14. Dezember 2016

'Angelina: Alles im Zeichen der Liebe' von Monica Bellini

Die 3jährige Angelina Soriano verschwindet im Juli 1984 spurlos aus der Chicagoer Wohnung, in der ihre Eltern kurz zuvor von der Mafia hingerichtet wurden. Im Juni 2007 wird die 25jährige Studentin Angelina Arriola beim Verlassen der Universität entführt – und verschwindet spurlos.

Fünf Jahre später taucht eine bildschöne, unnahbare Frau in Los Angeles auf. Ihre finanziellen Mittel scheinen unendlich, ihre Kontakte zu den Mächtigen der Stadt die allerbesten. Innerhalb kürzester Zeit eröffnet sie einen Nachtclub, der seinesgleichen sucht. Sie wird von Frauen beneidet, von Männern begehrt. Ihr Leben scheint keine Wünsche offen zu lassen – doch sie hasst es. Von Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit umgeben, versucht sie, in einer Scheinwelt ohne Tiefgang und Liebe, die Vergangenheit zu vergessen – was ihr zumindest nachts, in ihrem Club, zu gelingen scheint. Bis zu dem Tag, an dem zwei Männer unbemerkt in das angeblich uneinnehmbare Zentrum ihres Rückzugsortes eindringen. Sie, die stets jeden Annäherungsversuch abblockt, wird plötzlich physisch bedroht.

Wird ihr Securitychef Rodney Carmichael, mit dem sie ein emotional prickelndes, jedoch wortloses Spiel verbindet, die Gefahr erkennen? Kann es für sie, deren Vergangenheit todbringende Geheimnisse birgt, eine Zukunft geben – und womöglich Liebe?

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Leseprobe:
Das Licht im Gang flammt auf. Meine Absätze hallen bei jedem Schritt auf dem marmornen Boden wider. Ich gehe an den Lagerräumen vorbei und nehme die Treppe in den ersten Stock, der um diese Uhrzeit verwaist ist. Tagsüber arbeiten hier die für den reibungslosen Ablauf des Clubs Verantwortlichen. Waren müssen bestellt, die Einnahmen kontrolliert, die Ausgaben bezahlt und verbucht, und die Sicherheit von Mitarbeitern und Gästen garantiert werden. Die betreffenden Räume sind verschlossen, so wie mein Büro, zu dem nur ich Zutritt habe. Ich tippe den Code ein, die Tür entriegelt sich mit dem typischen, leisen Klicken, ich drehe den Türknauf und stoße sie auf. Die stummen Bilder der Überwachungsbildschirme tauchen das geräumige Zimmer in ein schwaches Licht. Wie immer fällt die Tür ins Schloss, während ich, ohne die Deckenbeleuchtung anzumachen, auf meinen Schreibtisch zugehe.
Ich komme nicht weit.
Jemand umfasst mich von hinten und blockiert meine Arme. Die Clutch entgleitet meinen Fingern und ich schreie auf. Laut. Ein sinnloses Unterfangen, da der gesamte Club schalldicht isoliert ist. Niemand wird mich hören. Aber in diesem Moment geht meine Logik flöten und die Angst nimmt von meinem ganzen Körper Besitz wie das Feuer von einem Strohballen.
»Schhhh«, raunt mir der Angreifer zu. »Wenn du tust, was wir wollen, geschieht dir nichts.«
Ich trete mit dem Absatz dorthin, wo ich seinen Fuß vermute. Ein heiseres Lachen antwortet mir. Noch bevor ich einen zweiten Versuch starten kann, blockiert er meinen Widerstand, indem er mich ganz einfach hochhebt und fest an sich drückt. Der Mann ist durchtrainiert und kräftig, aber schlank. Ich kann seine harten Muskeln an meinem Rücken spüren. Mein Herz rast wie wild. In wenigen Zehntelsekunden wäge ich meine Chancen ab.
»Es ist zwecklos, und du weißt es.« Ich erschauere erneut. Wer auch immer jetzt spricht, ist rechts von mir. Ich reiße den Kopf herum, erkenne schemenhaft eine Figur auf dem Sofa.
»Was wollt ihr?«, stoße ich in seine Richtung hervor, als mich der andere, der mich festhält, vorsichtig nach unten gleiten lässt, bis meine High Heels wieder das Parkett berühren. Nun schiebt er mich eng an sich gedrückt vor sich her. Ich spüre seine ausgeprägte Brustmuskulatur an meinem Rücken und eine riesige Beule an meinem Po. Ich schlucke.
»Ich habe kein Geld hier«, keuche ich während des Versuchs, meine Füße in den Boden zu stemmen, was mit den glatten Sohlen meiner Louboutins komplett idiotisch ist. »Wir arbeiten ...«
»... bargeldlos«, fällt mir mein Gegenüber ins Wort und doziert weiter, als ob er eine Vorlesung halten wollte. »Das macht es Übelgesinnten viel einfacher, weil sie dich von überall auf der Welt angreifen können. Um deine Konten leer zu räumen und an die Kundenkartei zu kommen, deren Veröffentlichung einige Lobbys auf den Kopf stellen könnte, müssen sie nur ein paar Firewalls überwinden, ohne dabei deinem Wahnsinnskörper nahezukommen.« Ich schlucke, er spricht mit einem Unterton, der nichts Gutes verheißt, weiter: »Ganz im Gegensatz zu uns, die wir es genau auf diesen abgesehen haben.«
Seine Worte lösen in mir etwas aus, das ich schon ewig nicht mehr verspürt habe. Meine Angst weicht einem undefinierbaren Prickeln. Die Vorstellung, dass zwei Männer in mein Büro eingedrungen sind, weil sie MICH wollen, lässt meine Klit anschwellen. Meine Schamlippen öffnen sich erwartungsvoll wie Blütenblätter vor einem Schwarm Bienen.
Der Typ, der sich gegen meinen Rücken presst, reibt sein Becken an meinem Hintern. Selbst durch den Rock kann ich spüren, wie angespannt sein Körper ist. Ich stöhne auf, als er die harte Wölbung in meine Pospalte drückt. Er knurrt, lockert den Klammergriff, umfasst meine Handgelenke mit nur einer Hand und zieht mit der anderen langsam den Zipp meiner Lederjacke nach unten.
»Was ...« Ich weiß nicht, was mehr zittert. Meine Stimme oder meine Knie.
»Schhhh«, raunt der hinter mir, schiebt die Jacke von meiner Schulter und leckt mit seiner Zunge vom Schlüsselbein zum Hals, weiter zum Kinn. Meine Beine fühlen sich an wie Wackelpudding, aber noch bevor ich zu Boden gehen kann, legen sich von vorne zwei Hände stützend an meine Hüften.
Ich starre in das Halbdunkel, suche das Gesicht, das vor mir sein muss. Sinnliche Lippen, Dreitagebart, breite Nase, helle Haut. Und eine schwarze Augenmaske. Nur das Weiße um seine Iriden ist erkennbar, sonst ist alles dunkel. Er geht vor mir in die Knie, seine rechte Hand gleitet durch den Rockschlitz an die Innenseite meines Schenkels und streicht über die Spitzenbordüre. Sanft gleiten seine Finger höher, berühren die Seide, die meinen Venushügel bedeckt. Ein verräterisches Beben erfasst meinen Köper.

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Mehr über und von Monica Bellini auf ihrer Website.



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