2. Juli 2015

"Gesucht! Vater mit Herz: Der de Luca Clan (Band 1)" von Isabella Defano

Schüchtern und zurückhaltend zeigt sich die 18 jährige Larissa. Aber als sie auf einer Firmenfeier den charmanten Ralph kennenlernt, nimmt sie allen Mut zusammen und geht mit ihm aus. Doch nach dem gemeinsamen Wochenende wartet Lara vergebens auf seinen Anruf. Erst zwei Monate später sieht sie ihn wieder und ist geschockt. Ralph ist niemand anderes als Raphael de Luca, der Sohn ihres neuen Chefs. Gleichzeitig kann er sich scheinbar nicht mehr an die junge Frau erinnern und auch auf ihren Brief antwortet er nicht.

Erst nach der Geburt ihrer Zwillinge trifft Lara erneut auf Raphael. Dieser hat sich inzwischen völlig verändert und sieht in der jungen Mutter nur noch eine Lügnerin. Für ihn ist die Vaterschaftsbehauptung nur ein Trick, um schnell an sein Geld zu kommen. Für Lara bricht eine Welt zusammen, da sie sich diese Verhaltensänderung nicht erklären kann. Denn sie weiß nicht, dass Raphael aufgrund eines Autounfalls teilweise sein Gedächtnis verloren hat.

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Leseprobe:
Bereits zum dritten Mal, innerhalb der letzten halben Stunde, sah Lara auf ihre Uhr. Leider wollte die Zeit einfach nicht vergehen. Schon seit fast einer Stunde, warteten die Mitarbeiter der Berliner Verkaufsfiliale von Victor de Luca auf ihren neuen Chef. Für seinen Empfang hatte der Filialleiter Anton Sieber extra beschlossen, eine kleine Willkommensparty zu geben.
„Schließlich soll der neue Chef, gleich einen guten Eindruck von unserem Team bekommen!“
Inzwischen konnte Lara diesen Satz nicht mehr hören. Es war schon traurig. Bereits kurz nach der Übernahme ihrer Filiale, durch den de Luca Clan, hatte er ihren alten Chef völlig vergessen. Obwohl Finn Lange ihm diesen Job gab, trotz seiner schlechten Zeugnisse. Schließlich war Anton Sieber der Ehemann seiner jüngeren Schwester Stephanie, und somit sein Schwager. Aber das Verhältnis änderte sich radikal, nachdem Herr Lange die Filiale nicht mehr halten konnte. Immer größer wurden die Schulden, und schließlich wurde das Gebäude verkauft.
Für Victor de Luca, dem Geschäftsführer und Besitzer des Modeunternehmens de Luca, war diese Tatsache ein Glücksgriff. Denn obwohl die Filiale Pleite ging, hatte das Gebäude einen sehr guten Stand. Mitten in der Innenstadt, direkt an einer Einkaufsstraße, fanden täglich viele Besucher ihren Weg in das Geschäft. Die de Luca Kleidungsstücke waren sehr beliebt, sodass die Verkaufszahlen in den letzten Tagen deutlich angestiegen sind.
Alle Mitarbeiter waren von Victor de Luca übernommen worden. Trotzdem hätte Lara auf diese Party gerne verzichtet. Die letzten Tage und Wochen waren sehr anstrengend gewesen. Immer wieder musste Lara auch an den Wochenenden arbeiten. Jetzt wollte sie nur noch nach Hause und dort ein ruhiges Wochenende verbringen. Mit viel Schlaf, und ohne ans Geschäft zu denken. Aber Anton Sieber ließ dies nicht zu. Für ihn war es selbstverständlich, dass alle Angestellten ihren Freitagabend opferten. Ohne Rücksprache wurde am Abend eine Firmenveranstaltung angesetzt. Alle Mitarbeiter mussten erscheinen. Sich einen Anzug oder ein Kleid anziehen und sich amüsieren.
Eine Woche lang, hatten Anton Sieber und die Verkaufsleiterin Sonja Neumann diesen Tag geplant. Lara musste in dieser Zeit den Verkauf fast alleine bewältigen. Kein Wunder also, dass sie gerade nicht in Partystimmung war. Doch ehrlich gesagt war diese Party nicht allein das Problem. Viel schlimmer war ihr Vorgesetzter selbst. Bereits zwei Mal wollte er sie heute Abend schon zum Tanz auffordern. Nur um jedes Mal von Lara einen Korb zu bekommen. Diese Tanzaufforderung war eigentlich nichts Ungewöhnliches, da er auch mit anderen weiblichen Mitarbeiterinnen tanzte. Doch Lara fühlte sich in seiner Gegenwart einfach nur unwohl. Leider würde er sich mit ihrem „Nein“, bald nicht mehr zufriedengeben. Schon beim letzten Mal hatte er sie mit einem seltsamen Lächeln bedacht, als sie die Toilette als Ausrede benutzte. Ja! Einen Moment lang dachte Lara sogar, er würde vor der Frauentoilette warten. Sie war extra erst nach fast 20 Minuten herausgekommen. Aber zum Glück war ihr Vorgesetzter bereits wieder auf der Tanzfläche. Zur Sicherheit war sie dann in der Nähe der Toiletten geblieben. So konnte sie jedes Mal schnell hineingehen, wenn Anton Sieber seinen Tanz beendete.
Erneut sah Lara auf ihre Uhr.
„Das gibt es doch nicht! Schon über eine Stunde zu spät. Irgendwann muss der Neue doch kommen. Wahrscheinlich hat er erfahren, welcher Zirkus hier auf ihn wartet und beschlossen einfach nicht zu kommen. Das kann man ihm auch nicht verdenken. Diese ganze Party ist sowieso ein einziger Witz.“
Lara war frustriert und wollte nur noch nach Hause. Sie hatte es satt immer in der Nähe der Toiletten zu bleiben, um im Notfall Anton Sieber auszuweichen. Langsam gingen ihr die Ausreden aus. Lara konnte ihm ja schlecht sagen, dass sie ihn unheimlich fand. Schon als sie vor fast drei Jahren mit ihrer Ausbildung zur Verkäuferin anfing, verursachten seine kalten, blau-grauen Augen Lara eine Gänsehaut. Damals hatte sie es auf die Aufregung geschoben. Schließlich war es sehr schwer, einen guten Ausbildungsplatz zu finden. Aber dieses Gefühl war bis heute nicht verschwunden. Und inzwischen konnte sie die Tatsache nicht mehr ignorieren. Er wollte mehr von ihr, als nur eine reine Geschäftsbeziehung.

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