28. August 2015

'Einfach nur ICH ... und ich lebe immer noch' von Daggi Geiselmann

"Stimmt, ich lebe immer noch und das sehr gerne, obwohl ich manchmal allen Grund gehabt hätte, an meinem Leben zu verzweifeln. Wer meine Biografie „Einfach nur ich … ich habe überlebt“ gelesen hat, weiß schon warum. Für diejenigen, denen Teil 1 unbekannt ist, fasse ich als Einführung kurz zusammen, was ich dort berichtet habe. Was erwartet Sie in Teil 2? Mir ist klar geworden, dass ich im 1.Buch vieles unbewusst und manches bewusst verschwiegen habe. Mein Gedanke war damals, dass es unglaubwürdig klingen könnte und die Leser dächten, so viel kann ein normaler Mensch doch gar nicht erleben."

"Aber da ich kein „normaler Mensch“ sondern einfach nur ich bin, habe ich mich nun dafür entschieden, auch das noch nicht Erwähnte preiszugeben und einige Lebensabschnitte genauer zu beschreiben. Außerdem ging mein Leben nach der Buchveröffentlichung ja noch weiter,wurde nicht einfacher und ich werde Sie in dieser Fortsetzung auf den neuesten Stand bringen."

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Leseprobe:
Ich wurde 1963 als Jüngste von 5 Kindern geboren, bin in einer Kleinstadt am Bodensee in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, und hatte bis zu meinem 15. Lebensjahr eine ganz normale Kindheit.
Davor gab es nichts, was mich von anderen Kindern unterschied, außer der Tatsache, dass wir Geschwister nicht alle denselben Vater hatten. Meine Mutter brachte drei uneheliche Kinder in die Ehe mit meinen Vater mit und bekam von ihm zwei Mädchen. Eines davon bin ich.
Nach zwei schlechten Erfahrungen mit dem sogenannten starken Geschlecht, die ich schlichtweg als Vergewaltigungen eines Teenagers bezeichne, wurde ich etwa ein Jahr danach erneut von der Männerwelt enttäuscht. Enttäuscht? Nein, damals empfand ich es nicht so. Es war normal für mich. Ich dachte, es gehört dazu, dass Männer nur das EINE wollen. Nur welcher Mann es dieses Mal war, das war ganz und gar nicht normal, so viel hatte ich doch kapiert.
Ich habe mir lange überlegt, ob ich darüber berichten soll, und habe es bisher bewusst verschwiegen, niemand weiß davon. Aber jetzt will ich auch diese Erlebnisse erwähnen. Mich daran zu erinnern, ist nicht einfach, denn ich kann heute nicht mehr genau nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte, wie es anfing. Vielleicht hilft es mir, wenn ich analysiere, wie die Verhältnisse in meiner Familie waren, um selbst zu verstehen.

Meine Mutter, eine dominante Frau, sehr darauf bedacht, dass es ihren fünf Kindern an nichts fehlte, obwohl die finanziellen Verhältnisse nicht rosig waren. Meine drei Schwestern und mein Bruder hatten großen Respekt vor ihr. Es gab Themen, über die wir mit ihr nicht reden konnten und es gab Themen, bei denen sie uns gerne zuhörte und mit Rat und Tat zur Seite stand. Aber wir wussten auch, dass bei ihr immer alles im Rahmen bleiben musste. „Die Kirche im Dorf lassen“ nannte sie das. Das war ihre Antwort, wenn jemand von uns mal etwas Außergewöhnliches machen wollte oder über etwas sprach, das ungewöhnlich war.
Mein Vater war ein Mann, der jede Verantwortung für die Familie meiner Mama überließ und dachte, es würde reichen, wenn er brav jeden Monat seinen Lohn an sie aushändigt. Dass er für sich heimlich einen Teil einbehielt, erfuhr ich erst, als ich nicht mehr zuhause lebte.
Die Ehe meiner Eltern würde ich heute als nicht gerade glücklich beschreiben, doch wir waren Kinder, bekamen das nur am Rande mit und machten uns weiter nichts daraus. Es gab oft Streit und wie das eben so ist, hilft man als Kind meist zu demjenigen, der Vorteile bringt. Und das war Mama. Zu Papa half ich nur, wenn ich etwas von ihm wollte. Und was wollte ich? GELD, denn das war immer knapp bei uns. Als ich anfing zu rauchen, wollte ich Zigaretten, die ich mir nur selten selbst kaufen konnte.

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