18. April 2018

'Filins Reise: Der böse Blick' von Siiri Saunders

Kindle (unlimited)
Filin hat getötet - schon wieder!
Der Feenelf flieht aus dem Königshaus, das niemals seine Heimat wurde.

Auf seiner Reise in die Einsamkeit trifft er auf einen Marienkäfer und ein Menschenmädchen - die beide nicht in seiner Welt sein dürften! Anstatt sie und den auffälligen Käfer sofort zu verlassen, verirrt er sich in einem Labyrinth aus Lügen, Mitgefühl, Betrug und gefährlicher Liebe!

Seine Welt zwingt ihn bald zur Wahl: Liebt er eine Ausgestoßene, deren Anwesenheit das Ende der Elementewelt bedeutet? Oder akzeptiert der Thronfolger den Untergang seines Volkes?

Der Auftakt zu einem Fantasy-Dreiteiler für Jugendliche und junge Erwachsene. Eine Reise in eine Welt, in der der Mond rosa scheint und die Welten eng miteinander verknüpft sind. Zu eng.

Leseprobe:
»Du kannst nicht vor deinen Problemen weglaufen, Amélie! Wenn ich dich noch einmal einfangen muss, binde ich dich an mich. Ob dir das gefällt?« Filín gluckste spöttisch. Als sie nicht reagierte, schaute er nach ihr. Eingelullt in Fichtenzweige und Blätter, fixierte sie die Dunkelheit.
»Bist du eingeschlafen?«
»Nein, nein.« Sie schniefte. »Ich dachte an meinen Daddy. Ich vermisse ihn sehr.«
»Wen?«
»Mein Vater. Also der, der mich gemacht hat. Mein …«
»Schon gut, schon gut. Ich habe es verstanden.«
»Ich frage mich, wie mein Dad zurechtkommt. Ohne mich. Ob er regelmäßig isst und auch mal spaziert.«
»Müsst ihr eure Eltern beaufsichtigen?«
Amélie grinste. »Nein. Mein Dad ist … Vergesslich.«
»Aha. Und du glaubst, er hat dich vergessen, weil du ihm nichts zu essen gibst?«
Das Lagerfeuer knisterte. Filín schaute vom Sternenhimmel in ihr Gesicht. Rosafarben strahlte das Licht sie an.
Sie schmunzelte, schüttelte mit dem Kopf und öffnete den Mund leicht: »Es ist so unnatürlich und doch ... die ganze Welt wirkt nachts warm und freundlich. Einladend, wie eine Bonbonfabrik.«
Das Wasser am Bach plätscherte.
»Wie?« Filín beobachtete Amélie. Sie verrenkte sich den Hals, um einer Hirschkuh beim Trinken zuzusehen. Ihre Hörner funkelten in der Nacht, das Fell schimmerte samtig. Das war auch für Filín ein besonderer Anblick.
»Romantisch. Ich frage mich, wie mein Vater auf mein Verschwinden reagiert hat.«
»Er vermisst dich sicherlich.«
Sie fuhr sich durch das Haar und zappelte mit den Füßen, dabei verschob sie ihr mühsam aufgebautes Lager. Nach einigen Versuchen, es zu richten, stand sie auf und setzte sich zu Filín. Sie starrten eine Weile in das Lagerfeuer. Das trockene Gras raschelte.
Amélie tippte mit dem Fuß. »Hast du eine Freundin?«
Filín fixierte sie.
»Ihr habt mich auch solche Sachen gefragt, also darf ich das jetzt auch.«
»Naja. Es gab da mal ein Katzenmädchen …« Filín stockte. »Ist dir nicht gut? Du bist plötzlich so blass.«
Sie rieb ihre Beine und rückte ihr Shirt zurecht. »Alles bestens.«
»Es ist vorbei. Es war nichts Ernstes. Ich hatte noch nie ... Egal.« Verblüffung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Über seine Frauenwahl? Zu Recht.
»Ich auch nicht«, fügte sie kleinlaut hinzu, hob ein Steinchen vom Boden auf und warf es, sodass es fünf Mal über das Wasser hüpfte.
»Das sind Dinge, die Jungs tun.« Filín lachte etwas zu laut und grinste, als er Amélies trotzige Miene sah.
»Auch Mädchen können jungenhaft sein.«
Sie plauderten über befremdliche Tatsachen und stellten Ähnlichkeiten zwischen den Welten fest.
»Ich verstehe diese Elektrizität oder die Computer und deine Kühlschränke nicht.« Er runzelte die Stirn.
Amélie schmunzelte. »Für mich ist die Idee seltsam, dass ihr eure Wäsche nicht in die Trommel werft und sie sauber rausholt. Oder, dass ihr jagen geht und ein König euch herumkommandiert.«
Das Lagerfeuer fiel knisternd in sich zusammen. Amélie saß nah bei Filín, sie gähnte und ihr entfuhr ein langanhaltendes »aaahh«.
»Psst!«
»Lass uns ein anderes Mal darüber sprechen.« Sie rieb ihre Arme, lächelte keck und legte die dünne Decke über ihren Oberkörper. »Du kannst mich ja beschützen.«
»Du wirst dich umdrehen und bist morgen erfroren.« Er schob ihr ein paar zusätzliche Gigantumblätter unter die Hüfte, deckte ihren Hals mit langen Zweigen ab und zauberte zum Schluss eine wärmende Decke aus seinem Beutel.
Er betrachtete sein Werk zufrieden und kuschelte sich auf seine Lagerstätte.
Das Schnarchen des Marienkäfers hielt ihn wach. Amélie seufzte. Ob er auch sie wachhielt?
»Filín? Filííín!«
Noch bevor er antworten konnte, wuchtete Mick seinen Körper auf die Seite und platschte auf den Bauch.
Filín unterdrückte ein Lachen.
Der Marienkäfer torkelte schlaftrunken zu Amélie.
»Was ist?«
»Irgendetwas brennt in meinem Auge. Es pocht.«
Er brummte und bewegte seine Flügel auf und ab. »Lass mal sehen.« Mit seinem Beinchen stocherte er ihr im Gesicht herum.
»Das ist, als würdest du mich mit einem Streichholz kitzeln.«
Filín krabbelte auf allen vieren zu ihnen. »Was ist los?«
»Ihr Auge brennt.«
Etwas zischte.
»Ich sehe weiße Punkte.« Amélie stockte: »Hier riecht es wie …«
»Verbrannt«, stellte Filín fest.
Sie schnüffelte: »Ja. Irgendetwas brennt hier.«
Filín fragte: »Hast du etwas Komisches gemacht?«
»Wenn rumliegen und versuchen zu schlafen in deiner Welt komisch ist. Dann ja.«
Der Marienkäfer brummte und flatterte aufgeregt. »Was ist das?« Er kehrte den beiden den Rücken. Niemand sprach.
»Nun sagt schon.«
»Dein … Panzer qualmt. Ist das auch etwas, das Marienkäfer hier können?«
»Waaas?« Er drehte sich mehrmals um die eigene Achse, um seinen Rücken zu begutachten.
Filín rief: »Wir müssen hier sofort weg.«
Amélie gähnte. »Ist das einer deiner lustigen Tricks?«
Er zog sie an der Hand hinaus. »Komm schon.«
Mick trabte hinter ihnen her.
Filín lief in Richtung des Wassers. »Das sind Fieberblumen. Die sind gefährlich! Ernsthaft. Wasch deine Augen aus und du, nimm ein Bad.«
»Es ist so kalt …«, murmelte Mick und fächerte mit seinen Flügeln.
»Wascht euch das Gift vom Körper. Sofort!«
Mick watete hinein und kugelte umher. Als er herauskam, schüttelte er sich und breitete die Flügel aus. Dabei erzeugte er ein flirrendes Geräusch.
Filín betrachtete den Schaden: »Das sind klitzekleine Brandflecken.«
Amélie trocknete ihr Gesicht mit ihrem Shirt und drehte sich zu ihm. »Jetzt noch einmal von vorne.« Sie schaute ihn durch das linke Auge an. »Was ist das?«
»Fieberblumen wachsen an Bäumen. Sie hängen mit dem Kopf nach unten und sondern ein Gift ab, das … Alles nicht Insektenmäßige reagiert darauf wie auf ... Ameisenpipi!«
Amélie strahlte: »Das kenne ich.«
»Na, das wäre geklärt.«

Im Kindle-Shop: Filins Reise: Der böse Blick (Teil 1).
Mehr über und von Siiri Saunders auf ihrer Website.



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