2. Juli 2020

'The Gipsy Gentleman' von Monica Bellini

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
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Unverschämt attraktiv, unanständig reich, ein wahrer Gentleman. All das ist Dante Cipriani – äußerlich. In ihm lodert hingegen das Feuer seiner Herkunft, die um jeden Preis geschützt werden muss. Denn Gipsys haben in der High Society nichts verloren.

In einer Bar in Taormina wehrt sich Carina Byron, die Tochter des Earl of Willingdon, gegen einen aufdringlichen Grapscher. Erfolglos. Kurz entschlossen gibt sie den Erstbesten als ihren Ehemann aus. Er spielt mit, lässt seine Finger durch ihre roten Haare gleiten und nennt sie Foxy. Mit seinen schwarzen Locken und den dunklen Augen ist ihr Mr-Dark-and-Hot Verführung pur. Ohne seinen Namen zu kennen, verbringt sie eine unvergessliche Nacht mit ihm. Am nächsten Morgen bittet er sie um ein Date am selben Abend. Doch eine Nachricht aus England zwingt sie, Hals über Kopf abzureisen. Dennoch kehren ihre Gedanken immer wieder zu ihrem Fake-Ehemann zurück. Auch der heißblütige Gipsy kann Foxy nicht vergessen, aber die Suche nach ihr ist vergeblich. Er wird zum verschlossenen, kühlen Workaholic. Bis ein Anruf alles ändert ...

Abgeschlossener Liebesroman mit heißen Szenen und Happy End.

Anleser:
Der Anblick seines schweißglänzenden Oberkörpers raubte ihr zum wiederholten Mal den Atem. Er trieb sie in den Wahnsinn. Mr-Dark-and-Hot war hinreißend, intelligent, sexy und lustig. Allerdings war jetzt von seinem Humor nichts mehr zu spüren, jedoch war er in ihr – und das war schlichtweg das unwahrscheinlichste Gefühl ihres Lebens. Carina hatte Gelegenheitssex mit einem Mann, von dem sie nicht einmal den Namen kannte. Sie! Noch nie zuvor hatte sie gegen eine ihrer Regeln verstoßen. Gegen die ihrer Familie hingegen immer wieder, aber stets im Rahmen der Normalität. Denn das, was sich für den englischen Hochadel nicht ziemte, war für andere Menschen alltäglich. Sie hatte es sich schließlich nicht ausgesucht, als Tochter des Earl und der Countess von Willingdon geboren zu werden. Es war einfach passiert. Was noch lange kein Grund dafür war, im einundzwanzigsten Jahrhundert, nur weil man unglücklicherweise mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt gekommen war, sich wie ein hirnloses Dummchen zu verhalten. Beim Tee abgespreizte kleine Finger, Stickrahmen und züchtig gesenkte Blicke, sobald ein männliches Wesen in der Nähe war, gehörten der Vergangenheit an. Einer sehr weit entfernten, nach der sich keine Frau, egal welchen Standes, sehnte. Kaum eine, berichtigte sie sich. Suzanne, Cynthia und Ruby hatten immer wieder seufzend betont, dass sie auf der Stelle mit ihr tauschen würden, um sie einen Moment später zu überreden, den Abend in einem der vielen Londoner Clubs zu verbringen, anstatt daheim zu bleiben und zu studieren. Denn das war es, was ihre Eltern und ihre Großmutter von ihr erwarteten. »Du bist deinem Stand verpflichtet«, war das Mantra, das man ihr von klein auf eingebläut hatte. »Und meiner Familie«, hatte sie stets verständnisvoll nickend hinzugefügt und sich gleichzeitig in Gedanken damit beschäftigt, ihre Grenzen zu überschreiten, ohne den Anschein zu erwecken, genau das zu tun.
Seit dem Beginn des Studiums an der LSJ und dem Erreichen der Volljährigkeit hatte sie mit unschuldigem Augenaufschlag immer öfter die Karte ausgespielt, die ihr mehr Freiraum bot. Die tägliche Fahrt nach London raubte Zeit, die somit dem Lernen entzogen wurde und die Studiendauer mindestens um ein Jahr verlängerte, was wiederum eine mittelgroße Katastrophe bedeutete. Nicht für sie, denn wenn es nach Carina gegangen wäre, hätte sie den Abschluss auf unbestimmte Zeit verzögert. Vorzugsweise einige Jahrzehnte, bis ihr Gesicht faltig und ihr Körper den natürlichen Gesetzen der Schwerkraft folgend nicht mehr als knackig und frisch bezeichnet werden konnte. Denn obwohl der Earl of Willingdon zwar kein vorsintflutliches Heiratsversprechen mit dem Vater eines männlichen Sprosses eines anderen Adelsgeschlechtes getroffen hatte, so stand eines unmissverständlich fest: Sie, Carina Mary Ann Byron, würde standesgemäß heiraten, und zwar spätestens ein Jahr nach Abschluss ihres Studiums.
Sie seufzte – und versank in der Tiefe der funkelnden braunen Augen, die ihren Blick suchten.
Er starrte auf sie herab, beugte sich vor, strich mit seinen unglaublich weichen Lippen über die ihren und sie krümmte ihren Rücken. Wie hatte er sie dazu bekommen, genau hier und jetzt zu sein und sich seinen perfekt dosierten Stößen nicht nur hinzugeben, sondern ihm mit den Bewegungen ihres Beckens entgegenzukommen?
Er beugte seinen Kopf und küsste sie fordernd, ließ seine Zunge verführerisch um ihre tanzen.
»Du schuldest mir fünfzig Euro.« Er lächelte an ihren Lippen.
Sie lachte laut auf. »Träum weiter, Macho.« Um ihre Aussage zu unterstreichen oder weil es sich einfach so gut anfühlte, seinen muskulösen perfekten Arsch zu umfassen, packte sie ihn beiderseits und zog ihn noch näher an sich heran.
Es fühlte sich unwirklich an. Falsch – und doch nicht. Sie war wahrlich nicht die Art Frau, die mit dem erstbesten Mann Gelegenheitssex hatte. Aber das hier ... er ...
»Wenn du mich nicht bezahlen willst, musst du deine Schulden eben abarbeiten, Foxy.«
Sprachs, zog sich sanft aus ihr zurück und stieß so fest in sie, dass seine unbeschreibliche Härte genau den Punkt traf, der ein Feuerwerk in ihr auslöste und sie in einen atemberaubenden Höhepunkt stürzte. Er folgte ihr unmittelbar, umklammerte ihre Handgelenke, drückte sie neben ihrem Körper fest in das Kissen und küsste sie, bis sie ihren Verstand verlor. Und dann starb sie La petite mort, den sagenumwobenen perfekten Orgasmus, und landete in der besitzergreifenden Umarmung eines überirdischen Unbekannten unter dem nachtdunklen sternenübersäten Himmel Taorminas.
Wie verflixt noch einmal hatte dieser umwerfende Typ es nur geschafft, dass sie nun in seinem Zimmer war und ihm obendrein fünfzig Euro schuldete? Das war der Gedanke, der Carina, untermalt von Vogelgezwitscher und intensivem Rosenduft, aufweckte.
»Du denkst zu laut.« Sein Bariton, heiser und verschlafen, katapultierte die Antwort direkt in ihr Lustzentrum. Genau dorthin, wo sie die halbe Nacht lang seine Finger, seine Zunge und seinen harten Schwanz gespürt hatte. Wieder und wieder, bis sie ihn um Erbarmen angefleht und zugleich ihre Beine angewinkelt und ihre Schenkel weiter geöffnet hatte. Ihre Fersen hatten den perfekten Punkt seines noch perfekteren, stahlharten muskulösen Körpers gefunden, um ihn ganz nah an sich – und in sich – zu spüren. Es handelte sich dabei um die zwei Grübchen beiderseits seiner Wirbelsäule, knapp oberhalb seines Hinterns, der selbst den Davide von Raffaello nur wie die verblasste Kopie eines makellosen Mannes dastehen ließ.
»Wie kannst du wissen, dass ich denke? Du kennst mich doch gar nicht.«
Sein tiefes, warmes Lachen versetzte, wie schon am gestrigen Abend, die verflixten Schmetterlinge in ihrem Magen in Aufruhr. So musste es sich anfühlen, wenn man verliebt war. Der Gedanke schoss in ihren Kopf und nistete sich dort ein, als ob die letzten Stunden in Wirklichkeit viele Tage oder Wochen gewesen wären. Eine wundervolle Zeitspanne, die sie miteinander verbracht und in der sie festgestellt hatten, dass sie nicht mehr ohne den anderen leben ...
»Foxy?«
Carina riss die Augen auf. Er lag auf einem Ellenbogen aufgestützt neben ihr und funkelte sie vergnügt an. O Gott! Ihr Magen schlug Purzelbäume. Das Grübchen an seinem von einem dunklen Bartschatten bedeckten Kinn war ebenso hinreißend wie die beiden anderen an seinem unteren Rücken. Als ob ein paar Dellen einen Mann anbetungswürdig machen könnten. Oder diese samtweiche, dunkle Stimme, mit der er sie »Foxy« nannte und sie sich fühlte, als ob das ihr richtiger Name wäre, obwohl ...
»Sagst du mir jetzt, wie du heißt?«
Nicht, dass sie ihm die Frage nicht schon mehrmals gestellt hätte. Zuerst in der Bar, wo sie mit seinen Freunden einige Flaschen Prosecco geleert und sich über alles und nichts unterhalten hatten. Sie hatten gescherzt und gelacht, sich zugeprostet, wobei keiner einen der anderen mit seinem Namen angesprochen hatte. Die sechs Männer kommunizierten untereinander mit Blicken, hin und wieder mit einer Geste, nannten sie »Foxy«. Carina hatte versucht, irgendetwas über sie herauszufinden, ohne direkte Fragen zu stellen, doch selbst nach Stunden wusste sie nicht mehr als bei ihrem Aufeinandertreffen. Die sechs Freunde mit den maßgeschneiderten Anzügen und den teuren Uhren an ihren Handgelenken lagen in jeder Hinsicht weit über dem Durchschnitt. Beginnend bei ihrer zuvorkommenden, freundlichen Art, bis hin zu ihrem attraktiven Äußeren und der Tatsache, dass sie alle zumindest zwei Sprachen perfekt und akzentfrei beherrschten, war Mittelmäßigkeit das Attribut, das ihnen absolut nicht entsprach. Zudem machten sie den Eindruck, als ob sie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden wären.

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