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Bücherkarussell
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17. Februar 2020

'Eine Reise in die Welt der Lebensmittel - Low-Carb-Rezepte zum Kochen & Backen' von Thomas Sommerfeld

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Geschmackvolle, gesunde Nahrungsmittel, köstliche Rezepte und wertvolle Ernährungstipps.

Fehlt auch Dir der Überblick über das breitgefächerte Angebot an Nahrungsmitteln? Möchtest Du mehr über eine gesunde und vollwertige Ernährungsweise erfahren? Wünschst Du Dir eine Übersicht über die Lebensmittel, die die Gesundheit Deines Körpers fördern? Bist auch Du immer wieder auf der Suche nach geschmackvollen Low-Carb-Rezepten?

Das und vieles mehr findest Du in diesem Buch. Komm mit auf die Reise durch die Welt der gesunden Nahrungsmittel und entdecke die Low Carb Ernährung!

Marc´s Reise in die Welt der Lebensmittel mit vielen Low- Carb Rezepten:
- Warum Du auf industriell verarbeitete Produkte verzichten solltest
- Warum Du mehr pflanzliche Lebensmittel verzehren solltest
- Warum vor allem regionale Lebensmittel verzehrt werden sollten
- Warum es sinnvoll ist, saisonale Lebensmittel zu konsumieren
- Warum es sinnvoll ist, weniger Zucker zu essen
Low Carb bietet Dir viele gesundheitliche Vorteile.

Anleser:
Hallo, mein Name ist Marc und ich möchte Dir hier meine Geschichte erzählen.
Als ich meine Schulausbildung beendet hatte, wusste ich noch gar nicht so wirklich, wohin mein Weg führen sollte. Ich hatte keine wirkliche Ahnung von der Berufswelt und wusste auch nicht, welcher Beruf mich tatsächlich erfüllen würde. Was wollte ich eigentlich werden? Was macht mir Freude? Wo liegen meine Talente, die ich gezielt für andere einsetzen kann?
Um solche und ähnliche Fragestellungen für mich selbst zu klären, absolvierte ich diverse Praktika, darunter auch in einer großen Bäckerei. So begann meine Reise in die Welt der Nahrungsmittel ...
Als ich mich auf meinen Weg in die Arbeit machte, war es noch dunkle Nacht. Ich war unterwegs in die Bäckerei und wollte gemeinsam mit meinen Kollegen dafür sorgen, dass Brezen, Brötchen und Brot auf den Frühstückstisch kommen.
Der Arbeitstag eines Bäckers beginnt um halb drei morgens. Zunächst wird der Ofen eingeheizt und der Teig für die Brötchen vorbereitet. Bevor die ersten Kunden kommen ist noch viel zu tun und so ist vor allem Koordination gefragt. Es geht beim Backhandwerk darum, sich viel Wissen anzueignen, über die unterschiedlichen Mehlsorten, die inhaltlichen Bestandteile und die verschiedenen Rezepturen. Gleichzeitig muss ein Bäcker rechnen können, denn schließlich müssen die Mengenangaben im Rezept oftmals vier- oder fünffach hochgerechnet werden, um eine größere Teigmenge zu erzielen.
Ich fand den Beruf des Bäckers immer interessanter, auch wenn es am Anfang eine richtige Herausforderung war, meinen eigenen Rhythmus zu finden. Ich arbeitete vor allem nachts und hatte tagsüber kaum Zeit, um meine Freunde zu treffen. Da ich um halb drei schon in der Backstube stehen musste, hieß es für mich natürlich tagsüber zu schlafen und auch abends zeitig ins Bett zu gehen. Zudem musste ich auch immer wieder für kranke Kollegen einspringen, sodass ich häufig auch am Wochenende in die Arbeit gehen musste. Dafür hatte ich dann aber wochentags einen Tag frei, an dem ich viele wichtige Dinge erledigen konnte, so beispielsweise Behördengänge, Arzttermine oder Einkäufe.
Selbst wenn ich mich an meine Arbeitszeiten und oftmals stressigen Kollegen noch gewöhnen musste, fand ich immer mehr Freude am Backhandwerk und fasste langsam Fuß in diesem Beruf. Es ist ein tolles Gefühl aufzustehen und mit den eigenen Händen etwas so Wertvolles für andere zu erschaffen: Das tägliche Brot!
Mir reichte es langfristig jedoch nicht aus, verschiedene Brotteige herstellen zu können, Arbeitsabläufe zu planen und Rezepte umzusetzen. Ich wollte tiefer in die Welt des Backens eintauchen und verstehen, welchen Einfluss die unterschiedlichen Mehlsorten auf unseren Körper haben. Welche Mehlsorten lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und nur kurze Zeit später wieder abfallen? Welches Mehl ist besonders eiweißreich und mit welchem Teig lässt sich ein optimaler Sättigungseffekt erreichen?
So begann ich meine eigenen Rezepte zu kreieren, gesund, mit wenig Kohlenhydraten und aus wertvollen Kohlenhydratquellen.

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15. Februar 2020

'Annabell: Ein tierischer Sommer' von Barbara Zimmermann

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Website B. Zimmermann | Autorenseite im Blog
Mein Name ist Annabell. In den Sommerferien fahre ich zu meinen griechischen Großeltern in ihr bunt grünes Haus auf der Insel Rhodos. Meine Oma ist genauso tierlieb wie ich und ein Esel ist nicht das einzige Tier, das wir retten. Der Nachbarsohn Pawel und ich sind dick befreundet, seit wir klein waren.

Jeden Tag erleben wir ein neues Abenteuer an Land oder auf dem Meer. Ob das Chamäleon vom Strand mein Freund sein will? Und was hat es mit der seltsamen Entdeckung aus dem Geheimfach auf sich? Unser Familienleben wird jedenfalls ganz schön durcheinandergewirbelt ...

Ein Kinderroman für alle, die den Sommer im Süden lieben und ein Herz für Tiere haben. Für kurze Zeit zum E-Book-Aktionspreis von nur 1,99 Euro.

Anleser:
Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Annabell und ich wohne mit meinen Eltern in Hamburg. Meine Mutter ist Griechin und mein Glück ist, dass wir in den Ferien nach Rhodos zu meinen Großeltern fahren. Mein Wecker mach laut "Kikeriki", wie auf einem Hühnerhof. Der Wecker sieht aus wie ein Huhn und klingt auch so. Ich wünsche mir nämlich nichts mehr wie ein Haustier. Meine Eltern haben nein gesagt, weil sie beide arbeiten und ich erst am Nachmittag aus der Schule komme. Über ein Aquarium würden sie noch mit sich reden lassen, aber das ist mir zu dumm. Stumme Fische braucht kein Mensch! Aus Protest habe ich alles um mich herum mit Tieren oder Tierlauten ausgestattet. Mein Handy klingelt mit Hundegebell, mein Wecker mit Gegacker, meinen Sportbeutel ziert ein Mops und es gibt kaum ein T-Shirt ohne Tieraufdruck darauf. Aber heute ist ein guter Tag. Der erste Tag der Sommerferien. Heute fliege ich mit meinen Eltern zu den griechischen Großeltern. Das Beste daran ist, dass ich volle sechs Wochen bleiben darf.
... so beginnt die Geschiche, die von einem wundervollen Sommer auf der Insel Rhodos erzählt.

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14. Februar 2020

'Never say never: Woodland Academy II' von Marcella Fracciola

Kindle (unlimited) | Amazon | Thalia
Website Marcella Fracciola
Leah und Logan … Was genau war da eigentlich damals los? Und wie geht es nun weiter?

Leah steckt in einer Art persönlicher Umbruchphase. Sie weiß mittlerweile, dass sie Fehler gemacht hat. Und dass sie in Logan verliebt ist. Aber kommt ihre Einsicht zu spät? Immerhin hat er ihr unmissverständlich klar gemacht, dass er nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Zu allem Überfluss kommt er auch noch mit Ava Fitzgerald zusammen, die das genaue Gegenteil von Leah ist – und Allies neue BFF.

Footballspiele, Collegefragen, Zukunftsängste, alte und neue Verbündete ... und das eine oder andere Geheimnis aus ihrer Vergangenheit. Kann Logan Leah noch einmal verzeihen? Wird es für sie noch eine Chance geben?

Anleser:
Leah ist anders als die übrigen Mädchen. Sie ist verrückt und wild, und ... Leah halt. Aber ich bin ja noch nie vor einer Herausforderung zurückgeschreckt. Trotz aller offensichtlichen Unterschiede wären wir ideal füreinander, wenn sie nur ...
»Logan, das ändert aber nichts zwischen uns ...«
... genau das nicht immer sagen würde.

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13. Februar 2020

'Durch die kalte Nacht' von Jürgen Ehlers

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Website Jürgen Ehlers
Liebe und Verrat in den besetzten Niederlanden 1943-45

Gerhard Prange wird verhaftet. Im Machtkampf zwischen Wehrmacht und SS hat die SS sich durchgesetzt. Der junge Doppelagent bricht aus dem Gefängnis aus. Es gelingt ihm, sich bis zur Wohnung seiner Freundin Sofieke durchzuschlagen, aber dort endet die Flucht.

Als im Herbst 1944 die niederländische Exilregierung die Eisenbahner des Landes zum unbefristeten Streik aufruft, schlägt der Reichskommissar Arthur Seyß-Inquart gnadenlos zurück. Im Hungerwinter und im Chaos des Zusammenbruchs sucht Gerhard nach Sofieke und nach der kleinen Sara.

3. Band der Trilogie „Liebe und Verrat in den besetzten Niederlanden“.

Für kurze Zeit zum E-Book-Aktionspreis von nur 99 Cent.

Anleser:
Eine Lautsprecherdurchsage. Sofieke eilte ans Fenster. Ein deutsches Militärauto fuhr durch die Straße, und jemand sagte in gebrochenem Niederländisch, dass alle Einwohner dieser Straße innerhalb von 2 Stunden ihre Häuser verlassen sollten, Türen und Fenster offen stehen lassen und nicht vor 5 Uhr am nächsten Morgen zurückkehren. Ein Grund wurde nicht angegeben, aber Sofieke wusste, weshalb sie weg sollten: die Deutschen wollten ihre Raketen diesmal mitten aus der Stadt abschießen. Auf dem flachen Land war es ihnen zu brenzlig geworden. Den ganzen Tag machten die englischen Flieger Jagd auf sie.
Sofieke beschloss, den Befehl zu ignorieren. Sie öffnete Fenster und Türen aber blieb in der Wohnung. Die Deutschen würden wohl kaum kommen, und alle Wohnungen durchsuchen. Sie würden die Raketen ja nicht direkt von ihrer Straße aus abschießen, dazu war hier viel zu wenig Platz. Sofieke nahm an, dass sie in den Haagse Bos gehen würden, den Stadtwald – oder vielmehr in das, was vom Stadtwald noch übriggeblieben war. Ein erheblicher Teil der Grünanlage hatte dem Panzergraben und den anderen Verteidigungseinrichtungen der Festung Den Haag weichen müssen.
Nach und nach verließen die anderen Bewohner das Haus. Jemand klopfte an Sofiekes offene Wohnungstür. Sie reagierte nicht.
»Schon weg«, sagte der Nachbar. Sie hörte, wie er die Treppe hinunterging.
Sofieke sah, wie die Menschen die Straße entlanggingen, in Richtung Süden. Es dauerte etwas länger als zwei Stunden, aber am Ende waren alle verschwunden. Bei Einbruch der Dunkelheit kamen die Deutschen. Sofieke hatte nicht erwartet, dass sie durch ihre Straße fahren würden, aber vielleicht war es der unauffälligste Weg. Vorweg fuhren Lastwagen mit ein paar Dutzend Soldaten, und dann kamen die Transporter mit den Raketen. Riesige Raketen – Sofieke hatte sie noch nie aus der Nähe gesehen. Sie hatte nicht gedacht, dass sie so groß waren. Hinterher fuhr ein Tanklastwagen, der vollständig mit Eis bedeckt war. Das musste der flüssige Sauerstoff sein, von dem Gerhard erzählt hatte. Soldaten und Fahrzeuge verschwanden in Richtung Haagse Bos.
Dann geschah nichts. Sofieke war schon im Bett, als vielleicht zwei Stunden später plötzlich ein lautes Donnergrollen einsetzte. Sofieke stürzte ans Fenster. Das Geräusch wurde lauter, ging in ein infernalisches Zischen über, und schließlich erhob sich unendlich langsam, wie es schien, die Rakete in die Luft, einen langen Feuerschweif hinter sich herziehend. Eigentlich sah man nur den Feuerschweif. Die Rakete wurde schneller und schneller, dann hörte das Geräusch plötzlich auf, auch das Feuer war nicht mehr zu sehen, und alles wurde wieder still.
Die Ruhe dauerte nur wenige Minuten, dann wurde die zweite Rakete abgeschossen, von einer etwas anderen Position, sodass Sofieke wenig davon sehen konnte. Auch dieser Abschuss funktionierte einwandfrei. Eigentlich hätte Sofieke jetzt Fenster und Türen wieder schließen können, aber wahrscheinlich war es besser, wenn sie das nicht tat. Es wäre zu offensichtlich gewesen, dass sie entgegen dem Befehl hier im Haus zurückgeblieben war. Sie stand am Fenster und sah hinaus in die Nacht. Nichts regte sich. Die leeren Häuser waren vollkommen dunkel. Sie war allein in dieser Stadt, in der alle Häuser heil und alle Menschen tot waren.
Nein, sie war nicht der einzige Mensch in dieser Stadt. Irgendjemand ging mit langsamen Schritten die Straße entlang. Er blieb stehen, zündete sich eine Zigarette an. Sofieke war sich sicher, dass es ein deutscher Soldat war. Wer sonst hatte noch Zigaretten? Was wollte der Mann? Er hatte eine Taschenlampe. Sofieke sah, wie er im Eingang des Hauses gegenüber verschwand. Wenig später sah sie den Lichtkegel seiner Taschenlampe hinter den offenen Fenstern hin und her wandern. Der Mann durchsuchte die Wohnung. Kein Zweifel, er suchte nach Dingen, die er stehlen konnte.
Sofieke zog sich vom Fenster zurück und ging wieder in ihr Bett. Sie konnte nicht einschlafen. Waren das nicht Schritte im Haus? Nein, sie hatte sich getäuscht. Alles war ruhig. Oder? – Nein, das waren Schritte. Unten, im Erdgeschoss. Und Geräusche, als würden Schränke geöffnet und Schubladen herausgezogen.
Sofieke erschrak. Sie stieg im Nachthemd aus dem Bett, lief so leise wie möglich zum Eingang und schloss die Wohnungstür. Nicht leise genug. Die Schritte waren jetzt auf der Treppe. Wo war der Schlüssel? Warum steckte der Schlüssel nicht? Sie hatte ihn abgezogen, vorhin, als sie erwogen hatte, das Haus zu verlassen. Er musste in ihrer Handtasche stecken. Sie riss die Handtasche vom Tisch, aber bevor sie den Schlüssel fand, wurde die Tür geöffnet, und ein junger Soldat stand im Eingang.
»Wen haben wir denn da?«, sagte er.
Er richtete den Strahl seiner Taschenlampe auf sie.

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12. Februar 2020

'Schicksalspfad des Tempelritters 2 - Adelsintrigen' von Olivièr Declear

Kindle unlimited | Taschenbuch
Olivièr Declear bei Amazon | Autorenseite im Blog
Köln Anno Domini 1235: Die Ländereien der verzweifelten Gräfin Ida von Zudendorp werden seit langem von schwarzgekleideten Reitern angegriffen. Sie und ihre Gefolgschaft ringen bereits mit dem Tode. In ihrer Not stehen nur noch der kampferfahrene Ritter Richard von Portus und der Orden der Tempelritter an ihrer Seite. Wer will der Gräfin schaden? Und warum?

Inmitten einer Welt voller Intrigen, adeliger Machtspiele und unzähliger Gefahren wollen die beiden die Wahrheit ergründen. Eine Reise beginnt, die sie unter größten Strapazen und unter Einsatz ihrer Leben sogar bis in das weitentfernte Rom führt.

Begeben Sie sich gemeinsam mit Ida und Richard auf ein Abenteuer und erleben Sie mit ihnen das Mittelalter in all seinen Facetten.

Adelsintrigen ist der zweite Band der Reihe »Schicksalspfad des Tempelritters« von Olivièr Declear.

Anleser:
Fluch
Richard hörte das Peitschen der Zweige, spürte die Schläge durch das Polster seiner Rüstung. Der Weg vor ihm, ein wankendes Bild im ständigen Auf und Ab des wilden Ritts. Der dunkle Pfad des Waldweges nur schwach vom durchscheinenden Mondlicht erhellt. Die Last des ohnmächtigen Körpers vor ihm über dem Widerrist schien die vertraute Einheit zu seinem Tier genommen zu haben. Richard hielt sich kaum im Sattel, wenn sein Pferd über Hindernisse sprang, die er nicht im schwachen Licht erahnt hatte. Durch die dicke Polsterhaube unter seiner Kette vernahm er nur wenige Geräusche seiner Umgebung. Das Reiben und Schlagen der Kettenglieder übertönte beinahe die kräftigen Hufschläge seines Tieres. Bei dem hastigen Versuch, einem tiefhängenden Ast auszuweichen, spürte er, wie der vor ihm liegende Körper vom Pferd zu gleiten drohte. Mit einem raschen Griff erfasste er ihn und hielt ihn an seinem Platz. Es war mehr das Gefühl in seinem Bauch, das Trommelschlägen glich, weniger sein Gehör, das ihn spüren ließ, dass die Verfolger immer näher kamen. Wie feiner Sprühregen flog ihm der Speichel seines erschöpften Pferdes entgegen.
Richard trieb sein Tier, das an die Grenzen seiner Kraft gekommen war, immer aufs Neue an. Die wilde Jagd durfte nicht verloren werden. Sein Hengst fuhr mit dem Kopf herum, als könne er seinem Reiter damit zeigen, dass er diesen scharfen Ritt nicht mehr ertragen konnte. Aber Richard wusste, wie stark sein Pferd war. Seine ganze Hoffnung lag darin, dass die Pferde der Verfolger vor seinem Pferd zusammenbrechen würden. Er rief ihm zu: »Nur ein kurzes Stück, lass mich nicht im Stich!« Sein Pferd schien ihn verstanden zu haben. Nochmals beschleunigte es und flog mit seinem Herrn über den Weg.
Als sein Tier zu straucheln begann, wusste Richard, dass jetzt nur noch der Kampf blieb. Er ließ sein Pferd auslaufen und wandte sich den Verfolgern zu. Aber da war niemand. Er sah keine Reiter. Auch das Trommeln in seinem Bauch spürte er nicht mehr. Vorsichtig lenkte er sein Pferd zwischen die Büsche des Wegesrandes, um den Pfad aus dem Dickicht heraus zu beobachten. Kaum war er in seiner Deckung angekommen, spürte er erneut das Donnern der Hufen, noch bevor er sie hörte. Mehrere Reiter jagten in einer dichten Gruppe an ihm vorbei, ihre Schwerter erhoben. Richard klopfte den Hals seines Pferdes: »Das hast du gut gemacht, alter Freund.«
Kaum war er aus dem Sattel seines Tieres gestiegen, wandte sein Hengst den Kopf und stupste ihn mit seiner Nase, um die Belohnung für seinen treuen Dienst einzufordern. Richard schmunzelte und nahm ein Stück Rübe aus seiner Satteltasche. Mit flacher Hand hielt er es dem Freund hin. »Wenn wir in Sicherheit sind, sollst du besser belohnt werden. Du hast uns das Leben gerettet.«
Sein Blick fiel auf das Mädchen. Noch immer regte sich ihr Körper nicht. Richard nahm den ledernen Schlauch und goss ein wenig Wasser über ihren Kopf. Sie hob ihn erschrocken und sah ihn mit verängstigten Augen an. Richard legte einen Finger vor seinen Mund: »Keine Angst, ich werde dir nichts antun. Wir sind fürs Erste in Sicherheit«, flüsterte er. Das Mädchen sah ihn mit großen Augen an, aus denen die Furchtsamkeit noch nicht gewichen war. Stumm nickte sie und bemühte sich, vom Pferderücken zu gleiten. »Wie ist dein Name, Mädchen?« Leise antwortete sie: »Siena, edler Herr.« Richard betrachtete ihre schmutzige und zerlumpte Kleidung. »Warum haben diese Strauchdiebe dein Dorf überfallen?« Siena wusste auch nicht viel mehr, als er selbst beobachtet hatte. Sie war vom Lärm aus dem Haus gelockt worden und sah eine große Schar Reiter, die wahllos auf jeden einschlug, der ihren Weg kreuzte. Als sie fliehen wollte, spürte sie einen heftigen Schlag, der sie zu Boden stürzen ließ. Mehr konnte auch sie nicht sagen. Auch hatte sie keinen der Reiter erkannt. Richard erzählte ihr: »Wir sahen, wie du von einem Pferd zu Boden gestoßen wurdest. Aber es traf dich kein Huf. Der Schreck nahm dir die Sinne.« Siena sah ihn fragend an. »Ich sah Euch mit Euren Begleitern. Wo sind sie?« Richard schüttelte traurig das Haupt. »Für einfaches Diebesvolk kämpften diese Reiter zu gekonnt. Nur mir ist die Flucht gelungen.« Dann schwieg er, während er in seiner Erinnerung einen Anhaltspunkt suchte, wer für diesen Angriff verantwortlich gewesen sein könnte. Aber er fand nichts, was die Angreifer verraten hätte. »Wir waren auf dem Weg zu der Herrin deines Ortes. Du wirst mich erst einmal dorthin begleiten.« Als sie aufbegehren wollte, sagte er mit strengerer Stimme als gewollt: »Du wirst gehorchen und folgen, wie man es dir heißt. Hast du mich verstanden?« Als sie mit widerwilligem Blick nickte, setzte er milder hinzu: »Die Herrin wird dich sicherlich bald zu deinen Leuten schicken.«
Richard las in ihrem Gesicht, dass diese Hoffnung nur ein schwacher Trost für das Mädchen war. Er konnte verstehen, dass sie sich sorgte und schnell zurückkehren wollte. In diesem Moment galt es jedoch, erst einmal zu erfahren, woher der Angriff gekommen sein könnte und wie zu handeln sei. Der Ritter legte seinen Umhang ab und gab dem Bauernmädchen den Befehl, sich einen Schlafplatz zu suchen. Mit einem freundlichen Lächeln reichte er ihr den Mantel als Decke. Nachdenklich blickend versorgte er sein Pferd, so gut es an diesem Ort möglich war. Der Weg war zu gefährlich und es war zwecklos, in der Nacht durch den Wald zu streifen. Daher entschloss er sich, auf das Licht des beginnenden Tages warten. Mit finsterem Blick beobachtet er die Nacht, während er an den Stamm eines Baumes kauerte. Seine Sinne achteten auf jedes Geräusch des Waldes. Aber die Reiter schienen die Suche aufgegeben zu haben. Die Geräusche des nächtlichen Waldes wurden nur manchmal von dem leisen Schluchzen des Mädchens gestört.
Als er die Magd bei dem ersten Licht wecken wollte, fand er sie bereits wach. Er betrachtete ihre geröteten Augen und die Sorge in ihrem Gesicht. Ob sie überhaupt Schlaf gefunden hatte? Zu gern hätte er ihr tröstende Worte geschenkt. Aber er durfte sich dem Gesinde nicht offenbaren, als wären sie seinesgleichen. Richard brachte ihr Trockenfleisch und reichte ihr den Lederschlauch mit Wasser. Misstrauisch schnupperte Siena an dem Lederschlauch; »Ich soll kein Wasser trinken. Es macht krank.« Richard lachte leise; »Dieses kannst du trinken, es stammt aus meinem Brunnen und ist feinstes Quellwasser. Trink nur, Kind. Wir müssen bald aufbrechen.«
Obwohl er sicher war, dass die Reiter ihnen jetzt nicht mehr auf diesem Pfad entgegenkommen würden, zog er das Kettengeflecht mit der Haube in den Nacken und lauschte aufmerksam nach möglichem Hufschlag. Die Spuren, welche die schweren Pferde auf dem Weg hinterlassen hatten, ließen ihn erkennen, in welcher Eile sie unterwegs gewesen waren. Abrupt endete ihre Spur, als hätten sich die Reiter in Luft aufgelöst. Verwundert hielt Richard an. Er blickte sich um und suchte nach Zeichen, die ihren weiteren Weg verraten könnten. Aber da war nichts. Kein gebrochener Zweig. Keine Spur in den Wald hinein. Wo waren sie geblieben? Vor ihnen lag ein jungfräulicher Weg, auf dem kein Grashalm gebogen war. Kopfschüttelnd setzte er seinen Weg mit Siena fort.
Gegen Mitte des Tages erreichten sie die Ebene, auf der sich die Befestigung befand. Schon von Weitem sah er den Turmhügel aufragen. Die kleine Ansiedlung unter dem Turm war von einem gefluteten Graben umgeben. Diese Ansiedlung erschien jämmerlich gegen die prächtigen und trutzigen Burgen der höheren Lagen. Aber wo es keinen Steinbruch gab, mussten Gräben und Holz als Schutz gegen Diebe reichen. Als sie die Ansiedlung betraten, betrachtete er die arg verfallen Gebäude. Er war vor Jahren das letzte Mal zu Gast. Damals lebte der Herr des Gebietes noch. Der Graf von Zudendorp war ein ewig unzufriedener Mann, mit dem es häufig Grenzstreitigkeiten zu schlichten galt. Sein Herr, der alte Bischof zu Coeln, ließ ihm kaum mehr, als er zum Leben brauchte. Auch unter dem neuen Herrn war es nicht besser geworden. Seit dem der Bau des neuen Domes beschlossen worden war, presste die Kirche ihre Vasallen bis zum Blute.
Am Wohnturm verlangte er, die Gräfin zu sprechen. Es dauerte eine Weile, bis man ihn vorsprechen ließ. Die Gräfin war ebenso verfallen wie ihre Heimstatt. Tiefe Ringe lagen um ihre Augen. Zahlreiche Falten hatten sich in ihr Gesicht gegraben. Richard war erschrocken, wie sich diese einstmals hübsche Frau verändert hatte. »Nun, Graf Richard. Wenn ich mich recht entsinne, seid Ihr selten ein Mann, der frohe Botschaft bringt«, empfing sie ihn kühl. Er verbeugte sich leicht und sah sie einen Moment schweigend an. Dann erwiderte er: »So wird mir wohl weiterhin der Ruf als Bote schlechter Nachrichten bleiben.« Die Gräfin schwankte leicht, während ihre Hand Halt an der Lehne eines Stuhles suchte. »Dann heraus mit Eurer Botschaft. Schlimmer als es ist, kann es ohnehin nicht mehr werden.«
Die Frau tat ihm leid, aber es half nichts, er musste die Nachricht überbringen. »Euer Besitz, eine halbe Tagesreise von hier, wurde überfallen.« Die Gräfin sank kraftlos und bleich auf den Stuhl. Stumm, fast anklagend sah sie Richard an. »Ich weiß nicht mehr über den Umstand, als dass ich meine Begleiter dabei verloren habe und selbst kaum mit dem Leben davongekommen bin. Aber ich habe Euch ein Mädchen des Ortes mitgebracht, die den Überfall überstanden hat.« Dabei griff er hinter sich und führte die hinter ihm stehende Siena nach vorne. Ungelenk verbeugte sich das Bauernmädchen vor seiner Herrin.

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11. Februar 2020

Jürgen Ehlers

Jürgen Ehlers wurde 1948 in Hamburg-Hohenfelde geboren und lebt heute mit seiner Familie in einem Dorf unweit von Hamburg. Er ist Geowissenschaftler und Autor. Sein Schwerpunkt sind historische Kriminalromane und Thriller.

Sein erster Krimi "Weltspartag in Hammwinkel" erschien 1992 und wurde mit dem Friedrich-Glauser-Preis als bester deutschsprachiger Kurzkrimi ausgezeichnet. In letzter Zeit hat sich Jürgen Ehlers auf historische Kriminalromane spezialisiert. Sein neuestes Werk "Durch die kalte Nacht" spielt in den Niederlanden 1943-45. Es ist der abschließende Band der Trilogie "Liebe und Verrat in den besetzten Niederlanden".

Weblink: www.juergen-ehlers-krimi.de


Bücher im Buch-Sonar:




'Kennwort: Roter Mohn' von Hermann Markau

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Hermann Markau
Zwei Freunde, Blankstein und Winter, haben gerade die Insolvenz einer gemeinsamen Firma hinter sich gebracht, als sie als Mitarbeiter einer großen deutschen Dachorganisation von Recyclingfirmen angeworben und nach Andalusien geschickt werden, wo sie deutschen Residenten und Touristen Beteiligungen an eben diesen Firmen verkaufen sollen. Sie haben große Erfolge und sammeln Millionen ein.

Sie bemerken jedoch bald, dass es in ihrer Firma nicht mit rechten Dingen zugeht. Man verpflichtet sie nämlich, in regelmäßigen Abständen große Geldsummen auf ein Konto bei einer Bank in Tanger einzuzahlen.

Im Laufe der Zeit werden aus Freunden Feinde, Blankstein beschließt auszusteigen und stiehlt auf der letzten Marokko-Tour die Geldtasche mit 1,65 Mio. Euro. Durch einen Zufall gelangt das Geld in den Besitz zweier nichtsahnender Deutscher, die für einige Tage in Nerja, am östlichen Rand der Costa del Sol, Urlaub machen ...

Anleser:
Algeciras war von Torremolinos ungefähr 120 km entfernt. Die Fahrt dorthin würde, einige Eventualitäten eingerechnet, fast zwei Stunden dauern. Wenn der Wagen dann auf dem großen Parkplatz vor dem Fährhafen abgestellt war, musste man noch mindestens zehn Minuten gehen, bis man die Fähre erreicht hatte. So verließen sie Torremolinos bereits kurz vor sieben Uhr, um die Fähre, die um zehn ablegen sollte, ohne großen Stress pünktlich zu erreichen.
Als Winter die Tasche von Siereck in Empfang nahm, wurde ihm ein klein wenig anders ums Herz. Er wusste, dass sich 1,2 Millionen Euro in Hundert-Euro-Banknoten in dem unscheinbaren Behältnis befanden, und malte sich aus, wie die Menge Geld gestapelt und auf dem Tisch liegend aussah. Es hatte für ihn schon immer eine faszinierende Wirkung gehabt, sich große Geldbeträge auf diese Art und Weise vorzustellen, weil sich ihm dadurch am besten die Macht dieses Gottes Mammon offenbarte, dem er still und heimlich hörig war.
An ihm, dem Geld, bewies sich für ihn, wer letzten Endes im Leben Bedeutung erlangt hatte. An ihm machte er Erfolg und Misserfolg fest, Bewunderung einerseits und Neid.
Insgeheim empfand er vor allem eines – auch und vor allem Blankstein gegenüber, der alles besser konnte als er – Neid, wenn er auch ängstlich darauf bedacht war, diesen Wesenszug seiner Persönlichkeit ja nur für sich zu behalten, immer den Ausgeglichenen zu spielen, dem es nichts ausmachte, stets in der zweiten Reihe zu stehen. Die Wahrheit sah mittlerweile anders aus.
Und so wurde ihm ein klein wenig seltsam ums Herz, als er die Tasche aus Sierecks Händen entgegennahm.
Blankstein fuhr. Die Fahrt ging an Orten mit wohlklingenden Namen vorbei, Orten, die für ihn immer schon der Inbegriff des sorglosen Lebens und des Reichtums waren: Fuengirola, Marbella, Estepona.
Als sie Estepona hinter sich gelassen hatten, schälte sich langsam ein anfangs hellgrauer, dann immer dunkler werdender kleiner Brocken aus dem Morgendunst am Horizont, der schnell an Größe gewann, je mehr sie nach Süden fuhren: Der Affenfelsen von Gibraltar.
»Was würdest du machen, wenn du soviel Geld hättest?«
Die Frage kam unvermittelt. Aber sie amüsierte Blankstein mehr, als dass die Beantwortung ihn vor Probleme stellte.
»Wieso? Ich hab´ doch fast soviel.«
Da war sie wieder, diese Arroganz. Diese feinen Anspielungen immer, dass er besser war als die anderen, vor allem als Winter.
»Im Ernst.« meinte Winter. »Auf einen Schlag 1,2 Millionen! Du müsstest nie mehr arbeiten.«
»Mein Gott! Die Arbeit gefällt mir doch«, insistierte Blankstein. »Was willst du?«
»Nichts! War nur so `ne Frage.«
Der Rest des Weges bis zur Fähre verlief so problemlos wie der Anfang der Reise. Als sie das Schiff sahen, waren sie überrascht von der Größe. Und überrascht auch von der Menge der Menschen, die mitfahren wollten. Vielen sah man nicht an, welchen Geschäften sie drüben in Afrika nachzugehen gedachten. Einige erkannte man sofort als Weltenbummler, junge Leute mit Rucksäcken, die der Zauber Marokkos vielleicht schon lange gefesselt hatte und die jetzt überprüfen wollten, ob dieser Zauber hielt, was er versprach.
Einige hofften vielleicht, günstig an Drogen zu kommen. Andere waren normale Geschäftsleute, die Handel trieben. Und viele waren Marokkaner, die mit allem möglichen und unmöglichen Zeugs die Decks der Fähre bevölkerten, um es zu Hause innerhalb der Familie zu verteilen.
Da sah man halbe Fahrräder auf Autodächern festgezurrt, Matratzen, Sonnenschirme und Kartons mit Kleidungsstücken und vieles mehr, was für die Bewohner des reichen Europa nur noch Müll war.
Um kurz vor zehn wurde das große Tor am Bug des Schiffes geschlossen. Man hörte zwei langgezogene, tiefe Sirenentöne. Und die Überfahrt begann.
Blankstein und Winter hatten im Salon eines der oberen Decks einen Sitzplatz gesucht und gefunden. Ringsherum konnte man auf das Meer sehen, als sie im Begriff waren, an Gibraltar vorbei die Bucht von Algeciras zu verlassen. Winter verabschiedete sich.
»Ich geh´ mal hoch«, sagte er und verschwand in Richtung Oberdeck.

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10. Februar 2020

'Die Leiche bin ich: Ein Ruhrpottkrimi' von Margarethe Magga

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Die Studentin und Aushilfskellnerin Liane findet sich, ohne Erinnerung an die letzten Stunden in einer Sackgasse in Bochum abgelegt, wieder. Nur widerstrebend lässt sie den Gedanken zu, dass sie anscheinend ermordet wurde. Kurz vor der Obduktion wird ihr Körper aus dem Kriminalpathologischen Institut entführt. Die scheinbar sinnlose Tat stürzt den Polizeiapparat in hektische Betriebsamkeit, aber die Leiche wird nicht gefunden.

Die Kriminalbeamten Luppert und Frauke stürzen sich verbissen in die Suche nach dem Mörder, der sie mehrfach auf falsche Fährten führt. Mit ihren ganz eigenen Methoden sucht auch die aufstrebende Journalistin Anne Greis nach dem Mörder. Sie ist es auch, die als Erste entdeckt, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Soll sie den sympathischen Frauke einweihen oder auf eigene Faust handeln?

Die Leser werden in dem spannenden Regionalkrimi „Die Leiche bin ich“ von Margarethe Magga von einer Wendung zu nächsten gejagt und haben, wie auch die Protagonisten, kaum Zeit zum Verschnaufen, denn aus der Hand legen will man den Roman nicht besonders gerne. Die Autorin verleiht dem Thema Serienmord das gewisse Etwas, so dass es auf den Seiten nicht an Nervenkitzel und Lesefreude mangelt.

Anleser:
Was ist das? Da ist doch jemand. Geht es jetzt los? Oh Gott, noch nicht, bitte, ich bin noch nicht soweit! Bitte!

Die Tür war lauter ins Schloss gefallen, als er erwartet hatte. Zumindest kam es dem großen, kräftigen Mann mit dem akkuraten Haarschnitt und dem hellblauen Hemd, dessen Knöpfe Schwerarbeit leisten mussten, sehr laut vor. Einen Augenblick lang verharrte er regungslos, die Kiefer fest zusammengepresst. Dann spürte er, wie angespannt er war, und atmete mehrmals, tief, langsam und bewusst, bevor er sich Schritt für Schritt, wie als Kind beim Indianer spielen, seinem Ziel näherte.

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