite gegangen. Die regelmäßigen Termine bei der Kosmetikerin waren irgendwann auch einfach in Vergessenheit geraten und dem Friseur war es egal, ob sie diese oder nächste Woche kam, um sich die Strähnchen in ihren schulterlangen, blonden Haaren auffrischen zu lassen. Sie schaute ihre Fingernägel an. Früher hatte sie sie immer lackiert, wenigstens mit klarem Nagellack, aber heute war es schon mehr als bemerkenswert, wenn sie die gleiche Länge hatten.

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Mehr über und von Monika Baitsch auf ihrer Website.

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