4. Januar 2017

'Catch the Millionaire - Daniel Rochester' von Lisa Torberg

Die Medien nennen ihn „Sweet Danny“. Zu Recht. Daniel Rochesters dichtes Haar hat die Farbe edler Bitterschokolade. Seine Augen leuchten goldbraun wie Nugat. Und er ist mit nur 27 Jahren der millionenschwere Erbe der größten Süßwarenfabrik des Königreichs. Als bekannt wird, dass er der neue Kandidat von Catch the Millionaire ist, stehen die Server des London Chronicle vor dem Zusammenbruch … denn Tausende von Frauen wollen zu Dannys „süßer Verführung“ werden.

Myrtle Wilson, die im Süßwaren-Imperium der Rochesters arbeitet, hat hingegen nur einen Wunsch: Endlich einmal den Firmenchef aus der Nähe zu sehen. Und so macht sie die größte Dummheit ihres Lebens …

Dieser Roman ist der dritte Band der Reihe "Catch the Millionaire".

Gleich lesen: Catch the Millionaire - Daniel Rochester: Millionenerbe „Sweet Danny“ sucht süße Versuchung zwecks zartschmelzender Fusion

Leseprobe:
»Du siehst aus wie eine Katze, die Sahne geleckt hat, Gillian. Gefällt er dir?«
Ich zucke zusammen. Dass ich mein Erschrecken nur spiele, braucht Jayson nicht zu wissen. Genauer gesagt – er darf es nicht wissen! Ich spüre seine Gegenwart immer und überall, sobald er sich nur in Riechweite befindet. Er riecht wie die fleischgewordene Verführung, war mein erster Gedanke gewesen, als er sich nach meinem Sturz helfend über mich gebeugt hatte. In dem Treppenhaus des Wohnhauses, in dem wir zwei auf dem gleichen Stockwerk liegende Appartements bewohnen. Diese Mischung aus wild schäumendem Ozean, aromatischer Grapefruit und edlem Holz, deren Ursprung ich immer noch nicht auf den Grund gekommen bin, raubt mir den Atem. Wenn sie sich dann mit seinem ganz persönlichen Duft vermengt, so wie jetzt, bin ich verloren. Wieder einmal respektiert er meine hundertmal ausgesprochene Bitte, sich in meinem Büro nicht heimisch zu fühlen, nicht. Er bleibt auch nicht einfach stehen, wie es jeder andere normale Mensch tun würde, der unerbeten und ohne anzuklopfen das Büro der Projektleiterin von Catch the Millionaire betritt. Nein! Er nähert sich, umrundet den Schreibtisch, stellt sich hinter mich und vergräbt seine Hände in meiner verspannten Schultermuskulatur. Ich kann es zwar nicht verhindern, dass sich meine Augenlider absenken, aber zumindest den – einem Schnurren ähnelnden – Laut unterdrücke ich.
»Also?« Jayson beugt sich über meine rechte Schulter und sein warmer Atem streicht über mein Ohr. »Ich hab dich was gefragt, Schwesterchen. Gefällt er dir?«
Dieses verflixte Wort, mit dem er mich sogar vor Fremden anspricht, lässt mich zusammenzucken. Ich hasse es, von ihm Schwesterchen genannt zu werden, obwohl ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Brüderchen kontere. Aber es fühlt sich einfach falsch an, wenn zugleich ein Schmetterlingsschwarm in meinem Magen eine wilde Salsa tanzt und es sich in meinem unteren Bauchraum anfühlt wie in einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Nicht, dass ich das aus eigener Erfahrung wissen kann, aber die Vorstellung entspricht dem, was mir irgendwann in Jaysons Nähe geschehen wird, wenn es mir nicht gelingen sollte, ihn ein für alle Mal in die Schranken zu weisen.
»Von wem sprichst du?« Ich schaffe es, so beiläufig und desinteressiert wie möglich zu klingen, und treffe meinen zukünftigen Stiefbruder damit an einer empfindlichen Stelle. Ich spüre es, da er seine massierenden Bewegungen unterbricht, jedoch ohne seine Hände von meinen Schultern zu nehmen. »Doch nicht von Daniel Rochester?«, füge ich mit gespieltem Erstaunen hinzu.
Natürlich von ihm – von wem denn sonst. Der Produktionsleiter des Filmteams könnte mein Großvater sein – und seine Leute, vom Tontechniker bis hin zu den Kameramännern, ähneln den Mitgliedern einer Hippie-Kommune. Sie belassen die Natur so, wie sie ist, auch was ihre Körper betrifft, und kiffen sicherlich jeden Abend Marihuana, das sie auf dem Balkon in Blumentöpfen züchten. Jayson kann also von niemand anderem sprechen als von unserem Millionär. Plötzlich bohrt er seine Daumen in das weiche Fleisch neben den Schulterknochen, die Finger beider Hände an meiner Vorderseite oberhalb der Schlüsselbeinknochen und drückt zu.
»Verscheißern kann ich mich selbst auch, Gillian.« Seine Stimme ist noch dunkler als sonst und sein Brummen ähnelt dem einer untertourig fahrenden Harley. »Ich bin doch nicht blind. Du hast dich ihm angebiedert, mit den Augen geklimpert und sogar den Knopf deiner Bluse, der die Grenze zwischen anständig und vulgär bildet, geöffnet. Du warst so sehr von diesem ach so süßen Danny vereinnahmt, dass du die erstaunten Blicke aller anderen Anwesenden komplett übersehen hast.«
Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich annehmen ... Er ist eifersüchtig! Und mir wird schlecht! Mit einem Ruck entziehe ich mich Jaysons Griff, indem ich aufspringe und zugleich meinen Drehstuhl nach hinten sausen lasse. Der tut, wozu er konzipiert ist, und dreht sich. Die eine Armlehne trifft das Brüderchen offenbar in seinen Weichteilen. Prustend klappt er zusammen wie ein Schweizer Taschenmesser.
»Du bist ein riesengroßes Arschloch, Jayson. Nur weil du irgendwie auf mich stehst, mich aber eigentlich nicht willst und nicht haben kannst, gibt dir das noch lange nicht das Recht, mich zu beleidigen. Und auch wenn ich dir keine Rechenschaft schuldig bin, so sage ich es dir trotzdem. Daniel Rochester ist absolut nicht mein Typ.“

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Mehr über und von Lisa Torberg auf ihrer Website.



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