28. Juni 2017

'Liebesduft liegt in der Luft: Rosen und Vanille' von Olga Usherova

Sie ist so verliebt wie noch nie zuvor - und sie lässt sich in eine Welt voller Magie führen, die nach Vanille duftet. Er liebt sie über alles – und er schenkt ihr sein Herz – und tausend rote Rosen.

Lora lernt in dem Taekwondo-Verein einen Jungen namens Brendon kennen, in den sie sich sofort verliebt. Sie geht auf ihn zu und sie fragt ihn nach einem Date. So kommt es zu einem wundervollen Date in einem chinesischen Restaurant.

Lora hat ein Geheimnis: Sie kann Feuer speien, weil ihr Vater einen Drachen getötet hat. So hat er diese Gabe bekommen und Lora hat diese Gabe geerbt. Sie vertraut Brendon ihr Geheimnis an - und er zeigt ihr den wundervollen Elfenwald, in dem sie schon einmal in ihrer Kindheit gewesen ist. Sie entdecken wunderschöne Blumen, in denen kleine Elfen leben.

Bald stellt sich heraus, dass Brendon der Sohn von Loras Deutschlehrer ist. Und dann wird alles so richtig kompliziert...

Gleich lesen: Liebesduft liegt in der Luft: Rosen und Vanille

Leseprobe:
Drei maskierte Männer liefen mir über den Weg. Es geschah am frühen Morgen, als ich auf dem Weg zur Schule war. Normalerweise waren um diese Uhrzeit schon sehr viele Leute unterwegs, aber an diesem Tag waren alle Straßen wie leergefegt. Niemand konnte mich hören, als ich ganz laut schrie. Ich wollte an den Männern vorbeigehen, aber ein maskierter Mann hielt mich fest. Ich wusste sofort, dass das nichts Gutes zu bedeuten hatte. Es gelang mir nicht, mich loszureißen. Die Männer lachten mich aus.
„Was kannst du uns anbieten? Handy? Geld? Schmuck? Andere Wertsachen?“, fragte mich der Mann, der mich festhielt. Dachten diese Männer etwa wirklich, dass ich ihnen meine Wertsachen geben würde? Nur über meine Leiche!
Ich schüttelte den Kopf: „Lasst mich in Ruhe!“ „Willst du etwa sterben?“, wollte ein anderer Mann wissen. Er holte ein scharfes Messer aus seiner Tasche heraus – und er hielt es mir vor das Gesicht. Ich ließ mich nicht einschüchtern.
„Ihr könnt mich nicht umbringen! Ich kann Feuer speien! Ich kann euch verbrennen!“, stellte ich klar. Die Männer lachten mich schon wieder aus. Glaubten sie mir etwa nicht? Ich hatte eine ganz besondere Gabe. Mein Vater hatte vor dreißig Jahren einen Drachen besiegt. Dadurch hat mein Vater die Fähigkeit dazu bekommen, Feuer zu speien. Diese Fähigkeit habe ich von ihm geerbt. In diesem Augenblick war ich sehr dankbar dafür, dass ich Feuer speien konnte.
Ein Mann berührte mit der Messerspitze meinen Hals. Er flüsterte, dass er mir den Hals aufschlitzen würde, wenn ich ihm meine Wertsachen nicht freiwillig geben würde. Ich sollte lieber mitspielen, sonst müsste ich mit dem Leben bezahlen. Ich schüttelte den Kopf.
Sie haben sich das falsche Opfer dafür ausgesucht – ich würde mich nicht berauben lassen! Es ging mir gar nicht um die materiellen Dinge, sondern um meinen Stolz. Wenn ich die Sachen einfach hergeben würde, dann würde es sehr erniedrigend für mich sein. Ich hatte schließlich eine Gabe!
„Du kannst Feuer speien?! Das wollen wir sehen! Nicht wahr, Freunde?“, konnte ich wahrnehmen. Die anderen Männer nickten. Okay – sie wollten es wohl nicht anders! Diese Idioten!
Sie spielten mit dem Feuer – mit dem Leben – und sie wussten es nicht einmal. Ich öffnete meinen Mund und ich wollte Feuer speien, aber es funktionierte nicht. Das lag wohl daran, dass ich mich nicht richtig konzentrieren konnte. Ich stand unter Schock. Die Männer lachten.
Vielleicht spielte ich mit dem Leben. Sollte ich einfach aufgeben? Wenn es mir nicht gelingen würde, Feuer zu speien, dann würde ich gar keine Chance gegen diese Männer haben. Verdammt!
Ich hatte immer gedacht, dass mir so etwas nie passieren könnte, weil ich mich immer verteidigen könnte. Es funktionierte jedoch nicht. Ich könnte ausrasten, aber was würde mir das bringen? Die Männer dachten nun bestimmt, dass ich verrückt sein würde. Es war mir egal, was sie dachten. Die Messerspitze berührte immer noch meinen Hals. Ich konnte mich nicht wehren.
Ich versuchte es noch einmal, aber ich konnte einfach kein Feuer speien. Nicht in dieser Situation. Ich müsste mich beruhigen. Vielleicht würde es dann funktionieren.
Das Problem war jedoch, dass ich mich nicht beruhigen konnte. Ich hatte Todesangst. Die Männer sahen so … gefährlich aus. Wieso holten sie sich die Sachen nicht selbst? Es würde wohl eine Genugtuung für sie sein, wenn ich ihnen meine Wertsachen „freiwillig“ geben würde.
„Okay, … okay. Ich werde euch mein Handy geben. Und mein Geld. Mehr habe ich nicht. Werdet ihr mich in Ruhe lassen, wenn ich euch die Sachen geben werde?“, wollte ich wissen.
„Ja, wir werden gehen. Wir wären schon längst gegangen, wenn du uns die Sachen sofort gegeben hättest. Wenn du sterben würdest, würdest du diese Sachen schließlich sowieso nicht mehr brauchen.“, meinte ein Mann.
Ich öffnete meine Schultasche. Dann holte ich mein Handy und meine Geldbörse heraus. Ich gab dem Mann, der mich festhielt, mein Handy und fünfzig Euro. Mehr Geld hatte ich nicht dabei.
„Ist das etwa wirklich alles?“, fragte mich der Mann. Was hatte er denn erwartet? Tausend Euro? Wieso sollte ich so viel Geld mitbringen?
„Ja, das war wirklich alles.“, stellte ich klar.
„Und was ist mit deiner Kette? Sie ist mit Sicherheit auch etwas wert.“, meinte ein Mann. „Nein, nicht meine Kette. Sie, … sie ist gar nichts wert. Sie bedeutet mir jedoch sehr viel.“, sagte ich. Es ist mir leichter gefallen, mein Handy herzugeben als meine Kette. Das könnten die meisten Menschen mit Sicherheit nicht verstehen. Meine Kette war besonders. Mein Vater hat den Drachen-Anhänger im Elfenwald gefunden.
Im Elfenwald hat es früher sehr viele Drachen gegeben, aber mittlerweile waren alle Drachen besiegt. Der Anhänger sollte mir immer Stärke und Mut verleihen. Hatte er nicht sowieso schon versagt? Ich musste die Kette hergeben – ich hatte gar keine andere Wahl. Widerwillig zog ich die Kette aus – dann drückte ich sie einem Mann in die Hand. Dann waren die Männer zufrieden – und sie ließen mich gehen. Ich ... ging zur Schule.

Kapitel 1
War es nicht lächerlich, dass ein Mädchen, das Feuer speien konnte, Selbstverteidigung lernen musste? Niemand zwang mich dazu, aber es fühlte sich dennoch falsch an. Was würde es mir bringen, mich verteidigen zu können, wenn ich wieder unter Schock stehen würde? Könnte ich die Techniken der Kampfkunst dann etwa anwenden? Vielleicht würde ich mich dann etwas sicherer fühlen. Wenn ich keine Angst haben würde, dann könnte ich bestimmt Feuer speien.
Vielleicht würde sich niemand dazu trauen, sich mit mir anzulegen, wenn ich einen schwarzen Gürtel tragen würde. Dachte ich etwa wirklich, dass ich irgendwann so weit kommen würde?
Ich habe mich vor zwei Jahren im Taekwondo- Verein angemeldet. Damals ist mir klargeworden, dass ich mehr können müsste, um mich immer wehren zu können. Es reichte wohl nicht aus, Feuer speien zu können.
Im Verein durfte ich gar kein Feuer speien – nein, ich musste meinen Gegner mit bloßen Händen und Füßen schlagen. Mittlerweile war ich gar nicht mehr so schlecht darin – und ich wurde immer besser. Wenn es wirklich darauf ankommen würde, würde ich jedoch so viel Angst haben, dass ich nichts mehr können würde. Wieso ging ich überhaupt in den Verein? War es nicht sinnlos? Vielleicht ging ich nur hin, weil es mir Spaß machte. Ich fühlte mich stärker.
Vor zwei Wochen hat sich ein Junge in diesem Verein angemeldet. Er war wirklich sehr gut – für einen Neuling. Manchmal konnte ich mich gar nicht richtig konzentrieren, weil ich ihn ständig anschauen musste. Es ist viel einfacher geworden, mich zu schlagen, seitdem der Junge aufgetaucht ist. Fiel ihm auf, dass ich ihn immer wieder anstarrte? Er hatte haselnussbraune Augen und glänzende, schwarze Haare, die er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte.
Manchmal trafen sich unsere Blicke, aber er schaute dann sofort wieder weg. Hatte er kein Interesse an mir? Vielleicht müsste ich ihm zeigen, was ich wirklich drauf hatte, um ihn zu beeindrucken. Ich durfte mich nicht ständig ablenken lassen. Vielleicht dachte der Junge, dass ich die Kampfkunst gar nicht beherrschen würde. Dafür, dass ich schon zwei Jahre lang in diesen Verein ging, würde das wirklich sehr schlecht sein. Als ich gegen ein Mädchen in meinem Verein antreten musste, konzentrierte ich mich auf den Kampf. Ich wollte das Mädchen besiegen – um jeden Preis. Es fühlte sich so an, als würden wir zusammen um den Jungen kämpfen. Ich wusste nicht einmal, wie er hieß, aber ich mochte ihn. Wieso mussten die Jungs immer um die Mädchen kämpfen? Ich drehte den Spieß einfach um – und ich kämpfte mit meiner Gegnerin, um den Jungen zu beeindrucken. Wenn ich das Mädchen besiegen würde, dann müsste mich der Junge ins Kino einladen. Natürlich wusste er nichts davon. Ich habe noch nie mit ihm geredet. Vielleicht würde ich ihn gar nicht mehr mögen, wenn wir miteinander sprechen würden. Möglicherweise würde sich herausstellen, dass wir keine Gemeinsamkeiten haben würden. Dann würde ich kein Interesse mehr an dem Jungen haben. Wir gingen zwar zusammen in den Verein, aber ich würde gerne einen Freund haben, der noch viel mehr Gemeinsamkeiten mit mir haben würde. Wieso machte ich mir Gedanken darüber? Der Junge hatte möglicherweise gar kein Interesse an mir. Vielleicht war er sogar davon genervt, dass ich ihn so oft anschaute.
Diesmal schaute ich ihn bewusst nicht an, weil ich mich konzentrieren musste. Es gelang mir tatsächlich, das Mädchen zu schlagen. Hat der Junge überhaupt zugeschaut? Ich hoffte es.
Ich schaute den Jungen an. Diesmal wich er meinem Blick nicht aus. Er schenkte mir ein Lächeln.

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Mehr über und von Olga Usherova auf ihrer Website.



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