1. Juli 2015

"Over The Rainbow - Der blinde Sucher" von John McLane

Eine fantastische Geschichte voller Magie und Gefühl. Nic und Nora, ihrer eigenen Welt entrissen, landen erneut und völlig unerwartet in der Traumwelt. In dieser fremden Welt existieren seit Urzeiten die Bewahrer, eine Gruppe von Wesen, jeder einzelne für die Bewahrung und Erhaltung eines Bereiches ihrer Welt zuständig. Denn ihre Welt existiert nur durch die Fantasie der Träume der Menschen. Die Elfen stellen fest, dass der verbannte, finstere Magier Blind Searcher aus seinem Verlies entkommen ist. Sie schließen das Tor zum Elfenreich, denn wenn es dem Magier gelingt, dieses zu erobern, wird er die gesamte Traumwelt unter seiner Knute haben ...

Begleiten Sie Nic und Nora erneut auf ihren Abenteuern durch die Traumwelt, die John McLane erschaffen hat, tauchen Sie ein in ihren scheinbar aussichtslosen Kampf gegen den Blind Searcher und seine finsteren Horden. Begleitet von neuen und alten Gefährten liegen zahlreiche Abenteuer vor ihnen. Eine fantastische Geschichte voller Abenteuer, Spannung, Zauberei und Gefühl ...

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Leseprobe:
Dunkle Wolkenberge türmten sich am Himmel und nur hin und wieder drang das Licht der drei Monde durch sie hindurch. Wind trieb die Wolken über den Nachthimmel und Bäume beugten sich dem starken Druck der Luftwirbel. Blätterrauschen erfüllte die Nacht.
Der Berg lag direkt am See, und dort stand der Bewahrer der Erde, gestützt auf seinen Stab am Ufer und schaute zum Nachthimmel hinauf. Sein langer weißer Bart wehte im Wind und die erdfarbene Robe flatterte locker um seinen Körper. Hinter ihm brach unter dem Druck des Windes ein Ast und flog dicht an ihm vorbei. Doch der Alte rührte sich nicht, stand regungslos da und schaute auf die Wellenkämme des Wassers, aufgepeitscht durch den Sturm.
Der Bewahrer der Erde wirkte nachdenklich. Er spürte Gefahr die der Traumwelt drohte. Doch noch konnte er sie nicht erfassen. Seine Stirn legte sich in Falten und besorgt blickte er zu dem Berg hinüber. Das graue nackte Gestein schimmerte im silbernen Licht der Monde, verblasste jedoch, als die Monde wieder unter der dichten Wolkendecke verschwanden. Etwas geschah dort drüben am Berg, er spürte es...
Doch da er es nicht greifen konnte, drehte er sich um und ging durch das Tor im Zaun zu seiner Villa zurück. Seine Gärten warteten auf ihn. Mit einem Lächeln auf den Lippen verschwand er im Haus. Er liebte die Gärten.
Der Sturm wurde stärker. Die Wellen warfen das Wasser an den Strand nahe des Berges, spülten es in die Grotte in seinem Inneren.
In der Grotte war es stockdunkel. Nackte Felswände ragten hoch auf, schwarze, schroffe Felsen. Wellen klatschten gegen den Fels, Wasser spritzte hoch und sprühte wieder in den See zurück.
Rötliches Licht breitete sich aus, schimmerte schwach und wurde immer heller. In dem fahlen Lichtschein zeichneten sich gegenüber der Grottenöffnung Runenzeichen an den Felswänden ab. Siegel der Magie, angebracht vor langer Zeit. Die Runenzeichen erstrahlten hell, schienen in Flammen zu stehen. Etwas geschah, ließ sie erstrahlen.
Das Boot glitt langsam in die Grotte hinein, wurde von den Wellen zurückgeworfen, doch kräftige Ruderschläge überwanden den Widerstand. Ein riesiger Troll hockte in dem Boot und trieb es mit seinen starken Armen auf die Felswände mit den Runenzeichen zu. Der Troll wirkte selbst wie ein Fels. Seine Haut war grau und wie der Fels der Grotte mit tiefen Furchen durchzogen. Sein Gesicht wirkte wie eine hässliche, abstoßende Maske.
Das Boot fuhr knirschend auf den Ufersand auf. Der Troll sprang ins knöcheltiefe Wasser und zog das Boot mühelos heraus. Er legte die Ruder hinein und richtete sich zu seiner vollen Größe von knapp drei Metern auf. Starke Muskeln zeichneten sich an den breiten Schultern ab, als er auf die Felswand zuging.
„Meister,“ flüsterte er und warf sich im weichen Sand vor der Felswand auf die Knie.
Das rötliche Licht wurde stärker. Der Troll erkannte, dass es von den Runen ausging. Immer heller strahlten sie, brannten förmlich. Der Troll zitterte unkontrolliert. Er wartete nun schon so lange und obwohl der Tag nun endlich gekommen war, erfasste ihn plötzlich panische Angst.
Draußen veränderte sich das Wetter. Die Wolkendecke riss auf und der Sturm erstarb plötzlich. Sterne wurden sichtbar und ebenso wie die drei Monde sandten sie ihr Licht zur Erde hinunter. Das Wasser des Sees glitzerte silbern, wo ihr Licht es berührte. Friedliche Stille breitete sich aus und die Bäume wiegten sich nur mehr in einer sanften Brise.
Hoch am Himmelszelt schwach zu sehen, aber schnell näherkommend, sauste ein schwarzer mit feinen Silberfäden durchsetzter Wirbel heran, breitete sich aus. Er sah aus wie ein Tornado, drehte sich, wurde trichterförmig nach oben breiter.
Im Inneren der Grotte breitete sich Stille aus. Das Wasser des Sees platschte leise an die Felswände. Doch die Ruhe täuschte. Nach wie vor wirkte es , als stünden die Runen in Flammen und ihr Licht breitete seine rötlichen Strahlen aus.
"Endlich..."
Der Troll hörte die leise, tiefe Stimme und er fühlte in seinem Inneren den Hass, die Bosheit und die eisige Kälte, die sie erfüllte. Er zitterte noch heftiger, gleichsam überrascht, nach all den Jahrhunderten diese Stimme wieder zu hören.
„Meister,“ flüsterte er erneut.
Der Wirbel drehte sich schneller, stand nun direkt über dem See und verursachte heftig drehende Strudel im Wasser. Doch er erzeugte keinen Wind. Nach wie vor wiegten sich die Bäume in der schwachen Brise der Frühlingsnacht. Der Wirbel wanderte, glitt auf den Berg, auf die Grotte zu. Während der Troll zitternd rückwärts auf Knien von der Felswand zurückwich, drang der Wirbel in die Grotte ein, wanderte auf die Felswand zu. Als er an dem Troll vorbei war, konnte dieser die Runenzeichen nur noch schwach erkennen. Der schwarze Wirbel löste sich auf. Feine Silberfäden drangen in die Runenzeichen ein, deren rotes Licht schwächer wurde. Die Runenzeichen strahlten kurz silbern hell auf und verblassten.

Im Kindle-Shop: Over The Rainbow - Der blinde Sucher: Fantasy

Mehr über und von John McLane auf seiner Website.

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