31. März 2016

"Milliardäre küsst man nicht" von Birgit Kluger

Zwei Liebesromane in einem Band.

Drei Wünsche und ein Traummann (Love & Magic)
Milliardäre küsst man nicht, vor allem dann nicht, wenn sie keine feste Beziehung wollen. Adrian ist schon zweimal von einer Freundin betrogen worden, mittlerweile glaubt er, dass sie nur mit ihm zusammen waren weil er aus einem reichen Elternhaus kommt und extrem erfolgreich als Banker war. Mittlerweile lebt er in München, als Student, um endlich seinem Traumberuf als Autodesigner näher zu kommen. Für Frauen ist in seinem Leben nur für eine Nacht Platz.

Daniela geht es ähnlich, wenn auch aus anderen Gründen. Irgendwie sind alle Männer, die sie trifft, nicht geeignet um es länger als ein paar Tage mit ihnen auszuhalten. Und außerdem, wer braucht schon eine Beziehung? Doch dann bringt das Schicksal Adrian und Daniela zusammen, eine Fee begeht einen Fehler und das zuvor so geordnete Leben der beiden wird ganz schön durcheinander gewirbelt.

Home Run für die Liebe (Love & Baseball)
Profi Baseballspieler Don Horman hat Millionen auf dem Konto, Frauen, die ihm zu Füßen liegen, und dann landet er ausgerechnet in Deutschland, dem Sibirien des Baseball. Hier kennt ihn niemand und sein Charme ist wohl doch nicht so überwältigend wie er immer dachte. Er will eigentlich nur eine Affäre. Sabrina, seine Deutschlehrerin scheint genau das auch zu wollen. Doch dann kommt Liebe ins Spiel und alles wird kompliziert.

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Leseprobe:
1
„Autsch. Verdammt!“ Don versuchte gleichzeitig, auf einem Bein zu hüpfen und sich nach unten zu beugen, damit ihn niemand sah. Er kippte zu Boden und nahm auf dem Weg nach unten eine Lampe mit.
„So ein verfluchter Mist!“
Sein Handy klingelte. Gab es etwas, was nicht schief ging?
„Ich bin nicht für ein Leben als Verbrecher gemacht“, schimpfte er und nahm das Gespräch entgegen.
„Don! Wo steckst du? Ich versuche seit Tagen, dich zu erreichen!“
Seine Mutter. Er war mit Sicherheit der einzige Einbrecher, der während der Tat von seiner Mutter angerufen wurde. Gut, dass er seinen Lebensunterhalt nicht mit dem Verkauf gestohlener Ware verdiente.
„Ich rufe dich morgen an. Versprochen. Jetzt bin ich beschäftigt.“ Bevor sie etwas sagen konnte, unterbrach er die Verbindung. Morgen würde er dafür bezahlen, aber jetzt war es wichtiger, den Job zu beenden. Er schaute aus dem Fenster. Obwohl es dunkel war, gingen in regelmäßigen Abständen die Sicherheitsleuchten auf dem Rasen an. Das Haus lag ein wenig von der Straße zurückgesetzt, eine manikürte Rasenfläche trennte es vom schmalen Gehweg. Trotzdem konnte er die Frauen sehen, die dort warteten. Einige von ihnen hatten sich durch den Garten bis vor das Haus herangepirscht.
„Wenn die mich sehen, ist es aus.“
Er stand auf und schlich gebückt hinter der Couch entlang, bis er eine Ecke des Zimmers erreichte, die nicht von draußen durch die Fenster ausgespäht werden konnte. Erst dann richtete er sich auf und ging die Treppe hinauf in den ersten Stock. Im Schlafzimmer angekommen, zerrte er zwei Sporttaschen aus dem Schrank und füllte sie mit allem, was ihm an Kleidungsstücken in die Hände fiel. Er hoffte, dass er etwas erwischte, was er auch tatsächlich tragen konnte, denn im Dunkeln war es nicht einfach, die richtigen Klamotten zu finden. Egal. T-Shirts, Hosen, ein paar Trainingshosen und Unterwäsche würden irgendwie zusammenpassen.
Danach schlich er nach unten.
Er hatte es fast bis zur Hintertür geschafft, als er das Kreischen hörte. Jemand hatte ihn gesehen.
„Jesus, Maria und Joseph.“ Don riss die Hintertür auf, sprintete zu seinem Sportwagen und fuhr mit aufheulendem Motor davon.

2
„Sehr interessant, aber ich fürchte, das wird schwierig.“ Eve sah besorgt zu Sabrina. Ihre beste Autorin ermordete gerade einen Salatteller.
„Eve, ich weiß, du bist beeindruckt, auch wenn du es nicht zugeben möchtest. So ein gutes Exposé hast du seit Jahren nicht gesehen. Endlich etwas Neues, etwas, was ich nicht schon in tausend Variationen geschrieben habe. Die neue Liebesgeschichte von Sabrina König. Aufregend, spannend, überraschend.“ Sabrina hob ihre Gabel und spießte eine Garnele auf, um sie ungegessen an den Rand zu schieben.
„Überraschend ist das richtige Wort. Ich glaube nur nicht, dass …“
„Ich weiß, meine Fans werden erstaunt sein. Aber es ist Zeit für einen Richtungswechsel. Niemand möchte die ewig gleiche Liebesgeschichte lesen, in der sie sich am Ende bekommen und bis in alle Ewigkeit glücklich sind. So etwas passiert nicht im richtigen Leben. Sieh dir die Scheidungsstatistiken an.“ Dieses Mal war es ein Salatblatt, das erdolcht wurde.
„Ich werde dafür keinen Verlag finden. Das weißt du, Sabrina.“ Eve sah Sabrina eindringlich an. „Bring mir ein anderes Exposé, eines, in dem sie am Ende glücklich vereint sind.“
„Nein.“ Sabrina schüttelte den Kopf. Ihre blonden Locken flogen nach allen Seiten. „Das habe ich x-mal geschrieben und es langweilt mich.“
„Bist du sicher, dass es nichts mit der Trennung zu tun hat? Ich weiß, es ist ein paar Monate her, seit David dich verlassen hat, aber ich glaube, es ist zu früh, an den nächsten Roman zu denken. Mach eine Pause. Du hast es verdient.“
„Es hat nichts mit David zu tun.“ Eine Tomate wurde massakriert. „Ich bin froh über unsere Trennung. Ich fühle mich gut. Sehr gut.“
„Das freut mich zu hören.“ Eve lächelte, aber es sah aus, als hätte sie Zahnschmerzen. „Wie auch immer.“ Eve schob den Klarsichtordner, in dem sich das Exposé befand, über den Tisch zurück. „Das bringe ich nicht unter. Es tut mir leid.“
„Ich dachte, ich sei deine beste Autorin. Sagtest du nicht, die Leserinnen würden ein Telefonbuch kaufen, solange ich es geschrieben habe?“
„Was ich meinte, war …“ Eve holte tief Luft. „Sabrina, du weißt besser als jeder andere, was wir den Lesern verkaufen. Sie wollen Träume. Die heile Welt, in der es ein Happy End und ewige Liebe gibt. Niemand möchte das lesen, was im richtigen Leben passiert. Deine Bücher bieten eine Zuflucht aus der Realität.“
„Nicht mehr. Ich verkaufe keine Lügen mehr, nur noch die Wahrheit.“ Eine Gurkenscheibe wurde zersägt.
„Mach Urlaub. Geh auf eine Kreuzfahrt oder lege dich in der Südsee an den Strand.“
„Urlaub? Es gibt für mich nichts Schlimmeres als Nichtstun. Den ganzen Tag faul am Strand liegen ist meine Version von der Hölle. Ich liebe es zu schreiben, Geschichten zu erfinden. Das ist Urlaub für mich!“
„Wie wäre es mit etwas ganz anderem? Du könntest in deinen alten Beruf als Lehrerin zurückkehren. Nur für kurze Zeit, vielleicht an eine Sprachschule?“
„Warum sollte ich das tun?“
„Weil du die Abwechslung brauchst. Du schreibst seit Jahren ohne Unterbrechung. Ich bin mir nicht sicher, ob du jemals einen Tag lang pausiert hast. Es ist höchste Zeit, auf andere Gedanken zu kommen.“
Sabrina sah auf. Ihre Gabel hielt sie in der Luft, unentschlossen, welches Salatblatt als nächstes gekillt werden sollte. „Nein, mir geht es gut. Vielleicht verlege ich das Buch selbst. Als E-Book. Das macht jeder heutzutage.“

Im Kindle-Shop: Milliardäre küsst man nicht

Mehr über und von Birgit Kluger auf ihrer Website.

30. März 2016

"Schläferkind" von Sabine Schäfers

Was wäre, wenn du alles verlieren würdest, wenn die einzigen Menschen, die noch zu dir halten, deinetwegen in tödliche Gefahr geraten?

An dem Tag, an dem ihre Eltern als russische Spione enttarnt werden, verliert Ashley alles, das zählt: ihre Familie, ihr Zuhause, ihr Selbstwertgefühl. Als auch noch völlig unbekannte Verwandte sie zu sich nach Russland holen wollen, bleibt ihr nur noch eins: Abhauen! Doch damit fangen die Probleme erst an, denn mit einem Mal sind ihr nicht nur Jugendamt und FBI auf den Fersen, sondern auch Verfolger, die vor nichts zurückschrecken – nicht einmal vor Mord.

Ein spannender Agenten-Thriller.
Gleich lesen: Schläferkind


Leseprobe:
»Macht’s euch bequem.« Mikhail warf Ashley einen letzten Blick zu, dann knallte er ihr die Hecktür des Vans vor der Nase zu. Schlagartig war es so dunkel, dass Ashley ein paarmal panisch blinzelte. »Josh? Wo bist du? Josh?«
»Hinter dir.«
»Ich kann mich kaum bewegen. Der Mistkerl hat mir die Hände mit Kabelbindern zusammengebunden.«
»Ich weiß. Mir auch.«
Allmählich gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Josh lehnte mit dem Rücken an der Trennwand zwischen Fahrerkabine und Laderaum. Sie mühte sich vom Sitzen auf die Knie und wollte gerade versuchen, sich aufzurichten, als der Motor ansprang und sie das Gleichgewicht verlor. »Au!«
»Ashley, alles okay?«
Von wegen. Sie unterdrückte einen Fluch und kämpfte sich wieder in eine sitzende Position. Ihre Knie schmerzten mörderisch, beinahe so sehr wie ihr Schädel. Der Boden des Lieferwagens war unverkleidet und eine Stolperfalle aus Kanten und Nuten. »Geht schon.«
Auf dem Hosenboden rutschte sie zu Josh hinüber und schob sich neben ihn. Sein Gesicht konnte sie nur schemenhaft erkennen, er wirkte beunruhigt. »Falls die Schlampe meinem Bruder was antut …«
Darauf wusste sie keine tröstende Erwiderung. Nur, dass sie selbst in keiner besseren Lage waren. Was zum Henker sollte sie Mikhail als die gesuchte Spieldose verkaufen? Der Himmel allein mochte wissen, was Paul damals damit angestellt hatte. Falls er sie überhaupt an sich genommen hatte. Womöglich hatte ihr Dad die Spieldose zerlegt, dabei endgültig zerstört und sie entsorgt, bevor es jemandem auffiel. Es wäre nicht das erste Spielzeug gewesen, das so endete.
»Hör zu, Josh, wir brauchen einen Plan.«
»Ich überlege schon die ganze Zeit. Er ist allein, wir sind zu zweit. Wenn wir an eurem Haus halten, muss er uns rauslassen, dann springen wir auf ihn drauf und machen ihn platt.«
Ashley musste trotz allem lachen. »Du guckst wirklich zu viel Fernsehen.«
Ihre Knie berührten sich. Auf einmal war es die natürlichste Sache der Welt, sich vorzubeugen und ihn zu küssen. Sein Mund war weich und warm, und nachdem er anfangs überrascht zurückwich, kam er ihr gleich wieder entgegen. »Ich möchte so gern deine Haare durchwühlen«, hauchte er in ihren Nacken.
Vor Aufregung zitterte sie. »Vergiss es nicht, wenn wir frei sind.«
Sein Kuss ließ jedenfalls keine Wünsche offen, sie schloss die Augen und vergaß zu denken. Als sie sich voneinander lösten, wirkte auch er nicht mehr so lässig wie sonst. Er räusperte sich. »Also. Weißt du einen besseren Weg, als ihn einfach von den Füßen zu reißen?«
»Das können wir nicht tun. Wir wissen doch nicht, was er mit Nadia vereinbart hat. Vielleicht wird sie nervös, wenn er sich nicht meldet. Wer weiß, was das für Will bedeuten würde.«
Josh legte den Kopf in den Nacken und starrte an die Decke des Vans, der sie nach Norden brachte. In ungefähr zwanzig Minuten mussten sie irgendetwas haben, mit dem sie arbeiten konnten.
»Und wenn du ihm einfach gibst, was sie suchen? Nadia sagte, es gäbe keinen Grund, uns aus dem Weg zu räumen, weil sie schneller sind als das FBI.«
»Glaubst du das?«
Er zuckte die Achseln.
»Das Problem ist, ich kann es ihm nicht geben. Ich weiß nicht, wo diese Spieluhr ist.«
Josh hieb seinen Hinterkopf gegen die Trennwand. »Verdammt!«
Seine Frustration übertrug sich auf Ashley, aber noch war sie nicht bereit, aufzugeben. »Es gibt eine winzige, eine klitzekleine Chance, dass mein Bruder Paul weiß, wo sie ist.«
»Dein Bruder? Er ist jünger als du, oder?«
Die Blogs hatten wirklich ganze Arbeit geleistet, ihr gefaktes Familienleben an die Öffentlichkeit zu zerren. »Er lebt jetzt bei einer Pflegefamilie irgendwo in Bakersfield.«
»In Bakersfield!« Josh starrte sie entgeistert an. »Das ist beinahe dreihundert Meilen von Berkeley entfernt.«
Sie nickte unglücklich.
»Aber warum hast du das denn nicht gleich gesagt? Wir fahren doch in die vollkommen entgegengesetzte Richtung.«
»Ich kann doch Paul da nicht mit reinziehen, bevor ich mir überlegt habe, was wir tun können, verstehst du das nicht?«

Im Kindle-Shop: Schläferkind

Mehr über und von Sabine Schäfers auf ihrer Website.

29. März 2016

"Giftige Erde: Ein Ostfrieslandkrimi" von Harald H. Risius

Ein Umweltskandal erschüttert Ostfriesland. Nach einer romantischen Nacht auf ihrem Segelboot wollen Bauleiter Karl Eilers und Kommissarin Susi Wildtfang die nahegelegene Großbaustelle eines Hotels am Großen Meer inspizieren. Entsetzt müssen sie feststellen, dass das Gelände großflächig mit Gift kontaminiert wurde. Sie finden vier schwerverletzte Arbeiter. Kurz darauf stirbt einer. Mord!

Ein Fall für Susi und ihren Chef Hauptkommissar Brunner. Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf eine Sekte, die sich dem Umweltschutz verschreiben hat und den Bau stoppen will.

Der Fall bekommt eine Wende, als ein Hamburger Baulöwe tot aufgefunden wird. Seine Geliebte gerät in Verdacht. Zwei Morde ohne erkennbares Motiv – Brunner und Susi sind verzweifelt. Hinni Boomgarden, der Bauherr des Hotels, erhält eine Mail mit Morddrohungen. Gelingt es, die Täter rechtzeitig zu stoppen?

Dieser neue Ostfrieslandkrimi von Harald H. Risius bezieht seine Spannung aus der realistischen Handlung, die unerwartete Wendungen nimmt, und aus der authentischen Beschreibung Ostfrieslands mit seiner herrlichen Landschaft und den oft eigenwilligen, aber liebenswerten Bewohnern.

In der Reihe „Sail & Crime“ mit Hinni und Renate erschienen auch: „Regatta mit Nebenwirkungen“, „Kreuzfahrt in Gefahr“, „Mord mit Risiken“ sowie die beiden Segelromane „Leinen los Pack’ mers“ und „Palmen an Backbord“. Alle Titel lassen sich auch unabhängig voneinander lesen.

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Leseprobe:
Ohne es zu merken, geht Karl schneller und Susi hat Mühe mit ihm Schritt zu halten. Plötzlich bleibt sie stehen. „Karl was ist das?“
„Was soll das sein? Löwenzahn und Gras. Überall wo keine Gebäude entstehen, haben wir die Wiese unberührt gelassen.“
„Karl, alle Pflanzen sind verwelkt, die sind tot! Bleib’ stehen, hier geht es nicht mit rechten Dingen zu.“
Karl will vorwärts stürmen. Er sieht, dass offensichtlich Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurde, dafür möchte er den Verantwortlichen sofort zur Rede stellen. Solche Aktionen sind dem Image nicht förderlich. Es ist ein naturnahes Projekt und das gilt auch für die Bauphase. Die Naturschutzvereine haben das anerkannt und unterstützen die Idee sogar. Da würde der Einsatz von chemischen Unkrautmitteln das bisherige Wohlwollen sehr schnell zunichtemachen.
„Bleib’ stehen Karl, sofort!“, beharrt Susi auf ihrer Forderung und hält ihn kraftvoll am Ärmel. „Da wurde Gift verstreut, kein normaler Unkrautvernichter. Riech doch mal.“
Karl bleibt tatsächlich stehen, beugt sich zur Erde hinunter und schnüffelt. „Du hast Recht, Scheiße! Ich kann mich täuschen, aber ich befürchte, das ist PCB, Pentachlorbenzol. Wo kommt das her, wir verwenden es nicht. Das Zeugs ist hochgiftig und verboten.“
„Schnell weg hier, Karl“, fordert Susi. „Wo sind die Arbeiter?“
„Oh Gott“, schießt es Karl durch den Kopf. „Die Arbeiter!“ Kein Mensch ist zu sehen, auf der gesamten Baustelle herrscht absolute Ruhe. Plötzlich scheint für ihn die Welt stehengeblieben zu sein: Der Wind ist nicht mehr spürbar, kein Grashalm bewegt sich, sogar die Vögel fliegen und zwitschern nicht mehr. Als ob es kein Leben mehr gäbe.
Er reißt sich zusammen: „Vielleicht sind sie im Baucontainer. Die Leute schlafen da manchmal auch.“
„Karl, wie kommen wir dahin, ohne hier über das verseuchte Gelände laufen zu müssen?“
„Von der Straße aus, folge mir!“
Karl rennt etwa fünfzig Meter seitwärts über die Wiese und Susi läuft ihm nach. Sie kommen an einen Schlot, einen Entwässerungsgraben der die Wiese begrenzt, dahinter befindet sich eine schmale, provisorisch geschotterte Zufahrtstraße. Sie springen über den Graben, biegen nach rechts auf die Straße und laufen auf den Container zu.
Der Chemikaliengeruch wird stärker, je näher sie kommen. Susi möchte am liebsten stehenbleiben, um sofort ihre Kollegen oder zumindest die Feuerwehr zu rufen. Hier wurde eine Straftat begangen, sie weiß nur noch nicht, was genau geschah und welchen Umfang es hat. Aber wenn dort Leute in dem Baucontainer sind und womöglich das Gift eingeatmet haben, dann ist Gefahr in Verzug. Jede Minute zählt in dem Fall. Sie drückt den Ärmel ihrer Jacke in das Gesicht, versucht so flach wie möglich zu atmen und rennt.
Schließlich steht sie vor dem Container, ein Fenster ist nur angelehnt. Sie zieht es auf und sieht hinein. „Karl, da sind Menschen drin“, schreit sie dann. „Wir müssen sie rausholen. Wo ist der Schüssel?“
Karl ist bereits an der Tür, reißt sie mit einem Ruck auf, hält die Luft an und stürmt in den Raum. Gleich darauf schleift er einen leblosen Mann hinaus. Er nimmt ihn auf den Arm, trägt ihn auf die andere Straßenseite und legt ihn auf das taufrische Gras. Dort befindet sich kein Gift, das hofft er zumindest.
Susi beugt sich über den reglosen Menschen und versucht den Puls zu fühlen.
„Hilf mir, da sind noch mehr“, keucht Karl, als er mit einem weiteren Mann herauskommt. Sie läuft an die offene Tür und erfasst mit einem Blick die Situation: Ein beissender Geruch beherrscht den Raum, vier einfache Feldbetten sind hier aufgestellt, zwei sind leer, auf den beiden anderen liegen Männer in T-Shirts und Jogginghosen. Sie eilt zu dem Mann, der ihr am nächsten liegt, nimmt alle ihre Kräfte zusammen, hebt den schweren Körper von dem Bett und schleift ihn zur Tür. Karl kommt bereits zurückgerannt, nimmt ihr den Mann ab und trägt ihn weiter auf die andere Straßenseite.
Susi holt tief Luft und hält dann den Atem an. Sie läuft noch einmal in den Raum und zerrt den letzten Arbeiter von dem Bett, greift seinen Oberkörper und schleift ihn über den Boden zur Tür. Sie keucht vor Anstrengung, Schweißperlen bilden sich auf ihrer Stirn, aber sie gibt nicht auf. Der Mann muss raus aus dieser stinkenden Bude, und zwar so schnell wie möglich. Jede Minute kann über Tod oder Leben entscheiden.
Gemeinsam mit Karl schleppt sie den bewegungslosen Körper auf die andere Straßenseite, neben seine Kollegen. Hastig nestelt sie ihr Handy aus der Jeanstasche und wählt den Bereitschaftsdienst der Polizei: „Moin Jens, hier ist Susi Wildtfang“, keucht sie schwer atmend. „Ich bin am Hotelneubau am Großen Meer, du weißt, wo das ist. Ein Notfall, ich brauche Hilfe, sofort! Wir haben vier ohnmächtige Menschen, der Puls ist schwach, aber noch da. Wahrscheinlich sind alle vergiftet. Die Ursache ist unklar, möglicherweise PCB, sagt der Bauleiter. Der Rettungsdienst und die KTU sollen Sauerstoffgeräte und Schutzanzüge mitbringen. Gebt auch Brunner Bescheid, der muss hier rauskommen. Wir ermitteln wegen schwerer Körperverletzung, vielleicht auch Mord. Je nachdem, was die Notärzte noch tun können.“
Sie beantwortet ein paar Fragen und steckt ihr Handy zurück in die Tasche. Immer noch heftig atmend bringt sie aufgeregt heraus: „Siehst du Karl, darum müssen wir auch sonntags arbeiten.“

Im Kindle-Shop: Giftige Erde: Ein Ostfrieslandkrimi

Mehr über und von Harald H. Risius auf seiner Website.

24. März 2016

"Spiegelspringer" von J.K. Wildling

»Ich hab gesehen, wie du verschwunden bist«, gab Daniel zu und jetzt hatte er Tränen in den Augen. Er ließ Michael los und seine ganze Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er zögerlich fragte,
»Was bist du?«
Michael setzte ein Lächeln auf und flüsterte zurück,
»Dein Freund, wenn du das noch möchtest.«

Michael hat etwas von seinem Vater geerbt, aber kein Geld oder ein Auto und auch sonst nichts, was sich ein 18-Jähriger wünschen würde. Nur eine unheimliche Gabe und eine selbstzerstörerische Frau, die einst seine Mutter war.

Zudem hat er Angst, seine Freundin Julia zu verlieren, sollte sie herausfinden, dass seine Mom dem Alkohol verfallen ist. Als er entdeckt, dass er durch Spiegel gehen kann, beginnen die Probleme erst richtig ...

Eine Fantasy-Geschichte frei von Drachen und Fabelwesen. Für Jugendliche als auch Erwachsene. (Nicht für Kinder geeignet.)

Gleich lesen: Spiegelspringer

Leseprobe:
EINMAL FREAK, IMMER FREAK

Seit der Schlägerei vor Daniels Bar waren zwei Wochen vergangen und Michael dachte nur noch selten daran, aber er musste dringend mit jemandem reden. Er wartete immer noch auf den Anruf von Onkel Joseph und hoffte inständig, dass er vielleicht doch mit dem alten Doc zu einer Übereinkunft kommen würde. Es war erst früher Nachmittag, doch Daniel hatte jetzt seine Schicht, also fuhr er gleich direkt nach seinem Besuch beim Doc zu dessen Bar. In Gedanken versunken setzte er sich auf einen Barhocker und bestellte eine Cola. Daniel beäugte ihn misstrauisch und schob ihm das Glas hin,
»Du weißt, dass ich dir sehr dankbar bin für deine Hilfe und du wirst weiterhin mein Freund sein, aber deine Anwesenheit vergrault mir die Gäste. Es wird über nichts anderes mehr geredet, seit der Schlägertrupp die Geschichte von deinem mysteriösen Verschwinden verbreitet hat.«
Michael blickte hoch und traute seinen Ohren kaum.
»Ich meine … wenn sie dich sehen, dann gehen sie wieder und ich bin auf die Einnahmen angewiesen. Sieh mal, wenn du reden möchtest, dann können wir uns bei mir treffen, wenn das für dich ok ist.«
Ihm war anzusehen, dass er sich äußerst unwohl fühlte, kaum, dass er die Worte ausgesprochen hatte und obwohl Michael eigentlich wütend sein sollte, antwortete er ganz ruhig,
»Ich hab sowas in der Art befürchtet, einmal Freak, immer Freak.«
»Mehr als das. Du solltest vorsichtig sein, jetzt haben die Leute Angst vor dir. Du weißt, wie das ist. Wenn Menschen Angst haben, wollen sie den Auslöser dafür loswerden. Egal wie. Notfalls auch mit Gewalt.«
Michael stürzte die Cola in einem Zug hinunter, gab noch ordentlich Trinkgeld wie immer und sagte im Rausgehen,
»Es tut mir leid.«
Daniel ging ihm hinterher, verließ entgegen seiner Gewohnheit die Bar und zerrte Michael hinter die Müllcontainer, wo sie unbeobachtet waren.
»Du weißt, dass sie mich dazu zwingen, oder? Wenn sie dich hier sehen … Ich meine, du weißt, dass meine Existenzgrundlage auf dem Spiel steht?«, flüsterte Daniel mit zittriger Stimme.
»Natürlich weiß ich das. Der wütende Mob hat auch schon versucht, mich kleinzukriegen und soll ich dir was verraten? Über kurz oder lang werden sie erfolgreich sein, weil ein einzelner Aussätziger so einer Menschenmenge nichts entgegenzusetzen hat. Du bist für mich wie ein Bruder, aber in Zukunft werden sich unsere Wege trennen«, mit diesen Worten nahm er Daniel in den Arm und drückte ihn fest an sich.
»Ich hab gesehen, wie du verschwunden bist«, gab Daniel zu und jetzt hatte er Tränen in den Augen. Er ließ Michael los und seine ganze Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er ganz leise fragte,
»Was bist du?«
Michael setzte ein Lächeln auf und flüsterte zurück,
»Dein Freund, wenn du das noch möchtest.«
Mehr gab es im Moment nicht zu sagen; Daniel senkte den Blick und wischte seine Tränen weg. Er schlurfte mit gesenktem Haupt zurück in die Bar und Michael ging zu seinem Auto. Wie Daniel sich auch entschied, er würde es zur Kenntnis nehmen und damit fertig werden müssen.
Sein Handy klingelte, kaum, dass er im Auto saß und sein Herz machte einen Satz, als er sah, dass der Anrufer Onkel Joseph war.
»Hallo, tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde, aber der Doc ist nicht mehr ganz dicht und es hat eine Weile gedauert ihn zu knacken. Wir müssen uns treffen, wann hast du Zeit?«
Michael wollte eben zu einer Antwort ansetzen, als ein wuchtiger Hammer auf seiner Motorhaube landete und das Auto zum Beben brachte. Er war beim Verlassen der Bar so in sich gekehrt gewesen, dass er die lauernden Typen gar nicht bemerkt hatte. Im Sekundentakt prasselten Schläge nieder. Er ließ das Handy kurzerhand fallen und legte den Rückwärtsgang ein. Dann trat er voll aufs Gas, gerade noch rechtzeitig, bevor der Hammer, der erneut niedersauste, die Windschutzscheibe treffen konnte. Er blieb eine Handbreit unter dem Scheibenwischer stecken und wurde seinem Besitzer aus der Hand gerissen, als Michael das Lenkrad scharf herumriss und im Rückwärtsgang mit einem Affentempo die Straße entlang jagte. Erst als er sich sicher war, genug Abstand zu haben, legte er eine Vollbremsung hin und wendete das Auto. Dann gab er wieder Gas und brauste mit überhöhter Geschwindigkeit aus der Gefahrenzone.
Sein Herz raste und seine Finger fühlten sich irgendwie taub an, als er endlich zu Hause war und mit wackeligen Beinen aus dem Auto stieg. Schon von weitem hatte er gesehen, dass hier etwas nicht stimmte, aber erst als er die Straße überquerte und auf das Haus zuging, erfasste er das ganze Ausmaß der Verwüstung. Sämtliche Fensterscheiben waren eingeschlagen, die Haustür war zerstört und der Flur voller Scherben.
»Mom! Bist du hier?«, rief Michael und verspürte eine Angst, wie noch nie zuvor in seinem Leben. Das Adrenalin strömte nur so durch seine Adern und ließ ihn zittern.
»Wir sind hier unten!«, drang die Stimme seiner Mutter aus dem Keller und Michael beeilte sich, den Flur zu durchqueren und die Falltür aufzuklappen. Wer ist wir? fragte er sich noch kurz, aber als er unten ankam, wobei er immer zwei Stufen auf einmal nahm, sah er zu seiner Überraschung den Doc. Er war anscheinend direkt nach dem Gespräch mit Onkel Joseph hier her gekommen. Seine Mutter hatte sich fest an ihn geklammert und ihr ganzer Körper bebte unkontrolliert. Die runzelige Hand des alten Mannes strich ihr unablässig übers Haar.

Im Kindle-Shop: Spiegelspringer



23. März 2016

"Rufmord: Schatten der Vergangenheit" von Viktoria Klein

War es Mord oder eine Verkettung unglücklicher Umstände?

Dem Landtagsabgeordneten Lennart Siegerländer geht seine Karriere über alles. Er will von Kiel nach Berlin, um im ganz großen Bundespool mitzumischen. Dabei nimmt er auch keine Rücksicht auf seine Ehefrau Susannah, die mittlerweile unter einer "Ich-geh-nicht-mehr-nach-draußen-Phobie" leidet. Lennarts persönlicher Mitarbeiterin Roswitha Sommer kommen Zweifel an der Person ihres Chefs, als Pannen auf einer Wahlveranstaltung und bei der Einweihung eines Kindergartens passieren.

Diese Zweifel werden noch geschürt durch den Reporter Christoff Hofmann, dem ebenfalls Dinge auffallen, die er geklärt haben möchte. Er riecht die Story seines Lebens. Üble Beschuldigungen eines Jugendfreundes aus Costa Rica bringen Lennart in arge Bedrängnis und seine beruflichen Ambitionen in Gefahr. Wird er mit weißer Weste seine Karriere in Deutschland fortsetzen können? Um das zu regeln, muss er zurück in das Wespennest Costa Rica, wo er seine Jugend verbrachte; zurück zu seiner großen Liebe Kitty.

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Leseprobe:
Roswitha musste ebenfalls lachen und pustete ihrem so nahen Gegenüber prompt ihren Bierschaum gegen die Brille.
»Oh, Tschuldigung. Warten Sie, ich habe hier irgendwo …« Roswitha kramte in ihrer Handtasche und suchte ein Taschentuch.
Christoff Hofmann ergriff die Brille bereits mit spitzen Fingern und rieb sie an seinem Hemd trocken.
»Halb so wild. Wie sind Sie eigentlich an Lennart Siegerländer und die Politik geraten? Ich dachte immer, solche Leute würden sich mit steifem, trockenem Personal umgeben.«
»Das nehme ich jetzt als Kompliment. Aber die Politik ist doch der am wenigsten verstaubte Job überhaupt. Gerade hier arbeitet man am Puls der Zeit. Man muss immer up to date sein. Der ständige Austausch in den Fraktionen, Ausschüssen und Verbänden erfordert höchste Konzentration. Es darf nie ein Thema, eine Begebenheit, eine Neuigkeit geben, von der ich nichts weiß. Die Welt der Politik ist das größte Tratschhaus der Nation. Wer schläft und nicht informiert ist, ist raus. Politik ist so lebendig. Obwohl – die wirkliche Politik betreibt Lennart Siegerländer. Ich fungiere nur als PR-Beraterin. Im Grunde vermarkte ich ihn wie ein Produkt …«
»… bei dem die Vorzüge hervorgehoben und die negativen Aspekte unter den Teppich gekehrt werden?«, vervollständigte Christoff Hofmann Roswithas Satz.
»Im Prinzip schon.«
Roswitha ließ sich durch diese Argumentation nicht beirren, obwohl sie sofort auf der Hut war. Jahrelange Schulungen hatten sie gelehrt, ihren Kopf und damit zwangsläufig auch ihre Mimik und Gestik unter Kontrolle zu haben. Gerade solche bohrenden Wortspielereien wie die des Reporters brachten ihre stets auf Abruf klingenden Alarmglocken zum Vibrieren.
»Natürlich wird das Produkt ›Mensch‹ anders hervorgehoben als ’ne Cola oder ’n Waschmittel …«
»… obwohl alle drei etwas gemein haben: Verpackung und Inhalt«, grinste Christoff Hofmann. »Nicht immer hält der Inhalt, was die Verpackung verspricht.«
»Beim Inhalt ›Mensch‹ erfolgt Kritik meist nur mit negativen Schlagzeilen. Die werden sehr ernst genommen, diskutiert, abgestellt, geändert, spontan und gezielt unter die Lupe genommen. Öffentlichkeit kann zur Mördergrube werden, wenn jedes Wort, jeder Blick, jede Geste tausendfach teleskopiert werden. Ich vermarkte also ein Produkt, das jederzeit unter der Aufsicht von Millionen Augenpaaren positiv bestehen muss. Die kleinste Schwäche oder Nachlässigkeit, Verstimmung oder nur Migräne sind Anlass für hochgejubelte Verdächtigungen übelster Art. Positive Nachrichten sind sehr selten. Mein Job ist es, für gerechte Balance zu sorgen.«
»Dann haben Sie sich mit Ihrem Produkt ›Mensch‹ also den höchsten Schwierigkeitsgrad ausgesucht?«
»Ja. Ein Waschmittel wird nie so hoch bewertet. Oder haben Sie schon mal eine Story über ein Waschmittel geschrieben? Sicher nur dann, wenn es negativ auffällt und nachweislich Krankheiten verursacht.«
»Die Verpackung Ihres Produktes Lennart Siegerländer hat Sie persönlich nicht beeinflusst, sich auch um den Inhalt zu kümmern?«
»Umgekehrt. Der Inhalt hat mich animiert, mich um die Verpackung zu kümmern«, lächelte Roswitha Sommer.
»Sie sind ihm also so nahe, dass Sie wüssten, wenn er Leichen im Keller hätte?«, grinste Christoff Hofmann.
»Ehrlich gesagt bin ich in seinen Kellerräumen noch nicht rumgekrochen.« Roswitha blieb witzig und schlagfertig.
»Sagte ich das nicht anfangs? Sie vermarkten ein Produkt, dessen Inhalt Sie nie so vollständig analysieren können wie ein Waschmittel. Sie tun nur so, als könnten Sie es. Sie präsentieren der Öffentlichkeit ein Oberflächenmuster, das sich in den Tiefen vielleicht konkaviert. Das finde ich ziemlich gefährlich, weil Sie den Verbrauchern aus Ihrer persönlichen - wie gerade selbst bestätigt - oberflächlichen Überzeugung etwas lobpreisen, das vielleicht nicht hält, was es verspricht. Wandeln Sie da nicht auf sehr dünnem Eis?«
»Ist Ihre Skepsis ansteckend, so als Krankheit? Dann sollte ich mich von Ihnen fernhalten«, schmunzelte Roswitha. »Ich werde mich mit einer Wärmflasche ins Bett legen und verseuchte Zellen mit viel Flüssigkeit zum Verdampfen bringen. Morgen bin ich dann wie neu. Bei Ihnen wird die Genesung vom Virus Misstrauen länger andauern, fürchte ich.«
Roswitha rutschte von ihrem Barhocker herunter und trat Christoff Hofmann dabei auf die Zehen.

Im Kindle-Shop: Rufmord: Schatten der Vergangenheit

"Operation Waldessturm" von Bibi Rend

Seit Wochen herrscht eine Hitzewelle. Nach einem Jahr kommt Sascha wieder nach Hause zu seiner langjährigen Freundin Anke.

Am ersten Abend kehrte Anke von einem Spaziergang mit ihrer Hündin nicht zurück. Sascha fällt unter Verdacht, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben. Bis auch er verschwindet.

Eine Jagd, die die Schrecken der Vergangenheit zum Leben erweckt.

Gleich lesen: Operation Waldessturm







Leseprobe:
Im Dauerlauf jagte er hinter Eska her. Keine zehn Minuten später kamen sie am Waldrand an. Sascha schaltete die Taschenlampe ein, da ab hier keine Straßenbeleuchtung vorhanden und die Nacht stockdunkel war. Weder der Mond noch die Sterne waren zu sehen. Einfach nur ein tiefes Schwarz.
Es dauerte ungefähr zwanzig Minuten, bis Eska endlich stehen blieb. Sascha war ihr durch Dornengebüsch, Gräben und dichten Wald gefolgt.
»Könnt ihr denn nicht einmal einen Weg benutzen, wie es jeder andere Hundebesitzer auch tut?«
Er kniete sich neben die Hündin, die immer wieder leise winselte und auf den Boden blickte. Der Schein der Taschenlampe bestätigte seine Vermutung. Eine nicht geringe Menge Blut bedeckte den Waldboden. Dank seiner mitgenommenen Ausrüstung konnte er eine Blutprobe sichern. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals.
»Eska, such Anke.« Die Hündin blieb einfach sitzen und schaute ihn aus großen Augen verständnislos an. Er hatte das Tier in jungen Jahren mit ausgebildet und wusste genau, dass es den Befehl kannte, anscheinend jedoch keine Spur finden konnte.
Ihm blieb nur noch den Waldboden mit der Taschenlampe abzuleuchten. Stück für Stück suchte er die Umgebung ab, konnte aber nirgends auch nur die kleinste Spur finden. Sascha bekam es mit der Angst zu tun, die sich langsam in Panik verwandelte.
Er musste überlegen, in welcher Richtung die nächste Hütte lag, während er sich gleichzeitig zur inneren Ruhe zwang. Als es ihm einfiel, ging er auf direktem Wege dorthin, um festzustellen, dass diese inzwischen so verfallen war, dass ein Betreten für einen normal denkenden Menschen nicht infrage kam. Da er in einer Ausnahmesituation war, störte er sich nicht an der heruntergekommenen Bausubstanz und durchsuchte die Hütte. ›Nichts! Kein Anzeichen, dass in den letzten Jahren auch nur eine Seele hier war.‹
Enttäuscht stolperte er über die morschen Bretter aus der Hütte. Eska saß davor und erwartete ihn. Gemeinsam schlugen sie den Weg zur nächsten Hütte ein. Dort angekommen zeigte sich ein ähnliches Bild ab. Total verfallen und heruntergekommen stand die Holzhütte vor ihm. Ein Betreten war nicht möglich, weil der Stützbalken direkt im Türrahmen lag. Sascha leuchtete mit der Taschenlampe durch die ehemalige Tür und Fenster, konnte außer dem Verfall nichts erkennen.
Ein lauter Schrei bahnte sich den Weg aus seiner Kehle, in dem seine Angst und sein Schmerz deutlich zu hören waren. Eska versteckte sich sofort und blickte vorsichtig umher. Die sonst so mutige und tapfere Hündin spürte, dass es ihm nicht gut ging und sie ihm nicht helfen konnte.

Im Kindle-Shop: Operation Waldessturm

Mehr über und von Bibi Rend auf ihrer Website.

22. März 2016

"Arm sein ist nicht sexy! Wie werde ich reich?" von Dimi Novo

Zugegeben, der Traum vom Reichtum ist der am häufigsten geträumte Traum überhaupt. Es heißt, Geld stehe für Freiheit, Einfluss, Glück, Erfolg. Geld macht attraktiv und begehrenswert. Oder findest Du etwa, dass Arm sein die gleichen Vorzüge bietet? Oder tatsächlich sexy ist?

Du hast zu diesem Buch gegriffen, weil Du möglicherweise den Buchtitel attraktiv findest. Höchstwahrscheinlich jedoch, weil Du selbst den Traum hast, reich zu werden. Reich zu sein. Jetzt hältst Du dieses Buch in den Händen und möchtest drauf und dran auf rund 200 Seiten der Frage nachgehen: „Wie wird man eigentlich reich?“ Freiwillig! Niemand hat dich dazu gezwungen.

Die Faszination des Geldes ist seit Jahrtausenden ungebrochen. Das bedeutet jedoch auch, wenn Du wirklich reich werden möchtest, dass Du dich mit Reichtum zwangsläufig auseinandersetzt.

Kann dabei etwas passieren?
Selbstverständlich! Denn bereits mit den ersten Zeilen dieses Buches beschäftigst Du dich zwangsläufig mit Reichtum und kommst der Frage näher: „Wie verdammt noch mal wird man eigentlich reich?“ Wenn Du jetzt eine Liste zum Abhacken oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erwartest, muss ich dich enttäuschen.

Viele Wege führen nach Rom!
Es gibt jedoch Gesetze, die unweigerlich zum Reichtum führen, wenn man diese Gesetze nur befolgt. Deswegen mache ich es spannend. Nicht unbedingt trocken, wie man es von einem Finanzbuch erwarten möchte. Ich erzähle von meinem in der Vergangenheit „Armen Ich“ und meinem heutigen „Reichen Ich“. Denn vor nicht allzu langer Zeit hatte ich ein armes Geldbewusstsein.

Es dauerte Jahre!
Bis ich mich aus diesem armen Bewusstsein befreien konnte. Diesen Fortschritt, welchen ich mir über Jahre mühsam erarbeitet habe, habe ich in diesem Buch niedergeschrieben. Wenn Du den Hinweisen und Empfehlungen folgst, kannst Du dein Bewusstsein für Geld und Reichtum schärfen. Das geht ohne Frage nicht von jetzt auf gleich. Wie überall braucht es Übung und Geduld. Vor allem ist ein finanzielles Umdenken erforderlich. Das Meiste ist jedoch sofort anwendbar und bringt dich mit jedem gelesenen Abschnitt näher zum Traum vom Reichtum.

Gleich lesen: Arm sein ist nicht sexy! Wie werde ich reich?

Leseprobe:
Geld haben oder Geld nicht haben. Eine ganze Menge Psychologie steckt dahinter – schon wieder. Oft müssen wir eine Reihe mentaler Hürden überwinden, damit das Geld gerne zu uns kommt. Es uns mag. Es gerne bei uns verbleibt. Gerne von uns ausgegeben wird.
Oft können wir solche mentalen Hürden nur dann beseitigen, wenn wir uns mit der Psychologie des Geldes auseinandersetzen. Mit der eigenen inneren Sichtweise und der eigenen inneren Einstellung zu Geld beschäftigen. Mit Versuchen an Probanden hat der Hirnforscher Brian Knutson, Professor für Neurologie und Psychologie an der Stanford University (Kalifornien, USA) herausgefunden, dass unser Gehirn nach Geld giert, genauso wie nach Sex. Hier sind jeweils die gleichen neuronalen Netzströme aktiv.
Viele Mythen umringen das Geld. Unterschiedlichste Emotionen und unterschiedlichste Reaktionen haften an diesem Metall und Papier. Bereits das Klingeln von Münzen ruft Glücksreaktionen und die Gier nach mehr hervor. Beobachtet habe ich das am eigenen Leib in Las Vegas. Der Klang des Geldes, der aus den Automaten strömt. Die glitzernden Scheine überall im Lampenlicht leuchtend, versetzen mich in einen Rauschzustand. Nach einem Gewinn, wohin die Münzen wie ein Geldregen aus dem Bildschirm fallen, wird die Wirkung des Rauschzustandes verstärkt. Ich bin in Ekstase. Ich spiele. Es macht so viel Spaß. Ich gewinne. Ich kann nicht aufhören. Die Gier nach mehr treibt mich. Die Animationen. Der Klang. Die Vorstellung den Jackpot zu knacken. All das verleitet mich weiterzumachen. Ich gehe gern ins Kasino. Im Kasino weiß ich komischerweise ganz genau, dass in den überwiegenden Fällen das Geld im Kasino verbleibt. Ich erhalte für jeden Euro, den ich hineintrage, 95 Cent zurück. Eigentlich kenne ich die Regeln. Trotzdem spiele ich solange weiter, bis ich alles verloren habe.
Meine Emotionen nehmen überhand. Ich verliere im schlimmsten Fall die Kontrolle über mich selbst.

Dr. Petra Bock, Managementberaterin, Coach und Autorin des Buches „Nimm das Geld und freu dich dran: Wie Sie ein gutes Verhältnis zu Geld bekommen“ beobachtet in ihrer Praxis, dass Menschen, die mehr Geld ausgeben als sie einnehmen, auch mit anderen Ressourcen wie Arbeit, Gesundheit und Zeit verschwenderisch umgehen. In ihrem Buch schreibt sie: „Weil Geld nur durch andere Menschen zu uns fließt, sind alle Probleme, die wir mit Geld haben, im Kern Beziehungsprobleme.“

So möchte ich aus psychologischer Sicht über die Fragen nachforschen: „Wenn ich Geld wäre, würde ich gerne zu mir kommen?“ Und wenn nicht: „Was sollte ich unternehmen, damit ich als Geld gerne zu mir komme?“

Im Kindle-Shop: Arm sein ist nicht sexy! Wie werde ich reich?

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18. März 2016

"Ich, ... das arme Opfer" von Michael Aulfinger

Der arbeitslose Tobias ist in großen Geldnöten. Eines Tages wird er in seinem eigenen Haus überfallen und in den Keller eingesperrt. Der Täter macht ihm dann ein Angebot, welches Tobias nicht abschlagen kann, wenn er nicht gesundheitlichen Schaden davon tragen möchte. Eine Odyssee jenseits des Gesetztes beginnt. Überraschende Wendungen und viel Ironie fesseln bis zum Ende.

Lesermeinung: "Das Buch fand ich sehr gut. Gefallen hat mir dieser selbstironische Unterton. Spannend ist es auch, mit überraschenden Ereignissen. Kann ich nur weiter empfehlen. Ich habe es keineswegs bereut."

Gleich lesen:
Für Kindle: "Ich, ... das arme Opfer" bei Amazon
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
Am Ende des Wohnzimmers schloß sich die Terrassentür an. Es war eine große Glastür, die geschoben werden konnte. Auf der Terrasse stand ein großer Grill, der häufig benutzt wurde. Dahinter lag der Garten wie in einem Dornröschenschlaf. Mein mangelndes Interesse an Gartenarbeit war deutlich zu ersehen. Einige nannten es ungepflegt. Dagegen sprach ich eher locker von einem natürlichen Biotop. Man kann einige Mißstände eben beschönigen. Sei es drum. Im Moment betörten mich andere Dinge, als das herausziehen von Grasbüscheln, die da nicht hingehörten, wo sie gerade wuchsen.
Einige Minuten stand ich unbeweglich in der Mitte des Wohnzimmers. Es war mir unmöglich, eine klaren Gedanken zu erfassen. Eine Lethargie hatte mich umschlossen. Mein Blick war leer auf die Glaswand und dem dahinter liegenden Garten gerichtet. Wie ich so da stand, tat ich mir selber leid. Ich armer Kerl. Diese böse Welt hatte sich gegen mich verschworen. Sie war ja so ungerecht zu mir.
Langsam versuchte ich mich von dieser Umklammerung zu lösen, denn ich spürte einen starken Hunger in mir. Wohl wußte ich, daß der Kühlschrank zur Zeit nicht allzu viel hergab. Aber für eine Packung Nudeln im Centbereich müßte es noch beim letzten Einkauf gereicht haben. Als ich mich umdrehen wollte, um zur Küche zu gehen, berührte mich ein Lufthauch. Das war ungewöhnlich, mitten im Wohnzimmer, da ja alle Fenster geschlossen waren.
Wirklich alle?
Jetzt erst erkannte ich, daß die Tür zum kleinen Zimmer offen stand. War sie nicht meistens geschlossen? Ich war irritiert. Ich betrat das kleine Zimmer, in dem mein Schreibtisch mit dem heutzutage obligatorischem PC sowie eine Kommode stand. Außerdem hingen an den Wänden einige Regale, die mit Büchern belegt waren. Für mehr war in dem kleinen Zimmer kein Platz. Da erkannte ich, daß das Fenster offen stand. Zwar nur einen Spalt, aber der hatte für den Luftzug gesorgt. Es war mir nicht bewußt, daß ich es beim Verlassen des Hauses am Morgen offen gelassen hätte. Oder begann bei mir schon die Alzheimer Krankheit? Ich schüttelte den Kopf.
Sofort schloß ich das Fenster wieder. Schließlich wollte ich am Abend vor dem Fernseher nicht einschlafen, wenn nicht alle Fenster geschlossen waren.
Dann begab ich mich in die Küche. In einem Topf ließ ich Wasser ein, und stellte diesen auf den Herd. Dann griff ich mit der rechten Hand nach oben und öffnete einen Schranktür. In dem Moment, als ich nach dem Beutel Nudeln griff, vernahm ich hinter mir ein Geräusch. Doch da mein Arm ausgestreckt war, konnte ich mich nicht umdrehen, um der Ursache des Geräusches auf den Grund zu gehen. Haustiere, welche öfters Geräusche verursachen, nannte ich nicht mein eigen. Da hatte ich aber auch schon die Nudeltüte in der Hand, und zog den Arm gerade zurück, als ich einen Schlag auf meinem Kopf spürte. Das war das letzte, was ich wahrnahm, denn mich umfing eine plötzliche Dunkelheit, als wenn jemand einen Lichtschalter ausgeknipst hätte.
Heftige Kopfschmerzen waren das erste, was ich spürte, als ich erwachte. Unbewußt ging meine rechte Hand zu meinem Hinterkopf, und fühlte sogleich eine Beule. Ein leichter Schmerz durchzog sofort meinem Kopf. Die Augen waren noch geschlossen. Scheibchenweise kamen die Erinnerungen zurück. Wo war ich?
Jetzt erst benutze ich meine Nase. In ihr war ein penetranter Geruch gestiegen. Ein Geruch, den ich nicht sofort lokalisieren konnte, der mir aber bekannt war. Ich hatte diesen penetranten Gestank schon oft gerochen. Langsam wurde ich wach. Jetzt öffnete ich auch die Augen, und war im ersten Moment genauso schlau wie vorher, denn es war finstere Nacht.
Aber jetzt dämmerte es mir. Die Kopfschmerzen klangen ab, und bald wußte ich wo ich war. Der Geruch war Heizöl. Folgerichtig mußte ich in meinem eigenem Heizungskeller sein. Um ganz sicher zu sein, tastete ich meinen Liegeplatz ab. Denn es war zwecklos, nach einem Lichtschalter zu suchen. Dieser war nämlich draußen vor der verschließbaren Eisentür angebracht, wie mir meine Erinnerung weissagte.
Behutsam ging ich in die Knie, und dann stand ich auf. Ein wenig war ich noch wackelig auf den Beinen, aber die Benommenheit wich immer mehr aus meinem Körper. Es gab ein kleines vergittertes Fenster, durch dem ein wenig Mondlicht herein schimmerte. Dieses genügte, um die Umrisse der zwei Öltanks, die nebeneinander standen, zu erkennen. Davor war aus Gründen der Sicherheit, um eventuell auslaufendes Heizöl aufzuhalten, eine ein Meter hohe Mauer mit 2-DF-Steinen gezogen. Diese war verputzt, und gestrichen. Im Vorraum, wo ich gelegen hatte, befand sich an meinem Kopfende die Heizungsanlage. Im Moment war sie ausgeschaltet. Der Vorraum war gerade so groß, daß ich ausgestreckt liegen konnte. Viel Platz war nicht vorhanden. Als ich mich bückte fühlte ich zwei Decken, die mir gehörten. Außerdem hatte man mir ein Kopfkissen bereit gelegt. An meinem Fußende, welches die Kelleraußenwand darstellte, ertastete ich einen Plastikeimer, der da eigentlich nicht hingehörte. Zu welchem Zwecke er dort deponiert war, sollte ich noch erfahren. Daneben stand eine Packung Saft, und es waren zwei beschmierte Brote hinterlegt. Mehr war nicht vorhanden. Die schwere Eisentür war natürlich von außen verschloßen. Kein Schlüssel steckte von innen.
Gierig griff ich nach den Broten, und stillte meinen Hunger. Auch an dem Saft tat ich mich gütlich. In der Dunkelheit war es etwas schwierig, aber ich versuchte mich den Bedingungen anzupassen. Jetzt waren meine ersten Bedürfnisse befriedigt, und nun beschloß ich klar über meine Lage nachzudenken.
Richtig, es war mein eigener Heizungskeller. Ich war in meinem eigenem Haus eingesperrt.
Wie bizarr und grotesk. Wer macht so was? Je mehr ich darüber nachdachte, umso unheimlicher wurde es mir. Ein regelrecht ängstliches Gefühl, machte sich in mir breit, denn eins wurde mir sofort bewußt. Es muß ein Verbrecher sein. Erstmal ist diese Person ungebeten in mein Haus eingebrochen. Zweitens hat sie mir körperliche Gewalt angetan. Und drittens mich gegen meinen Willen gefangen gehalten. Dies war eindeutig Kidnapping.

Im Kindle-Shop: Ich, ... das arme Opfer
Für Tolino: Buch bei Thalia

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"Du, Dein Zahnarzt und ich" von Dieter Jobst

Welcher Zahnarzt ist gut? Wenn man vom Rathaus kommt, ist man schlauer als vorher. Sagt der Volksmund. Wer vom Zahnarzt kommt, ist nicht selten noch ratloser. Weiß der Autor. Zumal, wenn „etwas“ gemacht werden soll. Oder schon gemacht wurde, mit einem für den Patienten unbefriedigenden Resultat. Dieses Buch klärt auf, nennt alternative Lösungen für die „neuen Zähne“ und schließt beim Patienten Informationslücken, die, im Praxisalltag gepflegt, oft größer sind als die zu schließende Zahnlücke.

Und es begleitet den Leser auf dem Weg, als aufgeklärter Patient einen guten Zahnarzt zu finden. Der Autor, selbst Zahntechnikermeister und auch Patient, entdeckt bei seinen Auftraggebern, den Zahnärzten, mehr handwerkliche Schattenseiten, als einem Patienten lieb sein kann.

Gleich lesen:
Für Kindle: "Du, Dein Zahnarzt und ich: Au Backe. Alles ohne Betäubung" bei Amazon
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
Von der Wiege bis zur Bahre
Nicht selten ist es doch so, dass wir vom Zahnarzt kommen, es soll irgendetwas gemacht werden,und mal wieder wissen wir mangels Aufklärung nicht, was der eigentlich zu tun vorhat. Hand aufs Herz, geht es Ihnen anders? Deshalb erzähle ich Ihnen in diesem Buch einiges zu Ihren Zähnen, nenne Fakten, aber keine Namen. Und Versorgungs möglichkeiten, mit denen Sie im Fall des Falles die Zähne sanieren lassen können oder besser nicht.
Der erwachsene Mensch hat im Oberkiefer, das ist der hinter der Oberlippe, 14 Zähne und im Unterkiefer, das ist der, der einem manchmal nach unten klappt, weil man nur noch sprachlos sein kann, noch einmal 14. Schön aufgeteilt in 6 Schneidezähne und 8 Backenzähne, wie der Laie sagt. Und später dann, von der Natur jedenfalls so vorgesehen, falls die Weisheit vollends durchgebrochen sein sollte, sind auch die Weisheitszähne vorhanden, oben 2 und unten 2, verteilt auf rechts und links.
„Da ist ’ne Menge zu putzen“, sagt der Besitzer der 32 Zähne.
„Damit sollte sich doch was machen lassen“, sagt der Zahndoktor. In der Zahnmedizin kursiert der Satz: „Man muss sich seine Behandlungsfälle heranziehen.“ Heißt auch, sich den zukünftigen Umsatz durch entsprechende Vorarbeiten zu sichern.
Hätte der Mensch, wie von den Extremitäten oder den Augen, auch nur zwei Zähne, würde er sicherlich sorgsam damit umgehen. Sie hüten wie einen Augapfel. Am besten für die Zahnmediziner aber ist es, wenn der Normalbürger nichts mit den Zähnen macht, sondern sie sich selbst und der Karies überlässt. Dann entstehen früher oder später die ersten Probleme am Zahn in Form von wunderschönen Löchern.
Das ist dann gut für die Zahnmediziner, aber schlecht für die Patienten, denn ab jetzt wird es teuer. Vielleicht nicht sofort. Aber es wird. Wie immer ist es nur eine Frage der Zeit.

Jeder Dritte hat Karies
Gehört haben Sie das auch schon, es seien circa 33 Prozent. Es gibt aber auch Annahmen, die gehen sogar von 80 Prozent aus. Sogar bei 98 und 99 Prozent der Bevölkerung in Deutschland wird Karies vermutet.
Die Frage nur, wie kommt die in so viele Münder? Die wird ja durch Bakterien verursacht, über-wiegend wohl durch das Bakterium „Streptococcus Mutans“. Wenn wir auf die Welt kommen, haben wir das aber nicht im Mund. Also muss es durch Infektion dorthin kommen, durch Ansteckung. Sagt die Medizin und weiß auch den Grund: Klar, durch die Eltern kommt es in den Mund. Durch Schnuller ablutschen und Vorkosten vom Babybrei, durch Nuckeln der Großen an der Flasche für die Kleinen. Und irgendwann sind die ersten Beißerchen da, die Bakterien schon längst, und zack, fallen sie über Zähnchen her. Deshalb haben so viele Kleinkinder schon Karies. (Die kommt also von den Eltern und gar nicht allein vom überzuckerten Babytee? Wenn das die Industrie wüsste.)
Die Weitergabe vom Streptococcus ist aber nicht auf Kleinkinder begrenzt. „Alles fühlt der Liebe Freuden, schnäbelt, tändelt, herzt und küsst“, singt der Monostatos in Mozarts Zauberflöte. Da haben wir also mindestens einen weiteren Infektionsgrund: Küssen. Und wenn Kussspender oder -empfänger eine nachlässige Mundpflege haben? Nun mal ehrlich, wer dachte jemals daran, dass das Loch im Zahn womöglich die Folge einer Ansteckung ist? Die Karies ist aber auch gemein, weil sie wirklich unerkannt in nicht immer einsehbaren Winkeln des Mundes werkeln kann.
Die Karies hat also bei den 30 bis 99 Prozent der Bevölkerung ganze Arbeit geleistet und ein Loch in den Backenzahn geätzt. Was macht der Zahnarzt? Es wird gebohrt oder – ganz modern – mit Laser gearbeitet. Die kariöse Stelle wird beseitigt und dadurch das Loch vergrößert. Im Anschluss wird das Loch im Zahn mit einem Material wieder aufgefüllt. Der mündige Patient spricht hier gern von einer „Plombe“. Was allerdings sachlich schlichtweg falsch ist, denn Plombe kommt vom französischen Plomb, ganz korrekt aber von Plumbum (chem.: Pb), der lateinischen Bezeichnung für Blei. Und Blei ist zum einen giftig und zum zweiten nicht mundbeständig. Der Speichel, aggressiv, wie er ist, würde das Blei und Bleioxid zersetzen. Und weil sogar schon Wasser, klares Wasser, aggressiv ist, darf es in Deutschland auch keine Wasserrohre mehr aus Blei geben, damit das Wasser nicht bleihaltig wird. Jedenfalls sollte es ab 2014 so sein.

Im Kindle-Shop: Du, Dein Zahnarzt und ich: Au Backe. Alles ohne Betäubung
Für Tolino: Buch bei Thalia

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17. März 2016

"Gesichter des Verrats" von Marion Krafzik

Würde ich auch heute in der Gosse leben, wenn ich ein stärkerer, selbstbewussterer Mensch gewesen wäre, ein Mensch, der geliebt wird?

Niemand hat mir erklärt, dass Liebe blind macht. Niemand hat mich gewarnt, dass ich mit meiner Wahl vorsichtig sein sollte. Oder habe ich die Warnungen nur ignoriert?

Habe ich die Zeichen einfach verdrängt, weil ich so ausgehungert nach Liebe war?

Doch die größte Last, die ich seit jener Nacht vor zwei Jahren in mir trage, ist der Verrat, den ich an dem einzigen Menschen, der mich uneingeschränkt liebte, beging. Aber hatte ich eine Wahl?

Gleich lesen: Gesichter des Verrats

Leseprobe:
Unruhig wälze ich mich in meinem Bett hin und her, die Augen fest geschlossen.
›Wer bin ich? Was will ich?‹ Diese beiden Fragen wollen einfach nicht aus meinen Gedanken verschwinden. Ich fürchte mich vor meinen Antworten, die ich feige immer wieder verdränge. In was für ein Drama habe ich mich hineinmanövriert? Mein Körper kribbelt vor Unruhe, warum bin ich nur so schwach? Ich blinzle auf die andere Seite des Bettes. Der Mond wirft harte Konturen auf Roberts Gesicht. Sein Atem geht ruhig und gleichmäßig, als wäre die Welt in Ordnung. Beklommenheit übermannt mich. Ich will ihn nicht verlieren, ich will, dass er mich liebt, genauso, wie ich ihn liebe.
Langsam, ganz vorsichtig stehle ich mich aus dem Bett und schleiche ins Bad. So wie früher lasse ich mir kaltes Wasser über den Nacken laufen. Das hat immer geholfen, wenn ich nicht weiter wusste, wenn meine Mutter wieder einmal durch mich hindurch gesehen hatte und ich genau wie jetzt keinen Ausweg wusste. Wohin mit meinen Gefühlen?
Ich blicke in den Spiegel und betrachte mich akribisch: die große Nase, meinen nicht ganz vollen und leicht unregelmäßigen Mund. Meine Augen sind akzeptabel - groß rund und in einem angenehmen Blaugrün, umgeben von dichten Wimpern mit darüber schön geschwungenen Augenbrauen. Deprimiert stelle ich fest, dass mein Aussehen eher durchschnittlich ist. Stimmt es, was Robert sagte: ›Eine kleine Korrektur hier und da, und schon haben die Menschen wieder mehr Selbstbewusstsein‹ . Ist es wirklich so einfach? Noch etwas, worüber ich mir den Kopf zerbrechen kann. An Schlaf ist nicht mehr zu denken.

Im Kindle-Shop: Gesichter des Verrats

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16. März 2016

"Mord mit Risiken: Ein Ostfrieslandkrimi" von Harald H. Risius

Bei Sonnenaufgang treibt Hinnis Segelboot im Schilf am Großen Meer. An Bord befindet ein Pärchen – beide nackt und tot. War Eifersucht im Spiel? Hat der Mord etwas mit den Grundstücksspekulationen um ein Hotelprojekt zu tun? Oder war es eine Verwechselung? Brunner, der fränkische Hauptkommissar, dem Wasser und Boote suspekt sind, ermittelt recht erfolglos von Land aus und macht sich keine Freunde.

Aber dann fallen weitere Schüsse – diesmal vorbei. Der Fall bekommt eine neue Perspektive, ein Auftragskiller ist unterwegs. Werden Brunner und Susi es rechtzeitig schaffen, den Mörder zu stoppen?

Es gibt es dramatische Szenen bei einer Wattwanderung nach Baltrum und auf einer Segelyacht in der Nordsee vor Norderney. Eine Bombe wird gefunden und schließlich muss die Küstenwache eingreifen ...

Harald Risius nimmt seine Leser mal wieder mit nach Ostfriesland und lässt sie Nordseeluft schnuppern, die Landschaft erleben und sich mit den manchmal eigenwilligen Einwohner auseinandersetzen. Sie bestehen das wichtige Ostfriesenabitur mit dem Hauptfach „Selbstironie“ und machen spannende Segeltörns.

Dies ist der dritte Ostfrieslandkrimi aus der Reihe ‚Sail & Crime’ mit den Protagonisten Hinni und Renate von Harald Risius. Bisher erschienen: „Regatta mit Nebenwirkungen“ und „Kreuzfahrt in Gefahr“.

Gleich lesen: Mord mit Risiken: Ein Ostfrieslandkrimi

Leseprobe:
Benno, der Besitzer einer kleinen, aber stets gut besuchten Kneipe am Großen Meer, dem sogenannten Meerwachthuus, steht morgens wie immer sehr früh auf. Bereits kurz nachdem die Sonne aufgegangen ist und ihn mit den ersten Strahlen geweckt hat. Es ist ein ruhiger Morgen, stellt er mit einem Blick durch das Fenster fest und heute soll es nochmals einen warmen Tag geben, sagte soeben der Wetterbericht im Radio.
Benno hat deshalb noch viel zu tun und vorzubereiten, er rechnet wieder mit vielen Touristen. Nachdem er sich angezogen, die Treppe herunter in den Schankraum gegangen ist und sich dort seinen ersten Kaffee aus dem Automaten in seinen persönlichen Becher gelassen hat, geht er auf seine Terrasse. Er zündet sich eine Zigarette an und will die Tische und Stühle zurecht rücken, die vom gestrigen Abend noch wild durcheinander stehen. Es war wieder einmal spät geworden, die Leute wollten das gute Wetter draußen genießen und danach hatte er keine Lust mehr aufzuräumen. Die beiden jungen Frauen, die er im Sommer als Bedienung einstellt hatte, haben ihn im Stich gelassen und pünktlich um zehn Uhr Feierabend gemacht. Aber das macht nichts, die Leute werden ja stundenweise bezahlt. Bier zapfen und Schnäpse ausschenken, das kann er noch allein und etwas zu Essen gibt um diese späte Stunde in dem Falle einfach nicht mehr. Ist ja sowieso ungesund.
Wie immer aber gilt sein erster Blick dem Großen Meer, dies ist seine Einnahmequelle. Er hat großes Glück gehabt, dass sich das Gebiet touristisch so gut entwickelte und da kann ein kurzes Innehalten, ein Bitten um noch mehr Gäste, nicht schaden. Sein Frühgebet sozusagen. Die Sonne glitzert flach im Wasser und er zieht seine Schirmmütze tiefer in die Stirn, um nicht geblendet zu werden.
Ganz hinten, auf der anderen Seite des Meeres, scheint ein Boot im Schilf zu stecken, die Segel sind gesetzt. Ein früher Segler, der aus Versehen ins Schilf geraten ist, vermutet er. Aber das wäre schon ein bisschen sehr früh, der müsste ja schon im Dunkeln abgelegt haben. Seltsam!
Benno holt sein Fernglas, um die Segelnummer zu erkennen. Ein großes rotes R als Klassenzeichen sieht er oben im Segel und darunter die Registriernummer G 214. Das ist Hinni Boomgardens Boot, erinnert er sich. Aber der fährt nicht aus Versehen ins Schilf, es sei denn, er hätte ein hübsches Mädchen an Bord. Aber so früh am Morgen? Und Hinni ist doch jetzt mit Renate, dieser Frau aus Bayern oder Franken zusammen, so genau kennt er sich da nicht aus. Sollten die beiden sich zu so früher Morgenstunde ein kleines Abenteuer gönnen oder sogar im Schilf übernachtet haben ...? Das wäre zwar nicht erlaubt, aber Hinni meint ja immer, man muss die Regeln nur kennen, um sie besser brechen zu können.
Vielleicht hat sich das Schiff auch losgerissen und ist abgetrieben, überlegt Benno weiter. Aber bei der Windstille in der Nacht, kann er sich das auch nicht vorstellen und wer würde schon sein Boot mit angeschlagenen Segeln über Nacht am Steg liegen lassen? Oder hat da jemand Hinni einen Streich gespielt und heimlich die Leinen losgeworfen?
Vielleicht braucht Hinni auch Hilfe? Nach kurzem Überlegen geht er ins Haus, sucht sein Handy und ruft Hinni an. Ein paar Mal lässt er es klingeln, aber Hinni geht nicht ran. Jedenfalls nicht an sein Handy und die Festnetznummer aus dem Telefonbuch herauszusuchen, ist ihm zu umständlich.
Benno nimmt sein Motorboot, mit dem er offiziell nur auf dem Kanal, der parallel zum Großen Meer verläuft, fahren darf. Es liegt wie immer ‚zufällig’ an seinem kleinen Steg direkt vor dem Badestrand. Er zieht am Starterseil und zehn PS erwachen knatternd zum Leben ...

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15. März 2016

"Schatten" von M.D. Grand

Ceryan ist einer der neun Generäle des Königs und gleichzeitig dessen bester Kämpfer - kein Wunder also, dass Zenox ausgerechnet ihn aussendet, um den sagenumwobenen Stein des Kairoan zu finden, der dem Herrscher endgültig zum Sieg über das Nachbarland Velmar verhelfen soll. Widerwillig zieht der Schattenfürst aus, um dem Wunsch seines Herren gerecht zu werden und mehr über die Legende herauszufinden. Was er jedoch letztendlich findet, ist weit mehr als nur ein Hinweis auf den Ort, an dem sich der Stein befinden soll ...

Sarkastisch, böse und alles andere als freundlich: SCHATTEN bietet dem Leser ein außergewöhnliches Lesevergnügen, mit Phantasie und Abenteuer und originellen Charakteren, die vor allem durch ihren Facettenreichtum überzeugen.

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Leseprobe:
„Ceryan?“ Leam lag am Waldboden und starrte in die dunklen Baumkronen empor.
„Was ist?“ Ich lag neben ihm, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und hatte die Augen geschlossen.
„Habe ich Euch geweckt?“
Ich schlug die Augen auf. „Nein.“
„Wieso nehmt Ihr nie Eure Kapuze ab?“
„Ich nehme sie doch ab.“ Im diesem Moment etwa hatte ich sie nicht auf, er konnte es bei all der Dunkelheit bloß nicht sehen.
„Ich meine wir reiten durch einen einsamen Wald, ich sehe keinen Grund, sie tagsüber zu tragen.“
„Ich sehe keinen Grund, es nicht zu tun.“
„Was verbirgt sich unter Eurer Kapuze?“
Ich grinste. „Mein Gesicht.“
Er richtete sich auf und versuchte, im Dunkeln etwas zu erkennen. Meine Augen zeigten mir jedes Blatt, jede Bewegung in der Finsternis und ich war froh, dass Leams Sinne des Nachts beinahe unbrauchbar waren. Ich fragte mich, wie er wohl reagiert hätte, wenn er meine Gesichtszüge als die des Prinzen aus seinen Büchern erkannt hätte.
Ich wusste, von welchem Bild er letzte Nacht gesprochen hatte. Es war von einem Maler angefertigt worden, der sein Handwerk verstand. Durchaus anzunehmen, dass Leam mich darauf erkennen würde. Nur gut, dass die Bücher nicht alle Geheimnisse preisgaben.
„Hast du Angst vor mir, Leam?“, fragte ich schließlich langsam.
„Habt Ihr vor, mich zu töten?“, kam die Gegenfrage.
Ich lachte leise. „Nein. Außer du nennst mir einen guten Grund dafür.“
„Dann weiß ich nicht, wieso ich Euch fürchten sollte.“
„Ich diene König Zenox.“
„Aber Ihr handelt nach Eurem Gewissen.“
„Tue ich das?“ Ich blickte hinauf zu den Baumkronen, die das Licht des Mondes fern hielten. Ich wusste es nicht...
Plötzlich hörte ich in einiger Entfernung Schritte.
„Ceryan, Ihr…“ Ich hielt Leam jäh den Mund zu und er protestierte lautlos.
„Jemand ist uns auf den Fersen!“, zischte ich und zog den Jungen auf die Beine. „Sei leise, hörst du?“
Leam nickte und ich löste vorsichtig meine Hand von seinen Lippen.
Ich lauschte einen Moment angestrengt – es waren sieben Verfolger, das konnte ich nun erkennen. Sie bemühten sich offensichtlich, leise zu sein, denn obwohl sie recht nah waren, vernahm ich kaum die Geräusche, die sie verursachten.
Ich schob Leam zu seinem Pferd, doch noch bevor ich Erym erreicht hatte, waren die Verfolger bereits gefährlich nahe. Ich griff auf meinen Rücken und mit einem schneidenden Geräusch zog ich das Schwert aus der Scheide.
Einen Moment später traten sieben vermummte Gestalten hinter den Bäumen hervor und bildeten einen Kreis um uns. Sieben Fackeln flammten auf und erleuchteten die kleine Lichtung, auf der wir unser Lager aufgeschlagen hatten.
„Was wollt Ihr?“, fragte ich. Meine Stimme klang drohend.
Die Gestalten nickten sich kurz zu, dann zogen sie ihre Schwerter. Jetzt, wo ich ihren Geruch wahrnehmen konnte, war ich mir beinahe sicher, dass es sich um Dimashquai handelte – Kopfgeldjäger der übelsten Sorte.
Statt einer Antwort stieß eine der Gestalten ein grollendes Brüllen aus und sie stürmten auf uns zu. Ich duckte mich geschwind unter dem ersten Schlag hinweg, den zweiten parierte ich einwandfrei und beim dritten sank der erste Angreifer tot zusammen. Blieben noch sechs. Ich hörte Leam hinter mir keuchen.
„Leam!“ Er schaute kurz zu mir. Panik lag in seinen Augen. Ich warf ihm das Schwert des Toten zu, er fing es geschickt auf.
„Kannst du damit umgehen?“, fragte ich, während ich herumwirbelte und einem der Angreifer das Schwert in den Brustkorb stieß.
„Nein…?“
Ich duckte mich, um einem Schwerthieb auszuweichen, im nächsten Moment sprang ich über eine Klinge hinweg. Ich rollte mich zur Seite ab, packte währenddessen ein weiteres Schwert, welches einer der Dimashquai fallen gelassen hatte, und hielt nun in jeder Hand eine Waffe.
Mit der Linken stieß ich das Schwert nach hinten – es durchbohrte etwas Weiches – und mit der Rechten schwang ich die Waffe herum und köpfte einen der Jäger. Dann überbrückte ich schnell die Entfernung zwischen mir und dem Jungen.
„Was zum Teufel treibst du da?“, fragte ich verwirrt und beobachtete einen Moment lang fassungslos, was Leam mit dem Schwert veranstaltete: Er ließ es soeben auf eine Art und Weise, die ich in meinem gesamten Leben noch an niemandem beobachtet hatte, auf den Kopf eines Dimashquai krachen, der mit einem dümmlichen Grunzen die Augen überdrehte und schließlich bewusstlos zu Boden sackte.
„Ich sagte doch, ich kann das nicht!“
Die zwei restlichen Gestalten teilten sich nun auf. Einer wandte sich Leam zu, der andere kam mir entgegen gestürmt. Mit einem lauten, metallischen Geräusch prallten unsere Schwerter aufeinander. Wir lieferten uns einen erbitterten Kampf, doch plötzlich hörte ich hinter mir ein ersticktes Japsen, eine halbe Sekunde darauf das Klirren eines zu Boden fallenden Schwertes. Das kalte Lachen eines Dimashquai. Ich fuhr herum.
Leam lag am Boden, das Schwert etwa drei Meter von ihm entfernt, der Kopfgeldjäger direkt über ihn gebeugt. Im nächsten Moment durchzuckte mich ein kalter, brennender Schmerz. Ich keuchte überrascht. Das Schwert meines Gegners hatte in einem Moment der Unachtsamkeit meine Rippen durchbohrt. Mit einem Aufschrei schwang ich herum und tötete den Angreifer.
Leam war inzwischen so weit wie möglich zurückgewichen, den Rücken an einen Baum gepresst. Das Schwert sauste auf ihn nieder und in letzter Sekunde warf er sich zur Seite.
Der Angreifer zögerte nicht lange, zog mit einem Fluchen das Metall aus dem Holz und schlug abermals nach seinem Opfer. Der Junge riss erschrocken die Augen auf, denn nun konnte er nicht mehr ausweichen. Er schloss die Augen, um den Todesstoß zu empfangen.

Im Kindle-Shop: Schatten

Mehr über und von M.D. Grand auf ihrer Website.

14. März 2016

"Der gegrillte Koch: Eine ganz heiße Geschichte" von Birke Butter

Heiner Holler arbeitet sich aus kleinsten Verhältnissen zum „Gastro-König“ der Kurstadt Baden-Baden hoch. Dabei helfen ihm ein paar glückliche Zufälle, die für die Menschen seiner Umgebung dummerweise tödlich enden. Er umgarnt das Publikum, das ihm zujubelt, mit Ideen und „besonderen“ Rezepten. Keiner ahnt, dass er für seine „Amuse Geules“ eine magischen Zutat verwendet, die jedem Koch das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Oder auch nicht?

Schöne Mädchen, elegante Damen und hübsche Jungs erliegen seinem Charme. Aber getrieben von Rache für eine in der Kindheit erlittene Demütigung, verliert er am Ende alles. Auch seine große Liebe.

Die schnörkellose Erzählung pendelt geschickt zwischen Drama und Satire. Hier ist kein Wort zu viel. Von der ersten Seite an verfolgt der Leser mit wachsender Spannung die Kapriolen des Protagonisten, die ihn immer höher steigen lassen. Bis zum tiefen Fall. Das ideale Buch für Menschen, die wenig Zeit haben – so spannend, dass man es in einer Nacht ausgelesen hat.

Gleich lesen: Der gegrillte Koch: Eine ganz heiße Geschichte

Leseprobe:
Heiner tastete sich mit der linken Hand an der feuchten Backsteinwand entlang, um den Lichtschalter zu finden. Die Steintreppe, die in die weitläufigen Kellergewölbe des Restaurants „Sinziger Krug“ führte, war mit einem feinen Belag aus feuchtem Staub, altem Fett und Mäusekot bedeckt. Es gab kein Geländer. Man musste geschickt sein, um nicht auszurutschen, und gute Augen haben, um im fahlen Licht der Kellerfunzel etwas zu erkennen.
Hier war der Bauch des Restaurants, der unersättlich alles in sich hinein schaufelte: Die Kisten mit Tomaten, Salat, Gemüse, die Steigen mit Kartoffeln und Zwiebeln, die Meerrettich-Wurzeln, die in einem feuchten Sandhaufen steckten, die Rinder- und Schweinehälften, die Hühner, die Enten und Wachteln, die Paletten mit den Eiern und alles was sonst noch gebraucht wurde für die Kreationen der traditionellen badischen Küche.
Nein, besonders sauber war es hier unten nicht, und Heiner fragte sich, wie das gehen konnte, wo es doch eine Gewerbeaufsicht gab. Schaute keiner von denen hinter die dicken grauen Türen der Kühlkeller, wo manchmal tagelang die Sahne und der Käse vor sich hin schimmelten? Roch keiner die faulenden Kartoffeln und die matschigen Zwiebeln, die hier in den dunklen Ecken verrotteten? Es spielte keine Rolle, und keiner sah es den „Tournedos Rossini“, dem „Coque au vin“, den „Hechtklößchen nach Art des Chefs“ und allen anderen wohlklingenden Gerichten der französisch beeinflussten badischen Küche an, unter welchen hygienischen Bedingungen sie auf den Tisch kamen.
Die Portionen waren reichlich im Restaurant „Sinziger Krug“. Was auf den Tellern blieb, wanderte in den „Verdauungstrakt“. Dort wo die überlaufenden roten und blauen Plastiktonnen, die auf den Schweinebauern warteten, vor sich hin stanken wie frisch Erbrochenes. Und über allem lag der faulige Moder des alten, feuchten Gemäuers.
Heiner hüpfte mit seinen Turnschuhen die glitschigen Steinstufen hinunter. Er hatte sich eine Technik angeeignet, bei der er die Stufen nur mit den Zehenspitzen berührte. Er war ziemlich schnell und rutsche nie aus.
Unten angekommen hielt er inne. Die Stille traf ihn jedes Mal wie ein Schlag: Er lauschte. Kam das Knistern und Rascheln von den Ratten? Nein, er hatte keine Angst vor den Viechern, mochte die Begegnungen aber nicht. Er war davon überzeugt, dass sie ihm überlegen waren. Schneller, gerissener, intelligenter. Eines Tages werden sie die Macht übernehmen, hatte seine verrückte Tante Adele prophezeit. Es sind Millionen, und wenn sich hundert von ihnen auf dich stürzen, fressen sie dich so schnell auf, dass in fünf Minuten nur noch deine Knochen übrig sind. Er fühlte sich angestarrt aus klugen schwarzen Augen.

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