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4. August 2021

'Aus dem kalten Schatten' von Christine Bendik

Kindle (unlimited)
Website Christine Bendik
»Nummer Unbekannt.«

Topmodel Jade Duncan hält ihren anonymen Anrufer für einen harmlosen Spinner. Ein Feigling, der heimlich von einem Date mit ihr träumt.
Dann passiert in ihrer New Yorker Agentur ein grausamer Mord und Jade verliert eine liebe Kollegin. Das NYPD warnt vor einem Serientäter. Gleichzeitig häufen sich die Anrufe und Jade findet Hinweise, dass sie mit dem Mordopfer verwechselt worden sein könnte. Ihr Bauchgefühl rät ihr zur Wachsamkeit. »Er« könnte näher sein, als sie denkt. Hinter dem harmlosen Spinner verbirgt sich vielleicht – Todesgefahr?
Jade weiß nur eins: Sie will nicht enden wie ihre Kollegin. Und sie beschließt, ihre Zelte in der Stadt abzubrechen und zu ihrem Bruder nach Cherry Hill zu fahren. In ihrer Heimat, umgeben von vertrauten Menschen, fühlt sie sich sicher …

Ein spannungsgeladener Thriller vor der lebhaften Kulisse New Yorks.

Anleser:
Der Kopf war auf die Brust der Toten gesunken und eine Haarsträhne hing ihr wirr wie ein Spinnennetz in die Stirn. Etwas Schwarzes klebte an ihrer Hüfte. Sah bei näherem Betrachten aus wie der Saugrüssel eines Falters ...

Blick ins Buch (Leseprobe)

'Der Tote von Südwesthörn' von Hermann Markau

Kindle (unlimited)>
Website Hermann Markau
Broder Jensen ist ein Filou, der nichts auf die Reihe kriegt. Als sich auch noch seine große Liebe von ihm trennt, droht sein Leben ganz aus den Fugen zu geraten. Er flüchtet sich in sein Stammlokal, wo ihm kurze Zeit später die Chance seines Lebens geboten wird. Er greift zu, um endlich einmal das Glück beim Schopfe zu packen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf …

Kellers 3. Fall - ein Nordfriesland-Krimi

Anleser:
Der Kapitän kaute mit stoischer Ruhe sein Kaugummi und antwortete nicht auf die Frage seines Freundes, als wenn er sie nicht gehört hätte. Womöglich verlangte auch der rege Betrieb auf dem Wasser, der um sein Boot wuselte, erhöhte Aufmerksamkeit.
Die Malaga befand sich auf Höhe des Airbus-Flughafens, dessen Start- und Landebahn auf der Backbordseite des Kutters von der Finkenwerder Insel in den Fluss hineinragte. An Steuerbord passierte sie gerade den Fähranleger Teufelsbrück. Elbfähren und Elbschlepper kreuzten ihren Weg. Einige Lastkähne schipperten an ihr vorbei. Und recht voraus kam ihr ein gigantischer Pott entgegen. Knallrot mit weißen Aufbauten: Einer von den Frachtern, die fünfzehntausend oder mehr Container befördern können.
»Sind ja übermorgen noch nicht da, hab ich gesagt«, wiederholte Beule und sah zu seinem Kapitän hinüber.

Als die außergewöhnlich hohe Bugwelle eines entgegenkommenden Tankers gegen die seitliche Bordwand der Malaga klatschte, verloren Schipper und Maschinist für einen Augenblick ihr Gleichgewicht und schwankten zuerst nach Backbord- und unmittelbar darauf Richtung Steuerbordseite des Ruderhauses. Beule traf der Schlag so hart und unvorbereitet, dass er kurz in die Knie ging und einen Ausfallschritt machen musste.

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3. August 2021

'Sonnenvogel' von Anna Kleve

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Anna Kleve
In die Welt der Toten gebracht, um keine Bestie zu werden, muss Balan Jahre dort verbringen.

Nach langer Zeit kehrt er mit dem Drachen Ceara in die Welt der Lebenden zurück, wo er Prinz Amoury – einen Kindheitsfreund – in Gefahr findet und rettet. Selbst nicht erkannt, erfährt Balan von Amoury, dass dieser seine Schwester sucht, die wiederum auf der Suche nach dem mächtigen Sonnenvogel ist, um die magische Dürre zu besiegen, die ihr Land im Griff hat. Leider scheinen ihre Gefühle füreinander und gefährliche Gesetzlose noch die kleinsten Probleme zu verursachen.

Wie werden sich die Ereignisse auf ihre Zukunft und die ihres verfluchten Landes auswirken?

Nur im August im Rahmen des Kindle Countdown Deal für 1,99 Euro erhältlich (statt 3,99 Euro).

Anleser:
Mit großen Augen starrte ich zum Schloss hinauf. Die dunklen Marmormauern glühten und schienen von lavanen Fäden durchzogen, ohne das Gestein anzugreifen. Rotgoldene Funken tanzten über die gewaltigen Mauern. Bei mir zu Hause hatten manche behauptet, dass sie das Funkeln der gefangenen Seelen verstorbener Drachen wären und der Gedanke jagte mir einen eisigen Schauer über den Rücken. Manch einer war verrückt genug gewesen, diese Seelen befreien zu wollen und dabei ums Leben gekommen.
Mir hatte man bereits die Wahrheit gesagt. Diese tanzenden Funken stammten von der Magie, die im und um das Schloss gewirkt wurde. Unter gewöhnlichen Bedingungen hätte ich mir dieses Schloss mit Begeisterung angesehen, aber an diesem Tag wirkte es nur finster und bedrohlich, weil es alles verkörperte, was gerade auf mich lauerte. Immerhin stand ich kurz davor, alles Bekannte hinter mir zu lassen, mein Zuhause zu verlassen und ein neues Leben zu beginnen. Für etliche Jahre. Meine Stimmung war düster und ich fragte mich, was mich erwarten würde. Dieser Gedanke bescherte mir ein beängstigendes Magendrücken, stärker als Heimweh. Doch all das wurde durch die Müdigkeit gedämpft, die der lange Weg verursacht hatte und ich begrüßte es, dadurch nicht so viel zu fühlen wie sonst. Auch das unangenehme Gefühl der viel zu warmen und kratzigen Wollstrümpfe. Mutter stand mit mir vor der hohen Außenmauer.
Sie hatte mir erst kurz zuvor erklärt, dass unzählige Stufen dahinter zur Pforte des Schlosses emporführten. Darüber hätte ich mich nie gefreut. Nur an diesem Tag. Es gab mir einen Aufschub, eine Galgenfrist. Und während wir auf die Wachhabenden warteten, betrachtete ich weiter das Äußere des Schlosses. Ein Gebäude, das nach Osten ausgerichtet war. Ein großer Teil der Fenster ging auf die Drachenfelder hinaus. Die Rückseite lehnte sich in die Felswand im Westen hinein. Die größten Türme ragten hoch auf, verdeckten zur Hälfte die Klauenspuren des Urdrachen in den Felsen. Das Schloss erstreckte sich soweit über die Felsen der Wand, dass ich nicht sicher sein konnte, wie viele Stockwerke es waren. Beängstigend riesig auf jeden Fall. Und überall waren kleinere Türme, unglaublich viele Landeplattformen für die Drachen, ungezählte Wehrgänge – das alles in die unterschiedlichsten Richtungen führend und ragend. Die Bleiglasfenster funkelten im sonderbaren Licht dieser fremden Welt.

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1. August 2021

'Unfried: Die Courage der Ungehorsamen' von Reinhard Skandera

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Franz Unfried wandert gegen seinen Willen im Jahre 1904 mit der Familie aus dem zu Österreich-Ungarn gehörenden Sudetenland in die Industrieregion an Rhein und Ruhr aus. Er ist 14, muss mit dem Vater am Hochofen der Knesebeck Werke schuften, um die Familie zu unterstützen. Durch Zufall lernt er die Fabrikantentochter Ariane Knesebeck kennen und Rochus von Malotki, den Sohn des Polizeipräsidenten der Provinz Rheinland. Sie ist ihm durch Ehrenwort der Familienoberhäupter versprochen.

Nach dem Rausschmiss bei den Werken, heuern er und der Vater Joseph auf einem Binnendampfer an, der Richtung Rotterdam pendelt. Er lernt Maik kennen, der sein Freund wird und großen Einfluss auf ihn hat. Der Vater stirbt bei einem Verladeunfall, sodass Franz die Verantwortung für die Familie übernehmen muss. Er verliebt sich in Ariane, die jedoch inzwischen mit Rochus verlobt ist. Der Verdienst auf dem Schiff reicht nicht, um die Familie durchzubringen. Maik überredet ihn zum Zigarettenschmuggel. Rochus wird zum Leiter der Sondereinheit gegen den Schmuggel ernannt. Franz gerät mit dem Kartellboss Richter aneinander. Die Familie muss fliehen, da auch sie bedroht wird. Ariane Knesebeck überwirft sich mit dem Vater, der sie aus dem Haus verweist. Franz gerät in höchste Gefahr. Maik verfolgt inzwischen eigene Pläne, die er mit allen Mittel zu realisieren versucht. Die Gemengelage zwischen den vier jungen Leuten spitzt sich dramatisch zu.

Der historische Familienroman erzählt eine Geschichte von der Suche nach dem Glück, die mit Träumen beginnt. Irgendwann kommt sie in der Realität an. Trotz aller Widerstände bietet die Industriegesellschaft dem armen Teil der Menschen Chancen. Es bedarf Mut und Kampfgeist, um sie zu nutzen.

Es ist auch ein Gesellschaftsroman, der die Lebensbedingungen der Menschen nach der Jahrhundertwende im deutschen Kaiserreich zeigt. Die Startchancen jungen Menschen waren absolut unterschiedlich. Kinder des Adels und des vermögenden Bürgertums mussten nur durch die Türen gehen, die man ihnen öffnete. Arbeiterkinder, die der Anhängigkeit und Armut entfliehen wollten, mussten für ein unabhängiges Leben hart kämpfen.


Anleser:
20 Kilometer weiter bedrängte ein hochgradig nervöser Rochus Jörg Richter. Dem dämmerte, dass sie übel hereingelegt worden waren. Er fluchte wie ein Rohrspatz: „Der kleine harmlose Unfried legt mich nach allen Regeln der Kunst rein. Die Zigaretten sind beim Stangel, dem verfluchten Hund, ein Vornehmtuer a la Unfried, darauf verwette ich meinen Arsch. Der Unfried wird die Tollkühnheit, einen Jörg Richter zu verarschen, schon bald bitter bereuen. Jetzt muss ich hier weg, bevor der bekloppte Rochus die Handfesseln herausholt.“
Rochus Vorfreude verwandelte sich in Enttäuschung gepaart mit Unsicherheit. Er würde ohne Erfolg mit der Mannschaft in das Kommissariat zurückkehren. Böse Vorahnungen durchzuckten ihn, vergeblich versuchte er, sich zu beruhigen.
„Ich trage nicht die Schuld am Scheitern der Aktion. Den schmutzigen Deal mit Richter fädelte mein Vater ein, er muss die Verantwortung für den Fehlschlag übernehmen, mir kann das Keiner anhängen.“ Insgeheim wusste Rochus, die Vorstellung baute eher auf einer Illusion als einer denkbaren Realität. Wenn irgendetwas schief ging, an dem Achim Anteile besaß, gelang es ihm immer, einem Anderen den Mist vor die Tür zu kehren. Nicht ein einziges Mal hatte er nur einen Bruchteil der Schuld auf sich genommen. Die Tatsachen spielten nicht die geringste Rolle. Rochus hielt nach Jörg Richter Ausschau, den er festnehmen wollte, vergeblich, der Kartellboss hatte das Weite gesucht. Jörg kehrte nicht in die Kneipe zurück, sondern fand Quartier bei einer Dame, die ihm seit Jahren bekannt war, die ein Lokal betrieb, das nicht für die gute Speisekarte gerühmt wurde. Morgen würde er die Belsemänner aufsuchen. Männer, die für ihn schon viele Inkassoaufträge zu seiner Zufriedenheit ausgeführt hatten.
Jan und Maik näherten sich den Niederlanden, Jan in allerbester Stimmung, Maik quälten Gewissensbisse, weil er den Freund hintergangen hatte. Während er schwieg, erzählte ihm Jan, dass er schon bald einen zweiten LKW anschaffen wird, um die Strecke Rotterdam Oberhausen regelmäßig zu fahren.
Für Rochus kam es, wie es kommen musste, Achim von Malotki schob ihm die Schuld am Misslingen der Aktion zu. Es gab keinen Grund. Achim tat es einfach, weil er es tun konnte. Der Sohn fasste in der Nacht einen grausamen Entschluss.

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30. Juli 2021

'Humboldt und der letzte Lauf' von Jana Thiem

Kindle | Tolino
Website | Autorenseite
Gerade hat Humboldt in der größten Hitze sein Rennen beim O-See-Triathlon beendet und sich mit einem Radler unter die verschwitzte Sportlermenge gemischt, da wird er zu einem Todesfall gerufen. Einer der Triathleten liegt am Rand der Mountainbike-Strecke, die über den Hochwald führt. Zunächst deutet alles darauf hin, dass er einfach gestürzt ist, aber schon bald finden die Ermittler Indizien, die auf einen Mord hinweisen.

Je länger die Ermittlungen andauern, um so rätselhafter wird der Fall. Denn das Opfer mit tschechischem Namen scheint nicht zu existieren. Das findet jedenfalls der tschechische Kollege Tomek Veselý heraus, den Humboldt hinzugebeten hat. Bald tauchen weitere Identitäten des Toten auf. Nur – wer ist er wirklich? Kann der Rechtsmediziner Dr. Lorenz Richter Licht ins Dunkel bringen?

In der Zwischenzeit plagen die Journalistin Christin Weißenburg ganz andere Sorgen, die sie mit Humboldt zu teilen versucht. Doch der ist Tag und Nacht mit seinem Fall beschäftigt. Schließlich ergibt sich eine berufliche Chance, die Christin trotz aller Konsequenzen ergreift, ohne zu ahnen, dass sie damit wieder Humboldts Vergangenheit heraufbeschwört.

Für kurze Zeit zum Aktionspreis von nur 1,99 Euro (statt 3,99) erhältlich.

Anleser:
Prolog (1991)
„Mikkel, komm jetzt raus! Mir ist kalt!“ Smila trat von einem Bein aufs andere und buddelte sich damit immer tiefer ein. Sie liebte die Unterschiede. In der Nähe des Wassers fühlte sich der Sand kühl und fest an, Richtung Dünen wurde er immer heißer und lockerer. Normalerweise würde sie noch viel länger mit ihrem kleinen Bruder im Meer toben, aber jetzt musste sie aufs Klo. Und außerdem warteten ihre Eltern sicher. Sie wunderte sich sowieso schon, dass ihr Vater nicht längst nach ihnen geschaut hatte. Er war der Ängstlichere von beiden. Zwar machte sich ihre Mutter auch ständig wegen irgendetwas Sorgen, aber sie kontrollierte sie nicht so oft.
„Mikkel, was ist jetzt?“, rief sie noch einmal.
Murrend stapfte ihr Bruder aus dem Wasser. Seine Luftmatratze zog er hinter sich her. „Och Menno, es ist doch überhaupt noch nicht spät. Und Papa ist auch noch nicht da. Los, komm nochmal mit rein.“
Smila war erstaunt, dass selbst ihrem 13-jährigen Bruder auffiel, dass ihr Vater noch nicht aufgetaucht war. Länger als eine Stunde ließ er sie selten allein. Und nun war schon viel mehr Zeit vergangen.
„Nee, wir müssen los. Es gibt sicher gleich Abendbrot“, sagte sie bestimmt. Dass sie fünf Jahre älter als Mikkel war, ließ sie nur zu gerne raushängen. Schließlich hatte sie früher häufig auf ihn aufpassen müssen, dann konnte er jetzt auch nach ihrer Pfeife tanzen.
„Müssen wir morgen wirklich schon wieder heimfahren?“, murrte Mikkel weiter, zog sich aber brav sein T-Shirt an und legte das Handtuch über die Schultern. Dann schnappte er sich die Luftmatratze. „Wir haben doch noch vier Wochen Ferien, waren doch sonst immer viel länger in Schweden. Warum denn dieses Mal nicht?“
„Ich weiß es nicht“, antwortete Smila. Auch so etwas, das ihr gleich komisch vorgekommen war, als ihre Eltern darüber gesprochen hatten, diesmal nur kurz in ihr Ferienhaus zu fahren. Hatten sie so viel Arbeit zuhause? Womit sie beim nächsten Mysterium war, denn selbst mit ihren achtzehn Jahren konnte sie nicht genau sagen, was ihre Eltern taten. Sie saßen oft am Computer, bekamen über ein gesondertes Telefon Anrufe, die meist nur kurz dauerten, und in letzter Zeit waren sie häufig unterwegs. Meistens nur ein Elternteil, damit das andere bei den Kindern bleiben konnte. Wenn Smila wissen wollte, was sie zum Beispiel in der Schule sagen sollte, was ihre Eltern beruflich taten, bekam sie immer die gleiche Antwort: Sie waren im Import- und Exportgeschäft tätig und mussten für verschiedene Firmen die Warenwege koordinieren. Geglaubt hatte ihnen Smila das nie. Aber da sie keine andere Erklärung bekam, beließ sie es dabei.
Auf dem Weg zu ihrem Ferienhaus beschlich Smila plötzlich ein komisches Gefühl. „Sag mal, was hat Mama gesagt, wann wir zum Abendbrot zurück sein sollten?“, fragte sie ihren Bruder.
„Hm, ich glaub um sieben“, antwortete Mikkel unbekümmert.
Smila schaute auf ihre Uhr. Jetzt war es fast halb neun. Nie im Leben hätten ihre Eltern sie so lange im Wasser gelassen. Sie schluckte. Was war es nur, was ihr plötzlich Angst einflößte?
„Bringst du die Luftmatratze in den Schuppen? Ich geh schon mal ins Haus, Mama und Papa beruhigen“, sagte sie zu ihrem Bruder und schob ihn in den hinteren Teil des Gartens.
Murrend folgte er ihren Anweisungen.
Mit klopfendem Herzen ging Smila zur Haustür und klingelte. Nichts tat sich. Erst jetzt bemerkte sie, dass die Tür einen winzigen Spalt offen stand. Erschrocken trat sie einen Schritt zurück. Normalerweise waren bei ihnen alle Türen rundherum zugeschlossen. Selbst die Terrassentür hatte ein Schloss und wurde nur geöffnet, wenn sie wirklich in den Garten wollten. So, wie das bei anderen Familien war, dass die Türen und Fenster den ganzen Tag offen standen, kannte sie es nicht. Sie beneidete ihre Freundinnen immer darum. Sagen konnte sie es nie, damit sie nicht ausgelacht wurde.
Vorsichtig sah sie sich um. Es war niemand zu sehen. Alles sah wie immer aus. Also drückte sie die Tür langsam auf. Auch in dem kleinen Flur konnte sie keine Veränderung feststellen. Smila nahm allen Mut zusammen und betrat das Haus. „Mama? Papa?“, rief sie leise. Keine Antwort. Auf Zehenspitzen ging sie weiter. Was sollte sie tun, wenn jetzt ein Einbrecher auf sie zukam? Ob sie besser gleich die Polizei rief, bevor sie weiterging? Am Ende waren ihre Eltern einfach nur beim Fernsehen eingenickt und sie machte hier alle verrückt. Aber sie wusste, dass das nicht wahr sein konnte. Ihre Eltern waren irgendwie immer auf der Hut.
Als sie sich dem Wohnzimmer näherte, hörte sie Mikkel hinter sich.
„Ich hab einen Hunger!“, rief er fröhlich. Dabei schleuderte er seine Schuhe in die Ecke.
Beinahe hätte Smila ihn ermahnt, die Schuhe ordentlich hinzustellen, doch jetzt musste sie ihn erstmal loswerden, bevor sie die Tür zum Wohnzimmer öffnete.
„Du sollst noch Holz von draußen holen!“, rief sie ihm zu.
„Warum ich? Du bist dran“, sagte Mikkel und schaute sie herausfordernd an.
Da hatte er recht, dachte Smila. „Ich soll Mama noch was helfen“, antwortete sie und schob Mikkel Richtung Haustür. Wieder kam er ihrer Aufforderung knurrend nach.
Als er verschwunden war, drehte sie sich schnell um. Ihr blieb nicht viel Zeit bis zu seiner Rückkehr. Eilig öffnete sie die Tür und schaute ins Wohnzimmer. Nichts! Dann wandte sie sich der Küche zu und entdeckte sie sofort. Ihre Eltern lagen eigenartig verrenkt und doch irgendwie einträchtig nebeneinander auf dem Boden und Smila musste nicht erst nachsehen. Sie wusste, dass sie tot waren. Sie blieb wie versteinert stehen und konnte ihren Blick nicht abwenden. Hatte sie tatsächlich seit Jahren damit gerechnet, dass so etwas irgendwann passieren würde? Blieb sie deshalb jetzt so ruhig?
Wieder hörte sie Mikkel im Hausflur. Langsam drehte sie sich um und ging zu ihm. Dann legte sie einen Arm um seine Schultern und zog ihn mit nach draußen.
„Smila, lass das! Wo willst du denn hin?“, fragte er und versuchte, sich aus ihrem Klammergriff zu befreien.
„Wir müssen weg“, sagte sie nur und schloss die Tür hinter sich.

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23. Juli 2021

'Diana & Julius und das Buch der Katastrophen - Die Wasserhexe' von Daniela Muthreich

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Daniela Muthreich
Diana konnte nicht ahnen, dass sie die Geschichte, die sie heimlich im Buch ihrer Freundin gelesen hatte, selbst erleben würde. Auch war ihr nicht klar, dass sie in diesem Moment den Zugang zu einer geheimen Verbindung in die Zwischenwelt öffnete und damit die Geister der Katastrophen weckte. Ihr bisheriges Leben veränderte sich vollkommen.

Bei der Suche nach den Ursachen für ein Unglück, welches ihr Dorf heimsuchte, erlebt sie mit ihrem Freund Julius eine unglaubliche Geschichte, welche die beiden ins Mittelalter zurückführt. Sie treffen auf magische Wesen, kämpfen gegen Verbündete des Bösen und schließen Freundschaften mit fabelhaften Geistern. Ihre Aufgabe ist es, mithilfe von Zauber-Rätseln eine längst vergangene Katastrophe zu verhindern, um das gegenwärtige Schicksal ihres Dorfes umzukehren. Doch können sie es schaffen, sich und ihre Freunde und Verwandten zu retten?

Ein Jugendbuch für Leser ab 10 Jahren – spannend und gruselig ohne grausam zu sein.

Anleser:
Eine Nacht im Kloster
[…] »Nebelsee. Was soll das sein?« Als die Klosteruhr zehnmal schlug, öffnete Diana vorsichtig ihre Tür und schlich die Treppe hinunter. Der Weg in den Garten war ihr inzwischen bekannt. Sie atmete auf, als sie vor den Kräuterbeeten stand, die vom Mondlicht schwach angestrahlt wurden. Wo war denn jetzt Julius? Suchend blickte sich Diana um und vernahm schon in einiger Entfernung Schritte. Bevor sie ihren Freund beim Namen rufen konnte, zischte jemand von hinten: »Du bist nicht allein! Sei leise!«
»Wer ist denn bei mir?«, fragte das Mädchen und zitterte am ganzen Körper.
»Die haben hier Wachen! Du musst aufpassen!« Diana drehte sich mit einem Ruck um, aber das Einzige, was sie im Mondschein sehen konnte, waren die Umrisse eines Besens […] schnell versteckte sie sich hinter einem Gebüsch, als auch schon zwei Personen in Umhängen durch den Kräutergarten liefen. Sie verschwanden beim verborgenen Eingang in der Klostermauer.

Blick ins Buch (Leseprobe)

19. Juli 2021

'Dunkle Schatten über Meadowfield' von Emilia Doyle

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Facebook-Seite | Autorenseite
Vor vier Jahren verließ Aiden die heimatliche Plantage seines reizbaren und despotischen Vaters wegen, nun kehrt er seinetwegen nach Meadowfield zurück. Jacob Pellham ist gesundheitlich schwer angeschlagen und Aiden muss die Geschäfte für ihn weiterführen.

Je tiefer er in diese Aufgabe eintaucht, desto mehr fallen ihm Missstände und Ungereimtheiten auf. Allen voran ist ihm der Aufseher Cutler ein Dorn im Auge. Mit ihm hat er noch eine Rechnung offen. Alte Wunden brechen auf, denn der Mann ist nicht sein einziger Gegner.

Mutters Heiratswünsche für Aiden machen sein Leben auch nicht leichter und als er zufällig ein streng gehütetes Geheimnis seines Erzeugers entdeckt, fällt er aus allen Wolken.

Anleser:
Aiden tat einen tiefen Atemzug, schloss die Augen und hielt sein Gesicht den wärmenden Strahlen der Sonne entgegen. Er saß auf einer kleinen Bank, die an zwei Ketten hing und sich auf der rückwärtigen Veranda hinter dem Küchentrakt befand. Sie wurde nur vom Haus- und Küchenpersonal benutzt, Aiden ausgenommen. Hier hatte er sich schon früher gern aufgehalten, wenn er allein und ungestört sein wollte. In Erinnerungen versunken schaukelte er sacht vor und zurück. An der Aufhängung, am Dach des Überstandes, verursachte die Bewegung ein stetes und gleichmäßiges Quietschen, das ihn langsam einlullte.
»Was machst du hier?«, fragte eine Kinderstimme.
Gereizt über die Störung öffnete er die Augen. Das Erste, was er sah, waren nackte, schmutzige Füßchen. Langsam glitt sein Blick aufwärts, erfasste den Saum eines Kleides und stoppte schließlich beim Gesicht. Vor ihm stand ein kleines Sklavenmädchen von etwa neun, zehn Jahren, das ihn aus unschuldigen braunen Augen anschaute.
»Was soll ich schon machen?«, entgegnete er flapsig. »Ich sitze hier!«
Die Kleine lachte unbekümmert, wobei sie ihren Oberkörper in scheuer Manier hin und her wiegte, während sie die Hände auf dem Rücken hielt. Angst schien sie aber nicht vor ihm zu haben, im Gegenteil, sie musterte ihn neugierig.
Ihre Hautfarbe war außergewöhnlich hell, ihr Erzeuger musste ein Weißer gewesen sein.
Auf fast jeder Plantage des Südens fand man Sklaven, deren Haut heller war als die der anderen. Ihre Mütter waren nicht selten Opfer von Vergewaltigungen geworden; durch Aufseher, Plantagenbesitzer und andere weiße Herrschaften. Ein paar von ihnen dienten ihren Besitzern auch freiwillig als Gespielin, wenn die eigene Gemahlin unpässlich war.
»Wie heißt du?«, fragte Aiden.
»Maliya, und du?«
»Weißt du denn nicht, wer ich bin?«, hakte er überrascht nach.
Heftig schüttelte Maliya den Kopf.
Der unbändige Zorn, den er eben noch in sich gespürt hatte, war wie durch Geisterhand verflogen. Er ließ sich zu einem Schmunzeln hinreißen. Da stand dieses kleine Mädchen vor ihm, sah ihm furchtlos entgegen und hatte keine Ahnung, wer er war.
»Ich heiße Aiden.«
»Warum hast du so traurig ausgesehen?«, fragte sie ungeniert weiter und setzte sich auf den Rand der Terrasseneinfassung.
»Weißt du, es gibt manchmal Situationen, da läuft im Leben nicht alles so, wie man es gern hätte«, erklärte er freundlich.
Verständnislos schaute Maliya zu ihm auf. »Aber du bist weiß. Meine Mutter sagt, Weiße können alles im Leben erreichen, weil sie frei sind. Für sie gibt es keine Grenzen.«
Ja, er war ein Weißer und er war frei, dennoch war das Leben mit einem Vater wie seinem alles andere als ein Honigschlecken.
»Um Himmelswillen, Maliya.« Eine junge Frau stürzte um die Hausecke herbei und das blanke Entsetzen stand in ihrem Gesicht. »Ich bitte vielmals um Verzeihung Master Aiden, wenn meine Tochter Sie belästigt hat. Sie ist noch ein Kind, bitte habt Erbarmen.« Stürmisch riss sie das Mädchen an sich und drückte es ganz fest. »Es wird nie wieder vorkommen.«
»Sie hat mich keineswegs belästigt«, beteuerte er, aber seine Worte verhallten, als hätte er sie nie ausgesprochen. Denn sie verbeugte sich mehrmals ängstlich und stammelte eine Entschuldigung nach der anderen, bevor sie davoneilte.
»Master Aiden, Master Aiden.« Jemand rüttelte ihn an der Schulter.
Verstört öffnete er die Augen. Als er aufsah, blickte er in das Gesicht von Hermela, der Köchin auf Meadowfield, die ihn als Säugling und Kleinkind betreut hatte.

Blick ins Buch (Leseprobe)

18. Juli 2021

'Abels Vermächtnis' von Aileen O'Grian

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Blog Aileen O'Grian
Im Jahre 2080 ist der gesamte Süden Europas eine Wüstenregion. Nur wenige Menschen besiedeln das Gebiet und fristen dort ein armseliges Dasein. Der Norden riegelt sich ab und beutet die verarmten Süd- und Südosteuropäer aus.

Die Genmedi Corporation entwickelt aus menschlichen embryonalen Stammzellen Medizin gegen Diabetes, Rheuma und Leukämie. Um ausreichend Embryonen zu erhalten, werden die Frauen mehr schlecht als recht dafür bezahlt, dass sie ihren Körper für die Produktion von Eizellen zur Verfügung stellen. Für die meisten Familien ist es die einzige Einnahmequelle.

Der musisch begabte Abel wächst in einer privilegierten, reichen Familie in Berlin auf. Er möchte Pianist werden, doch sein Vater, Direktor der Genmedi Corporation, hat andere Ziele für ihn vorgesehen. Er zwingt den Jungen, auf seine Musik zu verzichten und BWL zu studieren und bei Genmedi einzusteigen. Mehrfach rebelliert Abel, doch letztendlich resigniert er und versucht, den Erwartungen seines Vaters zu entsprechen.

Als er nach dem Studium seine Tätigkeit bei der Genmedi aufnimmt, ist es eine seiner ersten eigenverantwortlichen Aufgaben, die Produktionsstätten in Spanien zu bereisen. Dort erlebt er, wie schwierig das Leben für die Menschen ist und wie sehr seine korrupte Firma die Familien ausbeutet. Er beschließt, die fast sklavenähnlichen Bedingungen, unter denen die Leute dort dahinvegetieren, aufzudecken und die Beteiligung der Genmedi an diesen Zuständen publik zu machen, ohne zu ahnen, in welche Gefahr er sich bringt. Wird es ihm gelingen, den Menschen zu helfen?

Leseprobe:
Da Abel an diesem Abend keine Lust hatte, seinem Vater zu begegnen, ging er in eine Kneipe, setzte sich an den Tresen und bestellte ein Bier.
„Hallo Abel, wie geht es dir?“
Abel schaute hoch. Ein kräftiger junger Mann mit dunklen Haaren stand vor ihm. Er konnte sich an ihn nicht erinnern.
„Georg vom Fußballverein“, half der andere ihm.
„Ach ja, Georg, hallo, wie geht es dir?“ Abel lächelte sein Gegenüber an. Georg war der Einzige aus der Mannschaft gewesen, der nett zu ihm war. Die anderen hatten nie mit ihm spielen wollen. Abel konnte es ihnen nicht verdenken, schließlich war er ein schrecklicher Spieler gewesen. Er war nur zum Training gegangen, weil er seinem Vater gefallen wollte.
„Oh, ich spiele immer noch Fußball. Momentan bei den zweiten Herren, aber demnächst darf ich bei den ersten mitspielen.“ Georg bestellte für sich und Abel ein Bier.
„Ich gehe zum Tennisspielen. Leider bin ich da auch nicht sehr begabt. Aber ich bewege mich wenigstens an der frischen Luft“, erzählte Abel.
„Macht es dir Spaß?“ Georg schaute ihn prüfend an.
Abel konnte seinem Blick nicht standhalten.
„Du solltest nicht mehr versuchen, deinem Vater zu gefallen. Er muss dich so akzeptieren, wie du bist. Er kann dich doch nicht nach seinem Geschmack umformen. Du bist ein eigenständiger Mensch, mit eigenen Qualitäten, eigenen Gedanken und Gefühlen. Lass dich von ihm nicht kaputtmachen.“ Georg schüttelte missbilligend seinen Kopf.
Darüber musste Abel einmal gründlich nachdenken. Eines Tages, wenn er nicht mehr unter Prüfungsstress litt.
„Was machst du beruflich?“, fragte er stattdessen.
„Ich bin Zimmerer. Seit einem halben Jahr bin ich Geselle. Mein Chef hat mich übernommen. Aber ich möchte ins Ausland gehen. Ich suche etwas in Schweden oder Finnland.“ Die beiden unterhielten sich noch lange über Skandinavien und kamen dann auf Computer zu sprechen. Abel erzählte von der Netzwerkgruppe in der Schule und sogar von seinen Erfahrungen als Hacker - und von seiner Festnahme.
„Pech gehabt. In Softwarefirmen sollte man sich wirklich nicht herumtreiben.“ Georg lachte leise. Sie verabredeten sich für einen weiteren Abend, diesmal bei Georg. Bald trafen sie sich regelmäßig bei Georg zu Hause und hackten fremde Computer. Der alte Kitzel war wieder da und der Stolz, den Zugang geknackt zu haben. Daheim erzählte Abel auf die Frage, wo er sich herumtriebe, er würde mit einem Klassenkameraden für die Prüfung üben.
Im Frühsommer stießen sie auf eine kleine Firma, die Legionäre zur Bekämpfung der Aufstände im Süden anwarb.
„Junge, abenteuerliche Leute gesucht.“ – „Zeig, was in dir steckt!“
Georg lachte. „Rattenfänger. Als ob so ein Kampf gegen Terroristen ein Spiel, ein Abenteuer ist.“
„Irgendwelche Spinner“, meinte Abel.
„Nee, geschäftstüchtige Leute. Die wissen, wo man Geld machen kann. Einige Firmen zahlen bestimmt viel, damit ihre Anlagen geschützt sind.“
„Die haben doch ihre eigenen Leute.“
„Sicherheitsdienste sind viel professioneller, deren Anzeigen lesen wir gerade.“
Abel mochte Georg nicht glauben. Lange lasen sie sich durch die Firmenseiten. Sie fanden Beschreibungen der Ausbildungslager. Beschreibungen der Ausbildung selbst. Es hörte sich alles wie ein Abenteuer an. Werbung eben. Irgendwann stießen sie auf einen geheimen Bereich. Georg und Abel setzten ihren Ehrgeiz daran, den Eingang zu knacken. Nach drei Tagen hatten sie es geschafft. Sie fanden Personallisten. Aber die Leute hatten bestimmt Decknamen: Indiana Jones, Iron Man und Lara Croft konnte kaum jemand tatsächlich heißen. Sie fanden auch Listen mit Waffenbestellungen.
„Wollen die denn die ganze Bevölkerung in Südeuropa ausrotten?“, fragte Georg ungläubig. „Biologische Waffen, chemische Waffen, Nuklearsprengköpfe.“
„Dann wird hier alles radioaktiv verseucht. Den Betrieb sollten wir anzeigen“, regte sich Abel auf.
Sie klickten sich weiter durch die Firma.
Georg ließ die Seiten so schnell durchlaufen, dass Abel kaum etwas erkannte. Täuschte er sich oder las er da einen bekannten Namen? Aber große Geldsummen erkannte er. Plötzlich brach Georg die Leitung ab. „Wir müssen den PC verschwinden lassen. Hastig löschte er die Festplatte. „Kannst du ihn mit dem Auto zum Fluss bringen? Oder wo könnten wir ihn sonst loswerden?“
„Spinnst du jetzt völlig?“ Abel stand ratlos vor ihm.
„Nein, da steht doch ein Syndikat dahinter. Möchtest du die am Hals haben?“ Georg holte einen Seifenlappen und wischte den Computer gründlich ab. Dann zog er sich Gummihandschuhe über.
„Wie kommst du auf die Idee?“, fragte Abel überrascht.
„Hast du nicht die Geldbewegungen gesehen? Nach den Anschlägen auf Umweltaktivisten und Journalisten in den letzten Monaten wurden große Geldbeträge überwiesen. Wo steht dein Auto?“
„Nee, ich habe kein Auto. Wir müssen dein Motorrad nehmen. Vielleicht sollten wir ihn verbrennen?“, schlug Abel vor.
Georg nickte. „Ja, erst verbrennen und den Rest in den Fluss, dann können sie wenigstens keine Daten auslesen.“
Abel besorgte in einem Supermarkt hochprozentigen Rum. Anschließend fuhren sie aufs flache Land. An einem kleinen Strand am Flussufer übergossen sie den PC mit dem Alkohol und zündeten ihn an. Nach einer viertel Stunde war er ausgebrannt. Georg zog ein Angelboot unter den Büschen hervor, packte den Computer hinein und schob das Boot ins Wasser. Abel und er wateten durchs Wasser, bis es tief genug war und sie einsteigen konnten. Dann ruderten sie hinaus. Mitten im Fluss warfen sie den PC über Bord.
Langsam ruderten sie zurück. „Hast du von deinem Laptop aus diese obskure Firma angeklickt?“, fragte Georg besorgt.
„Nein, zum Glück nicht. Meinst du, das reicht, dass wir deinen Computer verschwinden ließen?“
„Keine Ahnung.“
Gleich am nächsten Tag kaufte Abel einen gebrauchten PC als Ersatz für Georgs.