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24. Februar 2021

'NORÐBEBEN – bittersüß bedeutungslos' von Isalie Nordskov

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Website Isalie Nordskov
Auf der Suche nach Freiheit und Abenteuern geht Eva fürs Master-Studium nach Kopenhagen. Frisch getrennt nimmt sie sich vor, ihr Leben mit bedeutungslosen Affären zu genießen und sich emotional von Männern fernzuhalten. So recht will ihr das nicht gelingen, immer wieder gerät sie in Konflikt mit den Vorstellungen ihrer Verehrer. Ein Mann zieht sie gegen ihren Willen in seinen Bann: Der Doktorand Tarjos wirkt gefährlich und unnahbar, und doch - oder gerade deshalb - erlebt sie mit ihm höchste Lust. Tarjos entführt sie in eine andere Welt. Doch will Eva ihr altes Leben hinter sich lassen?

Der Urban Fantasy Roman 'bittersüß bedeutungslos' erzählt von der Suche nach selbstbestimmter Lust in einer Welt, in der vieles bedeutungslos erscheint. Im ersten Band der Reihe 'norðbeben' muss sich Eva mit ihrer Furcht vor Veränderung und mit Menschen auseinandersetzen, die ganz anders sind als sie selbst.

Anleser:
»Ich möchte, dass du dich in Zukunft von mir fernhältst.«
Tarjos nickte nur, ohne mich anzusehen. Er schien verstanden zu haben, dass ich kein Interesse daran hatte, eine neue Welt kennenzulernen.
»Nur eins noch …«, schob ich nach, bevor ich das Auto am Wohnheim verließ.
»Noch keiner«, antwortete er.

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19. Februar 2021

'Insel wider Willen: Nordseeglück 1' von Frida Luise Sommerkorn

Kindle | Tolino | Buchreihe
Website | Autorenseite
Als Sibille gemeinsam mit ihrer Tochter Tuuli und ihrem Stiefvater Peter die Insel betritt, möchte sie am liebsten sofort wieder umkehren. Hat sie Langeoog doch vor langer Zeit verlassen und nie wieder zurückkommen wollen. Doch nun ist Oma Greta gestorben und Sibille will das Haus so schnell wie möglich verkaufen, das einst ihr Zuhause war.

Niemals hat sie damit gerechnet, dass ihr die Erinnerungen einen Streich spielen würden. Nicht nur, dass Oma Greta noch überall präsent scheint, auch das Haus und die Insel haben nichts von ihrer magischen Anziehungskraft von damals verloren. Und dann ist da noch Morten, der Nachbarsjunge, der sie nie interessiert hat und nun als gestandener Mann ihr Herz zum Schwingen bringt. Wohin mit diesen ganzen Gefühlen? Doch gerade als sie die Lösung all ihrer Probleme sieht, begegnet sie dem einzigen Menschen, der alles wieder ins Wanken bringt.

Für kurze Zeit zum Aktionspreis von nur 99 Cent erhältlich.

Anleser:
„Ich hab hier überhaupt kein Netz“, motzte Tuuli und hielt ihre Hand nebst Smartphone in die Luft, als ob es dort besser werden würde.
Wenn sie nicht aufpasste, würde das Ding gleich im Wasser landen, dachte Sibille. Auf solche Gefühlsausbrüche ihrer Tochter ging sie schon lange nicht mehr ein. Schließlich war es ihrer Meinung nach nicht so schlimm, wenn ihre Freundinnen die furchtbar wichtigen Nachrichten ein paar Minuten später erhielten. Spätestens am Hafen würde Tuuli wieder Empfang haben.
„Ich hole mir eine Wurst“, verkündete jetzt Sibilles Stiefvater. „Will noch jemand was?“
Sibille schüttelte den Kopf. Peter sah Tuuli an, aber die reagierte nicht. Achselzuckend machte er sich auf den Weg und kam kurz darauf mit einem Paar Wiener und einer Flasche Bier zurück.
„Peter, wir sind nicht stundenlang unterwegs“, sagte Sibille schmunzelnd. Sie hätte es sich denken können, dass der Hopfensaft nicht fehlen durfte. Peter war ein Genussmensch. Und wenn er sich hier auf der Fähre eine Wurst gönnte, dann gehörte das Bier eben dazu.
Sibille sah aus dem Fenster. Passend zu ihrer Stimmung lag die See in trübem Licht. Sie hatte ihre Tochter damit locken können, dass ein Kurzurlaub am Meer doch reizvoll sein konnte. Strahlender Sonnenschein, salziges Wasser, das in leichten Wellen heranrollte, wenn sie an der Wasserkante saß und den Weitblick über das Meer genoss. Bei so viel Pathetik hatte sogar Tuuli grinsen müssen. Natürlich hatte sie ihrer Tochter nicht sagen wollen, dass an einem Nordseestrand kein Südseefeeling aufkommen würde. So viel Wissen traute sie ihr zu. Aber nachdem sie heimlich Tuulis Reisetasche überflogen hatte, war sie sich nicht mehr so sicher. Schnell hatte sie ein paar von Tuulis Pullis und die Regenjacke in ihren eigenen Koffer gepackt. Auch wenn Tuuli diese nur unter Protest anziehen würde. Besser das Meckern ertragen, als das Kind frieren sehen.
Sibille schluckte. Den Kloß, den sie seit Tagen im Magen verspürte, versuchte sie zu ignorieren. Aber bald würden sie am Hafen von Langeoog anlegen und dann musste sie sich dem Ganzen stellen.
Sie konnte noch immer nicht fassen, dass Oma Greta tot war. Ihr Nachbar Herbert hatte sie vermeintlich schlafend auf dem Sofa gefunden. Die beiden waren unzertrennlich, seitdem Opa Gustav gestorben war. Das war schon fast zwanzig Jahre her. Und nun hatte es Oma Greta getroffen. Obwohl es überhaupt keinen Grund gab. Sie war fit, ging jeden Tag im Meer schwimmen. Selbst bei kalten Temperaturen. Nur wenn sich allmählich Eis bilden wollte, hielt Herbert sie zurück und überredete sie jedes Mal zu einem ausgiebigen Spaziergang mit Einkehr in der Bäckerei, um einen Kaffee zu genießen. Aber ihr Herz war einfach stehen geblieben.
Nun war sie die älteste der Lüders-Frauen. Ihre Mutter war vor sechs Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Ihren Vater hatte sie nie gekannt. Peter, ihr Stiefvater, lebte schon lange bei ihnen in einem Vorort von Mainz. Sie hatten vor einigen Jahren gemeinsam einen Dreiseitenhof gemietet und Sibille hatte daraus ein idyllisches Zuhause gezaubert. Da ihre Mutter beruflich bedingt viel unterwegs gewesen war, lebten sie die meiste Zeit zu dritt zusammen: Peter, Tuuli und sie. Was für ein Gespann.

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18. Februar 2021

'Schicksalspfad des Tempelritters - Band 3: Flammende Himmel' von Olivièr Declear

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Buchreihe | Autorenseite
Im Spätherbst 1290 verzehren lodernde Flammen das Marktviertel von Accon. Unzufriedene Söldner verwüsten die Stadt. Brände bedrohen das Marktviertel. Erst das beherzte Eingreifen der Ritterorden beendet das Massaker unter der Bevölkerung.

Der Tempelritter Gernòd de Loen gerät mit seinen Freunden in Gefangenschaft. Auf einem Sklavenmarkt werden sie an den mächtigen Schriftgelehrten des Sultans, Abu I-Fada, verkauft und nur ihr unbeugsamer Wille, die Stadt Accon vor der erneut drohenden Gefahr zu warnen, lässt sie überleben. Als sie endlich die Mauern von Accon erreichen, bereiten sie sich mit den Bewohnern der Stadt auf den herannahenden Krieg vor.

Lesermeinung: "Ein sehr gelungenes Buch. Der Autor lässt einen an der Gefühlswelt der Menschen jener Zeit, ihrer Lebensweise, Gebräuche, Urteile und Vorurteile teilhaben."

Anleser:
Neugierig spähte Gernòd über die Dächer des Marktviertels der Stadt. Er betrachtete die Rauchsäulen, welche sich dunkel in den klaren Himmel erhoben. Die Glocken der Stadt sandten ihren mahnenden Klang bis zu ihm auf dem äußersten Winkel des Wehrwalls. Eine Gruppe Wachsoldaten eilte über das grobe Steinpflaster der Straße und warf ihm fragende Blicke zu. Gernòds Augen streiften sie, während sich sein linker Arm in Richtung Rauchsäulen erhob. »Im Marktviertel!«, rief er hinunter. Ohne ihn weiter zu beachten, hasteten sie durch die enge Gasse. Der Klang ihrer Schilde auf der schweren Rüstung, der bei jedem ihrer Schritte ertönte, verlor sich mit ihnen hinter der nächsten Wegbiegung. Sorgenvoll richteten sich seine Augen erneut auf die Rauchsäulen.
Das Marktviertel mit seinen zahlreichen Holzverschlägen bot einer Feuersbrunst ein fruchtbares Ziel. Erste Flammen stiegen bereits züngelnd an einem Dach empor, als dienten ihnen die Lehmziegel als Nahrung. Accon, die letzte befestigte Stadt des einstmals mächtigen Kreuzfahrerheeres, war in größter Gefahr. Gernòds Herz schlug heftig in seiner Brust. Nicht durch die Hand der verhassten Sarazenen, sondern durch die Unachtsamkeit eines Händlers, vermutete er, sei dieser Brand entstanden.
Erneut kam ein Trupp Männer in seine Sicht. Schon von weitem erkannte er die weißen und braunen Mäntel seiner Brüder mit dem blutroten Kreuz des Templerordens über den Herzen. Ihr Anführer, Bruder Durmonte, wies mit wenigen, herrischen Armbewegungen drei dienende Brüder auf den Wehrwall hinauf und Gernòd zu sich herab. »Aufruhr im Marktviertel!«, rief er ihm entgegen und eilte mit wehendem Mantel an der Spitze seiner Männer in Richtung des Marktes. Gernòd hastete über den schmalen Stieg des Walls hinunter und eilte seinen Brüdern nach. »Aufruhr«, dachte er. Vermutlich waren es wieder einmal Söldner, denen der hohe Preis der Händler nicht gefiel, oder die keinen weiteren Kredit erhielten.
Gernòd spürte das unebene Pflaster der Straße unter den dünnen Ledersohlen, während er seinem Trupp hinterherhetzte. Einige Türen der Häuser öffneten sich einen Spalt breit, um neugierigen Augenpaaren den Blick auf die lärmenden Brüder zu bieten. Kaum hatte Gernòd seine Kameraden eingeholt, bog der Trupp in einen der Hauptwege ein. Vor ihnen strömten Soldaten der anderen Wachen aus den Seitengassen. Hospitaliter, Deutschritter und Söldnertruppen stürmten auf die Straße. Die Glocken aller Kirchen und Wachen erhoben sich über dem Lärm, drangen von allen Seiten auf die Soldaten ein und mahnten sie zur Eile. Verständigende Blicke trafen sich auf ihrem Weg, ernste Gesichter nickten sich grüßend zu. In jedem Antlitz las man die Spannung auf die vor ihnen liegende Bedrohung.
Ohne den hastigen Schritt aufzugeben, löste Gernòd den Schildgurt und führte seine Faust durch die Armriemen. Mit der freien Hand tastete er sich am Waffengurt entlang, bis er den Kopf seiner Axt spürte. Er schob die Schlaufe über dem Axtkopf mit dem Daumen beiseite und zog die Waffe aus dem Gurt. Mit einer Aufwärtsbewegung ließ er den Griff in seine Hand gleiten. Er war für den Kampf bereit.
Vor ihnen erhob sich das Holztor des Marktviertels. Es stand weit geöffnet und die Wachen wiesen mit ausladenden Bewegungen den Weg. »Die Lombarden und Toskaner!«, scholl es ihnen entgegen. Brandgeruch lag in den engen Gassen und Rauchschwaden minderten die Sicht. Gellende Schreie und Kampfeslärm drang aus den Seitenwegen. Um sie herum lagen die Leichen einheimischer Händler auf dem Weg – zwischen ihnen ihre Frauen und Kinder. Gernòds Weg führte durch breite Blutlachen. Er war gezwungen über umherliegende Körper zu springen. Laut klagende Menschen hockten bei den reglosen Körpern und hoben ihre verzweifelten, tränenüberströmten Gesichter den herbeieilenden Truppen entgegen.

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16. Februar 2021

'Truckerliebe' von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Dreams and Love

Tessa starrte Amy mit großen Augen an. »Du willst mir jetzt nicht verklickern, die alte Bissgurke hat uns gemeinsam gekündigt. Es gibt schließlich einzuhaltende Kündigungsfristen.«
Amy schluckte. »Im Prinzip ist das so. Aber das Café brennt.«


Nach dem ersten Schock beschließen die beiden Restaurantfachfrauen, ein paar Tage an die See zu fahren, um sich in Ruhe über ihre berufliche Zukunft klar zu werden, als das Auto auf halber Strecke den Geist aufgibt. Truckerin Margo gabelt sie auf und nimmt sie mit zu 'Joes Old Roadhouse'. Der unter Truckern beliebte Rasthof wird von dem bärtigen Joe geführt, ein Mann wie ein Fels. Der hilfsbereite Lkw-Werkstatt Inhaber Bernie kümmert sich um die Reparatur des Wagens. Das jedoch dauert länger als erwartet – und so bleiben die Mädels bei Joe und helfen dort aus.

Diese Entscheidung wird ihr ganzes Leben verändern.

Anleser:
Tessa setzte ihr Serviertablett unsanft auf der Theke ab und funkelte ihre Kollegin Amy wütend an.
»Echt jetzt, ich hab die Schnauze gestrichen voll«, raunte sie Amy leise zu. »Der Gast von Tisch sieben hat sich bei mir beschwert, weil die Kuchenstücke so klein sind.«
»Wundert dich das? Die Chefin schneidet ja auch unglaubliche sechzehn Stücke pro Torte, normal sind zwölf. Aber bei der Bepreisung ist sie gar nicht schüchtern.«
»Na toll! Und wir kriegen es von den Enttäuschten ab, wir werden angemault. Zu allem Überfluss hat sein Kännchen auch keine zwei Tassen ergeben.«
Amy schüttelte nur betroffen den Kopf. »Und was können wir dagegen tun? Wir sind auf den Job angewiesen.«
»Na, wir haben wenigstens uns«, seufzte Tessa.
In diesem Moment schoss Frau Schnake um die Ecke. »Habt ihr zwei nichts zu tun?« Sie machte eine scheuchende Bewegung. »Tisch sieben will zahlen, seht ihr das denn nicht?«
Tessa schloss für einen Augenblick ergeben die Augen. Tisch sieben! Super! Der Kerl, der sie gerade angeraunzt hatte. Das Allerschlimmste an der Sache war: Er hatte recht.
Mit einem möglichst netten Lächeln startete Tessa in Richtung des unzufriedenen Gastes. In Anbetracht der unangenehmen Situation verkniff sie sich die obligatorische Frage, ob es denn geschmeckt habe.
Der Gast starrte auf die Rechnung, legte einen Zwanziger hin und wartete auf das Wechselgeld.
Hier werde ich wohl kein Trinkgeld bekommen, dachte Tessa frustriert. Doch sie irrte.
»Dürfen Sie Trinkgeld behalten oder müssen Sie es abgeben?«, fragte der Mann mit einem forschenden Blick in Tessas Gesicht.
Ui, der meinte es echt ernst, so besorgt wie er schaute. Somit konnte sie auch ehrlich antworten.
»Meine Kollegin und ich werfen zusammen und teilen es zum Feierabend.«
Er schob ihr drei Euro hin. »Sie beiden scheinen das einzig Vernünftige in dem Laden hier zu sein. Suchen Sie sich einen anderen Job.« Mit diesen Worten stand er auf, griff seine Jacke von der Lehne des Nachbarstuhls und verließ grußlos das Café. Tessa sah ihm verblüfft hinterher. Solch gutaussehende Männer verirrten sich selten ohne Anhang ins Café Schnake.
Parallel zu ihrer Chefin erreichte Tessa die Kuchentheke.
»Was für ein unhöflicher Kerl«, maulte ihre Chefin. »Nicht mal Auf Wiedersehen zu sagen!«
Am liebsten hätte Tessa ihr ins Gesicht geschleudert, sie habe ihn beim Hereinkommen auch nicht begrüßt, sondern sich äußerst geschäftig gegeben, aber das wäre eh völlig sinnlos. Es sorgte, da hatten Amy und sie einschlägige Erfahrungen, eher bei der chronisch schlecht gelaunten Eleonore Schnake für das Ankurbeln des Hebels, mit denen sie die beiden Mädels gern noch stärker triezte. Es gab nur wenige Gute-Laune-Minuten der Schnake in einer Saison, und zwar dann, wenn der Umsatz am Abend hervorragend war. Und dies war schon lange nicht mehr vorgekommen.
Tessa sah auf ihre Armbanduhr. Fünf. Oh, dem Himmel sei Dank! Eine Stunde nur noch bis zum mehr als verdienten Feierabend.
Natürlich hatte Frau Schnake das bemerkt, schließlich entging ihr nichts – mit Ausnahme der Tatsache, dass ihre Gäste immer häufiger sehr unzufrieden das Lokal verließen und auch auf einen zweiten Besuch verzichteten. »Nein, meine liebe Tessa, noch ist kein Arbeitsende! Das Café leert sich, gehen Sie bitte nach hinten und beginnen mit dem Durchputzen der Küche.«
Wortlos drehte sich Tessa um und verschwand im Küchenbereich. Je weniger sie die Schnake sah, umso angenehmer.

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15. Februar 2021

'The Gipsy Dancer: Flamenco in die Liebe' von Monica Bellini

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Er war geheimnisvoll, umschwärmt und unerreichbar. Jetzt flüchtet er vor heiratswütigen Frauen.

Seitdem Damiano Ciprianis Gipsy-Herkunft kein Geheimnis mehr ist, fliegen die Frauen auf ihn wie Bienen auf Blütennektar. Als er auch noch auf der Titelseite des Forbes-Magazins landet, hat er genug. Er vergräbt sich in Arbeit und lehnt sämtliche Angebote an sein Alter Ego, den maskierten Flamenco-Tänzer Jorge, ab. Nur frühmorgens fühlt er sich frei. Eines Tages sieht er, wie ein kleiner drahtiger Typ seinen massigen Gegner zu Boden bringt. Das Kerlchen entpuppt sich als Frau mit blauvioletten Augen – und verschwindet.

Lynne Maloney führt seit ihrer Rückkehr nach London ein Doppelleben. Tagsüber ernsthafte Staatsanwältin der Krone, bekämpft die Capoeira-Meisterin in ihrer Freizeit soziale Missstände. Mit einer geschenkten Eintrittskarte landet sie im Royal Opera House, wo ihr faszinierender Logennachbar vorschlägt, den Abend bei einem Drink fortzusetzen. Sie deutet ein Ja an – und verlässt die Oper, bevor der letzte Vorhang fällt, was sie kurz darauf bereut. Doch es ist zu spät …

Dieser abgeschlossene Liebesroman mit heißen Szenen und Happy End ist der zweite Band der "Gipsy Love"-Reihe. Die Lektüre dieses Romans erfordert kein Vorwissen von "The Gipsy Gentleman (Gipsy Love 1)". Die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, erhöht jedoch das Lesevergnügen.

Anleser:
»Stehen geblieben!«
Er knurrte mehr, als er sprach. Und er ballte seine Hände zu Fäusten, zwar auf Höhe seiner unübersehbar perfekten Oberschenkel, die in einer hautengen schwarzen Jeans steckten, aber nicht deshalb war die Geste weniger bedrohlich.
Sie machte einen Schritt zurück – und er einen auf sie zu.
»Diesmal entkommst du mir nicht!«
Holy Moly! Gäbe es einen Oscar für die sinnlichste männliche Stimme, er würde ihn gewinnen.
Sie löste den Blick von seinen geballten Fäusten, glitt damit aufwärts, schluckte bei dem Anblick seiner schmalen Hüften, vor allem aber dem, was sich an seiner Vorderseite genau dazwischen befand – und hob ihren Kopf mit einem Ruck.
Das. War. Keine. Gute. Idee. Vielmehr war es die schlechteste seit dem Moment, als er plötzlich aufgetaucht war. Ausgerechnet hier, wo einer wie er absolut nichts zu suchen hatte!
Vorsichtig winkelte sie ihr rechtes Knie gerade so viel an, dass der Bikerboot nicht mehr den Boden berührte. In Zeitlupe bewegte sie das Bein rückwärts. Ihre Körperbeherrschung war legendär, ihre Moves grenzten an Perfektion. Das waren nicht ihre Worte, sondern die ihres Capoeira-Meisters in New York. Sie musste nur den Fuß ein Stück hinter ihrer Körpermitte aufsetzen, um mit Schwung herumzufliegen und loszurennen.

Lynne war so sehr darauf konzentriert, ihn nicht merken zu lassen, dass ihre untere Körperhälfte nicht so unbeweglich war wie die obere, dass sie die Veränderung seiner Körperspannung zu spät erkannte. Er bewegte sich geschmeidig wie ein Panther.
Ein wunderschöner, schwarzer Panther mit seidigem Fell und diesem funkelnden Blick, der seinem Opfer Gefahr signalisierte. Allerdings nur einen Sekundenbruchteil bevor es zu spät war, um sich in Sicherheit zu bringen.
Er packte sie an den Oberarmen und senkte seinen Kopf. Sein urtümlicher testosterongeschwängerter Duft hüllte sie ein wie eine Wolke. Hatte Finn nicht kürzlich gesagt, dass jeder echte Mann, der diese Bezeichnung verdiente, einen Hauch von Sandelholz oder Kiefer auf der Haut trug, der seine Männlichkeit unterstrich? Von wegen! Sie würde ihrem ach so neunmalklugen Bruder erklären, dass er nicht einmal den Funken einer Idee hatte, was einen echten ...
Damiano hatte sie gefunden, was absolut unlogisch war, da er doch nicht wissen konnte, wer sie war.
Lynne verlor den Faden ihrer Gedanken genau in dem Moment, in dem er mit seinem Mund den ihren bedeckte und seine Zungenspitze zwischen ihre Lippen schob. So unwahrscheinlich sanft, dass es sich anfühlte wie der Flügelschlag eines Schmetterlings – und dennoch wie ein von einem Sturm getriebenes Flammenmeer ihren Körper in Brand setzte. 

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11. Februar 2021

'Schicksalspfad des Tempelritters - Band 2: Adelsintrigen' von Olivièr Declear

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Buchreihe | Autorenseite
Anno Domini 1235 in Köln: Die Ländereien der verzweifelten Gräfin Ida von Zudendorp werden seit langem von schwarzgekleideten Reitern angegriffen. Sie und ihre Gefolgschaft ringen bereits mit dem Tode. In ihrer Not stehen nur noch der kampferfahrene Ritter Richard von Portus und der Orden der Tempelritter an ihrer Seite. Wer will der Gräfin schaden? Und warum?

Inmitten einer Welt voller Intrigen, adeliger Machtspiele und unzähliger Gefahren wollen die beiden die Wahrheit ergründen. Eine Reise beginnt, die sie unter größten Strapazen und unter Einsatz ihrer Leben sogar bis in das weitentfernte Rom führt.

Begeben Sie sich gemeinsam mit Ida und Richard auf ein Abenteuer und erleben Sie mit ihnen das Mittelalter in all seinen Facetten.

Anleser:
Fluch
Richard hörte das Peitschen der Zweige, spürte die Schläge durch das Polster seiner Rüstung. Der Weg vor ihm, ein wankendes Bild im ständigen Auf und Ab des wilden Ritts. Der dunkle Pfad des Waldweges nur schwach vom durchscheinenden Mondlicht erhellt. Die Last des ohnmächtigen Körpers vor ihm über dem Widerrist schien die vertraute Einheit zu seinem Tier genommen zu haben. Richard hielt sich kaum im Sattel, wenn sein Pferd über Hindernisse sprang, die er nicht im schwachen Licht erahnt hatte. Durch die dicke Polsterhaube unter seiner Kette vernahm er nur wenige Geräusche seiner Umgebung. Das Reiben und Schlagen der Kettenglieder übertönte beinahe die kräftigen Hufschläge seines Tieres. Bei dem hastigen Versuch, einem tiefhängenden Ast auszuweichen, spürte er, wie der vor ihm liegende Körper vom Pferd zu gleiten drohte. Mit einem raschen Griff erfasste er ihn und hielt ihn an seinem Platz. Es war mehr das Gefühl in seinem Bauch, das Trommelschlägen glich, weniger sein Gehör, das ihn spüren ließ, dass die Verfolger immer näher kamen. Wie feiner Sprühregen flog ihm der Speichel seines erschöpften Pferdes entgegen.
Richard trieb sein Tier, das an die Grenzen seiner Kraft gekommen war, immer aufs Neue an. Die wilde Jagd durfte nicht verloren werden. Sein Hengst fuhr mit dem Kopf herum, als könne er seinem Reiter damit zeigen, dass er diesen scharfen Ritt nicht mehr ertragen konnte. Aber Richard wusste, wie stark sein Pferd war. Seine ganze Hoffnung lag darin, dass die Pferde der Verfolger vor seinem Pferd zusammenbrechen würden. Er rief ihm zu: »Nur ein kurzes Stück, lass mich nicht im Stich!« Sein Pferd schien ihn verstanden zu haben. Nochmals beschleunigte es und flog mit seinem Herrn über den Weg.
Als sein Tier zu straucheln begann, wusste Richard, dass jetzt nur noch der Kampf blieb. Er ließ sein Pferd auslaufen und wandte sich den Verfolgern zu. Aber da war niemand. Er sah keine Reiter. Auch das Trommeln in seinem Bauch spürte er nicht mehr. Vorsichtig lenkte er sein Pferd zwischen die Büsche des Wegesrandes, um den Pfad aus dem Dickicht heraus zu beobachten. Kaum war er in seiner Deckung angekommen, spürte er erneut das Donnern der Hufen, noch bevor er sie hörte. Mehrere Reiter jagten in einer dichten Gruppe an ihm vorbei, ihre Schwerter erhoben. Richard klopfte den Hals seines Pferdes: »Das hast du gut gemacht, alter Freund.«
Kaum war er aus dem Sattel seines Tieres gestiegen, wandte sein Hengst den Kopf und stupste ihn mit seiner Nase, um die Belohnung für seinen treuen Dienst einzufordern. Richard schmunzelte und nahm ein Stück Rübe aus seiner Satteltasche. Mit flacher Hand hielt er es dem Freund hin. »Wenn wir in Sicherheit sind, sollst du besser belohnt werden. Du hast uns das Leben gerettet.«
Sein Blick fiel auf das Mädchen. Noch immer regte sich ihr Körper nicht. Richard nahm den ledernen Schlauch und goss ein wenig Wasser über ihren Kopf. Sie hob ihn erschrocken und sah ihn mit verängstigten Augen an. Richard legte einen Finger vor seinen Mund: »Keine Angst, ich werde dir nichts antun. Wir sind fürs Erste in Sicherheit«, flüsterte er. Das Mädchen sah ihn mit großen Augen an, aus denen die Furchtsamkeit noch nicht gewichen war. Stumm nickte sie und bemühte sich, vom Pferderücken zu gleiten. »Wie ist dein Name, Mädchen?« Leise antwortete sie: »Siena, edler Herr.« Richard betrachtete ihre schmutzige und zerlumpte Kleidung. »Warum haben diese Strauchdiebe dein Dorf überfallen?« Siena wusste auch nicht viel mehr, als er selbst beobachtet hatte. Sie war vom Lärm aus dem Haus gelockt worden und sah eine große Schar Reiter, die wahllos auf jeden einschlug, der ihren Weg kreuzte. Als sie fliehen wollte, spürte sie einen heftigen Schlag, der sie zu Boden stürzen ließ. Mehr konnte auch sie nicht sagen. Auch hatte sie keinen der Reiter erkannt. Richard erzählte ihr: »Wir sahen, wie du von einem Pferd zu Boden gestoßen wurdest. Aber es traf dich kein Huf. Der Schreck nahm dir die Sinne.« Siena sah ihn fragend an. »Ich sah Euch mit Euren Begleitern. Wo sind sie?« Richard schüttelte traurig das Haupt. »Für einfaches Diebesvolk kämpften diese Reiter zu gekonnt. Nur mir ist die Flucht gelungen.« Dann schwieg er, während er in seiner Erinnerung einen Anhaltspunkt suchte, wer für diesen Angriff verantwortlich gewesen sein könnte. Aber er fand nichts, was die Angreifer verraten hätte. »Wir waren auf dem Weg zu der Herrin deines Ortes. Du wirst mich erst einmal dorthin begleiten.« Als sie aufbegehren wollte, sagte er mit strengerer Stimme als gewollt: »Du wirst gehorchen und folgen, wie man es dir heißt. Hast du mich verstanden?« Als sie mit widerwilligem Blick nickte, setzte er milder hinzu: »Die Herrin wird dich sicherlich bald zu deinen Leuten schicken.«
Richard las in ihrem Gesicht, dass diese Hoffnung nur ein schwacher Trost für das Mädchen war. Er konnte verstehen, dass sie sich sorgte und schnell zurückkehren wollte. In diesem Moment galt es jedoch, erst einmal zu erfahren, woher der Angriff gekommen sein könnte und wie zu handeln sei. Der Ritter legte seinen Umhang ab und gab dem Bauernmädchen den Befehl, sich einen Schlafplatz zu suchen. Mit einem freundlichen Lächeln reichte er ihr den Mantel als Decke. Nachdenklich blickend versorgte er sein Pferd, so gut es an diesem Ort möglich war. Der Weg war zu gefährlich und es war zwecklos, in der Nacht durch den Wald zu streifen. Daher entschloss er sich, auf das Licht des beginnenden Tages warten. Mit finsterem Blick beobachtet er die Nacht, während er an den Stamm eines Baumes kauerte. Seine Sinne achteten auf jedes Geräusch des Waldes. Aber die Reiter schienen die Suche aufgegeben zu haben. Die Geräusche des nächtlichen Waldes wurden nur manchmal von dem leisen Schluchzen des Mädchens gestört.
Als er die Magd bei dem ersten Licht wecken wollte, fand er sie bereits wach. Er betrachtete ihre geröteten Augen und die Sorge in ihrem Gesicht. Ob sie überhaupt Schlaf gefunden hatte? Zu gern hätte er ihr tröstende Worte geschenkt. Aber er durfte sich dem Gesinde nicht offenbaren, als wären sie seinesgleichen. Richard brachte ihr Trockenfleisch und reichte ihr den Lederschlauch mit Wasser. Misstrauisch schnupperte Siena an dem Lederschlauch; »Ich soll kein Wasser trinken. Es macht krank.« Richard lachte leise; »Dieses kannst du trinken, es stammt aus meinem Brunnen und ist feinstes Quellwasser. Trink nur, Kind. Wir müssen bald aufbrechen.«
Obwohl er sicher war, dass die Reiter ihnen jetzt nicht mehr auf diesem Pfad entgegenkommen würden, zog er das Kettengeflecht mit der Haube in den Nacken und lauschte aufmerksam nach möglichem Hufschlag. Die Spuren, welche die schweren Pferde auf dem Weg hinterlassen hatten, ließen ihn erkennen, in welcher Eile sie unterwegs gewesen waren. Abrupt endete ihre Spur, als hätten sich die Reiter in Luft aufgelöst. Verwundert hielt Richard an. Er blickte sich um und suchte nach Zeichen, die ihren weiteren Weg verraten könnten. Aber da war nichts. Kein gebrochener Zweig. Keine Spur in den Wald hinein. Wo waren sie geblieben? Vor ihnen lag ein jungfräulicher Weg, auf dem kein Grashalm gebogen war. Kopfschüttelnd setzte er seinen Weg mit Siena fort.
Gegen Mitte des Tages erreichten sie die Ebene, auf der sich die Befestigung befand. Schon von Weitem sah er den Turmhügel aufragen. Die kleine Ansiedlung unter dem Turm war von einem gefluteten Graben umgeben. Diese Ansiedlung erschien jämmerlich gegen die prächtigen und trutzigen Burgen der höheren Lagen. Aber wo es keinen Steinbruch gab, mussten Gräben und Holz als Schutz gegen Diebe reichen. Als sie die Ansiedlung betraten, betrachtete er die arg verfallen Gebäude. Er war vor Jahren das letzte Mal zu Gast. Damals lebte der Herr des Gebietes noch. Der Graf von Zudendorp war ein ewig unzufriedener Mann, mit dem es häufig Grenzstreitigkeiten zu schlichten galt. Sein Herr, der alte Bischof zu Coeln, ließ ihm kaum mehr, als er zum Leben brauchte. Auch unter dem neuen Herrn war es nicht besser geworden. Seit dem der Bau des neuen Domes beschlossen worden war, presste die Kirche ihre Vasallen bis zum Blute.
Am Wohnturm verlangte er, die Gräfin zu sprechen. Es dauerte eine Weile, bis man ihn vorsprechen ließ. Die Gräfin war ebenso verfallen wie ihre Heimstatt. Tiefe Ringe lagen um ihre Augen. Zahlreiche Falten hatten sich in ihr Gesicht gegraben. Richard war erschrocken, wie sich diese einstmals hübsche Frau verändert hatte. »Nun, Graf Richard. Wenn ich mich recht entsinne, seid Ihr selten ein Mann, der frohe Botschaft bringt«, empfing sie ihn kühl. Er verbeugte sich leicht und sah sie einen Moment schweigend an. Dann erwiderte er: »So wird mir wohl weiterhin der Ruf als Bote schlechter Nachrichten bleiben.« Die Gräfin schwankte leicht, während ihre Hand Halt an der Lehne eines Stuhles suchte. »Dann heraus mit Eurer Botschaft. Schlimmer als es ist, kann es ohnehin nicht mehr werden.«
Die Frau tat ihm leid, aber es half nichts, er musste die Nachricht überbringen. »Euer Besitz, eine halbe Tagesreise von hier, wurde überfallen.« Die Gräfin sank kraftlos und bleich auf den Stuhl. Stumm, fast anklagend sah sie Richard an. »Ich weiß nicht mehr über den Umstand, als dass ich meine Begleiter dabei verloren habe und selbst kaum mit dem Leben davongekommen bin. Aber ich habe Euch ein Mädchen des Ortes mitgebracht, die den Überfall überstanden hat.« Dabei griff er hinter sich und führte die hinter ihm stehende Siena nach vorne. Ungelenk verbeugte sich das Bauernmädchen vor seiner Herrin.

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10. Februar 2021

'Der Verlorene Sektor: Die Dimensionsspringer' von Nicole Sälzle

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website zum Buch
Mit ihrer Fähigkeit, Dimensionen zu durchschreiten, dient Kay als Guardian einer wichtigen und gerechten Sache. An der Seite ihres Lehrmeisters Darren beschützt sie das empfindliche Gleichgewicht, das finstere Mächte zu zerstören drohen.

Als Darren plötzlich verschwindet, blickt Kay auf der Suche nach ihm dem Tod ins Auge. Aber das ist für den jungen Guardian erst der Anfang. Auf der Flucht vor einem schier übermächtigen Feind offenbart sich Kay ein Pfad, auf dem jeder Schritt in die falsche Richtung das Ende der Dimensionen bedeuten könnte.

Nun steht sie vor der Wahl: Stellt sie sich den Gefahren allein oder schließt sie sich den Protectors an, einer Gruppe, die Darren im Geheimen ins Leben gerufen hatte, um das zu tun, wozu die Guardians nicht in der Lage waren.

Anleser:
Es gab Zeiten, in denen galten Dimensionsspringer als Hoffnung der Galaxis. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Um die Dimensionsspringer der Hoffnung zu sehen, musst du weit zurückdenken. In eine Zeit, in der das Dimensionsgefüge von Stabilität geprägt war. Niemand kann mehr sagen, weshalb Dimension 0 der Ursprung allen Seins ist. Niemand weiß mehr, wie man sich dieser Tatsache bewusst wurde. Dieses Wissen ging verloren. Dieses Wissen und so viel mehr.
Heute ist da nur noch Akzeptanz. Es ist wie es ist.
Keiner stellt Fragen nach dem Wieso oder dem Weshalb. Denn der Forscherdrang ging ebenfalls verloren –und mit ihm das Wissen, das wahre Verständnis für das tatsächliche Zusammenwirken der vielen einzelnen Faktoren, die das Dimensionsgefüge bilden. Hauptdimensionen, Nebendimensionen, die Jenseitigen, ja, und auch die Zeitlinie. Die alten Tage schienen von Glanz geprägt. Die Dimensionsspringer, Menschen, deren genetischer Code ihnen die Möglichkeit eröffnet, sich zwischen den Dimensionen zu bewegen, standen hoch im Ansehen. Nun ruhen sich die Dimensionsspringer aus, auf den Errungenschaften, die ihre Vorfahren den Menschen und anderen Völkern einst brachten. Schließlich war es ihnen gelungen, das Dimensionsgefüge zu formen, zu etwas zu gestalten, von dem jeder profitierte: Geht es Dimension 0 gut, geht es den anderen Dimensionen gut. Jedoch erkennen sie nicht, wie es Dimension 0 zum heutigen Tag tatsächlich geht. Sie sehen nicht, wie krank Dimension 0 ist, wie schwach, wie nahe dem Tod, dem Ende allen Seins. Ja, geht es Dimension 0 gut, geht es den anderen Dimensionen gut. Doch stirbt Dimension 0, stirbt das Dimensionsgefüge. Und auf dem Weg in diesen Tod brechen Elend, Leid und Qualen über die Bewohner herein, wie sie sich niemand vorstellen mag.
Was wünschte ich, wir könnten in solch friedlichen und ruhigen Zeiten leben, von denen die historischen Aufzeichnungen berichten. In Zeiten, in denen sich Dimensionsspringer noch rechtens als Guardians bezeichneten, als Beschützer der Dimensionen. Doch wir leben in Zeiten, in denen wir erneut vor einem Krieg stehen, einem Krieg wie einst, als Guardians gegen Guardians standen und nur noch forderten: Rechte, Ansehen, Macht. Vor 300 Jahren bildeten sich zwei Fronten und der Name Xeltor brachte Furcht und Schrecken. Einst war Xeltor selbst ein Guardian gewesen. Aber die Macht, die man ihm geschenkt hatte, blendete ihn, machte ihn blind für seine wahre Aufgabe. Stattdessen verfiel er dem Gedanken, die Dimensionen zu verschmelzen und eine einzige Dimension zu schaffen, die er allein beherrschen konnte. Er wollte Ordnung ins Chaos bringen und vergaß, dass das Chaos das ist, was das Dimensionsgefüge florieren lässt. Seine sich selbst auferlegte Mission hätte unzählige Leben gefordert. Ganze Planeten, Galaxien, all das, was eine Dimension ausmacht, wäre ein für alle Mal verloren gewesen. Andere Guardians, unter der Führung des Darosh, versuchten diesem Schrecken ein Ende zu setzen und so stellten sie sich in einem unbarmherzigen Krieg, dem sogenannten Null-Krieg, gegen ihre einstigen Mitstreiter, um für das einzustehen, zu dem sie berufen waren. Die Mächtigen nannte man einige von ihnen, denn sie verfügten nicht nur über die Fähigkeit, zu teleportieren und die Dimensionen zu durchschreiten. Sie waren Zeitspringer, Telepathen, Empathen, ... Die Mächtigen. Ihnen gelang es, Xeltor und seine Truppen zu schlagen. Doch das alles war mit großen Opfern verbunden – und Konsequenzen.
Konsequenzen für die Kinder der Mächtigen. Unvorbereitet. In eine Welt geboren, in der die große Dunkelheit kurz bevorsteht. In eine Welt geboren, in der das Böse aus den Schatten zurückkehrt und das Licht mehr und mehr verdrängt. Ich schreibe diese Worte, weil ich weiß, dass sie dir irgendwann den richtigen Weg weisen werden. Womöglich bin ich dann nicht mehr am Leben. Höchstwahrscheinlich bin ich bereits tot, wenn du diese Worte findest. Doch möchte ich, dass du weißt, dass ich die Hoffnung nie aufgegeben habe. Wo Schatten ist, ist stets auch Licht. Finde es. Finde das Licht und folge ihm, denn dort ist Hoffnung. Für uns alle.

Blick ins Buch (Leseprobe)

9. Februar 2021

'Der Abgerichtete' von Maxi Magga

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Europa in der ersten Hälfte der 2400er Jahre, vier Generationen nach den Großen Verteilungskriegen. Die Gesellschaft ist in einem Kastensystem organisiert. Einige wenige haben sich einen sagenhaften Reichtum und nahezu unbeschränkte Macht gesichert, die unterste Kaste lebt in bitterster Armut und Rechtlosigkeit. Viele sehen den einzigen Ausweg darin, sich selbst als Sklaven zu verkaufen. Sie ahnen nicht, was das für jeden Einzelnen bedeuten kann.

Auch Moron will auf diese Weise seine Familie vor dem Verhungern bewahren. Allzu bald erfährt er, dass seine neuen Herren nicht an seiner Arbeitskraft interessiert sind, sondern ihn in einer noch nicht legalisierten Form als persönlichen Sklaven halten. Seine sogenannte Abrichtung zeichnet sich durch brutale Gewalt, Erniedrigung und sexuellen Missbrauch aus. Moron erträgt alles für das Ziel, seiner Familie den Aufstieg in eine höhere Kaste zu sichern. In seinem Elend verliebt er sich in die kastenhöhere Angestellte Ferine. Ein No-Go. Oder gibt es doch eine Chance für diese Liebe?

Während sie zwischenzeitlich getrennt werden, erkennt Moron in einem jungen Abzurichtenden ein Mitglied seiner zurückgelassenen Familie, den Beweis für einen groß angelegten Betrug. Auf Hilfe durch die Rechtsorgane kann er nicht hoffen. Ganz auf sich allein gestellt beginnt er einen gnadenlosen Rachefeldzug.

Anleser:
Jede einzelne Zelle in seinem Leib empörte sich bei dem Gedanken, aber er konnte und durfte sich nicht bis in alle Zeiten selbst belügen. Er musste sie loslassen. Ferine hatte eine Chance, aber nur dann, wenn er am Ende ihrer Flucht leise und spurlos aus ihrem Leben verschwand. Er wagte nicht, mit ihr darüber zu reden, aber er betete, dass er genug Liebe aufbringen würde es zu tun, wenn es soweit war ...

Blick ins Buch (Leseprobe)