5. November 2020

'Erkül Bwaroo fischt im Trüben' von Ruth M. Fuchs

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Eigentlich wollte Erkül Bwaroo nur in Urlaub fahren. Doch dann trifft er unterwegs einen Fischer, der ihm eine geradezu unglaubliche Geschichte erzählt. Bwaroo wäre nicht Bwaroo, wenn er der Sache nicht auf den Grund gehen wollte. Und so findet er sich in einem Schloss wieder, das der Frau des Fischers gehört und allerlei, so illustre wie seltsame, Gäste beherbergt.

Als zu deren Unterhaltung ein Mörderspiel geplant wird, in dem der Elfendetektiv ermitteln soll, ist er wenig davon begeistert. Doch dann geschieht ein wirklicher Mord, und Bwaroos brillante kleine grauen Zellen sind gefragt.

Band 7 der Reihe 'Erkül Bwaroo ermittelt'.

Anleser:
Jetzt wurde es ernst. Jeder begab sich an den ihm von Saumweg zugewiesenen Ort. Bwaroo, der Prinz und der Schriftsteller selbst blieben zurück.
„Und was geschieht jetzt?“, wollte der Prinz wissen.
„Jetzt warten wir auf den Mord“, erklärte Saumweg. „Wie wäre es bis dahin mit einem kleinen Cognac?“ Er trat an ein Schränkchen, auf dem allerlei Flaschen standen, öffnete es und holte drei Gläser heraus.
„Ich bevorzuge einen Crème de Menthe“, erklärte Bwaroo.
„Einen was?“
„Pfefferminzlikör“, übersetzte der Prinz.
Bwaroo blinzelte. Er hätte schwören können, dass fast so etwas wie ein Lächeln um die Mundwinkel des Prinzen spielte.
„Nun, jeder, wie er will“, Saumweg zuckte die Achseln und holte ein Likörglas aus dem Schrank. „Ich nehme mal an, das ist das grüne Zeug … ja, da steht was von Pfefferminze ...“
Er reichte Bwaroo das gefüllte Glas. Der schnupperte misstrauisch, nickte dann aber zufrieden. Ja, das war sein Lieblingslikör. Warum man etwas Scharfes trinken wollte, wenn man auch etwas Süßes haben konnte, war ihm ein Rätsel.
Der Prinz schien diese Meinung jedenfalls nicht zu teilen, denn er umfasste den Glasballon, den Saumweg ihm reichte, und schwenkte den Cognac eine Weile in der Handfläche, ehe er einen kleinen Schluck nahm.
Monsieur le Prince“, sprach Bwaroo ihn an, nachdem die drei Männer eine Weile stumm beieinander gesessen hatten, „Sie sagten, Sie wären auf einer Art Pilgerreise. Wohin führen Sie Ihre Pläne?“
„Ich bin auf der Suche nach Spuren meiner Vorfahren“, erwiderte Prinz Isidor. „Meine Mutter stammt aus dem südlichen Königreich.“
„Von Sous-la-mer habe ich noch nie gehört“, schaltete sich da Saumweg ein. „Wo liegt das? Jenseits des Meeres?“
„Es ist … eine Insel“, antwortete der Prinz.
„Da kenne ich eigentlich nur Saragessa. Aber dort regiert Graf Alexander von und zu Saragessa, Hochwohlgeboren und gewählter Regent. Der ist ein Greif, also wohl kaum mit Ihnen verwandt …“
„Es gibt sehr viel mehr Inseln im Jaspischen Meer als nur Saragessa.“ Der Prinz warf dem Schriftsteller einen freundlichen und doch zugleich irgendwie verächtlichen Blick zu.
Da schreckte ein Schrei die drei Männer auf.
„Ah“, sagte Saumweg und rieb sich die Hände. „Es geht los.“
Sie traten in die dunkle Vorhalle.
Saumweg klatschte in die Hände.
„Licht an“, befahl er, und die Leuchtkugeln an der Decke, große magisch geladene Glaskugeln, flammten hell auf und tauchten die Halle in ein warmes Licht.
Am Fuß der weitgeschwungenen Treppe, die zu den Zimmern im ersten Stock führte, lag eine weibliche Gestalt in einem mit Schleifen übersäten Kleid, das Bwaroo nur zu gut kannte. Ihr langes dunkles Haar fiel offen über ihr Gesicht. Die Frau regte sich nicht.
„Aber Ilsebill“, rief Saumweg. „Also, so geht das nicht, Ilsebill! Du solltest dich doch in der Bibliothek ermorden lassen! Und warum hast du dich extra noch vorher umgezogen?“
Etwas wie ein Wimmern ließ die Männer nach oben blicken. Dort, mitten auf der Treppe, stand Ilsebill Timpetee.

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