11. April 2018

'Die Scharen des Teufels. Ostfriesland-Thriller' von André Wegmann

Kindle Edition | Tolino | Taschenbuch
Teufelsanbetung in Grevensiel: Privatermittler Jesko gerät an der Nordseeküste in das Fadenkreuz satanistischer Serienmörder!

Bei einer Geburtstagsfeier im Küstenort Grevensiel wird Privatermittler Michael Jesko vom örtlichen Pfarrer gebeten, die Hintergründe einer Grabschändung zu untersuchen. Jesko, der ein paar Tage Urlaub an der Nordsee eingeplant hatte, geht von einer Lappalie aus und erklärt sich bereit, dem sympathischen Mann zu helfen. Bei seinen Ermittlungen kommt er unfassbaren Verbrechen auf die Spur und gerät ins Fadenkreuz eines satanistischen Zirkels, dessen Mitglieder keine Grenzen kennen. Bald ist nicht nur sein eigenes Leben in höchster Gefahr …

"Die Scharen des Teufels" ist der dritte Fall des Ermittlerteams um Michael Jesko. Viel Lokalkolorit, eine mittelalterliche Sage und grausame Verbrechen vereinen sich zu Hochspannung an der Nordseeküste! Ein Kampf um Leben und Tod gegen scheinbar übermächtige Kräfte beginnt.

Leseprobe:
Ein aufgedunsener Vollmond thronte am Nachthimmel und ergoss sein silbernes Licht über die flache Landschaft Ostfrieslands. Es schälte die Umrisse eines flachen Gebäudes aus der Dunkelheit, aus dem tiefe langgezogene Töne aus mehreren Kehlen drangen, die wie ein sakraler Gesang anmuteten. In der Nähe bellte ein Hund aufgeregt und wölfisch.
In dem Gebäude, einer alten Scheune, standen sechs in schwarze Kutten gehüllte Gestalten um einen aus zahlreichen brennenden Teelichtern gebildeten Kreis herum, in dem mit weißer Farbe ein Drudenfuß auf den verwitterten Holzfußboden gezeichnet worden war. Das umgekehrte Pentagramm war ein Symbol des Teufels und die beiden nach oben zeigenden Spitzen deuteten seine Hörner an.
„Dies irae, dies illa. Solvet saeclum in favilla. Teste Satan cum sibylla. Quantos tremor est futurus“, psalmodierten die Kuttenträger, deren Gesichter hinter weißen Masken verborgen waren.
Eine Schwarzmagierin mit schmaler Statur und buckligem Rücken, die ebenfalls eine Kutte trug und mit einer seltsam kehligen Stimme leise und schnell vor sich hin murmelte, stand abseits der anderen vor einem als Altar dienenden länglichen Tisch. Auf diesem befanden sich Ständer mit brennenden Kerzen, Schalen mit Pflanzen, Kräutern, Gewürzen und Flüssigkeiten sowie verschiedene Utensilien. Aus einer kleinen Messingpfanne stieg eine Rauchschwade empor, welche die Luft mit den Düften von Weihrauch, holzig-aromatischem Kampfer und balsamischem Styrax schwängerte. Die Frau, auf deren schwarzem Umhang kunstvoll gestickte Hexagramme und umgedrehte Kreuze prangten, legte kleine dreieckige Stücke Schwarzbrot in eine Schale, als der Gesang plötzlich verstummte.
Einer der Kuttenträger, ein großer und stämmiger Kerl, entfernte sich von den anderen und ging in einen dunklen Bereich der Scheune. Kurz darauf zerrte er eine ausgemergelte nackte Frau um die fünfzig mit sich, zwischen deren strähnigen, grauen Haaren etliche kahle Stellen auf der Kopfhaut klafften. Sie wehrte sich nicht und wäre auch gar nicht dazu in der Lage gewesen, denn man hatte ihr eine sedierende Substanz verabreicht, die ihre Bewegungsfähigkeit stark verlangsamte. Sie wollte sich jedoch auch gar nicht wehren, denn in ihrem Geist hatte sich ein schwelender Wahnsinn eingenistet, der durch schreckliche Erlebnisse in den vergangenen Monaten entstanden war und sie die Realität nicht mehr begreifen ließ. Zumindest nicht mehr gänzlich, denn ihre geweiteten Augen, die unruhig hin und her huschten, verrieten ihre ängstliche Anspannung.
Die anderen Kuttenträger traten beiseite und der stämmige Mann packte die Frau unter den Achseln, hob sie über die Teelichter hinweg in den Kreis hinein und drückte sie unsanft runter, bis sie mit dem Rücken auf dem Boden lag. Anschließend ging er zum Altar, nahm eine Schale mit Hühnerblut an sich und kehrte in den Kreis zurück. Der flehende Blick der Frau kündete jetzt eindeutig von Angst, aber weder sagte sie etwas noch rührte sie sich. Der Mann tauchte seine rechte Hand in die Schale, bückte sich und malte ihr mit dem Hühnerblut einen Kreis auf den Bauch. Durch diesen Kreis zog er ein X und ein Kreuz, sodass das Symbol Ähnlichkeit mit einem Steuerrad aufwies. Dann verließ er den Kreis. Von den anderen trat einer vor und stellte sich vor die Füße der Frau. Seine Maske war um die Augenlöcher und den Mundschlitz herum mit schwarzer Farbe bemalt. Jeweils zwei vertikale rote Streifen auf beiden Wangen, die vom Augenbereich bis neben den Mund verliefen, vermittelten den Eindruck, als würde er Blut weinen. Er löste den Knoten seiner Kutte, streifte sie auf, öffnete seine Hose und zog seine Shorts hinunter, um seine pralle Erektion zu befreien. Mit zwei harten Tritten gegen die Unterschenkel der Frau spreizte er ihre Beine, dann legte er sich auf sie, führte sein Glied ein und begann sie zu penetrieren. Seine heftigen und rücksichtslosen Stöße entlockten der Grauhaarigen ein schmerzvolles Stöhnen, das sich zu seinem animalischen Grunzen mischte.
Als er fertig war, richtete er sich auf, zog Shorts und Hose hoch und verschnürte seine Kutte wieder. Er verließ den Kreis und ein zweiter Mann trat vor und fing an, sich an der Frau zu vergehen. Währenddessen griff die Schwarzmagierin mit ihrer knochigen Hand auf dem Altar nach einem Schwert mit einem Griff aus Holz und einer etwa dreißig Zentimeter langen Klinge aus Edelstahl, die im Kerzenlicht funkelte. Auf der Vorderseite war der Begriff ADONAI in die Klinge eingraviert worden. Als sie sich mit dem Schwert in der Hand dem Kreis näherte, wichen die Kuttenträger respektvoll zur Seite. „Siste!“, zischte sie und der Mann, der die inzwischen wimmernde Frau mit harten Stößen bearbeitete, verharrte in der Bewegung und drehte abrupt seinen Kopf in ihre Richtung. Die geschwungenen schwarzen Linien auf seiner weißen Maske, die sich von den Mundwinkeln bis auf die Wangen zogen, erzeugten den Ausdruck eines Dauergrinsens. Fast trotzig stieß er noch einmal in die Frau hinein, dann zog er sich aus ihr zurück, erhob sich und nestelte an seiner Hose und der Kutte herum. Als er beiseitegetreten war, stellte sich die Schwarzmagierin zwischen die Beine der Frau und ließ die Schwertklinge über ihrem Oberkörper kreisen. „Ad Satanas qui laetificat juventutem meam. Veni, omnipotens aeterne diabolus“, sagte sie mit tiefer grollender Stimme, hielt mit den kreisenden Bewegungen inne und umfasste den Griff des Schwertes mit beiden Händen.
„Bide nich“, stammelte die Grauhaarige, der seit einiger Zeit die Schneidezähne fehlten. Ihre Augen schienen aus den Höhlen zu treten, Todesangst flackerte darin auf.
„VA! VA! AIE SARAYE!“ Die Schwarzmagierin spie die Laute aus. „HEMAN-ETAN HEMAN-ETAN!“
Ein entsetzter Schrei löste sich aus der Kehle der Grauhaarigen, als die Magierin mit einer geschmeidigen Bewegung in die Hocke ging und ihr die Klinge kraftvoll zwischen die kleinen Brüste rammte. Der Schrei ging in ein ersticktes Röcheln über, während Blut aus ihrem Oberkörper spritzte und den umliegenden Scheunenboden sprenkelte.

Im Kindle-Shop: Die Scharen des Teufels. Ostfriesland - Thriller (Michael Jesko ermittelt 3).
Für Tolino: Buch bei Thalia
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