18. März 2015

"Tödlicher Anstoss" von John McLane

Die NSA fängt eine E-Mail aus Pakistan aus dem terroristischen Umfeld ab. In der Mail geht es um einen Container. Die deutschen Behörden werden informiert. Diese sind alarmiert, da die Fussballweltmeisterschaft 2006 näher rückt. Man geht von einem geplanten Anschlag aus. Ziel des Containers ist ein großes Möbellager in München. Zusammen mit dem Lagerleiter Peer Jansen ermitteln die Beamten Bert Dürer vom BND und Jeanette Sinter vom bayrischen Landeskriminalamt weiter. Als bei einem Mitarbeiter des Möbellagers, Jasir Kasil, der erst vor kurzer Zeit eingestellt wurde, ein terroristischer Hintergrund festgestellt wird, wird dieser observiert. Bei einem Treffen im Olympiapark identifizieren die Ermittler einen bekannten Terroristen, Raschid Bajun.

Bajun gelingt es, den Beschattern zu entfliehen. Für die Beamten steht nun fest, dass ein Anschlag geplant ist. Das plötzliche Verschwinden Peer Jansens und der Mord an Jasir Kasil versetzen die Beamten in Alarmbereitschaft. Eine Warnung vor einem Anschlag auf das Münchner Rathaus erhöht die Angst zusätzlich. Aber noch ist auch das Eröffnungsspiel nicht sicher. Die Beamten kommen einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur...

Gleich lesen: Tödlicher Anstoss: Thriller

Leseprobe:
Peschawar, Pakistan
Draußen knatterte ein Motorrad die Straße entlang und Raschid Bajun sah von seiner Arbeit auf. Von dem Bildschirm seines Computers fiel fahler Lichtschein in das schäbige Hotelzimmer. Er drehte sich um und schaute zum Bett hinüber. Das Mädchen schlief nach wie vor tief und fest.
Sie war eine Enttäuschung für ihn, wie so viele ihres Gewerbes vor ihr. Die verrutschte Bettdecke gab den Blick auf ihren nackten Rücken frei. Ihr schwarzes, langes Haar breitete sich auf dem grauen Kopfkissenbezug aus.
Bajun schwitzte. Sein massiger Körper war für die Hitze, die seit Tagen über der pakistanischen Stadt lastete, nicht gebaut. Als er die Arme hob, um sich ausgiebig zu strecken, wurden Schweißflecken auf dem T-Shirt sichtbar.
Das Telefon schrillte.
Unruhig wälzte sich das Mädchen auf die andere Seite. Während Bajun aufstand und zu dem kleinen Beistelltisch hinüberging, glitt sein Blick kurz über ihre kleinen, festen Brüste.
Das Telefon schrillte erneut.
Seufzend wandte er sich von dem verlockenden Anblick ab und ging die letzten Schritte zum Telefon. Er dachte einen Moment darüber nach, vielleicht einen zweiten Versuch mit dem Mädchen zu unternehmen, doch die Neugier siegte. Er nahm den Hörer ab.
„Hallo“, meldete er sich.
„Auftrag ausgeführt!“
Ein Klicken ertönte, als der Anrufer aufgelegte. Raschid Bajun warf den Hörer auf die Gabel zurück.
Seine Hände fuhren durchs Gesicht. Dabei rann ihm Schweiß in die Augen. Fluchend ging er ins Bad und drehte das kalte Wasser auf. Mit beiden Händen fing er das kühle Nass auf und rieb es sich durchs Gesicht. Sofort ließ das Brennen in den Augen nach.
Mit dem schmutzigen Handtuch trocknete er sich ab und ging zurück ins Zimmer. Er setzte sich an den Tisch und wandte sich dem Computer zu. Mit einem Mausklick öffnete er eine neue E-Mail. Seine kurzen, dicken Finger flogen über die Tastatur und verfassten den Text. Er wählte den Empfänger aus und schickte die E-Mail ab.
Zufrieden wandte sich Bajun dem Mädchen zu. Sein Auftrag war erledigt und nun konnte er sich den Verlockungen hingeben. Vielleicht würde der zweite Durchgang ihn mehr befriedigen.

Islamabad, Pakistan
Der kleine, abgeschlossene, fensterlose Raum war erfüllt vom Surren der Klimaanlage und den ratternden Lüftern. Hier stand der Zentralrechner, über den die Verbindungen mit dem weltweiten Internet liefen. Datenpakete kamen an und gingen nach kurzem Aufenthalt wieder hinaus, wenn der gewünschte Rechner am anderen Ende der Leitung signalisierte, dass er empfangsbereit sei.
Eine neue Sendung kam herein, die der Rechner als E-Mail identifizierte. Unbemerkt von den Systembetreuern, die über diesem Raum im Erdgeschoß die Arbeit des Zentralrechners überwachten, nahm der Virus seine Arbeit auf. Gut versteckt tief im Betriebssystem des Computers lauerte er, stets bereit seine Aufgabe zu erfüllen, die darin bestand, E-Mails bestimmter Absender um einen zusätzlichen Empfänger zu erweitern.
Der Virus checkte die einkommende E-Mail, entdeckte einen Absender, der in einer seiner Datenbanken gespeichert war und fügte umgehend der E-Mail einen weiteren Empfänger hinzu.
Das Datenpaket nahm nun den gewohnten Gang durch den Zentralrechner und wurde an den Zielcomputer weitergeleitet. Während Raschid Bajun sich in Peschawar nichts ahnend mit dem Mädchen vergnügte, legte sich der Virus wieder schlafen.

Im Kindle-Shop: Tödlicher Anstoss: Thriller

Mehr über und von John McLane auf seiner Website.

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