26. Oktober 2016

'Tea Time bittersüß' von Rebecca L. Berol

Der engagierte Psychologe, Phil Shawn, tritt mit seiner Frau Liz seinen langersehnten Kurzurlaub an. Auf dem luxuriösen Anwesen, Eltringham Abbey, in Berkeley angekommen, trifft er seinen Freund, den Hotelmanager Will Jones. Wenig erfreut, begegnet er kurz darauf DCI Baker, der mit seiner Frau Annie diesen Aufenthalt gewonnen hat.

Während sich alle auf die tägliche Tea Time im Park des Anwesens freuen, schlägt Bakers und Phils Herz höher, als der erste Mord im Herrenhaus passiert. Obwohl Sir Barrett das Opfer ist, boykottiert die Familie, allen voran Adelaide, Sir Barretts älteste Tochter, die Ermittlungen. Nach zwei weiteren Morden am Anwesen decken Baker und Phil Stück für Stück eine große Lebenslüge auf, die die Wurzel eines mörderischen Plans ist.

Gleich lesen: Tea Time bittersüß (Berol Krimi 5)

Leseprobe:
„Fiel Ihnen irgendetwas Ungewöhnliches auf“, stellte Phil die nächste Frage, obwohl Baker schon Luft geholt hatte, um die Befragung selbst weiterzuführen.
„Nein, gar nichts. Wie gesagt ... Ich habe weder etwas gesehen, noch habe ich etwas gehört. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein ruhiger Tag – wie immer. Außer, dass ich mich riesig über die Nachricht von Glenda freute, dass sie und Brian da sind“, nahm Avery Glendas Hand und lächelte. “Obwohl ich ein bisschen böse auf dich bin, meine liebe Glenda, dass du nicht bei uns im Herrenhaus schläfst“, klopfte sie Glenda leicht auf den Handrücken.
„Aber du weißt ja, das Preisausschre...“, wurde Glenda von einem Streit in der Halle unterbrochen.
Baker zog eine Augenbraue hoch, zupfte an seinem Oberlippenbart und öffnete eilig die Salontür. Er musste wissen, was da draußen vor sich ging.
„Mit mir nicht, Miss Barrett! Mit mir nicht! Ich arbeite seit zwanzig Jahren hier und leiste gute Arbeit. Ich werde Ihnen, mit Verlaub, nicht ihn Ihren halb adeligen Allerwertesten kriechen, nur damit Sie Ihre Launen nicht an mir auslassen. Wissen Sie was! Sie müssen mich nicht kündigen. Ich kündige!“, schrie Theodor Wyatt, der zwar ein ruppiger und ungehobelter Kerl, aber ein umso besserer Gutsverwalter war, Adelaide an.
„Was bilden Sie sich ein? Glauben Sie, ich lasse so mit mir reden? Genau das ist der Grund, warum Sie Ihre Kündigung erhalten!“, fauchte Adelaide.
Wyatt hob seine Reitgerte. „Sie werden das alles noch bitter bereuen — das schwöre ich Ihnen“, drohte ihr Wyatt. „Ihr Vater hätte das niemals zugelassen. Er wird sich noch im Grab umdrehen!“
„Dort muss er vorher einmal landen“, zischte Adelaide kaltschnäuzig und ging in ihr Arbeitszimmer, das genau gegenüber des Salons lag, und knallte die Tür zu.
„Es wäre besser gewesen, Sie hätte es erwischt, Miss Barrett“, schrie ihr Wyatt nach. „Missratenes Gör!“
„Theodor! Theodor!“, kam Avery mit Glenda im Anhang besorgt aus dem Salon geeilt. „Ich bitte Sie, Theodor! Was ist geschehen?“
„Es tut mir leid, Lady Barrett! Aber fragen Sie Ihre entzückende Tochter“, war Wyatt aufgebracht und lief wütend aus dem Haus.
„Unsere Miss Barrett scheint ein Händchen dafür zu haben, sich mehr Feinde als Freunde zu machen“, flüsterte Phil Baker ins Ohr.
„Weiß ich da etwas nicht?“, fragte Baker.
„Sie können ruhig laut sprechen, Dr. Shawn! Hier haben sogar die Wände Ohren“, sagte Glenda, die direkt neben beiden stand und lachte. „Ja, die liebe Adelaide! Eine wahre Schönheit und mit Intelligenz gesegnet, die für Drei reichen würde. So schön und klug sie auch ist, so ist sie ein wahres Biest und hat kein Her...“
„Bitte, Glenda! Lass´ es, meine Liebe“, lenkte Avery ein und hielt dabei liebevoll Glendas Wangen. Sie wusste selbst allzu gut, dass ihre Tochter in den letzten Jahren, vor allem in den letzten Monaten, kühl wie ein Eisblock war und nur wenig Herz und kein Mitgefühl für andere besaß. Sie ging in den Salon und bat alle, nur mit einem kleinen Blick, ihr zu folgen.
„Wenn das so ist, dass die Wände hier Ohren haben“, setzte Phil sein perfekt trainiertes Sunnyboy-Lächeln auf, „dann wundert es mich aber nun doch etwas, dass niemand etwas mitbekommen haben will, als Sir Barrett umgebracht wurde?“
„Dr. Shawn, Sie müssen zuhören, was ich sage. Ich habe gesagt, dass ich nichts gehört oder gesehen habe. Das spricht wohl nicht selbstredend für andere, die sich hier im Haus aufhalten, oder?“, war Avery sichtlich über Phils Anspielung verstimmt.
„Dann frage ich Sie zur Abwechslung jetzt einmal was. Wer war zur Tatzeit im Haus“, nahm Baker das Ruder an sich und warf Phil einen maßregelnden Blick zu.
„Lassen Sie mich nachdenken ...? Bobbie, meine jüngste Tochter, war in ihrem Zimmer. Edgar, mein Sohn, den Sie ja bereits kennengelernt haben, war hier. Ich denke aber, dass er wieder bei seinen Autos, draußen in der Garage war. Er fuhr ja, als Sie ankamen, gleich zur Rennstrecke. Aelfwine und Victoria, eines unserer Hausmädchen, waren sicher irgendwo im Haus unterwegs. Rosie und Julian sind seit Vormittag in der Küche und richten jetzt sicher schon alles für unsere Tea Time her. Adelaide war da und weg, da und weg — sie ist ja immer sehr fleißig“, versuchte Avery, alle aufzuzählen, die im Haus waren.
„Wo waren Sie zur Tatzeit, Lady Barrett? Also zwischen elf und zwölf Uhr?“
„Detective Chief Inspector Baker, Sie glauben doch nicht, dass Avery! Also, das ist ja ...“, echauffierte sich Glenda und schnappte nach Luft.

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Mehr über und von Rebecca L. Berol auf ihrer Website.



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