2. Februar 2016

"Ich bin der Eine, der über euch wacht" von Marko Eickholt

Entführungen, Vergewaltigungen, Mord, Amokläufe, Attentate - Nick Oliver ist frustriert, wenn er morgens in die Zeitung blickt. Der zweifache Familienvater fühlt sich hilflos und alleingelassen, in einer Welt, die augenscheinlich im Chaos versinkt. Doch was kann ein Einzelner schon bewirken? Als nachts das mysteriöse Wesen Balthazar in seinem Wohnzimmer steht, erhält er die Antwort.

Ausgestattet mit besonderen Fähigkeiten, wird er zum Night Light. Einem Beschützer und Hüter der Ordnung.

Aber die Gewalt, der er von nun an ausgesetzt ist, verbunden mit der Macht, die er besitzt, verändern ihn. Ist Nick den Herausforderungen, die ihn erwarten, wirklich gewachsen?

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Leseprobe:
Als er die Augen wieder öffnete, befand er sich vor einer Tankstelle. Es war eine, die rund um die Uhr geöffnet hatte. Zu dieser Zeit, es musste ungefähr kurz nach Mitternacht sein, sah Nick dort nur einen Mann, der mit seinem Auto vor einer Zapfsäule stand und seinen Wagen, einen Kombi älteren Baujahrs, gerade betanken wollte. Der Kassierer saß drinnen in seinem kleinen Häuschen, hinter der Theke und blätterte in einer Zeitung. Ansonsten war es still und friedlich. Nick glaubte schon, das der Versuch, sich durch seine Kräfte leiten zu lassen, fehlgeschlagen war. Da durchbrach Dumpfes dröhnen und bullern, die Stille der Nacht. Zwei Männer näherten sich mit ihren schweren Maschinen, Marke Harley-Davidson, der Tankstelle. Sie waren kräftig gebaut und hatten, wie typische Motorradrocker Lederkutten an, allerdings ohne irgendwelche besonderen Abzeichen. Unter ihren Helmen blickten sie finster drein. Sie hielten direkt hinter dem Kombi und stiegen ab, dann gingen sie um den Wagen herum und blickten hinein. Sie klopften an die Scheiben und winkten. Dabei lächelten sie, aber es war kein freundliches Lächeln. Eher ein fieses Grinsen um der Frau, die im Auto auf dem Beifahrersitz saß, Angst zu machen. Der Fahrer des Kombis, der mit dem Zapfhahn in der Hand draußen stand, schrie: „Hey, was soll der Scheiß?“ Da kam einer Rocker auf ihn zu und schlug ihm direkt ins Gesicht. Nick dachte schon, das wäre das Zeichen für seinen Einsatz, doch der Fahrer wehrte sich und schlug zurück. Der Rocker ging kurz zu Boden, den Moment nutze der Mann. Er sprang in sein Auto, knallte die Wagentür zu und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Dabei wurde der Zapfzahn aus dem Tankstutzen gerissen und etwas Benzin ergoss sich auf dem Boden. Beide Rocker eilten zu ihren Maschinen, setzten sie in Gang und fuhren wild schimpfend hinterher. Der Kassierer blickte ungläubig und mit großen Augen hinter ihnen her. Nick, der immer noch nicht in Erscheinung getreten war, folgte ihnen. Es entstand eine Verfolgungsjagd mitten durch die City, einer ihm unbekannten Stadt. Nick wusste, dass er das hier schnell beenden musste. Denn obwohl es Nacht und auf den Straßen jetzt so gut wie nichts los war, konnte die Verfolgungsjagd schnell tödlich enden, auch für Unbeteiligte. Die Situation wurde noch brenzliger, als die Rocker Schusswaffen hervorzogen und anfingen auf die Reifen des Kombis zu schießen. Nick trat ungefähr 300 Meter vor den Rockern in Erscheinung. Er stand mitten auf der Straße und zeigte mit der Hand an, dass es hier für die Beiden nicht mehr weitergehen würde. Die Männer schienen kurz irritiert zu sein, dann hörte er aber, wie sie noch mehr Gas gaben, und eröffneten das Feuer auf ihn. Als sie aber merkten, dass das nicht den gewünschten Erfolg brachte, wollten sie links und rechts an ihm vorbei fahren. Das hätte auch fast geklappt, nur im letzten Moment trat Nick mit einer schnellen Bewegung kräftig gegen das Hinterrad von einem der Motorräder. Der Fahrer verlor die Kontrolle über seine Maschine und fing wild an zu schlingern. Dann fuhr er mit seiner Harley-Davidson durch das Schaufenster eines Tabakgeschäfts.

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Mehr über und von Marko Eickholt auf seiner Website.

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