5. Januar 2016

"Das Zeittor: Invasion aus der Zukunft" von Roman Zadnik

Washington D.C. in der Gegenwart: Nach der Angelobungsfeier von Präsident Rogers materialisiert sich vor dem Weißen Haus eine Erscheinung aus Licht. Diese entpuppt sich als ein Tor in eine andere Zeit. Zeitreisende sind gekommen, um mit höheren Technologien und allem Wissen über die Gegenwart, die Herrschaft zu übernehmen. Die Gegenangriffe der Militärs verpuffen wirkungslos, da die Aggressoren immer einen Schritt voraus sind. Dem jungen Präsidenten und seinem Team bleibt nur wenig Zeit, um zurückzuschlagen.

Eine actiongeladene Geschichte zu Wasser, zu Lande und in der Luft, nicht nur für eingefleischte Science-Fiction Fans. Eine Geschichte um Themen wie atomare Bedrohung, Umweltzerstörung, totale Überwachung, und dem dringenden Rat, sorgsam auf sein Smartphone aufzupassen.

Ein Zeitportal erscheint im Park vor dem Weißen Haus. Dutzende Drohnen strömen aus und hacken sich in die Systeme unserer Zeit und feuern eine Atomrakete ab. So hatten sich der junge Präsident und seine zauberhafte First Lady ihren ersten Arbeitstag nicht vorgestellt.
Alice ist Teil einer verdeckten Operation irgendwo im Nahen Osten. Der Hacker Dash sitzt gerade im Gefängnis, da er sich in fremden Computersystemen hat erwischen lassen und niemals mehr in die Nähe eines Computers darf. Wie kann man Zeitreisende überlisten, die schon wissen, wie alle Gegenmaßnahmen aussehen werden? Das Team um den jungen Präsidenten präsentiert einen waghalsigen Plan, mit dem keiner gerechnet hatte. Hoffentlich funktioniert Dashs Handy auch im freien Fall. Und hat er es auch gut aufgeladen?

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Leseprobe:
„Verdammt“, war das Erste, das er dachte, als er wieder zu Bewusstsein kam. Sein ganzer Körper schmerzte von dem Sturz und es fiel im schwer, die Augen zu öffnen. Die Morgensonne strahlte ihm ins Gesicht. Er war noch benommen und es dauerte ein wenig, bis er seine Gedanken sammeln konnte. Dann zwang er sich, die Augen zu öffnen, setzte sich auf und sah sich um. Er befan sich in einer großen Ebene, in einem Land voller Wiesen und Hügel. In der Ferne konnte er die Berge sehen. Die Luft war zwar kühl, aber es deutete alles darauf hin, dass es ein heißer Sommertag werden würde. Er spürte, wie die Luft sich durch das hohe Gras bewegte, und für den ersten Moment vergaß er auch den Schmerz in seinem Bein. Als er diesen Schmerz wieder bemerkte, sah er zu seinem linken Bein zu der blutenden Verletzung an seinem Unterschenkel. Er sah eine Schussverletzung. Nicht sonderlich schlimm aber die Kugel steckte noch in der Wunde. Hastig zog er ein Tuch aus seiner Hosentasche und mit geübten Griffen wickelte er dieses als Verband mehrmals um seinen Unterschenkel. Als er sich ein wenig gesammelt hatte, spürte er, wie sein Kopf brummte und alle seine Muskeln und Knochen schmerzten. Plötzlich schreckte er hoch. Wie von der Tarantel gestochen stellte er sich auf und suchte hastig, auf einem Bein humpelnd, das Gelände in dem Umkreis ab, in dem er so unsanft gelandet war. Es dauerte auch nicht lange, bis er fand, wonach er so panisch gesucht hatte. Wenige Meter hinter seiner Position lag es. Es hatte die Form eines großen Tramper-Rucksacks aus schwarzem, gepolstertem Nylon.
Vorsichtig stellte er den Rucksack auf und drückte ihn mit ganzer Kraft auf die längere Seite. Behutsam, in einem Zug, löste er den Klettverschluss einer Abdeckung, wodurch eine große rechteckige Öffnung zum Vorschein kam. Durch diese wurde fast die gesamte Vorderseite des Geräts sichtbar, welches in der Hülle fixiert schien. Das Gerät war mattschwarz und glatt. Es hatte mehrere Leuchtziffernanzeigen und eine rudimentäre, flache Tastatur. Darauf sah er die Buchstaben A bis Z, die Ziffern 0 bis 9 sowie eine große rote Taste mit der Aufschrift „ENTER“ auf der rechten Seite. Eine weitere Taste mit der Aufschrift „CANCEL“ befand sich auf der linken Seite. Auf den Leuchtziffernanzeigen konnte er weitere Informationen erkennen. An der Anzeige oben links stand „berechne“ und ein rotes Lämpchen blinkte im Sekundentakt. Auf der rechten Anzeige sah er die Worte „NICHT SCHARF“ und „Countdown: 10:00“.
„Ausgezeichnet“, stöhnte es aus ihm heraus.
„Ich bin ein Glückspilz, das sieht ja mal nicht so übel aus!“, sagte er zu sich selbst.
Er legte das Gerät vorsichtig wieder flach auf den Boden und verschnaufte.
Nun versuchte er, sich zu sammeln und zu orientieren. Wo war er gelandet? Er sah sich um. Er war inmitten einer Einöde gestrandet. Die nächste Zivilisation schien meilenweit entfernt. Hier draußen würde ihn so schnell keiner finden. Mit seiner Verletzung konnte er sich auch kaum auf die Suche nach dem nächsten Dorf machen. Ohne Wasser und Proviant könnte er außerdem auch nicht lange durchhalten. So blieb ihm nur die Hoffnung, dass ihn seine Leute bald wieder abholen würden.
All diese Gedanken verflogen in dem Moment, als die Apparatur, mit der er hier angekommen war, drei kurze Piepstöne von sich gab. Er widmete nun hastig wieder seine volle Aufmerksamkeit diesem Gerät. Völlig erstarrt verschwand jegliche Farbe aus seinem Gesicht. Er wurde auf der Stelle kreidebleich. Die Anzeige an den linken Leuchtanzeigen hatte sich von „berechne …“ auf „1908“ geändert. Die andere Anzeige auf der rechten Seite enthielt nun die Information „SCHARF“. Die Farbe der Buchstaben und Ziffern hatte von Grün auf Rot gewechselt. Die Ziffern „10:00“ begannen nun auch im Sekundentakt herunter zu zählen und standen jetzt gerade auf „9:37“. Ein Countdown. Die Bombe war scharf! Er war ein guter Läufer, sehr sportlich und durchtrainiert. Durch sein Training war er topfit. Nur in seinem jetzigen Zustand würde er es niemals schaffen aus dem Detonationsradius zu entkommen. Er musste es trotzdem versuchen, das war seine einzige Chance. Er ließ die Bombe nach hinten wegkippen und versuchte aufzustehen, um in Richtung der Berge zu flüchten. Aber abgesehen davon, dass diese meilenweit entfernt waren, sackte er nach jedem Schritt zusammen. Nach etwa 20 Metern fiel er hin. Mit der gleichen Mühe schleppte er sich wieder zurück zu der Höllenmaschine und fiel vor ihr auf die Knie. Seine Augen waren angsterfüllt. Der Schweiß lief ihm in Strömen über sein Gesicht. Er tippte ein paar Zeichen in die Tastatur, was als Sterne am Display angezeigt wurde. Als zehn Sterne angezeigt waren, wurde das mit einem tiefen Brummton und der Meldung am Display „Fehler“ abgewiesen. Er wiederholte das mehrmals mit dem gleichen Ergebnis. Wütend riss er den Rucksack, in dem die Bombe steckte, herum und betrachtete ihn von allen Seiten. Das Display zeigte immer noch „SCHARF“ und zählte unaufhaltsam herunter. „6:48“, „6:47“, „6:46“. Er nahm ein Messer, das neben dem Rucksack lag, und damit schnitt er die Bombe aus ihrer Hülle. Nun kam die gesamte Struktur der Bombe zum Vorschein. Sie war ein rechteckiger mattschwarzer Behälter aus Leichtmetall mit abgerundeten Ecken. Die Anzeigen und die Bedientastatur waren auf einer gemeinsamen Platte montiert. Diese war an jeder der vier Ecken mit einer kleinen Schraube befestigt. Mit der Spitze seines Messers drehte er die erste Schraube heraus. „4:38“. Nach der zweiten Schraube stand der Countdown bei „3:21“. Das ging nur sehr langsam. Die Schrauben waren sehr klein und das Messer war groß und sperrig, aber es funktionierte. Ein passenderes Werkzeug hatte er leider nicht dabei. „2:01“ stand da, als er mit der letzten Schraube begann. Seine Hände zitterten und waren nass geschwitzt. Doch die letzte Schraube klemmte. Er rutschte mit dem Messer mehrmals ab und zerstörte dabei den Schraubenschlitz. Um sich nicht länger mit dem Aufschrauben aufzuhalten, bog er bei „1:12“ mit dem Messer die Frontplatte mit den Anzeigen zur Seite und brach die letzte Schraube einfach ab. Jetzt hatte er den Blick auf das Innenleben der Bombe freigelegt, was ihn abermals erschauern ließ. Er konnte genau den Aufbau der Bombe sehen. Er sah die Kugel mit den beiden Plutoniumhälften. Ummantelt waren sie mit wabenförmigen Elementen eines konventionellen Sprengstoffes. Zahlreiche Zünder ragten aus dem Sprengstoff. Eine Atombombe zum Mitnehmen! Aber alle Elemente im Innenraum waren mit einer durchsichtigen Masse ausgefüllt, Epoxidharz oder Ähnlichem. Sein Messer konnte hier nichts ausrichten. Es hinterließ nur minimale Kratzer im Harz. Verzweifelt schnitt er mit einem Ruck die Kabel durch, die den Epoxidharzblock mit dem Anzeige- und Bedienelement verbanden. Dies bewirkte allerdings nicht mehr als das Erlöschen der Anzeige bei „0:45“, nur eine Dreiviertelminute vor der nuklearen Detonation.

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Mehr über und von Roman Zadnik auf seiner Website.

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