1. August 2016

'Das Talar-Universum - 1. Teil: Welt der Begabten' von CD Sanders

Wenn CD Sanders in das Talar-Universum eintaucht, dann ändern sich die uns bekannten Gesetze der Physik. Die Welt Talar ist wie viele andere auch, so wie die Erde beschaffen. Aber nur sie bietet einer großen Anzahl von paranormalen Wesen eine Zufluchtsstätte.

Der Begründer ihrer Gemeinschaft ist Hork. Er rekrutiert ein ganz besonderes Team, das sich um den so gar nicht gewöhnlichen Jungen Dominic Keller von der Erde des Jahres 2016 formiert. An seine Seite stellt ihm Hork drei außergewöhnliche junge Wesen. Alle vier kommen im Alter von 12 Jahren nach Talar. Um ihre Fähigkeiten zu perfektionieren, durchlaufen sie in den nächsten vier Jahren eine harte Ausbildung. Ihre Aufgabe besteht darin, jedem notbedürftigen Wesen mit ihren telepathischen Fähigkeiten in Katastrophenzeiten zur Seite zu stehen. Außerdem stoßen noch die lebhafte Elfe Tiri und der grimmige Kobold Cass zu ihnen.

So wird im ersten Teil dieser All Age Fantasy-Reihe aus dem ursprünglichen Viererteam ein fantastisches Sechsergespann. Zusammen bilden sie das stärkste Team, das Talar jemals hervorgebracht hat.

Gleich lesen:
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Leseprobe:
Hork, aus dem Geschlecht der Assas von der Welt Porta, sah von seinem Turm herab auf eine Welt, die er verzweifelt Jahrzehnte lang gesucht hatte. In dieser Zeit der Suche war er ein Verfolgter, ein von der Gesellschaft Gefürchteter, nur aufgrund seiner Gabe. Er hatte gelernt, seine Fähigkeiten zu verbergen. Damals lebte er ständig in Furcht, entdeckt zu werden. Ein paar Jahre ging es auch immer wieder gut, er benutzte sie niemals in der Öffentlichkeit. Doch es kam jedes Mal ein Zeitpunkt, da geriet er in eine Situation aus der er sich oder andere nur mit Hilfe seiner telekinetischen Kräfte befreien konnte. Nach der Entdeckung war er gezwungen, alles zurückzulassen und zu fliehen. Wie oft schon? Zu oft! Längst hatte er aufgehört mitzuzählen.
Irgendwann kam die Zeit, da ertrug er es nicht mehr, sich verstecken und fliehen zu müssen. Er lernte Lutec kennen und dieser brachte ihn mit einer Gruppe von Leuten zusammen, die so waren wie er. Sie kämpften um ihr Recht, in Ruhe und Frieden leben zu können.
Als er jetzt stolz auf seine Welt hinabsah, wanderten seine Gedanken zurück in die Vergangenheit.

Eine neue Welt
Der kleine Humanoide schaute sich zum wiederholten Male um. Aber da war nichts. Nichts, das Hork hätte fürchten müssen. Warum also seine Unruhe? Er schüttelte seinen kahlen Kopf, die braune lederartige Haut zeigte die Glattheit der Jugend und war noch nicht rau vom Alter und von dem Wetter, das verdammt heiß und trocken auf Porta war. Schnell eilte er weiter und kam zu dem vereinbarten Treffpunkt. Eine Treppe in einem Hinterhof, links und rechts ragten Hochhäuser weit in den Himmel hinauf, den man aus diesem Winkel nur erahnen konnte. Er hatte keine Probleme mit Klaustrophobie, aber die Furcht, die er im Moment empfand, kam dem schon ziemlich nahe.
Er stieg die Treppe hinab und klopfte an die Tür. Ein großer Mann mit dunklen Augen öffnete die Tür einen Spalt breit. Wie es für Portaner typisch war, blinzelte er nicht. Sie benutzten ihre Augenlider nur bei sehr hellem Licht, dann senkten sie sich schützend über die lichtempfindlichen Augen. Eine sinnvolle Schutzfunktion, wenn man auf einem Planeten lebte, auf dem eine helle Sonne schien.
Oder sie blinzelten, wenn- was Hork besonders unangenehm war, da es ihm in den ungünstigsten Momenten passierte, sie nervös waren.
Und so dachte er bei sich: „Zeig keine Schwäche, jetzt nur nicht blinzeln. Nicht blinzeln… Na toll.“ Seine Augenlider zuckten nervös auf und nieder. „Bist du Hork?“, fragte der Mann mit einer dunklen tiefen Stimme.
„Ja, und du? Bist du Lutec?“ Der sehr viel kleinere Hork schaute ihn zögerlich, fast schon schüchtern an.
„Nein, der Boss ist drinnen.“ Nicht nur die Augen waren dunkel, alles an diesem muskelbepackten Kerl war dunkel. Nun schob er die Tür weiter auf. Nicht, dass das nötig gewesen wäre, der schmale zierliche Hork hätte auch so durchgepasst. Schnell schlüpfte er hinein, er wollte sich nicht länger der Öffentlichkeit preisgeben.
Und wieder einmal dachte er: „Was mache ich hier eigentlich? Ich sollte längst zuhause bei Marien sein.“ Mit den zittrigen langen Fingernägeln seiner klauenartigen Hand strich er sich über die schweißnasse Stirn. Er war viel zu nervös für diesen Job, dass hatte ihm seine Schwester klipp und klar gesagt.
Jetzt straffte er seinen Körper, sah seine Hand an und brachte sie unter Kontrolle. Es war zu viel geschehen, viel zu viel. Selbst so ein geduldiger und gutmütiger Mann, wie er es war, war am Ende seiner Gutmütigkeit angekommen. Nun hieß es, etwas zu tun und das war der Grund, weswegen er hier war. Das führte er sich wieder vor Augen und mit neuem Mut ging er hinter dem dunklen Mann her in eine Zukunft, die ungewiss vor ihm lag. Nur eins war klar, er wollte sich nicht mehr verstecken, er wollte nicht mehr davonlaufen. Wenn dies Kampf bedeutete, dann würde er kämpfen.
Mit einem Hauch von Galgenhumor dachte er: „Na, ich hoffe, sie haben einen ruhigen Job für mich. Als Informant für die Widerstandsbewegung zum Beispiel.“
Er grinste sogar leicht und zeigte dabei eine Vielzahl von spitzen kleinen Zähnen als vor ihm eine Tür geöffnet und er hindurch geschoben wurde.
Ein noch dunkler gekleideter Mann als der, der ihm die Tür geöffnet hatte, saß auf einem weichen Sessel. Seine Kleidung war schwärzer als die Nacht und in seinen Augen konnte Hork die Pupillen nicht von der Iris unterscheiden, denn auch diese war schwarz. Er trug einen Bart wie es der Mode auf Porta gerade entsprach, ein schwarzes elegantes Lippenbärtchen über einem schwarzen Kinnbärtchen. Dazwischen bildeten zwei schmale Striche den Mund, dem man ansah, dass er nicht viel lächelte. Er hatte sich seinen kahlen Schädel schwarz gefärbt, das unterstrich Lutecs ungewöhnlich helle lederartige Haut noch. Es war die Haut eines Mannes, der viel Zeit in düsteren Kellergewölben verbrachte. Hork verging sein Grinsen auf der Stelle als er das harte Gesicht des Mannes sah, schüchtern wartete er an der Tür.
In seinen Gedanken hörte er ein „Komm näher.“
Er trat auf Lutec, den Unerbittlichen, wie er überall genannt wurde, zu.
„Nimm Platz.“ Die Stimme in seinem Kopf hatte eine kräftige Klangfarbe, kräftig und hart. Konversation zu führen war nicht sein Ding und er kam sofort auf den Punkt. Lutec verlangte von seinem Gegenüber, alle gedanklichen Barrieren, die er sich so hart aufgebaut hatte, für ihn fallen zu lassen.

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