3. November 2016

'Eibe und das Buch der Schatten' von Liliana Wildling

Ein spannender Fantasy-Roman über das geheimnisvolle Buch einer jungen Hexe und ihrer Liebe zu einem Mann, der einen Dämon in sich trägt.

Eibe ist sechzehn. Quirlig, naiv und … eine Hexe. Das Wort Chaos und ihr Name werden häufig in einem Atemzug genannt. Dabei ist es meist nicht ihre Schuld, wenn etwas explodiert. Manche Experimente sind eben schwer zu kontrollieren. Selbst Magnus, ihr Meister, hat während seiner Anfänge das eine oder andere Kämmerlein in die Luft gejagt. Zumindest hat Angelus ihr das erzählt …

Als ein neuer Lehrling aufgenommen wird, freut sie sich darüber. Endlich ein Hausbewohner in ihrem Alter! Doch die Freude währt nicht lange. Lumen ist ein gefährliches Feuerwesen und als Lehrling völlig ungeeignet; der Meister wirkt plötzlich verändert. Zudem zaubert die tollpatschige Hexe versehentlich ein seltsames Tier herbei, dessen Herkunft ungewiss ist. Rat findet sie bei Maja, aber auch ein schreckliches Geheimnis, das sie lieber nicht entdeckt hätte.

Mit Portraits im Manga-Style und Bildern ausgestattet.

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Leseprobe:
Die drei Frauen rannten fast zeitgleich los, nur in unterschiedliche Richtungen. Während Eibe zum Feuerlöscher hastete, schob Mimi die Pfanne schnell auf eine kalte Herdplatte und zerrte anschließend Maja unsanft durch die Hintertür aus dem Haus.
Magnus war vor Eibe an Lumens Zimmer und schüttelte vehement den Kopf. Er trug nur seine weiße Seidenhose, die er für gewöhnlich beim Yoga anhatte. Einen Augenblick lang verharrte er reglos vor der Tür, schloss die Augen und richtete seine Kraft auf Schutz vor dem Feuer. Sein athletischer Körper samt Hose war binnen Sekunden mit Eis bedeckt. Eibe sah ihm zu, wie er langsam die Tür öffnete und das Zimmer betrat. Flammen schossen daraus hervor und tauchten den sonst so düsteren Flur in warmes Licht. Sie schlich trotz der Hitze näher heran und versuchte etwas zu sehen. Die Vorhänge und das Bett brannten lichterloh, Lumen schlief noch. Magnus rüttelte ihn grob wach und packte ihn an der Schulter. Der Junge wand sich aus dem Griff heraus und wich ruckartig zurück. Sein Blick lag plötzlich auf Eibe. Er starrte sie einen Moment lang an und verzog unbehaglich das Gesicht. Eibe überkam das Bedürfnis, ihm zu helfen. Ihn zu verteidigen und Magnus zu sagen, dass das nur ein Ausrutscher war und keine Absicht. Dieses irrationale Gefühl trieb sie vorwärts. Er erkannte ihr Vorhaben und setzte eine Feuerwalze in Bewegung, die Magnus nichts anhaben konnte, Eibe jedoch ungeschützt und völlig unvorbereitet traf. Sie riss geistesgegenwärtig ihre Arme hoch und schützte so zumindest ihr Gesicht. Die Hitze war schlimmer als die heißeste Sauna der Welt. Als würde man einem ausbrechenden Vulkan zu nahe kommen. Der Geruch nach versengtem Haar und Flammen auf ihrer Jogginghose trieben sie endlich zur Flucht an. Sie stürmte aus dem Haus, Mimi entgegen, die ihr eine kalte Dusche verpasste. Als sie Eibe von Kopf bis Fuß mit Wasser abgespritzt hatte, richtete sie den kräftigen Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch auf den Bereich vor der Hintertür. Maja kümmerte sich um Eibe und sagte:
»Du bist in Sicherheit. Wir passen auf dich auf.«
»Und Magnus?«, fragte Eibe mit zittriger Stimme.
»Der kann auf sich selbst aufpassen. Schließlich beherrscht er alle Elemente, Lumen nur das Feuer.«
Eibe biss sich etwas zu fest auf die Unterlippe und schmeckte den kleinen Blutstropfen, der daraus hervorquoll. Die drei Frauen, wenn man Mimi denn als Frau bezeichnen wollte, starrten unisono den offenen Hinterausgang an. Die Tür klapperte im Wind; außer einem leisen Prasseln war von drinnen nichts zu hören.
Das Geräusch von brechendem Glas durchbrach kurz die Stille, dann war es wieder ruhig. Die Sekunden verstrichen, fühlten sich an wie Minuten. Eibe krallte sich an Maja fest und betete, dass Magnus nichts passiert war. Die dunklen Wolken am Himmel zogen sich mit einem wütenden Grollen zusammen. Mimi schritt wie ein Tier im Käfig auf und ab. Mit wachsamem Blick, den Gartenschlauch fest im Griff.
»Das Feuer ist gelöscht!«, rief Magnus aus dem Flur heraus und fügte nach einer Pause etwas leiser hinzu:
»Ich brauche keine Dusche.«
Er ging auf die Frauen zu, die dicht aneinandergedrängt neben dem Brunnen standen. Von seinem Körper stieg Rauch auf und er atmete sehr schnell und tief. Mimi ließ ihren Blick anerkennend über den durchtrainierten Mann wandern. Man sah Magnus an, dass auch er zu den Kriegern gehört hatte, bevor er ein Ratsmitglied wurde. Wäre er nicht in einem Kampf so schlimm am Bein verwundet worden, hätte er dem Ansuchen des Rates um Beitritt sicher nicht zugestimmt. Er war ein Mann der Tat, kein Gelehrter.
»Ist jemand verletzt? Eibe?«
Er fasste sie sanft an den Schultern und wollte sie trösten. Das Geschehene sollte sich nicht zu tief in ihre Seele brennen, denn dort hatte sie bereits eine feuerbedingte Narbe.

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