7. Dezember 2016

'Die schönste Zeit des Jahres' von J. Vellguth

Eigentlich sollte Weihnachten das Fest der Liebe sein. Für Zoe stimmt das schon lange nicht mehr. Zumindest bis ihr alter Schulfreund auftaucht, mit dem sie eine sehr ... komplizierte Vergangenheit verbindet.

Kann Danny es schaffen, ihr den Glauben an Weihnachten wiederzugeben?

Eine weihnachtliche Geschichte im verschneiten Vermont über Liebe, Freundschaft und den wahren Sinn von Weihnachten.

Bis zum 3. Advent zum Einführungspreis von 99 Cent erhältlich (statt später 2,99 €).

Gleich lesen: Die schönste Zeit des Jahres: Liebesroman

Leseprobe:
Silver Bells in the City
Ihr Atem malte einen feinen Nebelfilm auf die kalte Scheibe des Greyhound Busses. Der Sitz war hart, die Luft warm und es roch muffig. Zoe starrte aus dem Fenster und beobachtete die Menschen draußen auf der Straße.
Dicke, weiße Flocken wirbelten durch den nachtblauen Morgen, folgten der Menge durch die Einkaufspassagen, glühten im orangenen Licht der Schaufenster, hefteten sich an den flauschigen Kunstpelz von hochmodernen Mänteln oder schmolzen auf dem nassglänzenden Rußgrau des Betons.
All diese Menschen steckten gerade mitten in ihrer eigenen kleinen Welt, in der es vermutlich keine größeren Probleme gab, als die Frage Welche Krawatte schenke ich meinem Vater oder Wie viel Geld habe ich noch übrig für das Armband meiner Geliebten.
Was für eine verkehrte Welt.
Die meisten von ihnen waren sich wahrscheinlich nicht einmal darüber bewusst, was dieses Ding, das sie Weihnachten nannten, wirklich war. Nämlich ein schwarzes, gieriges, Gift versprühendes Monster, das jeden zu verschlingen drohte, der es wagte, seinem hungrigen Rachen auch nur zu nahe zu kommen.
Sie schnaubte und der matte Fleck auf der Scheibe vergrößerte sich – verschluckte die Stadt dahinter.
Jetzt konnte sie nichts mehr erkennen. Aber das brauchte sie auch nicht.
Weihnachten in der Stadt war immer das Gleiche. Blechern schepperten Weihnachtslieder durch die Kaufhäuser, quietschrot schrien Sonderangebote in allen Schaufenstern, rostbraun klapperten Blechbüchsen von Wohltätigkeitsvereinen und riefen zu Spenden auf, um dann der Geliebten noch zwei oder drei weitere Diamanten auf dem Armband zu spendieren.
Zu allem Überfluss stand Santa Claus mit Zipfelmütze und brauner Papiertüte in der Hand an jeder Straßenecke und wünschte Hohoho, Fröhliche Weihnachten.
Sie presste die Lippen aufeinander.
Von wegen!
Energisch knuffte sie die rotbraune Jacke unter ihrem Kopf zusammen, um vielleicht ein bisschen Schlaf zu bekommen, während der Greyhound Bus sich im Schneckentempo durch den gigantischen Verkehrsknoten schob und versuchte, New York City hinter sich zu lassen.
»Ma, wann sind wir endlich da?«, hörte sie das Mädchen auf dem Sitz vor ihr fragen.
»Wir sind doch gerade erst losgefahren, Schatz«, antwortete die Mutter.
Eine Stunde lang quälten sie sich bereits durch die Innenstadt. Vorbei an blinkenden Lichtern, Leuchtreklamen und singenden Tannenbäumen in den Schaufenstern. Als ob das Schicksal sie darauf vorbereiten wollte, wie endlos und ermüdend die nächsten Tage für sie werden würden.
Dabei schien die Aussicht auf ein streitreiches Familienchaos ausnahmsweise wesentlich erträglicher als alles, was sie hier in der Stadt erwartete.
Zoe versuchte, nicht an die letzten Tage zu denken, seufzte und schloss die Augen.
Aber die Ruhe hielt nur wenige Sekunden.
»Ist das ein Engel?«, fragte eine helle Stimme.

Im Kindle-Shop: Die schönste Zeit des Jahres: Liebesroman

Mehr über und von J. Vellguth auf ihrer Website.



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