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19. Februar 2019

'Cellulite endlich weg - Die Mirjam Christie Methode' von Lisa Faustbrandt

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
„Die ersten Dellen an ihren Oberschenkeln entdeckte sie mit 14. Nach dem Sportunterricht kniff sie die Haut zusammen und … Peng! Da war sie! Die erste Ansammlung von Dellen. Die Dellen verglich sie mit denen ihrer Freundinnen. Alle waren mehr oder weniger betroffen, bis auf Sina. Aber Sina war einfach nur Haut und Knochen, unterentwickelt und kindlich. Von da an führte sie einen unermüdlichen Kampf gegen die Delle“.

So oder so ähnlich beginnen die Geschichten vieler Frauen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese zu viele Pfunde haben, Sportskanone oder Sportmuffel, vollschlank, jung oder schon älteres Semester sind. Die Delle kann jeden treffen.

Vor Ihnen liegt ein 6 ½ Schritte Plan nach Mirjam Christie. Sie erfahren hier, wie Sie der Delle den Kampf ansagen können. Dieser Ratgeber gibt Ihnen viele einfach umsetzbare Tipps und einen genauen 6½ Schritte Plan für schlankere und straffere Beine.

Anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis lernen Sie die Gesichter der Cellulite kennen. In weiteren Kapiteln erfahren Sie 5 Schönheits-Booster für Ihre Beine. Sie werden erfahren, wie Sie Einlagerungen von Wasser und Schlacken verhindern (oder lösen) und Ihrem Stoffwechsel einen Schub geben können.

Ein anderes Kapitel zeigt Ihnen, wie Ihre Beine nach einem schlanken Vorbild geformt werden und wie dies mit der Fettverbrennung zusammenhängt.

Ein wichtiger Teil widmet sich besonders korpulenten Beinen. Dabei werden vor allem Lösungen bei schlaffer Haut ums Kniegelenk und faltigen Innenseiten der Oberschenkel gezeigt.

Im Kapitel 7 zum Beispiel wird Ihr persönlicher 6 ½ Schritte Plan in Details dargestellt. Sie erfahren hier wie Sie das Konzept umsetzen und anpassen können. Ein weiteres Kapitel zeigt an einem praktischen Beispiel, wie die 6 ½ Schritte bei einer konkreten Ausgangslage angewandt werden. Schließlich zeigt Ihnen eine Kurzfassung der Mirjam Christie Methode einen roten Faden, damit Sie noch einfacher beginnen können.

Der Ratgeber ist konkret. Es geht nicht um die Beschreibung dessen, was Cellulite ist oder die Besprechung des Hautaufbaus. Es wird nur kurz umrissen, was die Ursachen der Cellulite sein könnten und dann geht es mit konkreten Maßnahmen los, um die Cellulite zu bekämpfen.

Denken Sie nur an das fantastische Gefühl, welches Sie gewinnen werden, die vielen schönen Momente, welche Sie noch erwarten und die Sie dann straff und ohne Dellen erleben könnten, ohne Verstecken, ohne Scheu und mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.

Leseprobe:
„Wer den Dellen Paroli bieten möchte, sollte konsequent und ganzheitlich vorgehen. Wenige Schritte sind ausreichend, um Resultate zu sehen. Im Grunde genommen brauchen Sie dafür nur 6½ Schritte zu gehen.

Die hier vorgestellte „Mirjam Christie Methode“ ist sanft und sie wurde über die Zeit optimiert. Sie können die einfachen Schritte in aller Ruhe anwenden und den unschönen Dellen Paroli bieten. Auf diese Weise entscheiden Sie sich für ein Leben in einem Körper, in dem Sie sich rundum wohlfühlen.

Für schlanke Beine müssen Sie kein Leben in Askese führen. Die 6½ Schritte dieser Methode reichen aus, um schnell Resultate sehen zu können, wenn Sie konsequent bleiben. Bereits nach ca. 14 Tagen könnten Sie eine erste deutliche Veränderung erkennen und fühlen. Der Blick in den Spiegel wird ein Lächeln auf Ihre Lippen zaubern.

Sie können diese Methode in Ihren eigenen vier Wänden umsetzen und dabei nicht nur Geld, sondern auch Zeit sparen. Vor allem aber werden Sie sich so richtig freuen können, wenn Sie die Resultate sehen.

Kleiner Tipp: Wenn Sie die gedruckte Version haben, halten Sie das Buch griffbereit. Sie lachen jetzt vielleicht, aber Sie werden sehen, dass Sie öfter ins Buch schauen werden, als Sie sich das jetzt vielleicht vorstellen können.

Was ist das Geheimnis hinter der Mirjam Christie Methode?

Nun, es ist schnell gelüftet. Es ist der absolute Fokus auf die Hüfte-Beine-Gesäß-Region (und nein, es geht nicht um Bauch-Beine-Po-Übungen). Die Mirjam Christie Methode bedeutet volle Konzentration. Jeder Schritt ist genau auf diese Region zugeschnitten.

Wie bei so vielen Projekten im Leben (ob beruflich oder privat) muss man fokussiert bleiben. Diese Methode bleibt konsequent. Sie werden den Dellen an den Kragen gehen, von innen und von außen.

Natürlich werden die Maßnahmen auch anderen Körperregionen zugutekommen, aber der Fokus auf die spezielle Region bleibt. Konsequent. Und genau dieser Punkt macht die Methode so erfolgreich. Es ist eine ganzheitliche Transformation des Körpers.

Was erwartet Sie in diesem Buch?

Das Buch liefert Ihnen Antworten, Tipps und eine komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sie müssen die jeweiligen Schritte nur noch richtig und konsequent umsetzen. Und es ist kein so großer Einschnitt in Ihr gewohntes Leben. Versprochen. „

Im Kindle-Shop: CELLULITE ENDLICH WEG Die Mirjam Christie Methode. In 6½ Schritten zum Ziel.



'Zombiecalypse 3' von Andreas Kohn

Kindle (unlimited)
Fast fünf Jahre nach dem Ausbruch des Virus keimt bei den Überlebenden in Berlin ein Fünkchen Hoffnung auf, dass es den Wissenschaftlern bald gelingen könnte, der immer größer werdenden Armee von Untoten Herr zu werden. Doch die Monate vergehen und viele sterben, weil sich Erfolge nicht planen lassen und Ressourcen immer knapper werden.

In den noch sicheren New American States of The South sowie im nördlicher gelegenen Portland hingegen stehen die Führer beider Seiten den Hinweisen über schnelle Zombies skeptisch gegenüber. Sie intrigieren lieber für den eigenen Machtzuwachs, statt sich auf ein Millionenheer springender und rennender Zombies vorzubereiten, das zwischen ihnen unaufhörlich anwächst. Sollte das Virus auch in Amerika mutieren, steht das Überleben der Menschheit auf Messers Schneide.

Leseprobe:
»Hier, Kevin. Du bist dran.« Stuart reichte seinem Partner den überdimensionalen Schraubenschlüssel nach oben, damit er die obere Verbindungsstange der Containerverschraubung lösen konnte.
Die beiden Haken am Ende zweier fast drei Zentimeter dicken und einen Meter langen Gewindestangen, die mit einer ebenso langen Hülse dazwischen verbunden waren, ließen sich nur durch rohe Gewalt lösen. Kevin balancierte dabei vorsichtig auf der Verschraubung des benachbarten Containers der vierten Containerlage, während Stuart eineinhalb Meter tiefer einigermaßen sicher auf einer fest montierten schmalen Arbeitsbühne auf Höhe der dritten Lage stand. Er richtete den Akkuscheinwerfer zu seinen Füßen aus, sodass der grelle Schein Kevin nicht blenden konnte. Der handtaschengroße Koffer tauchte die Umgebung im Umkreis von zwanzig Meter in gleißendes kaltblaues Licht.
Über vierzehntausend Container, hatten sie ausgerechnet, gab es auf dem Schiff. Jeder von ihnen war fünfundzwanzig Meter lang, zweieinhalb Meter breit und etwa genauso hoch. Und von keinem wussten sie, was darin enthalten war. Die etwa vierhundertfünfzig Container, die ganz unten auf Deck A standen, waren leicht zu untersuchen gewesen, aber schon für die Lage darüber waren zum Teil akrobatische Aktionen, wie sie sie gerade veranstalteten, notwendig. Die Anordnung der Container war nicht dazu gedacht, sie während der Überfahrt zu inspizieren.
Das Containerschiff Mulan Maersk war die ersten beiden Jahre nach dem Zusammenbruch herrenlos über den Atlantik getrieben. Wo die Besatzung abgeblieben war, hatten sie nicht herausfinden können, da sie weder in der Lage waren, die Computer an Bord zu starten, um einen Blick in das Logbuch zu werfen, noch waren sonstige Anzeichen über deren Verbleib zu finden.
Ohne Besatzung, die sich um eine Instandhaltung gekümmert hätte, und dem rauen Wetter des Atlantiks ausgesetzt, erstrahlte das gesamte Schiff nun nicht mehr im dunklen Blau der Reederei Maersk, sondern in einem rostigen Rot. Wenn die Farbe das Einzige gewesen wäre, das es an ihrem Domizil zu bemängeln gäbe, würde sich niemand Sorgen machen, aber da an Bord außer einem Hilfsdiesel, der Strom produzierte, praktisch nichts funktionierte, und sie nicht wussten, ob und wann sie wieder vom Schiff kommen konnten, sahen die meisten an Bord der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen.
Für die Bewohner der Atlantikstadt Ocean City war das Schiff Fluch und Segen zugleich. Segen, weil sein Auftauchen vor der Küste den von Hunderttausenden von Zombies bedrohten Bewohnern des Urlaubsparadieses die letzte Rettung versprach. Fluch, weil sie weder in der Lage waren, das Schiff zu steuern, noch wieder von ihm herunterkamen.
»Hoffentlich nicht noch ein Container voll mit mexikanischem Bohneneintopf. Ich kann das Zeug nicht mehr sehen.« Er hatte sich vorgenommen, sich gewissenhaft einen festen Stand zu suchen, bevor er den gut anderthalb Meter langen Schraubenschlüssel an die Hülse ansetzte. Zweimal war er schon bei solch einem Balanceakt aus einigen Metern Höhe abgerutscht und hatte sich die Rippen geprellt und einen Fuß verstaucht. Ein drittes Mal – und diesmal arbeitete er noch viel höher als sonst – wollte er sich ersparen. Zunächst versuchte er, sie mit sanfter Kraft zum Nachgeben zu bewegen. Als das nichts half, erhöhte er den Druck immer weiter, bis er schließlich, den Vorsatz, vorsichtiger zu sein, nun doch verwerfend, sein ganzes Körpergewicht in die Waagschale drückte.
Vor Anstrengung spannten Kevin Stoltz’ Muskeln die Nähte seines engen Shirts bis kurz vor dem Zerreißen. Dabei war er drei Jahre zuvor nur ein dürrer Hänfling gewesen. Keine zwei Wochen nachdem er in Potsdam bei der Bundeswehr den Dienst angetreten hatte, war das Virus über die Menschheit hergefallen. Eine richtige Grundausbildung hatte er also nie bekommen. Alles, was er wusste und konnte, hatte er sich bei seinen Kameraden abschauen müssen. Zeit, ihn das zu lehren, was den Berufsstand eines Soldaten betraf, abgesehen vom Schießen vielleicht, hatte keiner mehr gehabt. Es hatte immer nur geheißen, geh dorthin, tu dies und mach jenes. Kevin hatte schnell gelernt, alles zu tun und es genau so zu machen, wie es ihm die erfahrenen Soldaten aufgetragen hatten. Es hatte ihm und anderen mehrfach das Leben gerettet.
Die wichtigste Lektion, die er in der Zeit gelernt hatte, war aber, dass Aufgeben keine Option war. Wer aufgab, war so gut wie tot.
Vielleicht war es der Gedanke an die Kameraden, die entweder tot, verschollen oder im heimischen Deutschland vermutlich eine ruhige Kugel schoben, die ihm ein paar ungeahnte Kraftreserven entlockten. Mit einem lauten Quietschen gab wenigstens eines der Gewinde der Hülse etwas nach.
»Na also. Geht doch.« Kevin richtete sich auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
»Vielleicht haben wir Glück und da drin sind fünfzig große Schlauchboote samt Außenbordmotoren.«
»Wovon träumst du denn nachts?«
»Ich würde ja sagen, davon, dass wir die siebenhundert Seelen heil von Bord bekommen. Aber tatsächlich eher von einem Five Guys Burger.«
»Wunschträume.« Kevin hatte keine Ahnung, was so Besonderes an einem Five Guys Burger war, aber zumindest klang es lecker. »Wir hätten es schlimmer treffen können, oder?«, meinte er kopfschüttelnd. Vor allem, um die gierigen Gedanken zu vertreiben. Ein vernünftiger Burger wäre wirklich nicht zu verachten gewesen, aber zunächst galt es erst einmal zu überleben und dann vom Schiff herunterzukommen.
Nicht, weil ihn das Leben an Bord des vierhundert Meter langen Schiffes ankotzte, sondern weil er sich auf die Suche nach dem Verbleib seiner Kameraden Klein und Wasmuth machen wollte. Der Hauptfeldwebel und der Obergefreite waren von amerikanischen Soldaten mit einem Hubschrauber entführt worden, kurz bevor die gigantische Zombiemeute über Ocean City hergefallen war. Er wusste nicht, warum und weshalb und ob sie überhaupt noch am Leben waren.
Er selbst war bei dem Versuch, Gegenwehr zu leisten, von einem Schuss in die Brust getroffen worden. Er lebte nur noch, weil Lisa Tanner, Hauptfeldwebel Kleins Freundin und Anführerin der Bewohner Ocean Citys, eine hervorragende Ärztin war.

Im Kindle-Shop: Zombiecalypse 3.
Mehr über und von Andreas Kohn auf seiner Website.



18. Februar 2019

'Paradise Island (Lightning Strike 1)' von Kira Night

Kindle (unlimited)
Kennen Sie diese Träume, die man meistens als junges Mädchen hat? Geben Sie’s zu, Sie wissen ganz genau, wovon ich rede, nicht wahr? Ich spreche vom Traumprinzen, von fernen Ländern und von Geld – so viel, dass man es kaum ausgeben kann ... Nun, was soll ich sagen? Mein Traum ist in Erfüllung gegangen!

Vor wenigen Wochen hab’ ich meinen William geheiratet – den begehrtesten Junggesellen von New York. Wir wollten unsere Flitterwochen ganz standesgemäß auf der Jacht seines Vaters verbringen und dabei die karibische Inselwelt erkunden. Alles hätte so schön werden können. Doch das Schicksal hatte etwas dagegen ...

Gestrandet auf einer einsamen Insel geht es plötzlich nur noch ums Überleben. Und um unseren Nachbarn Ramon: Er ist vor fünf Jahren hier mit dem Flugzeug abgestürzt, besitzt ausreichend Konservendosen, Werkzeuge und das nötige Know-how. Glücklicherweise wäre er auch bereit, alles mit uns zu teilen. Doch das hat einen Preis ...

Achtung! Dieser erotische Kurzroman enthält explizit geschilderte Szenen, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind.

Leseprobe:
»Das Leben hat eine verdammt merkwürdige Art, zu testen, wie viel ein Mensch ertragen kann.«
Ich lächle und klappe mein Buch zu. Diese letzte Zeile von Kapitel 8 gefällt mir. Es steckt so viel Wahrheit in ihr. Ich rekle mich im Liegestuhl und überlege, wie viele von den Frauen, die das Buch gelesen haben, bei diesem Satz wohl an ihren Ehemann gedacht haben.
Es ist erst einen Monat her, dass ich meinen William geheiratet habe. Endlich darf ich mich Mrs. Susan Thornton nennen – nach eineinhalb Jahren Beziehung. Ich habe es bislang noch nicht bereut, auch wenn ich weiß, dass die Gerüchte der New Yorker Schickeria etwas anderes besagen.
Ja, Will kann manchmal ein wenig dominant und kompromisslos sein. Okay, ziemlich oft sogar. Aber wie er tickt, hab ich ja von vornherein gewusst. Schließlich ist mein Mann der Sohn von Bob Thornton, dem gefürchteten, milliardenschweren Börsenmagnaten. Und der ist ein Despot, wie er im Buche steht. Um neben so einem Vater keinen psychischen Schaden zu erleiden, muss man sich wahrscheinlich dominant und kompromisslos verhalten, sonst geht man unter.
Ich erhebe mich aus dem Liegestuhl, gehe zur Reling und schaue hinaus aufs Wasser. Meine Gedanken kreisen. Ich denke zurück an die Zeit, als ich William kennengelernt habe.

Meine Güte, der ist ja echt niedlich!
Das ist das Erste gewesen, das mir in den Sinn gekommen ist, als ich ihn auf der Geburtstagsparty einer ehemaligen Schulkollegin, deren Eltern ziemlich vermögend sind, erblickt habe.
Er stand bei der Schüssel mit der Bowle und unterhielt sich mit zwei anderen Jungs.
William war groß gewachsen, hatte kurze, dunkle Haare und besaß ein überaus gewinnendes Lächeln. Mein Herz pochte wie verrückt. Doch als ich eine Freundin diskret nach seinem Namen fragte, erlebte ich eine böse Überraschung.
William Thornton war nicht irgendjemand, sondern einer der begehrtesten Junggesellen von ganz New York. Und er stank nach Geld. Das ist aber nicht der Grund gewesen, weshalb ich mich an ihn rangemacht habe. Weit gefehlt. Sein Geld war mir eigentlich egal. Ich habe mich in ihn verliebt, weil er Charisma hatte und Autorität ausstrahlte.
Ich weiß noch genau, wie ich an jenem Abend all meinen Mut zusammengenommen habe, um ihn zu fragen, ob er denn mit mir tanzen möchte. Kaum zu glauben, aber die Antwort lautete tatsächlich Ja. Manchmal zahlt sich Tapferkeit eben aus ... William tanzte die ganze Zeit über bloß mit mir, und irgendwann war mir klar, dass er etwas für mich empfindet. Er brauchte gar nichts zu sagen, das Funkeln in seinen Augen sprach Bände. Natürlich war damals noch nicht abzusehen, dass wir einmal heiraten würden. Aber der erste Grundstein war gelegt.
William schien mir in einer Welt der Starken einer der Stärksten zu sein. Er hätte jedes Mädchen haben können. Jederzeit. Doch er hat mich erwählt. Mich, von der die Nachbarn stets gesagt haben, dass ich es nie zu etwas bringen werde. Ich habe das große Los gezogen, nicht Betty Kowalski, die reiche Tussi mit dem Hang zum Schmuck. Und auch nicht Alice McNamara, die wandelnde Parfüm-Wolke. Ich habe ihn mir geangelt! Gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Und ohne aus wohlhabenden Verhältnissen zu stammen. Vermutlich brandmarkt mich das in den besseren Kreisen auf eine gewisse Art und Weise. Aber das ist mir egal.
William ist mir in puncto gesellschaftlicher Akzeptanz ungemein ähnlich, das wusste ich damals aber noch nicht. Als Sohn eines Milliardärs hat er es früher sehr schwer gehabt, konnte es nie irgendjemandem recht machen. Zu sensibel, zu zart besaitet und unfähig, in der harten Welt zu bestehen, soll es stets geheißen haben. Außerdem erzählte man sich, dass er keinen Sinn fürs Geschäft besitzen soll, weil er viel lieber an Computern und den Motorrädern seines Vaters herumschrauben würde. Manche meinten sogar, er wäre eine Schande für die ganze Familie und hätte besser Mechaniker werden sollen.
In den Augen der meisten anderen reichen New Yorker haben ihn seine Hobbies von vornherein disqualifiziert. Denn in diesen Kreisen macht man sich nicht die Hände schmutzig. Man bezahlt Leute, die sich die Hände schmutzig machen. Und man geht auf die Pferderennbahn oder zum Golf. Doch das ist nicht Williams Welt. Dort fühlt er sich nicht wohl – was ich gut verstehen kann.
Mir ist zu Ohren gekommen, dass sich sein Vater deshalb regelrecht für ihn geniert hat. Ja, er wollte ihn sogar auf eine Art Militärschule schicken, wo er Disziplin, Benimm und Etikette hätte lernen sollen. Aber das konnte William abwenden.
Heute hat er sich über all diese Probleme erhoben. Die Angst, nicht zu entsprechen, hat nun keine Macht mehr über ihn. Arroganz ist sein Schutzschild geworden, der scharfe Ton das Schwert, das er schwingt. Ich bin vermutlich die einzige Person auf diesem Planeten, die er das nicht spüren lässt. William weiß, dass sein alter Herr irgendwann abtreten wird, und dann gehört die Zukunft ihm. Ihm allein. Oder sollte ich besser sagen: uns?

Im Kindle-Shop: Paradise Island (Lightning Strike 1).
Mehr über und von Kira Night auf Twitter.



15. Februar 2019

'Im Zwielicht der Angst' von Tiara Young

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Sie vertraut ihm nicht, doch er nimmt ihr die Angst, bis ein schrecklicher Verdacht alles infrage stellt …

Als die ehrgeizige Anwältin Jolene Headland im Wellingtoner Stadtpark Zeuge wird, wie eine Mutter den Straßenmusiker Luke Gillmore beschuldigt, ihr kleines Mädchen entführen zu wollen, übernimmt sie spontan dessen Verteidigung. Noch ahnt Jolene nicht, dass sie damit in das unheilvollste Wespennest ihres Lebens sticht. Das bemerkt sie erst bei der Begegnung mit Lukes älterem Bruder Matt, einem aufmüpfigen, aber leider auch attraktiven Cop, der sie mit seinen frechen Avancen geradewegs in sein Bett befördert. Doch darf sie sich auf das gefährliche Spiel mit ihm einlassen? Und was hat es mit dem Drogenbaron auf sich, den er jagt?

Bevor Jolene die Hintergründe erkennt, ist sie mit einem dunklen Ereignis aus Matts Leben verwoben. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Die Dämonen der Vergangenheit haben längst zu viel Staub aufgewirbelt.

Der neue Erotikthriller von Tiara Young - spannende Unterhaltung für kurze Zeit zum Einführungspreis von 99 Cent.

Leseprobe:
Ein ungutes Gefühl zerrte an ihren Nerven und die düstere Vorahnung, in Gefahr zu sein, flatterte über sie hinweg wie ein kreischender, schwarzer Rabe. Fast hätte sie laut aufgestöhnt.
Du bist echt schon paranoid, du dumme Nuss. Bestimmt ist es ein blöder Zufall. Man kann sich viel einbilden, wenn man müde ist.
Ihre brennenden Augen waren der beste Beweis dafür. Sie sollte schleunigst zurück in ihr Bett verschwinden. Doch das Misstrauen unter der Schädeldecke ließ sich nicht abstellen, egal, wie entschlossen sie dagegen anging.
Hastig trank sie die kalte Milch aus. Dabei fiel ihr Blick auf die schwere Eichenplatte des langen Küchentisches. Vorn schimmerte ein schmales Rechteck, silbern vom Mondlicht beschienen, das hintere Segment, mitsamt dem letzten Stuhl, versank hingegen im Schatten der Dunkelheit. Verstohlen linste Jolene an dem leise summenden Kühlschrank vorbei in genau diese finstere, uneinschaubare Ecke, der verwaiste Platz ihres Vaters. Sie wollte sich schon abwenden, da glomm wie zum Hohn ein dicker orangefarbener Punkt auf und erhellte zu ihrem Entsetzen in einer kurzen, schemenhaften Bewegung eine große Männerhand, die eine Zigarette hielt.
Jolene erschrak. Ein messerscharfer Stich fuhr durch sie hindurch, und für einen Augenblick hatte sie das Gefühl, eiserne Klauen drückten ihren Brustkorb zusammen und pressten alle Luft aus ihrem Leib.
Grundgütiger, da sitzt jemand und raucht.
Die Härchen in ihrem Nacken stellten sich instinktiv auf und obwohl ihr Herz einen panischen Satz machte, schaffte sie es, sich zusammenzureißen und sich mit keiner Regung anmerken zu lassen, wie außer sich sie war. Disziplin war eine ihrer Stärken. Sie hatte im Yoga-Kurs gut aufgepasst und hart an sich gearbeitet.
Hinter ihr drückte die glatte Küchenfront gegen ihren Rücken und Jolene überlegte fieberhaft, ob sie sich daran abstoßen und einfach losrennen sollte. Ihre Entfernung zur Tür betrug mindestens fünfzehn Schritte, die um den Tisch herum höchstens zehn. Wer immer da saß, könnte die Tür vor ihr erreichen, egal, wie viele Stühle er umstoßen musste. Das konnte sie auf keinen Fall riskieren.
Die Zigarettenglut leuchtete erneut auf, und in ihrer Angst sprang Jolenes beinahe das Herz aus der Brust vor Panik. Sein Verhalten wischte jeden Zweifel fort.
Das macht er mit Absicht. Er will, dass ich ihn sehe.
Sie spürte seine Blicke und wie ihr Puls wild raste. Plötzlich durchbrach ein Scharren unheilvoll die Stille.
Er war aufgestanden.
Ein weißer Turnschuh von beängstigendem Ausmaß schob sich hervor. Er signalisierte Jolene in aller Deutlichkeit, wie ungewöhnlich groß der Kerl sein musste, dem er gehörte, was die Bedrohung nicht kleiner machte, die auf sie zukam.
Sie biss sich auf die Lippen, um nicht aufzuschreien. Angst zu zeigen, war das Falscheste, was sie tun konnte.
Bloß nicht die Tür anvisieren. Dann weiß er, dass du türmen willst.
Gefangen in ihrer Furcht, senkte sie den Blick und fixierte die fahlen Streifen am Boden. Wenn sie entkommen wollte, musste sie Ruhe bewahren und mit List handeln. Ihr blieb nur ein einziger Versuch.
Ihr Verstand arbeitete fieberhaft.
Welche Möglichkeit habe ich, mich zu verteidigen?
Die Schublade mit den Bestecken befand sich am anderen Ende der Küchenzeile. Auch lag nichts weiter in ihrer Reichweite, womit sie sich hätte wehren können.
Verdammt - Mum mit ihrem verfluchten Ordnungsfimmel.
Das leere Milchglas stach ihr ins Auge. Sie könnte den Rand abschlagen. Das wäre eine Möglichkeit. Die Zigarettenpackung daneben gehörte unter Garantie ihm.
Notgedrungen grabschte Jolene nach beidem, jedes mit einer Hand und schielte unsicher zu dem Mann, ohne sich zu bewegen. Er hatte sich nicht gerührt, beobachtete sie scheinbar nur.
Jolene fühlte Wut in sich aufsteigen, eine grenzenlose Wut, die alles Angstvolle in ihr unterdrückte.
Was hat der Arsch vor? Worauf hat er es abgesehen?

Im Kindle-Shop: Im Zwielicht der Angst.
Mehr über und von Tiara Young auf ihrer Facebook-Seite.



14. Februar 2019

'Blinder Hass' von Alex Winter

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
»Ich habe den schwarzen Schatten in seinen Augen gesehen«, flüsterte der Aborigine. Seine Stimme klang angsterfüllt. »Er ist ein Kedic, ein Teufel in Menschengestalt …«

Als der Zürcher Sicherheitsexperte Vince Foster von seinem in Australien lebenden Bruder Bryan die unvollständige Kopie eines alten Tagebuches erhält, ahnt er zunächst nicht, welches düstere Geheimnis dieses birgt.

Vince ist jedoch nicht der Einzige, der sich für das Tagebuch interessiert: Die rote Doktrin, eine weltweit operierende Geheimorganisation, die einen teuflischen Plan verfolgt, der die Welt an den Rand des Abgrundes führen könnte, versucht mit allen Mitteln in den Besitz des Originaltagebuches zu gelangen. Während Vince verzweifelt nach Antworten sucht, gerät er immer tiefer in einen Strudel aus Verschwörungen, Intrigen und Mord.

Auf sich allein gestellt, gejagt von mächtigen Feinden und von der Polizei für einen skrupellosen Mörder gehalten, flieht Vince nach Australien.

Für kurze Zeit zum Aktionspreis von nur 99 Cent.

Leseprobe:
Die Sonnenstrahlen tasteten sich langsam den Hügel hinab. Dabei heizten sie die Felsen wie die Kacheln eines Ofens auf. Lübke konnte die Wärme bereits spüren, weshalb er beschloss, ganz nach unten zu zwei niedrigen, ineinander verwachsenen Eukalyptusbäumen zu steigen, die ihm Schatten spenden würden, bis der Hubschrauber kam.
Als er auf etwas Rundes, Weiches trat, wusste er sofort, dass es ein Tier war. Er schreckte zurück, sah die Schlange, auf die er getreten war, und ihr weit aufgerissenes Maul mit den aufgerichteten Fangzähnen, die sie in dieser Sekunde in seinen Unterschenkel schlug. Lübke schrie auf, ließ das Gewehr fallen und sprang zurück.
Vor ihm lag eine knapp fünfzig Zentimeter lange rotbraune Schlange mit breitem Körper. Sie reckte ihren flachen Kopf in die Höhe, dann bewegte sie sich langsam seitlich davon.
Eine Todesotter!, schoss es ihm durch den Kopf, ihr Gift wird dich lähmen, ja, vielleicht töten! Er kannte sich mit Schlangen aus, hatte sogar während seiner ständigen Suche nach neuen Foltermethoden mit ihnen experimentiert.
Das Gift dieser Schlange war stark neurotoxisch und löste eine Muskelstarre aus, ähnlich wie Curare. Wut, Schmerz und blankes Entsetzen überkamen ihn. Außerstande einen klaren Gedanken zu fassen, hob er die Browning Bar II auf, lud sie mit zitternden Händen durch und schoss.
Er verfehlte das sich träge davonwindende Reptil um wenige Zentimeter. »Das wirst du mir büßen«, rief er und drückte erneut ab. Ein metallisches Klicken; natürlich, das Magazin war leer. Jetzt packte er das Gewehr am Lauf und versuchte, die Schlange zu erschlagen, verfehlte sie aber erneut. Die Todesotter zischte, ihre Augen funkelten angriffslustig und ihr Kopf schnellte kampfbereit nach vorn.
Lübke wich erschrocken zurück, stolperte über einen abgebrochenen Ast und fiel hin. Diesen Augenblick nutzte die Schlange und verkroch sich zwischen zwei Felsbrocken.
Rasend vor Zorn stand er auf. Seine Stimme überschlug sich, als er das Reptil beschimpfte, weil es ihm entkommen war. Er taumelte zum Versteck der Schlange, beugte sich vorsichtig hinunter und spähte in das Loch. Die Todesotter hatte sich zwischen den Felsen zusammengerollt. »Warte, du Mistvieh, dir werd ich’s zeigen!«
Schwerfällig stand er auf, trat von der Seite an das Loch und rammte den Gewehrschaft wie ein Verrückter immer wieder in die Öffnung. Sein Puls raste, doch er hörte nicht auf.
Plötzlich zog sich sein Herz schmerzhaft zusammen, ihm wurde übel und schwindlig. Sekunden später sah er alles nur noch verschwommen und unscharf. Er drehte sich um, wankte von dem Loch weg, dann ließ er die Browning fallen, sank auf die Knie und musste sich übergeben.
Für einen Moment schloss er die Augen. Die schreckliche Gewissheit überkam ihn, das Falsche getan zu haben. Statt seine Wut gegen die Schlange zu richten, hätte er besser sein Bein abgebunden. Jetzt war es vielleicht schon zu spät, denn ein Teil des Giftes war bereits in seinem Blutkreislauf.
Zum ersten Mal in seinem Leben verspürte er Todesangst. Keuchend riss er sich den Gürtel aus der Hose und schnürte ihn fest um den Oberschenkel. Kalter Schweiß rann ihm von der Stirn und er spürte, wie sein Herz unregelmäßig zu schlagen begann. Langsam sank er auf den Rücken.
Er drehte den Kopf zur Seite und blickte in das Versteck der Todesotter. Aus einer Öffnung am anderen Ende der kleinen Höhle drang Licht. Das Tier war längst durch das Loch entkommen.
»Dreckstück«, murmelte er. »Gottverfluchtes Dreckstück …«

Im Kindle-Shop: Blinder Hass.
Mehr über und von Alex Winter auf seiner Website.



'Aus den Fugen geraten' und 'Abgrundartig' von Bernd Töpfer

Kindle | Taschenbuch
Zwei Kurzromane

Aus den Fugen geraten
Zwei Kleinganoven planen eine Entführung, die zwar auch gelingt, aber die gar nicht nach ihren Vorstellungen verläuft. Von der Entführten verlangen sie, sie solle ihren Mann anrufen und ihn unterrichten, er habe für ihre Freilassung zwei Millionen zu zahlen. Die Frau gibt jedoch an, keinen Mann zu haben. Auch sind auf ihrem Handy keine Telefonkontakte vorhanden, überhaupt keine. Das ist schon sehr ungewöhnlich. Dann gelingt der Frau die Flucht, und sie findet Zuflucht bei einem Schriftsteller, der in einem alten Forsthaus mitten im Wald wohnt. Alles Weitere entscheidet sich in diesem Haus.

Abgrundartig
Als Kind verliert Micha durch einen dummen Unglücksfall seinen Zwillingsbruder Tommi. Dieser meldet sich nach zwölf Jahren zurück, im Gehirn vom Micha, und wirkt mental auf ihn ein. Tommi hat nur abartige Ideen, die aber bei seinem Bruder anfangs Gehör und Zustimmung finden. Micha findet Gefallen daran, bei anderen die Angst zu sehen, sie zu erforschen, zu studieren. Tommi will aber mehr als die Angst, er will den Tod der Menschen sehen.
Eine Zeit lang hört Micha auf Tommi, aber dann kommen ihm Zweifel und er verdammt seinen Zwillingsbruder.

Leseprobe:
Aus: „Aus den Fugen geraten“
Claudia Schwarz kommt langsam wieder zu sich, sie liegt auf einer Luftmatratze. Langsam setzt sie sich auf, schaut sich um. Ein Raum ohne Fenster. Eine Waschmaschine, ein großer Gefrierschrank, ein leerer Wäschetrockner, in einer Ecke ein Wäschekorb. Das ist alles. Der Raum mag viel-leicht vierzehn Quadratmeter messen. Wie kommt sie hier her? Die Erinnerung meldet sich. Mein Gott, denkt sie, was soll das? Sie bekommt keine Angst, sie hat sie schon.
Ihr fällt für das Geschehene keine Erklärung ein.
Warum? Warum sie? Tränen fließen über das schöne Gesicht. Sie stellt sich auf, lehnt sich an die Waschmaschine.
Gefangen, denkt sie. Fremden ausgeliefert. Was wollen die?
Von einem Augenblick auf den nächsten hat sich alles geändert. In einer Geschwindigkeit, die dem Gehirn nicht die Zeit ließ, alles zu verarbeiten. Sie steht immer noch an der Waschmaschine, stiert auf den Lichtschalter neben der Tür und versucht zu denken, versucht zu begreifen. Aber so einfach ist es nicht. Das Gehirn weigert sich anzuerkennen, was geschehen ist. Das Gehirn sitzt zu Hause im Wohnzimmer und entspannt sich. Aber je mehr sie sich in ihrer neuen Umgebung umsieht, diese nackten Wände, diese geschmacklose Lampe an der Decke, die Luftmatratze … das Gehirn beginnt zu begreifen.
Es ist alles anders geworden. Und dies in einer Geschwindigkeit, dass man nicht lernen kann, damit umzugehen. Alles braucht seine Zeit. Eigentlich ist es Schwachsinn, sich jetzt Gedanken zu machen.
Abwarten.
Wissen, was man von ihr will. Dann wäre sie schlauer und könnte rationaler denken. Vielleicht.
Das Denken abschalten gelingt ihr nicht. Das Gehirn rebelliert, will seine Freiheit. Und so überlegt sie weiter, stellt sich tausend Fragen und findet keine Antworten. Und sie steht noch immer am selben Platz.
Sie schrickt zusammen, denn sie hört Schritte. Ihr Puls beginnt zu steigen. Jetzt wird sie erfahren … ja, was? Wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, dann will sie gar nichts erfahren, sie will nur weg hier. Sie will einfach ihr Leben wieder, so, wie sie es kennt.
Ohne Angst.
Ein Schlüssel dreht sich, die Tür geht auf, zwei Männer in Skimütze treten ein. Ein großer und ein kleinerer Mann. Sie kommt sich neben ihnen noch kleiner vor, als sie ohnehin schon ist.
»Sie müssen sich keine Sorgen machen, wir werden Ihnen nichts tun«, sagt der Große.
»Wenn Sie kooperieren«, fügt der andere hinzu.
»Was wollen Sie? Was habe ich Ihnen getan?«
»Alles ganz einfach, liebe Frau. Das ist eine Entführung, und wir wollen zwei Millionen Euro. Haben wir die, sind Sie wieder frei«, unterrichtet sie Robbi.
»Also je schneller wir das Geld haben, desto schneller können Sie gehen«, sagt Andi.
»Zwei Millionen? Ich habe doch keine zwei Millionen. Sie haben sich bestimmt in mir geirrt, mich mit jemand verwechselt?«, fragt sie ängstlich mit einem Hauch von Hoffnung in der Stimme.
»Wollen Sie uns verarschen?«, lässt sich jetzt Andi etwas laut vernehmen.
Die Frau zuckt zusammen.
»Sie werden Ihrem Mann eine Nachricht schicken, dass Sie entführt worden und wir zwei Millionen in bar haben wollen. Zeitpunkt Freitagabend«, teilt ihr Robbi mit.
»Mein Mann?«, fragt die Frau.
»Ja, Ihr Mann, wer sonst?«, antwortet Andi.
»Ich habe doch keinen Mann«, gibt sie jetzt verschüchtert zur Antwort.
Die beiden schauen sich an.
»Wie bitte?«, fragt Andi. »Was haben Sie eben gesagt?«
»Ich habe doch keinen Mann.«

Aus: „Abgrundartig“
Tommi und ich sind, obwohl eineiige Zwillinge, trotz allem grundverschieden, behaupte ich mal. Ich ticke nicht so wie er. Wir durften beide eine wunderbare Kindheit erleben. Unsere Eltern liebten und sorgten sich um uns, es fehlte uns an nichts. Wir waren gut in der Schule, wurden anständig erzogen, wussten uns in der Öffentlichkeit zu benehmen. Wir waren eine perfekte Vorzeigefamilie. Was in Tommis Kopf abging, wusste ja nur ich. Und im Kindesalter machte ich mir da keine weiteren Gedanken. Ich tat es als Spinnerei ab. Irgendwann würde dieser Blödsinn aufhören.
Und er hörte schneller auf als gewünscht. Der 12. Juni ist unser Geburtstag. Es war damals auch der 12.
Drei Tage später gab es keinen Tommi mehr.
Jetzt erinnert nur noch ein Grabstein an ihn. Und der auch nicht ganz so richtig. Denn er war für alle immer nur der Tommi. Aber auf dem Stein steht Thomas. Und Thomas liest sich so fremd.
Der Tod hatte Tommi mitgenommen, weil er sich wie-der mal was beweisen wollte. Aber diesmal ging es schief. Es war überheblicher Kinderblödsinn. Mit Unfug hatte das nichts zu tun. Ich wusste nichts von seinem Vorhaben, sonst hätte ich ihn doch zurückgehalten. Er hatte überhaupt keinen Grund, auf die andere Straßenseite zu rennen. Es war seine geheime Mutprobe. Tommi, der Große, der Alleskönner. Aber diesmal lief es nicht nach seinem Willen.
Wir standen auf dem Gehsteig und sahen dem Konvoi der Bundeswehr zu. Eine Panzereinheit fuhr durch unser Dorf. Das war für uns Kinder was Besonderes. Und dann, urplötzlich, rannte Tommi los, zwischen zwei Panzern über die Straße. Er wollte bestimmt zum anderen Gehsteig hinüber und uns dann zujubeln, was er wieder vollbracht hätte. Der mutige Tommi halt. Normalerweise hätte es ja auch geklappt, zwischen den einzelnen Panzern war immer ein gewisser Abstand vorhanden. Aber Tommi kam ins Stolpern.
Tommi sah nicht mehr wie Tommi aus.
Ich musste mich übergeben.
Dann schimpfte ich auf ihn. »Was hast du nur für eine Scheiße gebaut. Du bist ein Arschloch, Tommi. Und was wird nun aus mir? Du lässt mich jetzt hier allein zurück. Du verdammtes Arschloch. Ich könnte dich töten!«
Aber tot war er ja nun schon. Es folgten Albträume, wochenlang, monatelang. Ich glaube, es waren insgesamt zwei Jahre. Immer wieder der gleiche Traum. Der zermatschte Tommi. Ich schimpfte jeden Tag mit ihm. Ich verfluchte ihn. Ich sehnte mich nach ihm. Er fehlte mir einfach. Wir waren doch Zwillinge. Ohne ihn war ich doch nur ein halbes Wesen. Tommi, Tommi, wo bist du?

Im Kindle-Shop: 'Aus den Fugen geraten' und 'Abgrundartig': Zwei Kurzromane.
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13. Februar 2019

'Flammende Himmel: Schicksalspfad des Tempelritters 3' von Olivièr Declear

Kindle (unlimited)
Flammende Himmel, der dritte Band der Reihe »Schicksalspfad des Tempelritters« von Olivièr Declear.

Im Spätherbst 1290 verzehren lodernde Flammen das Marktviertel von Accon. Söldner verwüsten die Stadt. Erst das beherzte Eingreifen der Ritterorden beendet das Massaker unter der Bevölkerung.

Der Tempelritter Gernòd de Loen gerät mit seinen Freunden in Gefangenschaft. Auf einem Sklavenmarkt werden sie an den mächtigen Schriftgelehrten des Sultans, Abu I-Fada, verkauft und nur ihr unbeugsamer Wille, die Stadt Accon vor der erneut drohenden Gefahr zu warnen, lässt sie überleben. Als sie endlich die Mauern von Accon erreichen, bereiten sie sich mit den Bewohnern der Stadt auf den herannahenden Krieg vor.

Leseprobe:
Aufruhr
Neugierig spähte Gernòd über die Dächer des Marktviertels der Stadt. Er betrachtete die Rauchsäulen, welche sich dunkel in den klaren Himmel erhoben. Die Glocken der Stadt sandten ihren mahnenden Klang bis zu ihm auf dem äußersten Winkel des Wehrwalls. Eine Gruppe Wachsoldaten eilte über das grobe Steinpflaster der Straße und warf ihm fragende Blicke zu. Gernòds Augen streiften sie, während sich sein linker Arm in Richtung Rauchsäulen erhob. »Im Marktviertel!«, rief er hinunter. Ohne ihn weiter zu beachten, hasteten sie durch die enge Gasse. Der Klang ihrer Schilde auf der schweren Rüstung, der bei jedem ihrer Schritte ertönte, verlor sich mit ihnen hinter der nächsten Wegbiegung. Sorgenvoll richteten sich seine Augen erneut auf die Rauchsäulen.
Das Marktviertel mit seinen zahlreichen Holzverschlägen bot einer Feuersbrunst ein fruchtbares Ziel. Erste Flammen stiegen bereits züngelnd an einem Dach empor, als dienten ihnen die Lehmziegel als Nahrung. Accon, die letzte befestigte Stadt des einstmals mächtigen Kreuzfahrerheeres, war in größter Gefahr. Gernòds Herz schlug heftig in seiner Brust. Nicht durch die Hand der verhassten Sarazenen, sondern durch die Unachtsamkeit eines Händlers, vermutete er, sei dieser Brand entstanden.
Erneut kam ein Trupp Männer in seine Sicht. Schon von weitem erkannte er die weißen und braunen Mäntel seiner Brüder mit dem blutroten Kreuz des Templerordens über den Herzen. Ihr Anführer, Bruder Durmonte, wies mit wenigen, herrischen Armbewegungen drei dienende Brüder auf den Wehrwall hinauf und Gernòd zu sich herab. »Aufruhr im Marktviertel!«, rief er ihm entgegen und eilte mit wehendem Mantel an der Spitze seiner Männer in Richtung des Marktes. Gernòd hastete über den schmalen Stieg des Walls hinunter und eilte seinen Brüdern nach. »Aufruhr«, dachte er. Vermutlich waren es wieder einmal Söldner, denen der hohe Preis der Händler nicht gefiel, oder die keinen weiteren Kredit erhielten.
Gernòd spürte das unebene Pflaster der Straße unter den dünnen Ledersohlen, während er seinem Trupp hinterherhetzte. Einige Türen der Häuser öffneten sich einen Spalt breit, um neugierigen Augenpaaren den Blick auf die lärmenden Brüder zu bieten. Kaum hatte Gernòd seine Kameraden eingeholt, bog der Trupp in einen der Hauptwege ein. Vor ihnen strömten Soldaten der anderen Wachen aus den Seitengassen. Hospitaliter, Deutschritter und Söldnertruppen stürmten auf die Straße. Die Glocken aller Kirchen und Wachen erhoben sich über dem Lärm, drangen von allen Seiten auf die Soldaten ein und mahnten sie zur Eile. Verständigende Blicke trafen sich auf ihrem Weg, ernste Gesichter nickten sich grüßend zu. In jedem Antlitz las man die Spannung auf die vor ihnen liegende Bedrohung.
Ohne den hastigen Schritt aufzugeben, löste Gernòd den Schildgurt und führte seine Faust durch die Armriemen. Mit der freien Hand tastete er sich am Waffengurt entlang, bis er den Kopf seiner Axt spürte. Er schob die Schlaufe über dem Axtkopf mit dem Daumen beiseite und zog die Waffe aus dem Gurt. Mit einer Aufwärtsbewegung ließ er den Griff in seine Hand gleiten. Er war für den Kampf bereit.
Vor ihnen erhob sich das Holztor des Marktviertels. Es stand weit geöffnet und die Wachen wiesen mit ausladenden Bewegungen den Weg. »Die Lombarden und Toskaner!«, scholl es ihnen entgegen. Brandgeruch lag in den engen Gassen und Rauchschwaden minderten die Sicht. Gellende Schreie und Kampfeslärm drang aus den Seitenwegen. Um sie herum lagen die Leichen einheimischer Händler auf dem Weg – zwischen ihnen ihre Frauen und Kinder. Gernòds Weg führte durch breite Blutlachen. Er war gezwungen über umherliegende Körper zu springen. Laut klagende Menschen hockten bei den reglosen Körpern und hoben ihre verzweifelten, tränenüberströmten Gesichter den herbeieilenden Truppen entgegen.
Eine Hand ergriff Gernòds Rock und hinderte seinen Lauf. Er blickte in das Gesicht einer Sarazennin, die ihn in gebrochenem Fränkisch anflehte, ihr Kind zu retten, das mit zertrümmertem Schädel in ihrem Arm lag. Er löste ihren Griff und eilte den Kameraden hinterher. Hier konnte er nichts mehr bewirken, aber vielleicht gab es noch Überlebende in den verwinkelten Gassen, die ihrer Hilfe harrten.
Lauter Kampfeslärm drang aus einer der Seitengassen. Bruder Durmonte zeigte seinen Leuten den Weg. Schweren Atems folgten sie der Weisung. Mit erhobenen Schilden und Waffen stürmten sie auf eine Gruppe genuesischer Söldner zu, welche raubschatzend durch die Gasse zog. Gernòd drängte einen der Angreifer mit seinem Schild von einer Frau, der dieser gerade das Gewand herabreißen wollte. »Was macht ihr hier?«, schleuderte er dem Genuesen mit blitzenden Augen seine Frage entgegen. »Scher dich um deinen Kram, Templer. Das Volk hat uns lange genug betrogen. Nun zahlen sie ihre Zeche«, erwiderte der Genuese mit wildem Zorn in den mordlustigen Augen. Sein Schwert erhob sich zum Schlag. Gernòd ließ seine Axt in die Höhe fahren, während er die Schneide nach hinten führte. Mit all dem Grauen der gesehenen Bilder traf sein Hieb den Schädel des Söldners. Der stämmige Mann starrte ihm ungläubig in die Augen, während er in sich zusammensank.
Die Frau zerrte an Gernòds Waffenrock und redete wild gestikulierend auf ihn ein. Er solle ihr in das Haus folgen. Dort bedürfe ihr Mann seiner Hilfe. Er sandte den Kameraden einen unsicheren Blick zu, ob sie eher der Hilfe bedurften, bevor er ihr zögernd in das Gebäude folgte.
Seine Augen brauchten einen Moment, um sich an die Dämmerung zu gewöhnen. Er sah sich in dem verwüsteten Raum um. An einer der Wände erblickte er einen Mann. Er stand dort mit eingeknickten Beinen, das Gewand blutüberströmt, und ausdruckslos starrenden Augen, die zu Boden gerichtet waren. Gernòd schritt etwas näher an ihn heran, bevor der Templer erkannte, was geschehen war. Aus dem Hals des Händlers ragte der prächtig verzierte Griff eines Dolches -das Messer eines Sarazenen. Seine suchenden Augen glitten an dem Mann hinunter und blieben an der leeren Messerscheide haften. Gernòd trat an den Mann heran und zog den Dolch mit einem kräftigen Ruck aus Mauerwerk und Hals des Unglücklichen. Sanft ließ er den toten Körper zu Boden gleiten, eine breite Blutspur auf der Wand hinterlassend. Unsicher wandte er sich der Frau zu. Ein herzzerreißender Schrei der Verzweiflung entrang sich ihrer Kehle, als sie die Wahrheit in den Augen des Tempelritters las. Weinend warf sie sich vor ihm zu Boden und erfasste erneut den Saum seines Waffenrocks. Mit tränenüberflutetem Antlitz flehte sie ihn an, ihrem Mann zu helfen, als hoffte sie, es wäre ihm möglich, ein Wunder zu bewirken. Mit traurigem Gesicht schüttelte Gernòd sein Haupt und löste ihren Griff. Seine Beine schienen schwer wie Blei, als sie ihren Weg zur Tür suchten. Längst hatte er sich an das Grauen der Schlacht gewöhnt. Aber dort traten sich Bewaffnete entgegen. Dieses Blutbad an Wehrlosen erfasste sein Herz mit glühender Hand und ließ das Feuer des Zorns in der Brust des Ritters toben. Der Genueser vor der Tür hatte sich halb aufgerichtet und hielt seinen blutenden Kopf mit beiden Händen. Im Vorübergehen drosch ihm Gernòd den Rücken der Axt ins Gesicht. Der Söldner schleuderte von der Wucht des Schlages getrieben nach hinten und stürzte mit erhobenen Armen zu Boden. Wenn er denn noch lebte, sollte ihm diese Lektion genügen, um ihm die Lust auf sinnloses Morden auszutreiben, dachte Gernòd grimmig. Die Grausamkeit dieser Söldner ließ jede Barmherzigkeit in seinem Herzen schwinden.
Vor ihm auf dem Pflaster der Gasse erblickte er Francois, ein Ritter des kaiserlichen Heeres. Die beiden verband schon viele Jahre eine herzliche Männerfreundschaft. Francois trug keine Rüstung. Offensichtlich hielt er sich bereits vor dem Tumult in dem Viertel auf. Mehrere Söldner bedrängten ihn. Im Laufschritt eilte ihm Gernòd zu Hilfe. Mit einem Schrei drängte er sich mit erhobenem Schild zwischen die Männer. Ohne zu zögern, schlug er mit der Rückseite seiner Axt auf die Köpfe, Arme und Schultern der Angreifer ein. Blutüberströmt sanken mehrere von ihnen zu Boden. Die letzten beiden Verbliebenden suchten ihr Heil in der Flucht. »Gut, dass Ihr da seid«, stieß Francois mit fliehendem Atem hervor. Obwohl er kein ängstlicher Mann war, sah man ihm den Schrecken an. Zerfetzt hing seine Kleidung an ihm herab und an dem rechten Oberarm klaffte eine tiefe Wunde. »Was ist hier eigentlich los?«, wollte Gernòd wissen. »Weiß auch nicht genau. Ich habe heute Morgen Yasemin und ihren Vater besucht. Da torkelten schon einige betrunkene Lombarden und Toskaner durch das Viertel. Sie pöbelten die Händler und Frauen an. Als einer der Kaufleute seine Tochter schützen wollte, begann der Tumult.«
Eine bildhübsche Frau, mit edlen Gesichtszügen und sinnlichen Lippen, erschien an der Seite eines alten Mannes im Türrahmen. Sie sandte dem Alten einen flehenden, glutäugigen Blick.
Als dieser schmunzelnd nickte, eilte sie zu Francois und untersuchte dessen Wunde sorgenvoll. Gernòd zog sein Schwert aus der Scheide und reichte es dem Freund. Francois wollte abwehren: »Wenn das der Orden erfährt, darfst du einen Monat Buße tun.« Gernòd betrachtete Yasemin: »Möchtest du mir lieber mit ihr an der Seite in den Kampf folgen oder sie zurücklassen?« Francois Faust schloss sich um den Griff des Schwertes. »Danke, mein Freund.« Die beiden Männer nickten sich zu und Gernòd setzte seinen Weg fort.

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'Bähmulle: Morgen ist alles gut 2.0 oder Rheuma? Na und ...' von Mignon Kleinbek

Kindle | Tolino | Taschenbuch
In BÄHMULLE schreibt Mignon Kleinbek die im Jahr 2015 veröffentlichte Autobiografie NACH OBEN fort. Sie gibt Einblick in ein Leben mit rheumatischer Erkrankung - mit all seinen Höhen und Tiefen.

Die Erfahrungen, lebhaft geschildert mit einem kleinen Augenzwinkern und dem gewohnten Schuß Ironie, nehmen den Leser mit hinein in ihr Dasein - in anrührende Alltagserlebnisse mit Familie und engen Freunden, den mannigfaltigen Erfahrungen mit der Erkrankung und auch - nicht zuletzt - ihrem immer wieder erlebten Glauben an Gott.

Die Geschichte informiert auf unaufdringliche Weise. Sie weckt Verständnis für ein 'ganz normales' Leben mit chronischer Erkrankung. Unterhaltsam und real - manchmal komisch, manchmal traurig - doch immer zu Herzen gehend und berührend.

BÄHMULLE richtet sich nicht nur an Betroffene, sondern ebenso an deren Partner und Angehörige, die mehr über ein Leben mit Rheuma wissen möchten. Informativ, gut recherchiert, amüsant und mit Tiefgang.

BÄHMULLE schließt die Lücke zwischen medizinischen Ratgebern über rheumatische Erkrankungen und dem wahren Leben. Die Geschichte inspiriert und sie macht Mut! Sie zeigt, dass ein Leben mit Rheuma schön und erfüllend sein kann - von einfach war nie die Rede ...

Leseprobe:
Lesen gefährdet die Dummheit
oder
Ein Haus ohne Bücher ist wie ein Kopf ohne Gedanken


Ich liebe Vorworte.
Ich liebe Prologe, Epiloge und selbstverständlich auch das, was dazwischen steht.
Ich liebe Bücher.
Sie finden sich überall in unserem Haus. Zu Türmchen gestapelt auf den Treppenabsätzen, in der Wohnstube und im Dachstudio – die aktuellen Lektüren auf unseren Nachttischen im Schlafzimmer; überall in allen Räumen. Selbst auf dem stillen Örtchen. Dort steht ein gut bestückter Lesekorb und so mancher, der da sitzt, kommt eine lange Weile nicht heraus. Der Korb beinhaltet Geozeitschriften, das neueste PM (sofern es mein Großer nicht gerade in seinem Zimmer bunkert), die Zeitschriften unserer Kirche und das zerlesene Journal des Europäischen Jugendtages der NAK. Meine Freundin und Nachbarin Sandra versorgt uns regelmässig mit Bild der Wissenschaft und Natur + Kosmos. Außerdem liegen meine Lieblingsgedichtbände von Joachim Ringelnatz und Erich Fried’s Was bist du mir? Gedichte von der Liebe, eine Sammlung Luthersprüche und ein kleines Büchlein mit deutschen Balladen darin.
Unser Haus ist ein Bücherhaus, ein Wortehaus - voll von Geschichten. Ich finde, erst dadurch wird es richtig gemütlich. Die Bücher blieben, als die Erkrankung mich einschränkte, mich verlangsamte und mir andere, liebgewonnene Tätigkeiten, nahm.
Ich lese nicht nur, nein, ich absorbiere Bücher von der ersten bis zur letzten Seite. Ich trinke sie zur Neige aus, bis auf den letzten Tropfen und bleibe doch durstig. Ich bin ein Bücherfreak, eine nimmersatte Geschichtenfresserin, eine Papierratte, ein Bücherwurm… ein buchstabensammelndes Worteeichhörnchen.
Ich mag Bücher, Geschichten, Erzählungen, die mich in andere Welten entführen und mein Kopfkino in Gang setzen. Sie gehen mit mir über Grenzen, stehlen meine Zeit und schenken mir dafür etwas Wundervolles: Gedankenfreiräume, ein Sich-davonmachen aus dem Alltag, lachen und weinen. Lernen aus den Erfahrungen anderer Menschen.
Ich gehöre zu denen, die so nach Seite 50 kurz nach hinten blättern, um zu erfahren, wie es wohl ausgehen mag. Einen guten Schluss lese ich gerne ein zweites Mal. Ein gutes Buch ebenfalls.
Es gibt Bücher, die mich gefangennehmen. Die ein Gefühl des Bedauerns in mir hinterlassen, wenn die letzte Seite gelesen ist und der Buchdeckel sich ein allerletztes Mal um die gute Geschichte schließt. „Schade, dass es vorbei ist“, denke ich dann mit Wehmut. Ich bin noch nicht bereit, mich auf eine neue einzulassen; tagelang verdorben für die nächste Lektüre. Zu angefüllt von den vertraut gewordenen Personen und ihrem Tun, das ich erst verdauen muss, bis endlich wieder genug Raum für neue Protagonisten und neue Erlebnisse in mir ist.

Der Schimmelreiter von Theodor Storm ist eine solche Erzählung. Sie fasziniert mich. Diese düstere Geschichte ist großartig ge16 schrieben, in einfachen und dennoch gewaltigen Worten. In gutem, geradem und klarem Deutsch. Ich ritt mit Hauke auf seinem fahlen Geisterpferd über die Deiche, fühlte den kalten Sturmwind an mir zerren und die Nordseewellen um meine Füße spülen. Elke Haien brach in ihrer wortlosen Not mein pubertäres Jungmädchenherz. Den Schimmelreiter muss man einfach gelesen haben!
Der Herr der Ringe gehört dazu - ich las die Trilogie erstmals mit 15 Jahren und seitdem weitere vier Male. Jetzt bin ich 52. Ich denke, so ungefähr alle neun Jahre geht das in Ordnung.
Ich frage mich immer wieder erneut: Wie kann ein Mensch sich ein derartig faszinierendes und komplexes Universum ausdenken? Ein so fantastisches und dennoch überzeugend realistisches Universum erschaffen? Mit eigenen Sprachen, die nicht wenige Menschen sogar studieren, obwohl die von J.R.R. Tolkien erfundene Welt überhaupt nicht existiert. Herrn Tolkien gehört ein eigenes Regal in meiner Bücherwand und alle seine Werke stehen da, auch die unbekannteren. Erst kürzlich bekam ich von meiner Freundin Biggi Herr Glück geschenkt. Diese kleine Geschichte, die er für seine Kinder verfasste, ist einfach entzückend. Genauso liebenswert wie die Briefe für den Weihnachtsmann. Jeden Dezember schnappe ich mir dieses schmale, abgegriffene Bändchen und falle lustvoll damit auf die Couch. Tauche für zwei selbstvergessene Stunden ab – hinein in die Briefe eines liebenden Vaters an seine drei Kleinen und in die wunderschönen, handgezeichneten Illustrationen. Ich reise mit zum Nordpol, hin zum Polarbären und den Elfengehilfen mit ihren ulkigen Hüten, die allerlei Unfug anstellen, bis der Weihnachtsmann endlich durchstarten kann. Herrlich fantastisch und unglaublich verrückt gut.
Meine Lieblingsfigur aus Herr der Ringe ist Boromir von Gondor. So zerrissen zwischen Verpflichtung, der Hingabe an die gute Sache und seiner Gier nach der Macht des elenden Rings. Sein Tod rührt mich jedes Mal aufs Neue zu Tränen. Die Parallele der Erzählung zum Nationalsozialismus und seiner unsäglich menschenverachtenden Knechtschaft haucht mich beim Lesen stets kalt an. Beim dritten Mal Miterleben und Mitwandern, (ich besitze seitdem neben der klassischen Klett- Cotta-Ausgabe im grünen Papierschuber auch eine wunderschöne gebundene), zeichnete ich die Reise der Gefährten mit einem Tuscheschreiber auf der Landkarte von Mittelerde in dunklem Königsblau nach.
So eine bin ich …

Im Kindle-Shop: Bähmulle: Morgen ist alles gut 2.0 oder Rheuma? Na und ....
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Mignon Kleinbek auf ihrer Autorenseite bei tredition.