25. Oktober 2016

'Das magische Armband 1: Das Symbol' von Janine Zachariae

Eigentlich will Maja nur eins: Trauern. Doch dann entdeckt sie ein Foto und das Tagebuch ihrer verstorbenen Großmutter und weiß sofort: Dahinter versteckt sich ein Geheimnis. Aber wirklich schlau wird sie aus den Einträgen im Tagebuch nicht. Bis sie zu der Stelle gelangt, an der 'Not Human' steht. Doch Zeit, darüber nachzudenken hat sie nicht, denn die Schule beginnt und sie lernt jemanden kennen …

Noch bevor Maja Stark Jacob Traum sieht, spürt sie ihn schon. Ihr Armband fängt an, sich bemerkbar zu machen. Auch Jacob registriert es. Doch kann er nichts sagen. Zu groß ist die Angst davor, was passieren könnte. Schließlich ist sie seine Schülerin.

Und obwohl sich Maja sehr gut in andere hineinversetzen kann, spürt sie die Gefahr nicht, die sie umgibt. Bis es zu spät ist ...

Gleich lesen: Das magische Armband 1: Das Symbol

Leseprobe:
Manchmal lernt man jemanden kennen, findet diesen Jemanden sympathisch und unglaublich nett. Die Unterhaltungen sind lebendig und doch weiß man, dass es eigentlich nicht sein darf. Dieses Gefühl, die Schmetterlinge, sind nicht gestattet. Niemals.
Doch das, was Maja im Tagebuch entdeckt, ist weit mehr als sie zunächst glaubt. Die Parallelen sind verblüffend. Dabei passiert mit Maja selbst sehr viel und ihre Gefühle spielen verrückt. Doch was passiert, wenn die Wahrheit ans Licht kommt?
Willkommen in Majas Welt.

Prolog
'Ich weiß nicht, was es war. Aber es war etwas Enormes und das weiß ich. Etwas, was vielleicht nie wieder passieren wird. Etwas einmaliges und doch frage ich mich, ob es wirklich passierte.
Alles, was ich je glaubte zu wissen, wurde infrage gestellt. Alles, was ich jemals über Realität dachte, wurde bezweifelt. Denn plötzlich ist was geschehen, was ich nie für möglich gehalten hätte. Niemals.'

Das war der erste Absatz, den ich las.

Während der Sommerferien verstarb meine Oma. Eine außergewöhnliche Frau, die ich sehr geliebt habe. Sie war immer für mich da und ich konnte lange nicht damit umgehen. Plötzlich soll sie nicht mehr da sein? Eine Vorstellung die mich einfach nur traurig stimmte. Nach wie vor.
Und doch musste ich es lernen. Es war seltsam für mich. Meine Eltern waren verreist und ich musste mich, mit meinen 16 Jahren, um alles kümmern. Nein, meine Eltern waren nicht im Urlaub. Sie mussten geschäftlich verreisen.
Eines Tages ging ich auf den Dachboden, um dort ein wenig Ordnung zu schaffen und alles auszusortieren, was nicht mehr dahin gehörte. Einfach war es nicht, aber es war unvermeidlich. Ich saß mehrere Stunden in der Hitze. Es war ein sehr heißer Sommertag.
Ich hatte meinen CD Player mit hochgenommen und hörte gerade ein Album, welches ich mir vorher erst Neu kaufte (und es noch nicht auf meinen MP3 Player packen konnte). Aufregend war das nicht. Der Dachboden war staubig und voller Spinnweben. Als ob jahrelang niemand hier oben war. Vielleicht war dies ja auch der Fall.
Wie dem auch sei, irgendwann, als die Lust und die Luft sich dem Ende neigte, fiel mir etwas in die Hände. Es war ein Bild eines jungen Mannes. Definitiv nicht mein Großvater, aber es sah relativ alt aus. Auf der Rückseite des Fotos las ich:
'Was wäre wenn …'
Ich verstand nicht, was diese Zeile bedeuten sollte. Packte das Foto aber zu den Sachen, die ich behalten wollte.
Als ich weiter suchte, wurde mir schmerzlich bewusst, welche Bedeutung das Bild für sie hatte.
Er war die Liebe ihres Lebens.
Irgendetwas aber hinderte sie daran zusammen zu kommen oder zu bleiben.
Natürlich sollte ich solche Gedanken nicht haben. Schließlich bin ich nur hier weil Oma damals Opa heiratete.
Wieso sollte dieser Fremde die Liebe ihres Lebens gewesen sein? Man kann sich erneut verlieben, dachte ich zumindest.
Erfahrung hatte ich noch keine darin.
Ich habe ihr Tagebuch gefunden. Darin stand alles. Schon in den ersten Sätzen las ich:

1955
'Niemals werde ich Jack vergessen. Er ist die Liebe meines Lebens. Es ist alles so schwer ohne ihn. Aber wir konnten unmöglich zusammen kommen. Es ging einfach nicht. Er gehörte nicht hierher und ich hätte unmöglich mit ihm gehen können.'

Ich beschloss das Tagebuch mitzunehmen. Es war mir ein Rätsel, was sie da schrieb. Ich entschied mich dafür, den Dachboden zu verlassen und hinaus zu gehen und mich irgendwo in die Sonne zu legen. Meinen tragbaren CD Player nahm ich mit und hörte über Kopfhörer weiter meine Musik.
'Dabei fehlt er mir so unglaublich. Nein, so darf ich nicht denken. Es gehört sich nicht für eine verheiratete Frau', an dieser Stelle stockte ich. Sie war bereits verheiratet.
Da musste mehr hinter stecken, ich spürte es. Ich las weiter:

1955
'Abgesehen von einem Kuss ist nie etwas passiert. Aber dieser Kuss war schon unglaublich. Es war so, als würde ich auf einmal schweben oder mich gänzlich schwerelos in einer anderen Welt befinden. Und irgendwie, so glaube ich, war es das auch.
Er war nicht von hier und er war gewiss nicht das, was ich einen Touristen oder Urlauber oder ähnliches bezeichnen würde.
Als er mich küsste, spürte ich, wie sich die Welt unter mir bewegte. Und auf einmal war alles wie in einem Traum. Womöglich habe ich wirklich nur geträumt.
Er zeigte mir eine Welt, die so völlig anders war, als alles was ich jemals zu Gesicht bekam. Es war mehr als nur surreal.
Jedes Mal, wenn Jack mir in die Augen sah, wurde mir ganz anders. Man konnte sich in seinen Augen verlieren.
Ich schreibe das alles auf um selbst zu verstehen. Ich muss es begreifen, denn sonst verliere ich womöglich doch noch den Verstand.
Es geschah vor Jahren, es fühlt sich allerdings wie ein vollkommen anderes Leben an.'

Im Kindle-Shop: Das magische Armband 1: Das Symbol

Mehr über und von Janine Zachariae auf ihrer Website.



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