19. Mai 2020

'Nicht Gottes Plan' von Livia Pipes

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Höre nicht auf die, die Zweifel sähen, denn deine Verzweifelung bringt dir den Tod!

Während das Corona-Virus die Welt fest im Griff hat und das normale Leben beinahe zum Stillstand kommt, müssen sich Kriminalkommissarin Kati und ihr Team erneut einer großen Herausforderung stellen.

In einem Waldstück wird ein junger Mann tot aufgefunden. Dem ersten Anschein nach hat er sich erhängt. Nachdem jedoch Katis Verlobter, Gerichtsmediziner Georg Hettkamp, David Montano näher untersucht hat, kommt Kati zu der Annahme, dass er nicht freiwillig aus dem Leben geschieden ist.

Ein aufgemaltes Dreieck auf dem Bauch des Toten gibt ihnen Rätsel auf. Zusätzlich steht in jeder Ecke des Dreiecks eine Ziffer, mit denen die Ermittler nichts anfangen können. Die Befragung der übermäßig religiös geprägten Eltern, die über seinen Tod nur wenig erstaunt zu sein scheinen, wirft nur noch mehr Fragen auf.

Einen Tag später spitzt sich die Lage zu, denn Kati wird zu einem weiteren Tatort gerufen und dieses Opfer kennt sie persönlich …

In Livia Pipes' Thriller wüten dunkle, homophobe Mächte. Wird Kati Lindberg es schaffen, sie zu besiegen?

Anleser:
Der Mann, der sich Titan nannte, trat vor die Kamera. Der Raum, in dem er das Video gedreht hatte, war nicht gut ausgeleuchtet. Kati musste ihre Augen zusammenkneifen, um überhaupt etwas erkennen zu können.
»Damit ihr wisst, wie einfach es ist, solche Kreaturen zu eliminieren, zeige ich es jetzt.« Er machte eine ausladende Bewegung. »Ich habe hier ein paar nette abartige Exemplare aufgelesen, die jetzt genau wie David Montano, Patrick Findeis und Felix Damme nach und nach ihr Ende finden werden. Diese Spezies hat keine Existenzberechtigung. Sie wollen sich nicht fortpflanzen, sondern nur ihrer sexuellen Abartigkeit frönen.«
Kati schüttelte ungläubig den Kopf. »Das meint der doch jetzt nicht ernst, oder?«
Niemand von den anderen sagte etwas. Alle starr-ten wie gebannt auf den Bildschirm.
Der Vermummte verschwand seitlich neben der Kamera. Er nahm das Gerät aus der Halterung und führte sie händisch.
Kati sah, wie er durch den Raum ging. Er sagte währenddessen nichts.
»Und was hat er jetzt vor?«, fragte sie die anderen, die das Video schon gesehen hatten.
Lenny stellte sich neben sie und legte den Arm um ihre Schulter. Er hob dazu an, etwas zu sagen, und öffnete den Mund, doch dann schloss er ihn wieder.
Kati zuckte mit dem Kopf zurück und schüttelte ihn kurz. »Was?«, fragte sie.
»So, wir sind da«, sagte der Vermummte, der sich jetzt selbst vor einer Holztür filmte. »Hier drinnen sind drei Exemplare. Zwei Schwuchteln und ne Lesbe.«
Kati fuhr sich mit der Hand durch das blonde Haar. »Scheiße!«, sagte sie leise.
Lennys Griff verstärkte sich. Kati meinte, ihn schlucken zu hören.
Der Vermummte öffnete die Tür und schaltete eine Lampe ein. Das Licht, das sie abgab, war nur mäßig stark.
Auf dem Boden saßen zwei Männer und eine Frau mit langen mittelblonden Haaren. Sie zuckten zusammen, als das Licht anging, und versuchten, sich mit den gefesselten Händen abzuschirmen.
»Tja«, sagte der Vermummte. »Jetzt habe ich drei Abartige zur Auswahl, wer soll als Erstes sterben?«
Er legte die Kamera ab und richtete sie aus. Danach stellte er sich vor den ersten Mann und riss den Kopf an den Haaren zurück. In seinem Mund steckte ein weißer Stoffballen, der als Knebel diente. Er winselte vor Schmerz. Pure Verzweiflung stand in seinen geröteten Augen.
»Oh Gott«, sagte Kati. In ihrem Magen bildete sich ein Knoten.
»Ist es dieser hier?«, nuschelte der Vermummte durch das Tuch hindurch. Dann ging er ein Stück weiter.
Katis Pulsrate steigerte sich.
»Oder der hier?« Titan zerrte brutal den Kopf des zweiten Mannes in die Höhe.
Auch bei ihm spürte man die pure Angst, die ihn beutelte. Mit fliehendem Blick sah er in die Kamera. Tränen liefen ohne Unterlass seitlich an den Wangen herunter.
»Scheiße, Mann!«, rief Kati. »Habt ihr schon überlegt, wo der mit denen sein kann? Wir müssen die da rausholen!«
Lenny holte tief Luft. »Nein, wir hatten noch keine Idee dazu«, gab er zu.
»Oder ist es vielleicht diese kleine Schlampe hier?«, fuhr der Vermummte fort und hatte Katis Aufmerksamkeit wieder.
Sie sah zum Bildschirm und genau im gleichen Augenblick schob der Entführer grob eine Hand unter das Kinn der jungen Frau und hob ihren Kopf an.
Kati war, als würde sich ein Krater auftun und sie verschlingen …

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