7. Februar 2017

'Schwanenkind' von R.D.V. Heldt

Eine zauberhafte Geschichte für Klein und Groß. Für alle die noch Freude an einem schönen Märchen haben.

Seetonia im Mittelalter. Nach dem Tod der Königin im Wochenbett, schenkte König Kaltan seine ganze Liebe und Aufmerksamkeit seinem Sohn Kilan und bemerkte nicht, zu welchem Tyrannen dieser sich entwickelte.

Alle am Hofe waren seinen Launen ausgeliefert und er bekam mit seinen Lügen vom König immer Recht. Besonders betroffen war der Zauberer Hokastus, dem Kilan so übel mitspielte, dass er nur durch die Flucht aus dem Schloss einer Bestrafung entging.

Als der König auf mysteriöse Weise verstarb, gab Kilan der Heilerin Eldegard die Schuld und verurteilte sie zum Tode. Auf dem Marktplatz sollte sie als Hexe verbrannt werden ...

Gleich lesen: Schwanenkind

Leseprobe:
Es begab sich zu der Zeit, als König Kaltan über Seetonia herrschte. Er war ein gütiger und gnädiger König, dem das Wohl seiner Untertanen sehr am Herzen lag.
Das Land war ein reiches Land und bot den Menschen alles, um ihnen ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Es verfügte über Bodenschätze, wie Gold, Silber und Erz, hatte fruchtbare Böden, auf denen alles gedieh und eine Landschaft, die man sich schöner nicht vorstellen konnte. Neben Berge, weiten Tälern und grünen Auen, gab es einen wunderschönen See, auf dem prächtige Schwäne lebten.
Die Seetonianer waren ein glückliches und zufriedenes Volk, obwohl sie den größten Ertrag ihrer Arbeit an den König abgeben mussten, da das gesamte Land der Krone gehörte und sie Böden, Ländereien oder Minen nur zur Bearbeitung überlassen bekamen. Jede Familie erhielt, entsprechend ihren Fähigkeiten, ein Stück Land zugewiesen, auf dem sie sich Häuser bauen, Tiere halten oder Äcker bewirtschaften konnten. Der Anteil, den ihnen König Kaltan aus ihren Erträgen überließ, reichte völlig aus, um gut zu leben und sogar untereinander Handel zu betreiben. Die Häuser bauten sie aus Lehm und in vielen war es urgemütlich. Ein großer Kamin sorgte im Winter für behagliche Wärme und ganzjährig diente eine Feuerstelle dazu, reichhaltige Mahlzeiten zuzubereiten. Niemand musste Hunger erleiden und alle waren versorgt. Dafür liebten und verehrten sie ihren König, für den sie mit Freude arbeiteten.
Kaltan schätzte die Menschen, die ihm seinen Wohlstand bescherten und war immer darauf bedacht, dass auch sie zufrieden waren. Es kam auch vor, dass er sie aufsuchte, gemeinsam mit ihnen am Kamin saß und sich über ihr Befinden erkundigte.
Wenn er aber die totale Entspannung suchte und dem ganzen Trubel im Schloss entrinnen wollte, ließ er sich ein Pferd satteln und ritt zum See. Hier konnte er abschalten, saß stundenlang am Ufer, blickte zu den Felsen, die den halben See einrahmten und von deren Höhen Wasserfälle herab plätscherten, aber auch zu dem dichten Wald, der den restlichen See umgab und aus dessen Baumkronen die verschiedensten Vögel ihren Gesang anstimmten. Direkt am Uferrand befanden sich ausgedehnte Flächen, die mit Schilf bewachsen waren und in den See ragten. Dort quakten Frösche und Libellen schwirrten von Halm zu Halm.
Doch am meisten beeindruckten ihn die Schwäne, die majestätisch auf dem See schwammen. Mit ihnen fühlte er eine Verbundenheit, die er nicht beschreiben konnte. Der Höhepunkt aber war, wenn diese weißen Vögel zu ihm ans Ufer kamen und aus seiner Hand das mitgebrachte Brot fraßen, welches er ihnen in kleinen Stücken reichte. Hierbei vergaß er Zeit und Raum und auch die Trauer, die er immer noch im Herzen trug, seit seine Gemahlin, nach der Geburt seines Sohnes Kilan, im Wochenbett verstorben war. Zwei Tage und Nächte verbrachte er damals an ihrem Totenbett, bevor er sich von seiner Frau verabschieden konnte. Da sprach er zu ihr:
„Meine geliebte Königin, du hast mich verlassen und im Moment weiß ich nicht, wie ich ohne dich weiterleben soll. Doch hast du mir einen Sohn geschenkt, der aus unserer Liebe entstand. Für ihn will ich stark sein und sorgen. In ihm lebst du weiter und die Liebe, die ich für dich empfinde, werde ich ihm geben.
Ruhe nun in Frieden, meine geliebte Frau. Ich erwarte den Tag, an dem wir wieder vereint sind.“
Ein letztes Mal küsste er seine Gemahlin und verließ den Raum.
Damals fiel er in ein tiefes Loch. Nicht nur, dass er seine Frau verloren hatte, musste er nun Mutter und Vater für ein neugeborenes Kind sein. Dieser Knabe war die Verbindung zu seiner verstorbenen Frau und er wollte sich an das Versprechen, welches er ihr beim Abschied gegeben hatte, nämlich alles für ihn zu tun und es ihm an nichts fehlen zu lassen, halten. Dieser Wille half ihm, wieder neue Lebenskraft zu schöpfen.

Im Kindle-Shop: Schwanenkind

Mehr über und von R.D.V. Heldt auf ihrer Website.



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