3. Mai 2018

'Homo Saarlandicus. Was es heißt, ein Saarländer zu sein' von Peter Waldbauer

Taschenbuch
Der Homo Saarlandicus lebt in dem kleinsten Flächenbundesland Deutschlands. Und mit der zweitkleinsten Einwohnerzahl im Bundeslandvergleich ist er eine fast schon seltene Spezies. Grund genug, ihm auf die Spur zu kommen und die 2.570 km² Lebensraum unter die Lupe zu nehmen.

In essayistischer Weise liefert Peter Waldbauer ein unterhaltsames Bekenntnis zum Saarland: Augenzwinkernd porträtiert er sowohl den gemeinen Saarländer und dessen Eigenheiten als auch Städte, Sprache, Gastronomie und den ganz normalen Alltag dort.

Eine Pflichtlektüre für Saarländer und alle, die es ins Saarland zieht.

Leseprobe:
Ein Saarländer fährt ein paar Tage nach Paris. Er sitzt im Café, promeniert auf den Champs-Elysées, er stöbert bei den Bouquinisten. Ständig glaubt er, vertrauten Gesichtern zu begegnen, obwohl er diese Menschen zum ersten Mal in seinem Leben sieht. Es ist erstaunlich, wie viele Franzosen ihn an seine saarländischen Verwandten und Bekannten zu Hause erinnern. Diese frappierende Ähnlichkeit im Aussehen, in der Statur, in der Mimik und Motorik. Der Saarländer erkennt sofort, welche Passanten echte Franzosen sind. Er trennt sie von den Pariser Kosmopoliten, von den Touristen erst recht. Er trennt sie mit der Schere im Kopf, ohne auf Kleidung und Sprache zu achten. Er kann sich gut vorstellen, dass ihn der (fremde und zugleich bekannte) Franzose gleich ansprechen wird, ihn als Bekannten oder Cousin erkennt und freudig begrüßt. Doch der Franzose schaut nur stumm, registriert ihn ohne Reaktion.
Der Saarländer leidet nicht an einer Wahnvorstellung. Es ist tatsächlich so. Er und seine Leute zu Hause stammen vom Franzosen ab. Daher die Ähnlichkeit, daher das Wiedererkennen. Seine Kollegen wohnen nur auf der anderen Seite der Grenze, sonst sind sie gleich. Ihre Physiognomie verrät sie, ihre Lebhaftigkeit fällt auf. Ihr Witz trifft sich mit dem französischen. Die Bewältigung alltägliche Situationen lösen beide mit Humor. Nun weiß der Saarländer, woher die Wangenküsschen seiner Heimat stammen, das Ritual der dreifachen Begrüßung. Die Saarländer haben es sich abgeschaut. Oder verhält es sich umgekehrt? Stammt der Franzose vom Saarländer ab? Jedenfalls vermischen sich in der Region Saar-Lor-Lux die Zugehörigkeiten. Einige Namen von Saarländern zeugen davon: Duchene, Lafontaine oder Commercon. Vor allem im Raum Saarlouis gibt es viele französische Familiennamen. Nicht selten auch Ehen zwischen Deutschen und Franzosen. Völlig unbeeindruckt von früheren Grenzziehungen, die für die Saarländer ohnehin eine geringe Bedeutung hatten.

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