5. April 2014

'Den Teufel am Hals' von Stefan M. Fischer

Ein Mystery-Thriller. Sebastian beschwor als Teenager ungewollt einen Dämon herauf und verschuldete dadurch ein tödliches Unglück. Doch nicht nur, dass ihm die Vergangenheit schwer zu schaffen macht – er hofft vergeblich darauf, dass seine große Liebe, die freiheitsliebende und sexuell umtriebige Linda, mit ihm eine Beziehung eingeht.

Als Sebastian feststellt, dass er in die Zukunft sehen und er so Unglücke verhindern kann, scheint sein Leben wieder einen Sinn zu bekommen. Zudem lernt er in der bodenständigen Melissa jemanden kennen, der ihm über Linda hinweghelfen kann.

Doch als er voraussieht, wer der Mörder einer Frau mit ihrem Kind sein wird, droht sein neues, liebgewonnenes Leben zerstört zu werden …

Gleich lesen: "Den Teufel am Hals" von Stefan M. Fischer

Leseprobe:
Sebastian legte das Foto auf dem Tisch ab und schnappte sich schnell die Jogginghose, die auf dem Sofa lag. Im Gehen versuchte er, in die Hose zu schlüpfen.
Kurz bevor er die Wohnungstür erreicht hatte, klopfte jemand hart gegen die Tür, die er gerade aufmachen wollte.
»Sebastian!«, hörte er Felix durch die Tür bellen.
»Jaha!«, rief Sebastian und machte auf. »Bin ja schon …« Er stellte verwundert fest, dass niemand davor stand. Er ging raus und schaute das Treppenhaus hoch.
»Felix?«, rief er hoch und lauschte einen Moment. Doch niemand war zu hören. Er schnappte sich ein Zeitungsmagazin, das gestapelt am Boden unter den Postfächern lag und blickte noch einmal irritiert das Treppenhaus hoch. Dann verschwand er in seiner Wohnung.

Er schlug die Zeitung auf und blätterte zum Regionalteil. Er nippte an seinem Orangensaft und las das Gerücht von einem Aids-Stempler, der in Nürnberg die Runde machte. Ein Mann, der im Gedränge irgendwelchen Leuten einen Stempel aufdrückte, auf dem ‚Willkommen im Aids-Club’ stand. Angeblich war daran eine Nadel mit Aids-infiziertem Blut befestigt.
Es gab einen Bericht über einen neu angelegten Kinderspielplatz. Einige Gartenbauvereine feierten jahrelanges Bestehen und auch über das Schwimmbad der Volksschule gab es einen schönen Artikel.
Gott sei Dank war die bundesligalose Zeit bald vorüber. Sein Interesse an Formel 1, Dirk Nowitzki und regionalen Stockschieß-Veranstaltungen hielt sich arg in Grenzen. Er überflog die Überschriften des Sportteils und landete im Weltspiegel. Er wollte einen weiteren Schluck zu sich nehmen, doch als er ein Bild entdeckte, zitterte das Glas in seiner Hand.
Er konnte nicht glauben, was er sah und stellte das Glas zurück. Er nahm das Foto von sich und Linda zur Hand. Dasselbe Foto war in der Zeitung abgedruckt worden. Lediglich die Augen seiner Geliebten waren dort mit einem Balken unkenntlich gemacht worden.
Die Überschrift lautete: Sebastian Koller steht unter Mordanklage.
Er las fiebrig den Artikel durch.
»Am Wochenende kam es zu einem schrecklichen Verbrechen. Der wegen Mordes angeklagte Sebastian Koller muss sich nun erneut einer Anhörung stellen. Zeugenaussagen zufolge …«, las er, als ihn ein Klingeln aufschrecken ließ. Er sah auf und dann wollte er weiterlesen. Doch der Artikel war weg. Sebastian blätterte suchend in der Zeitung. Der Bericht konnte sich doch nicht in Luft aufgelöst haben. Die Berichte über den Aids-Stempler, den Kinderspielplatz oder auch dem Schwimmbad waren auch noch zu lesen. Doch der Bericht über ihn als jemand, der unter Mordverdacht stand, war weg. Da klopfte es hart an der Tür.
»Sebastian!«, hörte er Felix durch die Tür bellen.
Das konnte nicht wahr sein. Sebastian wollte sich vergewissern, ob sich die Halluzination wiederholte, und machte sich auf den Weg.

Er machte die Tür einen Spaltbreit auf und sah Felix mit seinen Pantoffeln an der Matte mit dem Willkommensgruß tippen. Dann schob Sebastian die Tür ganz auf.
»Ja, sag mal, spinnst du oder was? Was schreist du wieder in der Nacht herum wie ein Blöder. Was soll denn das?«, giftete Felix.
Sebastian bekam das alles gerade nicht zusammen. Das mit der Zeitung, das jetzt mit Felix. »Ja, sorry, hey. Tut mir Leid, Felix, echt. Ich weiß nicht. Irgendwie …«
Sebastian entdeckte die Mieterin aus dem dritten Stock.
»Was irgendwie? Was schwafelst so wirr?«, fragte Felix.
»Guten Morgen Danielle.«
Sie nickte. »Guten Morgen.«
»Bist auf Drogen?«, fragte Felix nach und schubste ihn an.
»Nein, nein. Ich … puh.«
»Oh Gott, Mann, geh zum Psychiater. Oder such dir ’ne andere Wohnung. Ich brauche meinen Schlaf.«
Sebastian schaute bedröppelt, er wollte vom Thema ablenken. Ihm fiel der Teufel-Smiley auf. »Cooles T-Shirt …« Mehr fiel ihm nicht ein.
Felix wandte sich ab. »Ja, du mich auch!« Er stapfte an Danielle vorbei die Treppen hoch und murmelte kaum hörbar: »Arschloch.«

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Mehr über und von Stefan M. Fischer auf seiner Website.

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