10. Februar 2017

'Der Traum vom Bestseller und die harte Wirklichkeit' von Daggi Geiselmann

Viele haben ihn schon geträumt, diesen Traum vom Bestseller und ebenso vielen ist er schon zum Albtraum geworden. Hier erfahren Leser und Autoren, was auf dem Buchmarkt so alles passiert, welche Fallen es für uns Autorinnen und Autoren gibt und welche Fauxpas sich Autoren erlauben.

Leser werden erfahren, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt und was Neid unter Autoren alles anrichten kann. Das sind nur einige Punkte, über den Traum vom Bestseller. Humorvoll, manchmal sehr real und unterhaltsam, werdet ihr durch die Welt der Autoren geführt.

Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Gleich lesen: Der Traum vom Bestseller und die harte Wirklichkeit: Eine Autorin packt aus

Leseprobe:
Die liebe Simone (fiktiver Name) hatte einen Stapel ihres neuen Buches bestellt. Gewappnet und voller Tatendrang machte sie sich mit 10 Exemplaren auf den Weg, um alle, wie von mir beschrieben, zu verteilen. Auch vor ihrer Metzgerei machte sie nicht halt. Sie kannte die Metzgerei-Fachverkäuferin sehr gut seit Kindertagen und dachte sich, dass sie dort sicher zwei ihrer Bücher auslegen dürfte.
Freundlich begrüßte sie Sandra und kaufte erst mal zwei Kilo Schweinehals, der für das Abendessen sowieso benötigt wurde. An der Kasse zog sie dann strahlend ihr Buch aus der Tasche und übergab es ihrer Jugendfreundin. Die betrachtete interessiert das Buch-Cover und bekam einen knallroten Kopf. Simone verstand nicht warum. Auf dem Cover war doch nur ein schwarzhaariger, stämmiger, muskulöser Mann zu sehen und der Buchtitel. »Wie zähme ich einen Haus-Tyrann?«
In diesem Moment kam Sandras Mann, der Metzger, aus dem Kühlhaus. Simone verstand sofort und bekam auch einen feuerroten Kopf. Der Metzger war dem Mann auf ihrem Cover wie aus dem Gesicht geschnitten. Es dauerte nicht lange bis er die beiden hochroten Gesichter bemerkte und das Buch, das Sandra hinter ihrem Rücken zu verstecken versuchte.
»Was hast du denn da?«, fauchte er sie an. Dann riss er ihr quasi das Buch aus der Hand und betrachtete sein Ebenbild. »Ah, ein Buch über einen Haustyrann, das Sie geschrieben haben und meiner Frau andrehen wollen? Na, Ihnen werd ich helfen!«, schrie er wütend und schlug der armen Simone ihr Buch um die Ohren. Ein Redeschwall von Beleidigungen brach nun auf die beiden Frauen herein. Simone wurde angewiesen, ihr Buch, das leicht beschädigt war, sofort einzupacken und die Metzgerei nie mehr zu betreten. Sandra musste sich noch einige beleidigende Worte von ihrem Despoten anhören.
Tja – so kann es natürlich auch gehen.
Überlegt euch immer gut, wem ihr euer Buch anbietet.
Simone war für diesen Nachmittag erst einmal geschockt, weil sie nicht gewusst hatte, was für ein übler Mensch der Mann ihrer Bekannten war. Sie hatte nach diesem Vorfall keine Lust mehr, ihr Buch weiterhin anzubieten und machte sich auf den Heimweg.
Zuhause erwarteten sie schon ihre beiden Kinder und ihr arbeitsloser Ehemann. Als sie lustlos ihre 10 Bücher in eine Ecke warf und sich erschöpft und immer noch aufgewühlt von dem Vorfall in den Sessel sinken ließ, war ihre gesamte Familie verwundert.
»Du wolltest doch erst wieder nach Hause kommen, wenn du alle Bücher verschenkt hast!« Ihr jüngster Sohn brach das beklommene Schweigen.
»Mir reicht es für heute!«, erwiderte Simone schlecht gelaunt. Erst jetzt bemerkten alle ihre verstrubbelten Haare und ließen nicht locker, bis sie erzählt hatte, was in der Metzgerei passiert war.
Die Kinder (8 und 10 Jahre alt) schauten sich bestürzt an. Ihr Mann musste schallend lachen und nahm sie dann liebevoll in die Arme.
»Habe ich dir nicht schon mal gesagt, dass du aufpassen sollst, wem du mit deinem Buch auf die Füße trittst?«
»Herbert war schon immer so, den kenne ich schon seit vielen Jahren!«, fügte er hinzu.
Simone gelobte in Zukunft vorsichtiger zu sein und wollte das Marketing dann anderen überlassen. Ihre Exemplare bot sie nur noch ganz engen, gut bekannten Freunden an.

Im Kindle-Shop: Der Traum vom Bestseller und die harte Wirklichkeit: Eine Autorin packt aus

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Kommentare:

  1. Vielen, vielen Dank Lutz für deine netten Worte und die ausführliche Leseprobe aus dem Buch. Das nenne ich Service. Komme gerne wieder mit anderen Büchern von mir zu dir.
    Liebe Grüße Daggi
    und natürlich werde ich diesen guten Service weiter empfehlen.

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  2. Gleich aufgeben und die Bücher nur noch Bekannten anzubieten ist sicher keine geeignete Maßnahme.
    Dennoch weiß ich, wovon die Autorin spricht. Über meinen ersten Roman könnte ich einen eigenen Krimi schreiben.

    LG Dee

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  3. Fundierte Informationen bietet das Buch nicht, ist aber recht amüsant und unterhaltsam.

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