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Bücherkarussell
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9. April 2020

'Insel wider Willen: Nordseeglück 1' von Frida Luise Sommerkorn

Kindle | Tolino
Website der Autorin
Als Sibille gemeinsam mit ihrer Tochter Tuuli und ihrem Stiefvater Peter die Insel betritt, möchte sie am liebsten sofort wieder umkehren. Hat sie Langeoog doch vor langer Zeit verlassen und nie wieder zurückkommen wollen. Doch nun ist Oma Greta gestorben und Sibille will das Haus so schnell wie möglich verkaufen, das einst ihr Zuhause war.

Niemals hat sie damit gerechnet, dass ihr die Erinnerungen einen Streich spielen würden. Nicht nur, dass Oma Greta noch überall präsent scheint, auch das Haus und die Insel haben nichts von ihrer magischen Anziehungskraft von damals verloren. Und dann ist da noch Morten, der Nachbarsjunge, der sie nie interessiert hat und nun als gestandener Mann ihr Herz zum Schwingen bringt. Wohin mit diesen ganzen Gefühlen? Doch gerade als sie die Lösung all ihrer Probleme sieht, begegnet sie dem einzigen Menschen, der alles wieder ins Wanken bringt.

Bis nach Ostern zum Aktionspreis von nur 1,99 Euro erhältlich.
Anleser:
„Ich hab hier überhaupt kein Netz“, motzte Tuuli und hielt ihre Hand nebst Smartphone in die Luft, als ob es dort besser werden würde.
Wenn sie nicht aufpasste, würde das Ding gleich im Wasser landen, dachte Sibille. Auf solche Gefühlsausbrüche ihrer Tochter ging sie schon lange nicht mehr ein. Schließlich war es ihrer Meinung nach nicht so schlimm, wenn ihre Freundinnen die furchtbar wichtigen Nachrichten ein paar Minuten später erhielten. Spätestens am Hafen würde Tuuli wieder Empfang haben.
„Ich hole mir eine Wurst“, verkündete jetzt Sibilles Stiefvater. „Will noch jemand was?“
Sibille schüttelte den Kopf. Peter sah Tuuli an, aber die reagierte nicht. Achselzuckend machte er sich auf den Weg und kam kurz darauf mit einem Paar Wiener und einer Flasche Bier zurück.
„Peter, wir sind nicht stundenlang unterwegs“, sagte Sibille schmunzelnd. Sie hätte es sich denken können, dass der Hopfensaft nicht fehlen durfte. Peter war ein Genussmensch. Und wenn er sich hier auf der Fähre eine Wurst gönnte, dann gehörte das Bier eben dazu.
Sibille sah aus dem Fenster. Passend zu ihrer Stimmung lag die See in trübem Licht. Sie hatte ihre Tochter damit locken können, dass ein Kurzurlaub am Meer doch reizvoll sein konnte. Strahlender Sonnenschein, salziges Wasser, das in leichten Wellen heranrollte, wenn sie an der Wasserkante saß und den Weitblick über das Meer genoss. Bei so viel Pathetik hatte sogar Tuuli grinsen müssen. Natürlich hatte sie ihrer Tochter nicht sagen wollen, dass an einem Nordseestrand kein Südseefeeling aufkommen würde. So viel Wissen traute sie ihr zu. Aber nachdem sie heimlich Tuulis Reisetasche überflogen hatte, war sie sich nicht mehr so sicher. Schnell hatte sie ein paar von Tuulis Pullis und die Regenjacke in ihren eigenen Koffer gepackt. Auch wenn Tuuli diese nur unter Protest anziehen würde. Besser das Meckern ertragen, als das Kind frieren sehen.
Sibille schluckte. Den Kloß, den sie seit Tagen im Magen verspürte, versuchte sie zu ignorieren. Aber bald würden sie am Hafen von Langeoog anlegen und dann musste sie sich dem Ganzen stellen.
Sie konnte noch immer nicht fassen, dass Oma Greta tot war. Ihr Nachbar Herbert hatte sie vermeintlich schlafend auf dem Sofa gefunden. Die beiden waren unzertrennlich, seitdem Opa Gustav gestorben war. Das war schon fast zwanzig Jahre her. Und nun hatte es Oma Greta getroffen. Obwohl es überhaupt keinen Grund gab. Sie war fit, ging jeden Tag im Meer schwimmen. Selbst bei kalten Temperaturen. Nur wenn sich allmählich Eis bilden wollte, hielt Herbert sie zurück und überredete sie jedes Mal zu einem ausgiebigen Spaziergang mit Einkehr in der Bäckerei, um einen Kaffee zu genießen. Aber ihr Herz war einfach stehen geblieben.
Nun war sie die älteste der Lüders-Frauen. Ihre Mutter war vor sechs Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ihren Vater hatte sie nie gekannt. Peter, ihr Stiefvater, lebte schon lange bei ihnen in einem Vorort von Mainz. Sie hatten vor einigen Jahren gemeinsam einen Dreiseitenhof gemietet und Sibille hatte daraus ein idyllisches Zuhause gezaubert. Da ihre Mutter beruflich bedingt viel unterwegs gewesen war, lebten sie die meiste Zeit zu dritt zusammen: Peter, Tuuli und sie. Was für ein Gespann.

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8. April 2020

'Schicksalspfad des Tempelritters 1 - Dedericus' von Olivièr Declear

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Olivièr Declear bei Amazon | Autorenseite im Blog
Anno Domini 1225. Weite Gebiete Europas liegen in Schutt und Asche, bluten aus im gnadenlosen Krieg um Macht und Religion. Inmitten der Schlachten und Ränkespiele kämpft der junge Tempelritter Dedericus de Loen seinen eigenen Kampf, hin- und hergerissen zwischen Ordenspflicht, Liebe, Glaube und Zweifeln ...

Anleser:
Nichts wies an diesem Tage im Jahre des Herrn 1225 auf das drohende Unheil hin. Sicher, vom Isenberg kommt nur der Teufel, sagte das Volk. Schon in seiner Kindheit lauschte Dedericus mit Schaudern den Geschichten über derer von Isenberg, die sich die Mägde in der Küche erzählten.
Der Teufel tanze des Nachts im Mondenschein um deren Burg. Werwölfe und Hexen raubten den Dörfern um diesen Schreckensort die Kinder und Mägde.
Die Geister der verlorenen Seelen hörte man des Nachts in den Wäldern heulen und jammern.
Aber nicht der Teufel, nicht Hexen und Werwölfe kamen mit dem Isenberg, er kam mit Feuer und Schwert über ihre Burg.
Ramus de Loen eilte auf den Turm und rief die wenigen Männer zur Verteidigung. Sein Sohn, Dedericus, bekam die Aufgabe, die Frauen und Kinder im Turm zu sammeln und zur Ruhe zu bewegen.
In kurzer Zeit stand alles in Flammen, auch der Turm konnte nicht vor den geworfenen Fackeln und den Brandpfeilen der Isenberger Mannen behütet werden.
Der Rauch biss unerträglich in den Augen und die Hitze der brennenden Bodenbohlen auf den Etagen kam immer näher. Das Bersten der Tragbalken und die einstürzenden Böden stoben Kaskaden von Funken immer tiefer in den Turm hinein.
Die Männer bemühten sich vergeblich, die brennenden Etagen zu löschen und zogen sich in ihrem Kampf immer weiter in die Tiefe des Turmes zurück.
Ein Balken des letzten Bodens stürzte brennend auf Dedericus Schwester. Mit einem Aufschrei des Entsetzens stürzte die Gräfin De Loen durch den beißenden Rauch und Funkenregen in die Flammen des brennenden Balkens, um ihr Kind zu retten.
Sie spürte nicht, wie die heiße Asche ihre Kleidung und Haut umfing. Ignorierte den Schmerz der Glut unter ihren Knien.
Dedericus sah die Männer seines Vaters den Balken von dem zerschmetterten Körper zerren, während sein Vater die brennenden Kleider seiner Mutter mit seinem Umhang zu löschen suchte.
Dieses unglaubliche Inferno um ihn herum, das Schreien, Weinen, die Gluthitze der Flammen, umgeben von Rauch und Funkenflug, ließ ihn erstarren. Das Geschehen schien ihm wie ein schrecklicher Traum, nicht wahrnehmend, dass dieser Albtraum in den Tag entsprungen war.
Der harte Griff eines Mannes erfasste seinen rechten Arm und zog Dedericus durch das Inferno. Er folgte ohne Willen und Verstehen. Dem Schock des Entsetzens ergeben.
Der junge De Loen sah, wie er in den schmalen Einstieg des Fluchtganges des Turmes gezerrt wurde, wie Knechte an ihm vorbei stürmten, um die schweren Eichenflügel des Durchganges zu versperren.
Immer tiefer wurde er in die Finsternis des Ganges gezogen. Dedericus vernahm, wie sein Vater den Befehl gab, die Stützpfeiler vor dem Gang einzubrechen. Sah Männer in der Dunkelheit verschwinden und hörte die dumpfen Schläge von Hämmern auf das schwere Holz des Gebälks.
Das Bersten der Stützen und das Geräusch des einstürzenden Ganges ließen den Boden unter seinen Füßen erbeben.
Als die Flüchtenden von dem Staub des eingestürzten Erdreiches erreicht wurden, kam erneut Leben in den Körper des jungen Mannes.
Mit einem heftigen Ruck befreite sich Dedericus von dem schmerzenden, eisernen Griff des Mannes, der ihn durch den Tunnel zog.
Mit raschem Schritt folgte er dem kaum vorhandenen Schein einer fast erloschenen Fackel. Es erschien Dedericus wie eine Unendlichkeit, bis sie zum Ausgang des Fluchtweges gelangten.
Einige der Männer hoben in schier übermenschlicher Anstrengung die schweren Bretter über ihren Köpfen, welche von dickem Erdreich bedeckt waren, aus ihren Fugen.
Von außen war der Ausgang nicht vom restlichen Waldboden zu unterscheiden.
Als die Abdeckung aufgestoßen war, stiegen die Fliehenden über die rutschigen, unebenen Stufen hinauf in den Wald, nahe dem Hellweg.

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'Zuckerrot und Blaubeergelb' von Kaja Linnegart

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Kaja Linnegart
Ein Roman aus dem Leben

„Jetzt reicht‘s!“, denkt Lara – alleinerziehende Mutter in den besten Jahren –, die sich jahrelang in ihrem Job verbogen hat. Zuhause ist die Pubertät eingezogen, eine enttäuschte Liebe und ein Zusammenbruch haben dem Fass endgültig den Boden ausgeschlagen. Beherzt stellt sie ihr Leben auf den Kopf und entdeckt ihre Leidenschaft für antike Dinge.

Auf ihrer Reise zu sich selbst, stolpert sie aus alten Mustern, über skurrile Charaktere und in allerhand Katastrophen. Ein brüskiertes Umfeld, aufgeregte Besucher und ein ständig klingelndes Telefon sind die Folge. Dann dreht auch noch ihre Freundin Silke durch ...

Als sie Tom kennenlernt, wird ihr zunächst alles zu viel. Trotzdem erkennt sie, dass so ein neues Leben ganz schön (und) anstrengend sein kann!
Anleser:
Ich war zwanzig und in meine erste eigene Wohnung eingezogen, als ich Mister Right begegnete. Zumindest war ich der festen Überzeugung, er wäre es.
Ich startete gerade in meinem Beruf durch und steckte nebenbei mitten in der Renovierung meines neuen Zuhauses, als er in mein Leben einschlug wie eine Bombe. Bei ihm handelte es sich eher um eine Bombe der Sorte, die einen ängstigt, als so eine kleine harmlose, wie sie in Comics dargestellt wird – schwarz, rund und funkensprühend.
An den Moment, in dem wir einander durch einen gemeinsamen Bekannten vorgestellt wurden, erinnere ich mich genau und daran, dass ich nach einer höflichen Begrüßung nicht weiter mit ihm redete. Etwas war an ihm, das mich alarmierte.
Aber so mysteriös es war: Die darauffolgenden Monate begegneten wir uns immer wieder – scheinbar zufällig, ungeplant. Mal war es bei einer – so die einhellige Meinung – ‚unverzichtbaren‘ Gartenparty jenes Bekannten, mit dem ich zuvor lediglich sporadischen Kontakt gepflegt hatte, mal bei einer Vernissage, die so unglaublich angesagt war, dass man sich dort sehen lassen musste. Wenn man überhaupt irgendwohin gehen wollte, dann dorthin. Das zumindest erklärte mir mein neuer Geschäftspartner, der früh erkannt hatte, dass sich aus meinem Potenzial und meiner Loyalität mehr machen ließ, wenn ich ein wenig zurechtgeformt würde.
Sobald ich einen flapsigen Spruch brachte, erntete ich sofort einen scharfen Blick. Meine heißgeliebte Baskenmütze wurde zur Todsünde erklärt, die natürlichen Fingernägel zum Tabu und lautes Lachen war komplett verpönt. Letzteres allerdings verging mir ohnehin immer mehr.
Eines Tages hatte ich mir einen ellenlangen Vortrag anhören dürfen, weil ich auf einer Gala gefragt worden war, ob ich ein Horsd’œuvre wollte und meine Antwort darauf, dass ich fürchtete, das sprengte die Kapazität des mir ans Herz gelegten Kleids, an Hochverrat grenzte.

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7. April 2020

'DER TOD HINTER DER LÜGE: Gordon Rabes erster Fall' von H.C. Scherf

Kindle (unlimited)
Website H.C. Scherf | Autorenseite im Blog
„Sie gibt sich einem anderen hin!“

Die Nachricht am Telefon pflanzt den Stachel der Eifersucht in die Gedanken der Männer, die an die ewige Liebe und Treue glauben. Eine perfide Vorgehensweise eines brutalen Killers setzt eine Gewaltspirale in Gang, die vielen Frauen im Ruhrgebiet den grausamen Tod bringt.

Lange bleibt das Motiv des Mörders im Nebel, während das Team um Hauptkommissar Gordon Rabe versucht, eine erste Spur zu finden. Noch nie begegnete er einem derart brutal und raffiniert agierenden Mörder. Dessen Spur verliert sich immer wieder, ohne dass die Ermittler weitere Morde verhindern können.

Erst eine schreckliche Entdeckung lockt den Serientäter aus seinem Versteck. Die Stunde der Abrechnung scheint gekommen.
Anleser:
Träge wabernde Nebelschwaden umhüllten den Platz, der häufig als wilde Müllabladestelle genutzt wurde. Rainer Fielmann wusste, dass er dort häufig fündig wurde, wenn er auf der Suche nach Pfandflaschen und Dosen war. Vor Tagen hatte ihn der Fund einer abgelegten Luftmatratze überrascht, die er nun als Nachtlager nutzen konnte. Seine Kumpel, die teilweise auf Zeitungspapier liegen mussten, versuchten schon mehrfach, ihm die Unterlage zu stehlen. Wenn man Platte schieben musste, stellte eine solche Schlafhilfe in den kalten Nächten einen besonderen Komfort dar. Rainer hatte seit zwei Tagen nichts mehr gegessen und hoffte darauf, auch ein paar Essensreste vorzufinden, nachdem ihn der Marktleiter eines SB-Marktes vor einer halben Stunde wie einen Hund mit den Worten davongejagt hatte: »Geh arbeiten, du faules Schwein. Verdien dir dein Essen erst.«
Rainer kannte diese Beschimpfungen zu Genüge und reagierte mittlerweile gar nicht mehr darauf, winkte nur ab und verzog sich ohne weitere Erwiderung. Diese arroganten Ärsche wussten alle nicht, was ihn vor Jahren auf die Straße getrieben hatte und dass das Schicksal sie schnell selber in dieses Elend führen konnte. Ohne große Erwartung näherte er sich dem übel riechenden Dreckhaufen, der sich mittlerweile hoch auftürmte und dessen Konturen sich gegen das Licht der Laterne abzeichneten. Während er sich mit einer Hand die wenigen Haarsträhnen, die ihm noch geblieben waren, unter die Wollmütze steckte, suchte die andere nach brauchbaren Gegenständen. Heute war der eklige Geruch besonders intensiv, was sicherlich an dem feuchtkalten Wetter liegen durfte. Seine Stiefel schützten ihn weitestgehend vor dem Schlamm, in dem Rainer immer wieder fast katzengroße Ratten davonhuschen sah. Sie waren nur Konkurrenten bei der Suche nach Nahrung. Immer wieder zog er Abfallbeutel zur Seite, riss Säcke auf, in denen er Brauchbares vermutete und zuckte plötzlich zusammen, als er eine schwache Stimme vernahm. In dem diffusen Licht konnte er lediglich die Richtung ausmachen, aus der sie zu kommen schien. Als er alles schon als Hirngespinst abtun wollte, war sie wieder da – diese Stimme, die aus einem Jutesack zu kommen schien. Rainer wich einen Schritt zurück, fiel fast über einen Eimer, der mit Abfällen aus einer Wohnungsrenovierung gefüllt war. Im letzten Moment fand er sein Gleichgewicht und festen Halt wieder und starrte auf den Sack, der ihm einen Riesenschrecken eingejagt hatte. Das ist nicht möglich, Rainer. Jetzt ist es endlich so weit – du spinnst komplett.
Seine Augen suchten die nähere Umgebung ab, um den Übeltäter zu finden, der ihn hier zum Narren halten wollte. Lediglich die umherirrenden Ratten und die Nebelschwaden waren in Bewegung und täuschten ihm Leben vor. Er schrak heftig zusammen, als er nun klar und deutlich die Worte vernehmen konnte: »Ist da jemand? Bitte, helft mir doch. Es tut so schrecklich weh.«

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6. April 2020

'Marias Sehnsucht: Die Reise einer Jüdin' von Uschi Meinhold

Kindle | Weitere Shops
Website zum Buch
Marias Sehnsucht? Welche Maria ist gemeint?
Der Leser begegnet einer wohlhabenden und gebildeten Jüdin, die als junge Frau ihren Heimatort Magdala in Galiläa nach dem Tod der Mutter und dem Verschwinden des Vaters verlässt, um zu reisen. Die Sehnsucht nach Veränderung führt Maria zu Verwandten nach Zypern, anschließend in die Hauptstadt des alles beherrschenden Römischen Reiches, Rom, und auf die Insel Capri.

Sie ist sehr eng befreundet mit Claudia, der Tochter des Princeps Tiberius. Aus dem anfangs unbeschwerten Romaufenthalt Marias wird durch die Nähe zur Tochter des Herrschers, inzwischen Ehefrau des Pilatus, ein Eintauchen in menschliches Leid. Aber auch glückliche Momente erlebt die Reisende durch die Zuneigung zum Römer Lupus. Sie begegnet Personen, die die Geschichte der Zeit bestimmen: Princeps Tiberius, Pilatus, Herodes.

Eingebunden in die politische Geschichte sind private Schicksale. Maria kehrt nach Magdala in Galiläa zurück. Wie auf der Reise erlebt sie in ihrer Heimat neben Glück auch Leid, begegnet diesen Erfahrungen gestärkt, weiß, wie sie leben will und mit wem: mit ihrer gehörlosen Tochter Lea und dem Römer Lupus. Er ist ihr nach Magdala nachgereist.

Die Autorin erzählt die Geschichte der vielbeschriebenen Maria Magdalena auf andere Weise, als sie bisher verbreitet worden ist. Was der Autorin in ihrem Roman 'Bruna-Brunhilde' (Bruna-Brunhilde: Westgotische Prinzessin - Merowingische Königin - Nibelungentochter) gelungen ist - die Leser durch lebendig und spannend erzählte Geschichte zu unterhalten und zu berühren -, kann auch in diesem Roman erwartet werden.

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'ADAIN LIT: Im Schatten der Wolkenstadt' von E.M. Ascher

Kindle (unlimited) | Taschenbuch | Buchreihe
Website E.M.Ascher
„Mein ganzes Reich ist aus Grausamkeit entstanden. Grausamkeit und Tod ließen es gedeihen, ließen Wohlstand und Pracht erwachsen.“

Gefangen in den Abgründen ihrer eigenen Seelen drohen der Regent und die Hohe Priesterin der Wolkenstadt das gesamte Land ins Verderben zu stürzen.

Band 4 der High-Fantasy-Saga ADAIN LIT. Alle vier Teile enthalten in sich abgeschlossene Geschichten, die auch unabhängig voneinander gelesen werden können.

Anleser:
Nebelinsel
Der kleine Trupp Männer stand am Ufer des Sees und starrte über das Wasser zu der Silhouette aus Baumspitzen, die schwerelos und schwarz über dem weißen Nebelband schwebte. Noch schlief die Legende friedfertig inmitten der schützenden Weite des schwarzen Sees, noch lag die nebelverhangene Insel im Schatten der Hügel. Unaufhaltsam strömte das klare Morgenlicht die bewaldeten Hänge herab. Der Selach und seine Männer beobachteten den Einfall des Lichtes schweigend. Die Luft war eisig und die gespenstische Einsamkeit dieses Ortes brachte die Seele zum Frieren.
„Ich sehe sie. Es ist nicht zu glauben“, raunte sein Adlatus. „Als damals der Wanderer davon sprach, habe ich es nicht für möglich gehalten!“
Die Worte seines Ratgebers machten dem Selach bewusst, dass diese Insel tatsächlich existierte. Er verengte seine Augen zu Schlitzen, um besser sehen zu können. Die Insel schien sich gegen ihre Entdeckung zu sträuben. Seit dem Frühjahr suchten sie bereits danach, er hätte längst in die Wolkenstadt zurückkehren sollen. Als sie jedoch vor vielen Tagen diesen Wanderer getroffen hatten, einen Mann, der von einer Insel der Musik, von einer Nebelwelt gesprochen hatte, der außerdem den verborgenen Pfad in diese abgelegene Hochebene gekannt hatte, war das Ziel in greifbare Nähe gerückt und hatte alle Bedenken hinweggefegt.
Das Sonnenlicht erreichte die Insel und verwandelte den Nebel in eine strahlende weiße Wand. Geblendet hielten die Männer ihre Hände vor die Augen.
„Holt den Sänger!“, ordnete der Selach an. Sein Befehl riss die Männer aus ihrer Verzauberung.
Der Junge wurde vor ihn geführt. Der Selach musterte ihn. Ein unscheinbares Wesen, das aussah wie eine streunende Katze. Das struppige schwarze Haar stand wirr in alle Richtungen, die dunklen Augen in dem mageren Gesicht waren ängstlich aufgerissen. Der halbwüchsige Knabe verneigte sich tief, den rauen Wollstoff seines verschlissenen Umhangs hielt er dabei schützend um sich geschlagen.
Der Junge wartete, während der Selach auf ihn herabsah. Groß und mächtig stand er vor ihm, wie der Berg der Wolkenstadt, den Mund zusammengepresst, als ob er etwas darin verschließen würde.
‚Dein Blick ist kühl, kühl wie der See‘, dachte der Knabe. ‚Unnahbar wie der Nebel über dem Wasser.‘
„Deine Stunde ist gekommen“, sagte der Selach, „dafür haben wir dich gehegt, dich warm gehalten und genährt. Nun tu, was deine Bestimmung ist!“
Der Sänger Halfta verneigte sich erneut, huschte an dem großen Mann vorbei und stellte sich an das Ufer des Sees. Träumend ließ er für einen Moment seinen Blick über seine verzauberte Bühne schweifen. 'Lange Gräser wie Haare, im Erdreich verwurzelt, golden berührt von der Morgensonne. Tautropfen glänzen wie Edelsteine auf ihnen. Friedlich schlafen See und Insel in den bewaldeten Hügeln, wie in der offenen Hand einer Göttin, die den Zauber behütet ...'
„Du weißt, was geschieht, wen du nicht gehorchst?“, schnitt die Stimme des Selachs durch seine Bilder.
Halfta schöpfte die kühle Morgenluft in seine Lunge, erhob seine Stimme und reine Töne tanzten über die kräuselnden Wellen. Sie ergaben sich dem leichten Wind, vereinten sich mit der Kühle. Sie flogen in die Sonne, wanderten zu der verborgenen Insel. Das Lied erzählte von anderen Welten, von edleren Zeiten.

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3. April 2020

'Bruna-Brunhilde' von Uschi Meinhold

E-Book | Taschenbuch | handsigniertes TB
Website zum Buch
Bruna-Brunhilde: Westgotische Prinzessin - Merowingische Königin - Nibelungentochter

Eine vermeintlich zeitlich ferne Geschichte - die auch im spanischen Westgotenreich mit der Hauptstadt Toledo spielt - wird im Roman über Bruna-Brunhilde als Kind, Herangewachsene, Liebhaberin, Leidende, Mutter und Herrscherin erzählt. So steht eine Frau des 6. Jahrhunderts, eine westgotische Prinzessin, eine merowingische Königin, eine Nibelungentochter im Mittelpunkt. Das Leben Bruna-Brunhildes ist zwar zeitlich fern, in manchem uns aber ganz nah.

Warum? Das Buch findet Antworten.
Außer dieser westgotischen, gebildeten Prinzessin Bruna, die fern ihrer Heimat - die sie nie wiedersehen wird - im Frankenreich ihres merowingischen Mannes nach dessen Ermordung als Herrscher in seiner Nachfolge versucht, gerecht zu handeln, wird die politische Geschichte dieser Zeit erzählt. Dies am Beispiel handelnder Menschen, die, wie Bruna-Brunhilde, im Mittelpunkt im Roman stehen. Denn Menschen machen Geschichte.

Wir können von Ereignissen im spanischen Westgotenreich: in Toledo, in Valencia; - im Merowingerreich der Franken: in Renève sur Vingeanne, in Chalon, in Metz, in Worms und Lorsch, lesen. Das Nibelungenlied basiert auf dem glücklich-unglücklichen Leben dieser mächtigen Frau. Ähnlichkeiten zwischen dieser fernen Welt und unserer heute lassen sich entdecken. Aber auch das Andere, das Ferne, macht das Lesen ebenfalls interessant.

Für Liebhaber historischer Romane ist der erzählten Geschichte ein Glossar beigegeben.

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'Berge, Ziegen und andere Schwierigkeiten' von Sabine Buxbaum

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Website Sabine Buxbaum
Als Lena beschließt, die Nachfolge einer Hausarztpraxis im beschaulichen Paznauntal in Tirol anzutreten, ahnt sie nicht, worauf sie sich da eingelassen hat. Die Menschen, die Umgebung – alles ist ganz anders als im modernen Wien. Auf dem Hof, den ihre Großmutter ihr vererbt hat, wimmelt es von Ziegen und Hühnern, und zu allem Übel ist das Wohnhaus halb verfallen.

Für Lena steht fest: Sie muss den Hof so schnell wie möglich verkaufen. Auch die Stelle als Hausärztin würde sie am liebsten sofort wieder kündigen. Wäre da nicht ihr Nachbar Michael. Anfangs grob und unausstehlich, lernt Lena ihn und allmählich auch die Schönheit des Paznauntals zu schätzen. Doch sollte das etwas an ihrer Entscheidung, den Hof ihrer Großeltern zu verkaufen, ändern? Schließlich ist da auch noch der reiche Hotelier Walter Sprenger, der sie umwirbt und ihr ein Angebot macht, das sie unmöglich ausschlagen kann …

Anleser:
Auf der Donauinsel in Wien herrschte schon in den frühen Morgenstunden ein reger Trubel. Der Frühling war eingekehrt und die Leute konnten es kaum erwarten, nach dem nasskalten Winter endlich ins Freie zu kommen.
Lena lehnte entspannt auf der Parkbank und beobachtete das bunte Treiben. Bald würde sich alles für sie verändern.
„Und du willst wirklich schon morgen aufbrechen? Du musst doch erst im Juni anfangen“, unterbrach ihre Freundin Sandra Lenas Gedanken.
„Der Bürgermeister von Feldbach hat mich gebeten, früher anzureisen, um alle Formalitäten zu erledigen.“
„Wo genau liegt Feldbach?“
„Im Paznauntal in Tirol, zwischen Ischgl und Galltür“, antwortete Lena. Sie war das letzte Mal dort gewesen, als sie dreizehn war. Danach verlor sie das Interesse, ihre Großeltern in Tirol zu besuchen. Ihr Kontakt hatte sich auf Telefonate, Glückwunschkarten und vereinzelte Treffen der Familie bei Lenas Tante in Innsbruck beschränkt.
„Ich verstehe deine Entscheidung nicht“, erklärte Sandra. „Was ist denn in dich gefahren? Du verlässt deine Heimat Wien, um in ein abgelegenes Tal zu ziehen? Als Hausärztin? Ehrlich, das ist wirklich sonderbar. Du bist eine ausgezeichnete Internistin. Warum gibst du das alles auf?“
Lena hatte Sandra ihre wahren Beweggründe nicht verraten, und das hatte sie auch jetzt nicht vor. Sie hatte sich auch ein anderes Leben für sich vorgestellt. Aber es kam alles anders. Vielleicht war es eine Kurzschluss- oder Trotzreaktion, die sie zu ihrer Entscheidung bewogen hatte, aber sie wollte fort aus Wien, wollte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und neu beginnen. Für sie erschien es wie ein Glücksfall, dass in Feldbach eine Hausärztin gesucht wurde. Ihre Großmutter hatte es ihr erzählt. Nur war nicht geplant, dass ihre Oma sterben würde, ehe sie dort überhaupt anfing.

So war Lena nun also auf dem Weg ins Paznauntal. Die Autobahn hatte sie längst hinter sich gelassen und folgte nun der Straße, die ins Tal einbog.
Obwohl es schon Mitte April war, lag im Tal noch eine weiße Schneedecke und ausgerechnet heute schneite es kräftig. Die Bergspitzen waren in den dichten Wolkendecken nicht zu erkennen.
Lena sorgte sich ein wenig, denn sie hatte schon die Sommerreifen montiert und besaß nur ein kleines Auto ohne Allrad. In Wien war bereits der Frühling eingekehrt, es blühten schon die ersten Blumen und die Temperatur war angenehm warm. Hier fror Lena trotz Autoheizung. Wegen des starken Schneefalls konnte sie den Verlauf der Straße kaum erkennen.
Nun hatte sie die halbe Strecke ins Tal schon hinter sich gebracht. Der Schneefall wurde immer intensiver und die Schneedecke auf der Straße dichter. Schon jetzt spürte sie, dass die Reifen kaum Halt fanden. Viele Orte gab es nicht im Tal. Diese waren jedoch mit großen Hotels, Appartement- und Ferienwohnhäusern verbaut. Nach einfachen Einfamilienhäusern hielt Lena vergebens Ausschau. Einfach jeder, der hier wohnte, schien Ferienwohnungen zu vermieten. Vor allem der Wintertourismus hatte dieses Tal fest im Griff.
Als Lena Feldbach erreichte, war das Bild nicht anders. Rechts und links der Straße türmten sich große Hotels auf. Vor einem längeren Gebäude hielt sie an. Dort waren eine Apotheke, ein Lebensmittelgeschäft, ein Sportgeschäft und die Arztpraxis untergebracht, die sie übernehmen sollte. Da Samstag war, schien die Praxis geschlossen zu sein. Es brannte kein Licht. Wenige Leute waren zu sehen und Lena beschloss, sich hier nicht länger aufzuhalten. Schließlich musste sie noch den Bergbauernhof ihrer Großeltern erreichen, der gut zweihundert Meter höher lag, bevor die Wetterlage ein Vorankommen verhindern würde.
Lena folgte einer schmalen Straße, die rechts einbog. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass man hinter dem Bäcker einbiegen musste. Sie fuhr über eine Brücke, welche über den Fluss Trisanna führte. Die schmale Straße wurde zunehmend steiler und Lena zunehmend ängstlicher. Das Dorfzentrum hatte sie hinter sich gelassen. Nur noch Felsen und Bäume säumten die Straße. Immer wieder gingen die Reifen durch und Lena erwog es ernsthaft, umzukehren. Allerdings war die Straße so schmal, dass dies kaum möglich war. So stieg sie weiter aufs Gas und betete still, dass alles gut gehen würde.
Doch bei diesen winterlichen Fahrverhältnissen half auch das Beten nichts, zumal sie auch nicht ernsthaft Gehör beim lieben Gott erwartete, denn diesen hatten sie schon seit Jahren nicht mehr angesprochen.
Das bereute sie, als dann das Auto nicht mehr vorwärtskam und nach hinten zu rutschen drohte. Lena kämpfte mit dem Gaspedal, was den Zustand aber nicht verbesserte, sondern lediglich die Reifen überhitzte. Sie war den Tränen nahe, als ihr ein Traktor mit Schneeschaufel entgegenkam, der, überrascht über die unerwartete Straßensperre, abrupt abbremsen musste und gerade noch rechtzeitig vor Lenas Stoßstange zum Stehen kam. Lena zitterte mittlerweile am ganzen Körper.
Sie stellte den Motor ab, zog die Handbremse und stieg aus, als sie sah, dass dies auch der Traktorfahrer tat.
„Sind Sie verrückt?“, fuhr der Mann sie an, der ungefähr in ihrem Alter zu sein schien. Sie bemerkte seinen abwertenden Blick, als er auf ihre Reifen und ihr Wiener Kennzeichen sah.
„Das hier ist keine Straßen für Touristen!“, legte er nach. „Diese Straße ist nur für Anrainer. Haben Sie das Schild nicht gelesen? Können Sie überhaupt lesen? Vielleicht ist Ihnen nebenbei aufgefallen, dass es schneit! Sie sind hier nicht in Wien, sondern in den Tiroler Bergen! Hier fährt man bei solchen Verhältnissen entweder gar nicht oder nur mit Schneeketten! Aber wie ich sehe, haben Sie noch nicht einmal Winterreifen. Jetzt blockieren Sie hier die ganze Straße! Wie soll ich an Ihnen vorbeikommen? Fahren Sie rückwärts und am besten kehren Sie wieder dorthin zurück, wo sie hergekommen sind!“
Lenas Zittern verstärkte sich. Einerseits vor Kälte und andererseits, weil sie weder ein noch aus wusste. Sie konnte unmöglich rückwärtsfahren. Sie hatte das noch nie sehr gut beherrscht und außerdem war die Straße kurvenreich. Der Mann starrte sie finster an, und sie fürchtete, dass sie möglicherweise bald Opfer eines Verbrechens würde, wenn sie seinen Aufforderungen nicht Folge leistet. Erschöpft von der langen Fahrt und verstört über die Situation kamen Lena die Tränen. Sie erwartete nun eine weitere Schimpforgie des Mannes, aber seine Gesichtszüge wurden unerwartet sanfter. Es schien ihm nicht zu behagen, dass sie in Tränen ausbrach.
„Wo wollen Sie eigentlich hin?“, fragte er schließlich ganz sachlich.
„Zum Bergbauernhof von Anna Bucher“, antwortete Lena, ehe sie ein Taschentuch aus ihrer Manteltasche zog, um sich die Tränen abzuwischen.

Blick ins Buch (Leseprobe)