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22. Juni 2017

'Schatten über Enduran' von Nadine Schackmann

Das Leben der Amazone Thalea ändert sich schlagartig als sie eines Tages durch einen Überfall auf ihr Dorf alles verliert, was ihr lieb und teuer ist. Mysteriöse Krieger zerstören auf brutalste Art ihr Heim und töten fast alle Schwestern des Blutkrallen-Clans. Nur Thaleas Geliebte Amira, eine Priesterin der Waldgöttin Niteran, die ein Kind unter ihrem Herzen trägt, wird verschont und stattdessen von den Kriegern verschleppt.

Thalea, die knapp mit dem Leben davonkommt, nimmt voller Rachsucht die Verfolgung auf, um Amira aus den Händen dieser Krieger zu befreien. Ihr Weg kreuzt sich bald mit dem der Magierin Sorana, deren grausames Schicksal eng mit dem ihren verbunden ist.

Bald schon müssen beide Frauen eine schwerwiegende Entscheidung treffen … denn die Zukunft der Welt hängt von ihnen ab.

Gleich lesen: Schatten über Enduran: Dunkle Seelen-Chroniken

Leseprobe:
Thalea rannte nun los und zog Celestine mit sich. Panisch stolperten sie über den unebenen Waldboden. Die unheilvolle Stille der Nacht wurde jäh durch ein weiteres Heulen unterbrochen. Etwas Großes rauschte haarscharf über ihre Köpfe hinweg und der heftige Windstoß riss sie fast von den Beinen. Celestine schrak mit einem schrillen Schrei zusammen.
„Was bei allen Göttern war das?“
Wieder war das rauschende Geräusch ganz nah zu hören und mit lautem Geschrei wurde Celestine von den Beinen gerissen und einige Meter davon geschleudert.
„Celestine!“ gellte Thalea erschrocken und wollte zu ihr eilen, als auch sie von irgendwas gepackt und in die Lüfte gerissen wurde. Sie wirbelte durch die Luft und krachte gegen einen Baum. Dann schlug sie auf dem Boden auf, wo ihr augenblicklich die Luft wegblieb. Nach Atem ringend blieb Thalea halb benommen liegen. Sie hatte sich mit größter Sicherheit ein paar Rippen gebrochen. Keuchend versuchte sie aufzustehen. Im fahlen roten Mondlicht sah sie von weitem, wie sich eine dunkle Kreatur über Celestine beugte, sie an den Beinen packte und sie mit sich in die Finsternis des Waldes zerrte. Die Bardin schrie wie am Spieß, während sie über den Waldboden geschleift wurde. Thalea sprang unter Schmerzen auf und stürzte ihnen hinterher. „Celestine!“ Sie lief so schnell sie konnte, aber zu ihrem Entsetzen musste sie feststellen, dass der Abstand zwischen ihnen immer größer wurde. Die Schmerzen raubten Thalea den Atem und jeder Schritt war größte Pein. Auf einmal hörte sie hinter sich Geräusche. Als sie sich umdrehte, bemerkte sie, dass auch sie verfolgt wurde. Eine dunkle Gestalt in wehenden Roben war hinter ihr her. Diese berührte mit den Füßen kaum den Boden, sondern schien knapp über dem Waldboden zu fliegen und war Thalea dicht auf den Fersen. Sie war um einiges schneller als die junge Kriegerin und streckte schon messerscharfe Krallen nach ihr aus. Humpelnd und außer Atem versuchte Thalea noch schneller zu rennen.
Der Traum! schoss es ihr durch den Kopf. Der Traum, der sie seit Nächten heimsuchte, schien Wirklichkeit zu werden. Die Kreatur war nun ganz nah und Thalea konnte regelrecht ihren Atem im Nacken spüren. Die Kriegerin stolperte vor lauter Panik. Bevor sie stürzen konnte, packte der Verfolger sie und riss sie herum, so dass sie heftig mit dem Rücken aufschlug. Der Aufprall presste die Luft aus Thaleas Lungen und sie rang benommen nach Atem. Die Kreatur beugte sich über sie und hielt sie mit ihren gefährlichen Krallen fest am Boden. Thalea konnte das Gesicht unter der Kapuze für einen Bruchteil einer Sekunde sehen und es kam ihr irgendwie bekannt vor… Doch schon wurde das Gesicht wieder in Schatten gehüllt.
„Jetzt bist du mein!“ flüsterte ihr Angreifer mit rauer Stimme in ihr Ohr.
Thalea spürte eine noch nie da gewesene Angst. Sie blickte gerade dem Tod ins Auge. Diesmal würde es kein Entrinnen geben. Sie dachte an Amira. Ich werde sie nicht mehr retten können… Geifer troff aus der grässlichen Fratze, die jetzt unter der Kapuze zum Vorschein kam. Sie hatte zwar menschliche Gesichtszüge, doch waren diese seltsam verzerrt und die Haut glänzte metallisch. Tiefe Schatten lagen um die rotglühenden Augen, die sie hungrig ansahen. Die Bestie bleckte nadelspitze Zähne und ein tiefes Knurren drang aus ihrer Kehle, das einem das Blut in den Adern gefrieren ließ. Dann stieß sie ihre zu langen Krallen mutierten Fingernägel tief in Thaleas Leib. Der höllische Schmerz ließ Thalea aufschreien. Dann riss die Bestie Thaleas Kopf in den Nacken und stieß ihre Reißzähne tief in ihre Kehle. Die Kriegerin wandte sich schreiend unter der Last des Angreifers, versuchte sich mit aller Kraft zu befreien. Doch er war so viel stärker als sie. Thalea spürte, wie er an ihrer Kehle zerrte und die Schmerzen sie zu überwältigen drohten. Langsam schwanden ihre Kräfte. Die Wärme entwich ihrem Körper und Dunkelheit legte sich um sie, versuchte sie zu verschlingen.

Im Kindle-Shop: Schatten über Enduran: Dunkle Seelen-Chroniken

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21. Juni 2017

'Aus dem Koma' von Siegfried Langer

Alle Erinnerungen an mein bisheriges Leben sind ausgelöscht. Ich weiß nicht mehr, wer ich bin und wie ich heiße.

Eine attraktive Frau, die sich als meine Freundin ausgibt, kümmert sich liebevoll um mich. Doch ich spüre, dass sie mir nicht die Wahrheit erzählt und dass unsere Liebe ein dunkles Geheimnis birgt.

Ein Psychologe, der mir helfen soll, Licht ins Dunkel zu bringen, schafft lediglich eine Vielzahl neuer Rätsel. Ein Kommissar drängt darauf, mich wegen eines Mordes zu vernehmen. Als Zeuge? Oder als Verdächtiger?

Doch nicht nur mein Gedächtnis spielt mir Streiche, sondern zudem auch meine Wahrnehmung. Ich kann niemandem vertrauen, am wenigsten mir selbst ...

Für wenige Tage zum Einführungspreis von 99 Cent.

Gleich lesen: Aus dem Koma: Thriller

Leseprobe:
Ich wusste nicht mehr, wie ich hieß.
Auch die Frau, die neben meinem Krankenbett saß und sagte, sie sei meine Freundin, erkannte ich nicht.
Doch mein Herz signalisierte mir klar und deutlich, dass ich sie liebte. Trotz allem. Immer noch.
Dass sie weinte und ich nicht in der Lage war, sie zu trösten, stimmte mich traurig. Tapfer streichelte sie meine rechte Hand, die auf der Bettdecke ruhte.
Im Handrücken der Linken steckte ein Infusionsschlauch, der mich mit Medikamenten versorgte.
Es kribbelte in meinem Magen.
War der liebevolle Blick der Fremden die Ursache dafür oder doch eher das einsetzende Hungergefühl? Denn bis gestern Morgen hatte ich noch über eine Sonde meine Nahrung erhalten, danach lediglich Suppe - so dünn und geschmacklos, dass sie ihren Namen nicht verdient hatte.
„Susanne“, flüsterte ich leise und strengte mich dabei so wenig an wie nur eben möglich. Kurz stahl sich ein Lächeln in ihr Gesicht. Vermutlich hoffte sie, dass ich mich endlich an sie erinnerte, doch wiederholte ich lediglich den Namen, mit dem sie sich vorgestellt hatte.
„Sebastian“, fuhr ich fort. Doch der Name, der der meine sein sollte, löste genauso wenig in mir aus wie der meiner mutmaßlichen Lebensgefährtin.
Susanne blickte mich hoffnungsvoll-fragend an, aber ich schüttelte lediglich den Kopf.
Sogleich stellte sich wieder dieses Pochen in meinem Schädel ein. Ich zog meine Rechte unter Susannes Hand hervor und tastete nach dem Verband an meiner Stirn.
„Du musst deinen Kopf ruhig halten, Schatz. Möglichst wenig bewegen, hat Dr. Lorenz gesagt.“
Dr. Lorenz, ein weiterer Fremder. Meine Erinnerung an ihn reichte nur wenig weiter zurück als die an Susanne.
„Es ist alles im Moment etwas viel für dich, Schatz.“
Ja, das war es.
Alles, was länger als ein paar Stunden zurücklag, war aus meinem Gedächtnis verschwunden.
Ausgetilgt. Gelöscht. Einfach weg.
Dagegen konnte ich alles, was mich umgab, beim korrekten Namen nennen: Krankenhausbett, Fenster, Tablettenblister, Kanüle. Sämtliche persönlichen Angelegenheiten jedoch blieben in der Finsternis verschwunden.
„Was ist passiert?“, fragte ich.
Das Sprechen schmerzte sehr und klappte nur langsam und undeutlich. Aber Susanne schien mich zu verstehen.
„Eine Kopfverletzung.“
Ja, das spürte ich auch.
„Wie?“
Susanne antwortete nicht, sah mich nur ängstlich an. Sie schien den Zeitpunkt noch nicht für gekommen zu halten, mich mit der Wahrheit zu konfrontieren.
„Dr. Lorenz meint, dass du relativ gute Chancen hast, dass sich dein Erinnerungsvermögen weitgehend erholt.“
Relativ gute Chancen …
Weitgehend erholt ...
Zuversicht hörte sich anders für mich an.
Und ich spürte instinktiv, dass meine Kopfverletzung nicht daher rührte, dass ich beim Auswechseln einer Glühbirne von der Leiter gefallen war.
Mein Gefühl sagte mir mit aller Deutlichkeit, dass mehr dahintersteckte. Etwas viel, viel Schlimmeres.
Gerade als ich alle Kraft zusammengenommen hatte, um resoluter nachzufragen, öffnete sich die Tür.
Eine weitere Person, die ich erst seit Kurzem kannte, trat ein: Schwester Kathrin.
Während Susanne dunkelbraunes, glattes Haar hatte, trug Schwester Kathrin blondes und gelocktes. Der leichte Hüftschwung, mit dem sie eintrat, glich dem eines Models, das Werbung für den Ausbildungsberuf der Krankenschwester machte.
Einerseits lächelte sie freundlich und gütig, andererseits spürte ich, dass mit ihr eine frostige Atmosphäre im Krankenzimmer Einzug gehalten hatte.
Da lag etwas zwischen ihr und mir. Etwas Unausgesprochenes. Etwas, das vor meinem Aufwachen geschehen sein musste.
In der Hand hielt sie einen Teller, den sie nun Susanne entgegenstreckte.
„Möchten Sie es versuchen?“
Susanne nahm den Teller entgegen und Schwester Kathrin reichte ihr zudem eine kleine Gabel.
Auch das, was auf dem Teller lag, erkannte ich sofort und konnte es benennen. Jemand, vermutlich Kathrin selbst, hatte einen Apfel in mundgerechte Stücke geschnitten. Zu meinem Erstaunen wusste ich sogar die Apfelsorte: Golden Delicious.
„Ganz wird er ihn nicht schaffen. Aber es ist wichtig, dass er überhaupt etwas isst, damit die Verdauung wieder in Gang kommt.“
Kathrin hätte das einfach auch direkt zu mir sagen können.
Während Susanne eines der Stücke mit der Gabel aufspießte und zu meinem Mund führte, folgte Schwester Kathrin der Bewegung mit ihrem Blick.
Brav öffnete ich meinen Mund. Der süßliche Geschmack regte sofort meinen Speichelfluss an. Dass ich gesabbert hatte, wurde mir erst bewusst, als Susanne liebevoll mit einem Taschentuch meinen Mundwinkel abtupfte.
„Ist nicht schlimm, Schatz.“
Das Kauen kostete mich ähnlich viel Anstrengung wie zuvor das Sprechen.
Wie lange waren meine Kiefermuskeln nicht in Bewegung gewesen?
Bislang hatte ich mich dies nicht zu fragen getraut.
Tapfer biss ich auf dem Apfelstück herum.
Meine Geschmacksknospen schienen zu explodieren. Ich konnte mich nicht erinnern, jemals etwas so intensiv geschmeckt zu haben. Aber in meinem gegenwärtigen Zustand hatte dies vermutlich wenig Aussagekraft.
Ich schluckte, doch es funktionierte nicht.
Noch einmal versuchte ich, den Apfelbrei hinab zu bekommen.
Nun klappte es.
Ich freute mich und Susanne entlockte der Erfolg ein begeistertes Lächeln.
Toll! Ich habe ein Apfelstück gegessen! Wollen wir gleich eine Pressemitteilung herausgeben?
„Sie müssen geduldig mit sich sein“, sagte Schwester Kathrin, als habe sie mir meinen Sarkasmus aus den Gesichtszügen abgelesen.
Zu nicken traute ich mich nicht, aus Angst vor einer neuerlichen Kopfschmerz-Attacke, also zwinkerte ich ihr bestätigend mit den Augen zu.
„Mehr?“, fragte Susanne und ich blinzelte erneut.
Ja, ich war ein Held: Ich konnte unmittelbar hintereinander zwei Apfelstücke verputzen!
Ich öffnete meine Lippen und Susanne schob mir das zweite Stück in den Mund.
Für einen Moment ließ ich es einfach auf meiner Zunge ruhen.
Die beiden Frauen beobachteten mich auch weiterhin. Jede Kleinigkeit wurde zu einem Großereignis. Ich aß und die zwei waren begeistert von mir.
Ich war mir ziemlich sicher, dass es in meinem bisherigen Leben deutlich schwieriger gewesen war, eine Frau so zufrieden zu stellen.
Nach dem dritten Stück konnte ich nicht mehr. Zum einen fühlte ich mich pappsatt, zum anderen tat mir bereits der Kiefermuskel weh.
Susanne schien dies zu erkennen. Während sie den Teller wegstellte und wieder meine Hand in die ihre nahm, verließ Kathrin das Zimmer.
„Es wird alles gut werden, Schatz.“
Na, diese Zuversicht hätte ich auch gerne!
„Ganz bestimmt. Bald wird wieder alles so wie früher sein.“
Ich wurde müde.
Ganz allmählich verschwamm Susannes gütiges Gesicht hinter einem Schleier. Ich wollte dagegen ankämpfen, aber es gelang mir nicht.
Sicherlich erhielt ich immer noch Schlafmittel.
Dann glitt ich hinüber in einen traumlosen …

Im Kindle-Shop: Aus dem Koma: Thriller

Mehr über und von Siegfried Langer auf seiner Website.



'Crossroads' von Jürgen Albers

Juni 1940: Der Frühsommer erstrahlt über der britischen Kanalinsel Guernsey. Für den erfahrenen Londoner Inspektor Charles Norcott scheinen die beschaulichen Inseln im Ärmelkanal keine Herausforderung bereit zu halten. Doch das freundliche Sonnenlicht ist trügerisch und beleuchtet die Leiche einer jungen Frau. Kaum haben die Ermittlungen begonnen, als sich bereits neues Unglück zusammenbraut. Die deutsche Wehrmacht hat Frankreich überrannt und besetzt nun auch die britischen Kanalinseln in einem Handstreich. Nach einem zweiten Mord überschlagen sich die Ereignisse.

Auf einer kleinen Insel, abgeschnitten und besetzt vom Feind, muss Norcott erkennen, dass er es mit mehr als einem Gegner zu tun hat. Scheinbare Grenzen verwischen sich und die Welt scheint voller Masken. Auch im hellen Sonnenschein bleibt die entscheidende Frage: Hinter welcher Maske steckt ein Freund, hinter welcher der Gegner?

Gleich lesen:
Für Kindle: Crossroads: Ein Inspektor Norcott-Roman
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
Die Mittagsstunden in Norcotts Büro zogen sich quälend langsam dahin. Das Telefon schwieg und auch sonst kamen weder gute noch schlechte Nachrichten. Der Chief Inspector saß an seinen Schreibtisch und machte wieder einmal einen neuen Ansatz, um dem ungeliebten Papierberg auf seinem Schreibtisch zu Leibe zu rücken.
Es war gegen halb zwei, als ihm der Geduldsfaden riss. Er beschloss, den Eltern William Henleys einen Besuch abzustatten. Vielleicht würde er von ihnen etwas mehr über Nora und William Henley erfahren. Die verborgenen Zimmer, wie Mrs. O'Meare es genannt hatte, der beiden Henleys beschäftigen Norcott. Irgendjemand in dieser Familie musste doch zum Reden zu bringen sein. Er nahm seinen Hut vom Haken, öffnete schwungvoll die Bürotür und wäre fast mit Constable Haydon zusammengestoßen, der davor stand.
Wenn nicht schon sein triumphierendes Gesicht Bände gesprochen hätte, so behielt er die gute Nachricht nicht lange für sich: »Ich hab sie! Sie ist auf der verdammten Liste. Sie wollte weg und ihn verlassen.«
»Und er ist nicht auf der Liste?«
Haydon war Feuer und Flamme und noch ganz außer Atem. »Entschuldigung, Sir … ich … muss erst mal wieder Luft bekommen.« So atemlos er war, so sehr strahlte er die Zufriedenheit des Anglers aus, wenn nach zähem Warten der Fisch an der Angel hing. »Nein, Mr. Henley ist sicher nicht auf den Listen. Alle, die sich evakuieren lassen wollten, mussten ausdrücklich angeben, ob und welche Familienangehörigen sich ebenfalls evakuieren lassen wollten. Und sie hat angegeben, dass sie allein geht. Und ich habe auch alle anderen Listen doppelt kontrolliert. Aber …« Er musste wieder nach Luft schnappen und Norcott war sich nicht sicher, ob immer noch der Dauerlauf vom Hafen die Ursache war oder die Neuigkeiten. »Aber das ist sowieso nicht der Knaller! Die Leute mussten auch angeben, ob sie Verwandte oder Freunde haben, wo sie in England unterkommen können oder ob sie sonst wie versorgt sind. Und jetzt lesen Sie mal, Sir, was die kleine ...«, er schluckte das Wort herunter. »Ich wollte sagen, was Mrs. Henley geschrieben hat!« Er hielt Norcott den Registerbogen hin.
Norcott las den Eintrag. Dann ging er wortlos zu dem Stahlschrank in seinem Büro, schloss ihn auf und nahm seine Dienstwaffe samt Holster heraus. »Nehmen Sie Ihre auch mit, wir gehen jetzt Mr. Henley besuchen!«

Im Kindle-Shop: Crossroads: Ein Inspektor Norcott-Roman
Für Tolino: Buch bei Thalia

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20. Juni 2017

'Vom muskulär-faszialen Schmerz befreit!' von Gaby Barton

Schmerzen in Muskeln und Gelenken loswerden - für immer schmerzfrei und beweglich sein!

Dieser Wunsch treibt viele um, leiden doch viele Menschen an muskulären Schmerzen. Man muss sich nur die Werbung im Vorabendprogramm des Fernsehens vergegenwärtigen. Es gibt immer mehrere Werbefilme, die sich um muskuläre Schmerzbehandlung drehen. Keine anderen Produkte außer vielleicht die Marken der Automobilhersteller werden in solch einer Anzahl beworben. Ebenfalls findet man ähnlich viele großformatige Werbeanzeigen beispielsweise in den kostenfreien Fernsehzeitschriften usw.. Alleine daran kann man erkennen, wie riesig der Bedarf sowie letztlich das vorhandene Leiden ist.

Gaby Barton ging einen alternativen Weg - nämlich ihren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ganzheitlich auf den Grund. Sie suchte nach der Ursache, denn sie wollte auf keinen Fall dauerhaft von Symptombehandlung, also Schmerzmitteln oder Physiotherapeuten abhängig sein. Mithilfe noch nicht so bekannten Behandlungskonzepten und Sichtweisen erlangte sie vollständige Schmerzbefreiung und Bewegungsfreiheit. Solch beglückende Erfahrung möchte sie auch anderen verschaffen.

So schrieb sie basierend auf ihrem persönlichen Weg einen ausführlichen Erfahrungsbericht über neuartige Therapiekonzepte, die die Muskeln und Faszien (Bindegewebe) sowie unsere Alltagsgewohnheiten im Fokus haben.

Gleich lesen:
Für Tolino: Vom muskulär-faszialen Schmerz befreit! Erfahrungsbericht - Einstiegshilfe in alternative Behandlungswege
Bei Amazon: Taschenbuchausgabe
Kindle-Version mit Übungsteil: Vom muskulär-faszialen Schmerz befreit! Erfahrungsbericht plus Selbsthilfe Übungen für alternative Behandlungswege

Leseprobe:
Was Sie erwartet

In Teil I
finden Sie die persönliche Geschichte der Autorin rund um chronische Muskelschmerzen. Und wie diese aufgrund einer neuartigen Sichtweise und durch Selbstbehandlung wieder verschwunden sind.
Gaby Barton hate ein Jahr Leidensgeschichte mit sehr schmerzhaften Bewegungsblockaden hinter sich, als sie die Beschreibung des muskulär-faszialen (myofaszialen) Schmerzsyndroms entdeckte. Es handelt sich dabei um muskulär bedingte Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die mit extremen Verhärtungen der Muskelfasern und Verklebungen der Muskelfaszien einhergehen. (Definition laut Physiotherapiepraxis Physiofit)
Mit fachgerechten Triggerpunktbehandlungen konnten Verhärtungen, Blockaden und Schmerzen aufgelöst werden. Diese in der Schulmedizin bisher wenig bekannte Behandlung und vor allem die Anregungen zur Selbstbehandlung halfen Barton dauerhaft.
Allerdings war sie gezwungen, weitreichende Veränderungen im Alltagsleben vorzunehmen. Es war ein langer Weg von einem Jahr, der ihr mental einiges abverlangte.
In der Rolle des Coaches kommentiert sie ihre im Buch veröffentlichten Auszüge aus ihrem Schmerztagebuch.
Denn Barton ist seit fast 20 Jahren im persönlichen Coaching tätig. Sie hat unter anderem Psychologie studiert und sich zeitlebens für Gesundheitsthemen interessiert.
Vor diesem Hintergrund las sie sich in diese neuen Sichtweisen rund um die Faszien und nachhaltige Schmerzbehandlung ein.

Teil II
des Buches stellt all die Informationen aus ihrer Lektüre als Patientin zur Verfügung. Damit bekommt der Leser Einblicke in einzelne zur Schulmedizin alternativen Behandlungsansätze. Bei allen spielen die Einbeziehung des Fasziengewebes, eine Selbstbehandlung oder aktive Mitwirkung von Patienten eine entscheidende Rolle für die andauernde Schmerzfreiheit. Weitere Beispiele von anderen Leidenden, die Barton kennengelernt hate, zeigen ein Spektrum von vielfältigen muskulären Schmerzsymptomen.

In Teil III
schließlich gibt die Autorin Anregung zu zahlreichen Fragestellungen, die sich auf dem Weg einer alternativen Behandlung und Selbstbehandlung stellen können.
Personen, die beratend oder therapeutisch tätig sind, liefert das Buch einen kompakten Einstieg in einige neue Betrachtungsweisen auf sehr verbreitete Beschwerden.
Der Zeitaufwand für die Suche nach seriösen Informationen kann dabei ganz erheblich abgekürzt werden. Denn im Anhang indet sich noch viel mehr Lesestoff durch Hinweise auf lesenswerte Webseiten sowie Empfehlungen für Bücher.

Alle Sachverhalte sind mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Die Verwendung dieser geschieht auf eigene Verantwortung von Ihnen, lieber Leser und Leserin.
Das Buch ist im Laufe von 2016 bis April 17 entstanden.

[...]

Meine Erfahrung – Überblick
Im Frühjahr 2015 begann mein rechter Oberarm zu schmerzen. Bald entwickelte sich ein Dauerschmerz, der auch in die rechte Schulter zog, sowie in den oberen hinteren Rücken. Ab Spätsommer kamen dann Bewegungseinschränkungen dazu. Jacken an- und auszuziehen wurde sehr schmerzhaft, ich konnte kaum den Arm zum Kämmen heben. Spontane Greifbewegungen, wie den Wecker ausstellen, erzeugten einen Schmerzstoß, der mich aufschreien ließ. Erst im Lauf von 2016 ging es mir wieder besser.
Zuerst hate ich einige Triggerpunktbehandlungen bei einem spezialisierten Physiotherapeuten. Dieser führte Kurse durch, in denen ich lernte, mich selbst zu behandeln.
Für den langfristigen Erfolg war notwendig, dass ich es schaffte, Stress auslösende Situationen aus meinem Leben zurückzudrängen. Oder anders damit umzugehen. Um so die daraus resultierende zu hohe Spannung in Muskel und Bindegewebe abbauen und verhindern zu können.
Das bedeutete, mein Arbeitsleben neu zu gestalten, Prioritäten zu ändern und mit einen schwelenden Konlikt positiv aufzulösen.
In diesem Zusammenhang habe ich mich in vielerlei Hinsicht Rück besonnen. Mich befragt, was ist mir wirklich wichtig fürs weitere Leben - im voraussichtlich lezten Drittel.
Außerdem begann ich, Entspannungs- und Selbsthypnosetechniken sowie Übungen aus dem Faszien-Training und -Yoga in den Alltag zu integrieren. Als eine Antwort auf die belastende Schreibtischtätigkeit und herausfordernde Ziele. Um mein Wunderwerk Körper zu unterstützen, zukünftig gesund, beweglich und schmerzfrei zu bleiben.

Für Tolino: Vom muskulär-faszialen Schmerz befreit! Erfahrungsbericht - Einstiegshilfe in alternative Behandlungswege
Bei Amazon: Taschenbuchausgabe
Kindle-Version mit Übungsteil: Vom muskulär-faszialen Schmerz befreit! Erfahrungsbericht plus Selbsthilfe Übungen für alternative Behandlungswege

Mehr über und von Gaby Barton auf ihrer Website.



19. Juni 2017

'Wir wollten nur Dich' von Paula Henkels

Erbanlagen lassen sich nicht weglieben.
Das weiß ich heute. Das weiß meine ganze Familie heute. Doch ehe wir das begriffen haben, mussten so viel Schmerz, Entsetzen und Erschütterung ertragen werden.

Wie es begann, als wir endlich den sechs Monate alten Adoptivsohn in die Arme schließen konnten, ihm stets alle Liebe der Welt schenkten, und wie es 31 Jahre danach endete, können Sie hier nachlesen.

Gleich lesen: Wir wollten nur Dich: Traum und Albtraum Adoptivkind

Leseprobe:
Am 2. Dezember 1984 versetzte mich ein Anruf von Frau Meier in helle Aufregung. Wir sollten zu ihr kommen, wenn möglich schon am nächsten Tag. Es gebe einen sechs Monate alten Jungen namens Benjamin, der zeitnah untergebracht werden müsse. Er sei von seiner Mutter zwei Tage und Nächte unversorgt in der Wohnung zurückgelassen worden. Zum Glück habe die Großmutter das Jugendamt verständigt, nachdem sie vergeblich versucht hatte, in die Wohnung der Tochter zu gelangen, in der ihr Enkel aus Leibeskräften schrie. Die Mutter sowie der viel ältere Vater hätten ein Alkoholproblem.
Da die Mutter schon einmal ein Kind im Stich gelassen habe, stehe außer Frage, dass Benjamin wohl das gleiche Schicksal ereilen würde. Das erste Kind war der Mutter damals ebenfalls entzogen worden.
»Ich glaube, dass ich Ihnen mit dem Kind etwas Seltenes bieten kann. Und sollten Sie bei Benjamin das Gefühl haben, ›dieses oder keines!‹, haben Sie ein Pflegekind«, sagte der grauhaarige Dutt abschließend.
Mein Herz raste wie nach einem Marathonlauf. Benny, wie ich ihn in meinen Gedanken schon nannte, schien ein Kind zu sein, das wir auf Dauer behalten konnten. Ohne mit Horst zu sprechen, sagte ich unser Kommen einfach zu.
Es bedurfte meiner ganzen Überredungskunst, Horst zu überzeugen mitzukommen. Er wollte nicht noch vor unserem Urlaub ein Kind aufnehmen. Zähneknirschend ging er schließlich doch zum vereinbarten Termin mit. Noch im Paternoster des Jugendamtes versuchte er mir klarzumachen, dass der Zeitpunkt nicht ungünstiger sein könnte.
»Denk nur mal daran, wie viel Arbeit wir vor Weihnachten haben? Da bleibt keine Zeit, sich um einen Säugling zu kümmern. Von unserem Urlaub ganz zu schweigen, wie soll das gehen? Soll ich vielleicht einen Hänger anschaffen, wenn wir auch noch einen Kinderwagen mitnehmen müssen? Du musst verrückt sein, wenn du denkst, ich würde bei so einem Blödsinn mitspielen.«
»Sei nicht so grantig, noch haben wir das Kind ja nicht«, versuchte ich ihn zu beruhigen.
Als wir die Tür zu Frau Meiers Zimmer öffneten, leuchteten uns die größten blauen Augen an, die ich jemals gesehen habe. Das kleine Kerlchen hatte blonde Haare und strahlte uns, nein, falsch, strahlte Horst an und streckte ihm, ohne dass überhaupt ein Wort gewechselt worden war, seine Ärmchen entgegen. Es schien so, als ob er sagen wollte, auf euch habe ich gewartet. Sein Strahlen ließ mich sogar über sein verschmiertes Gesicht, die ärmliche Kleidung und den ramponierten Buggy hinwegsehen. Ich war hin und weg. Wie es Horst ging, konnte ich nicht einschätzen, da er ohne zu zögern auf den Kleinen zuging, um ihn aus dem Buggy zu befreien und ihn auf seinen Arm zu nehmen.
»Na, das scheint ja mal Liebe auf den ersten Blick zu sein«, schmunzelte Frau Meier.
Als ob der kleine Wicht diese Aussage bekräftigen wollte, legte er die Ärmchen um Horsts Hals und schmiegte sein schmuddeliges Gesichtchen an die Wange meines Mannes. Das war so ein herzergreifender Anblick, dass ich ohne zu fragen ein Foto machte. Dabei schossen mir vor lauter Rührung Tränen in die Augen und ich wusste, dieses Kind wollte ich. Klar war aber auch, wie schwer es sein würde, Horst begreiflich zu machen, dass wir trotz vieler Arbeit in der Weihnachtszeit und gebuchtem Urlaub Benny übernehmen konnten.
Die Dame mit dem grauen Dutt bemerkte natürlich, dass ich Feuer und Flamme war, Horst aber sehr zögerlich blieb, auch wenn er nicht verbergen konnte, wie angetan er von dem Knirps war. Wir bekamen den Rat, in jedem Fall unsere Entscheidung zu überschlafen. Sollte sie zu Benjamins Gunsten ausfallen, müssten wir zuvor seine Mutter kennenlernen, da ihr laut Gesetz ein Besuchsrecht zustand.
Frau Meier verschwieg uns auch nicht, dass bei Benjamin durch die Alkohol-krankheit der Eltern im Laufe seiner Entwicklung psychologische Behandlungen notwendig werden könnten. Im Alter von sechs Monaten lasse sich nie voraussagen, ob Kinder alkoholgeschädigter Eltern einen Schaden erlitten hätten, der sich später zeigen würde.
Diese Warnung war für mich damals kein Kriterium, um mich davon abzuhalten, das Würmchen aufzunehmen.
»Ich bin überzeugt«, sagte ich, »dass wir ein so junges Kind durch eine liebevolle Erziehung so formen können, dass Erbanlagen keine Rolle mehr spielen.«
Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Horst fassungslos war. Er verstand nicht, warum ich über seinen Kopf hinweg Meinungen rausposaunte, über die wir nie gesprochen hatten, doch ich ließ mich davon nicht beeindrucken und fuhr fort: »Den Begriff ›schwer zu händelndes Kind‹ hat unsere Tochter schon von Geburt an gepachtet. So etwas kann es kein zweites Mal geben. Benjamin wirkt vollkommen anders als unsere Tochter. Susi war von Anfang an schwierig. Die ersten vier Jahre ihres Lebens hat sie uns Nacht für Nacht auf Trab gehalten. Fröhlichkeit war für sie im Kleinkindalter ein Fremdwort. Und als Tommy auf die Welt kam, wurde alles noch schlimmer. Sie war von Eifersucht zerfressen, bildete sich ein, ich würde Tommy mehr liebhaben als sie. Dabei war dies nicht der Fall. Im Gegenteil, Tommy forderte von uns nie so viel Aufmerksamkeit wie Susi. Aber Kinder die einen ständig fordern, hören vielleicht manchmal eher Worte wie: ›jetzt ist aber mal Schluss‹, als Kinder, die nur pflegeleicht sind. Ich bin jedenfalls froh, dass wir mit der Zeit unserer Großen mit viel Liebe beibringen konnten, dass sie genauso geliebt wird wie ihr Bruder und die Zeiten der Feindlichkeit vorbei sind.« Ich warf erneut einen Blick auf den Jungen. »Dagegen wirkt Benjamin ruhig, lieb, fröhlich, zutraulich und anschmiegsam. Und das, wo wir ihm doch vollkommen fremd sind. An die Macht der Gene glaube ich nicht.«
»Frau Lange, da muss ich Ihnen widersprechen, mit liebevoller Erziehung allein können Sie vererbte Gene nicht aus dem Weg räumen«, dämpfte Frau Meier meine Zuversicht.
Heute weiß ich, dass ich besser mal an die Macht der Gene geglaubt hätte.

Im Kindle-Shop: Wir wollten nur Dich: Traum und Albtraum Adoptivkind

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'Luxus pur - oder?' von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Kim hat noch nie etwas gewonnen. Nun räumt die Friseurin bei einem Preisausschreiben den ersten Platz ab: Eine Reise für zwei Personen nach Mauritius in ein Luxus-Resort mit eigener Villa, privatem Pool und persönlichem Butler!

Die Sache hat nur einen Haken. Sie ist Single und ihre beste Freundin frisch verheiratet. Deshalb nimmt sie ihre Mama Eva als Lückenfüller mit. Diese Entscheidung ist goldrichtig. Die aufgeschlossene und unternehmungslustige Eva weiß sich gut an das Luxus-Leben anzupassen, während Kim in so manch ungeahntes Fettnäpfchen stolpert.

Die ungestörte Erholung im tropischen Paradies gerät allerdings empfindlich ins Wanken, als Kim Fotograf Noah und Hotelmanager Mathéo näher kennenlernt. Außerdem wird ihr bewusst, dass Luxus nicht zwingend mit materiellem Überfluss gleichzusetzen ist.

Gleich lesen: Luxus pur - oder?

Leseprobe:
Die Unterhaltung mit ihrer Chefin lief völlig anders als erwartet.
Kim war extra eine Viertelstunde eher im Salon präsent, noch bevor ihre beiden Kolleginnen erschienen. Das Gespräch führte sie besser ohne vier weitere, neugierige Öhrchen!
Mit rasendem Herzklopfen und zittriger Stimme berichtete Kim von dem gestrigen Telefonat. Sie wagte gar nicht, Frau Janser in die Augen zu sehen und war kurz vor einer Schnappatmung.
„Allerdings weiß ich noch kaum Näheres, eine Mitarbeiterin des Unternehmens wird mich heute Abend besuchen und mir alles erklären“, schloss Kim ihren nahezu atemlosen Bericht.
Sie schluckte, denn Frau Janser sagte – erst einmal nichts. Dann holte sie den Urlaubsplan aus der Schublade unter der Kasse. Sie fischte ihren Kuli vom Terminbuch, das aufgeschlagen neben dem Telefon lag, strich den Sommerurlaub von Kim im September und trug die vierzehn Tage sorgsam um.
„Voilà, Kim! So etwas kann man sich nicht entgehen lassen! Wer gewinnt schon einen Luxus-Urlaub auf Mauritius!“
Kim schluckte, während ihr Herz bis in den Hals trommelte, sah in das lächelnde Gesicht ihrer Chefin und umarmte sie spontan mit aller Herzlichkeit und Erleichterung, die sie empfand.
„Aber bitte, Frau Janser, behalten Sie es noch ...“
Weiter kam sie nicht, denn ihre Kolleginnen Daria und Marie traten soeben ins Geschäft und bekamen die Umarmung natürlich mit.
„Nanu?“, scherzte Marie direkt. „Hast du eine Gehaltserhöhung bekommen, von der wir nichts wissen dürfen? Du hast ja rote Flecken im Gesicht.“
Frau Janser übernahm die Antwort. „Kim hat ein Preisausschreiben gewonnen. Jedoch nicht irgendwas, nein, sondern eine Luxus-Reise nach Mauritius!“

Kims Gewinn war somit Tagesgespräch im Salon. Selbst diejenigen, die nur den Pony nachgeschnitten bekamen, versorgte ihre ukrainische Kollegin Daria mit dieser Sensation.
„Hat sie gewonnen Luxusreise! Wird sie fahren in Südsee!“ Eifrig wusch sie die Haare der Kundin.
Südsee? Kim glaubte, nicht richtig zu hören. „Daria, das ist nicht die Südsee, Mauritius liegt im Indischen Ozean“, berichtigte sie schnell.
„Aaach“, Daria winkte lächelnd ab, „ist fast Nachbarschaft!“
Auch die nächste Kundin von Daria kam in den Genuss der spektakulären Neuigkeiten.
„Sie haben schon gehört? Kim wird machen Luxus-Reise!“
„Nein! Tatsächlich?“ Die Augen der Dame mit den nassen Haaren wurden rund wie Murmeln und groß wie Diskusscheiben.
„Jaja“, Daria drehte ihr Strähnen ab und steckte sie hoch, „hat gewonnen Preisausschreiben. Großes Glück!“
„Wo geht es denn hin?“ Die Neugier der Kundin war natürlich geweckt. Und so berichtete Daria mit blumigen Worten, als würde sie die Reise selbst antreten.
Sie war eine ganz liebenswürdige Person, deshalb konnte ihr Kim nicht wirklich böse sein, obwohl sie lieber alles erst einmal für sich behalten hätte. Man weiß ja nie ... und genauere Informationen hatte sie schließlich noch gar nicht!

Aber auch ihre Chefin und Marie erzählten frank und frei. Man ergoss sich in ausschmückenden Vermutungen über Luxus. Von watteweichen Himmelbetten in Strandpavillons, riesigen Gourmet-Buffets, wohltuenden Massagen, tropischem Flair mit Bilderbuchstrand, malerischen Kokospalmen und bombastischen Cocktails war jeder mit seiner eigenen Luxus-Vorstellung dabei.
Den Vogel allerdings schoss Daria ab, als sie laut verkündete: „Oh, alles sehr spannend! Ist wie Film! Kim wird sich angeln Millionääärrr!“

Im Kindle-Shop: Luxus pur - oder?

Mehr über und von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki auf ihrer Website.



17. Juni 2017

'Welt aus Sand: Die Chroniken von Pathaar I' von M.P. Anderfeld

In einer Welt, die von riesigen, insektenähnlichen Wesen beherrscht wird, wächst Mira in relativer Sicherheit auf.

Als Kronprinzessin von Bedivere, eines mächtigen Stadtstaats in der großen Ebene, lebt sie privilegiert, wenn auch in einem „goldenen Käfig". Ihr sorgenfreies Leben findet ein jähes Ende, als ihre einzige Freundin durch eine Intrige unter Verdacht gerät und ihr die Todesstrafe droht. Wenn Mira sie retten will, muss sie selbst aktiv werden.

Auf dem Spiel steht nicht nur das Schicksal der Prinzessin, sondern das der ganzen Menschheit.

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Leseprobe:
Die Hitze ließ die Luft über der Wüste wabern. Eine gewaltige Staubwolke hinter sich herziehend, bewegte sich ein riesiges Gebilde über die Ebene. Jupiter rollte, stakte, schritt, auf einem Gewirr aus Beinen, Rädern und Raupenketten, immer wieder fuhren aus dem Bauch des Ungetüms Rohre und Stützarme und wurden wieder eingezogen. Bewegten, stabilisierten, betasteten. Dampf trat zischend aus Gelenken, Scharniere quietschten und Ketten rasselten.
Hoch über all dem erhob sich die Stadt auf einer großen runden Plattform. Dicht gedrängt standen die Häuser, dazwischen enge Gassen und einige breitere Straßen. Vom Rand der Plattform hingen Kabel und Ketten herunter, darüber erhoben sich zahlreiche Kräne.
Von einem wurde gerade ein kleines Fahrzeug herabgelassen, das sich in Bewegung setzte, kaum dass es den Boden berührte.
Sie waren zu viert im Dampfroller – Frau Kornheim, er selbst und zwei andere, die Kato noch nicht kannte.
Ein junger Mann steuerte das Gefährt, während Frau Kornheim letzte Instruktionen gab: »Wir vermuten eine größere Bibliothek in Ruinen nicht weit entfernt und wir wissen nicht, wann wir wieder hierher kommen. Das könnte also eine Chance sein, die nicht so schnell wiederkommt. Ihr wisst, dass wir nicht viel Zeit haben. Impact ist in …« sie versuchte, auf ihre Armbanduhr zu schauen, aber der Staub nahm ihr die Sicht, »… na, jedenfalls bald. Aber das macht nichts. Wir gehen rein, holen was Interessantes und verschwinden wieder. In drei Stunden sind wir wieder zurück.«
»Zur Rollenverteilung: Lenko und ich gehen rein. Kato und Jenn, ihr sichert. Beim geringsten Zeichen irgendeiner Gefahr gebt ihr Signal und wir hauen ab. Ist das klar?«
Alle nickten. Lenko musste der arrogant wirkende junge Mann am Steuer sein und das grimmig dreinblickende Mädchen war dann wohl Jenn. Reizende Gesellschaft.
Nachdem sie etwa eine Stunde durch die Wüste gefahren waren, erreichten sie eine verlassene Stadt. Obwohl der Sand bereits einen großen Teil der Bauten erobert hatte – Kato sah eingestürzte Dächer, aus manchen der fensterlosen Öffnungen quoll gelber Sand und von nicht wenigen Häusern standen nur noch die Grundmauern – bot sie noch immer einen imposanten Anblick. Kato wäre gerne länger geblieben und hätte sich alles genauer angesehen.
»Ist was anderes als Ketten schmieren, was?«, sagte Frau Kornheim, ohne ihn anzusehen und grinste.
Die Bibliothek lag an einem weiten, leeren Platz, über den der Wind ungehindert hinwegfegte. Sie stellten ihr Fahrzeug direkt davor ab.
Das Eingangstor war verschlossen, sie brachen es mit einem kleinen Rammbock auf. Dann machten sie sich an die Arbeit. Kato wartete im Bereich des Eingangs, Jenn war auf der Straße, hielt den Kessel unter Feuer und hielt Ausschau nach Ynsekti.
Nachdem Frau Kornheim und Lenko verschwunden waren und sich seine Augen an das Zwielicht gewöhnt hatten, konnte auch Kato sich umsehen. Er befand sich in einem großen Raum, von dem eine breite Treppe nach oben führte. Still war es hier und überraschend kühl. Und so friedlich, dass es ihn nervös machte. Erst nach einer Weile wurde ihm klar, was ihm fehlte: Der Boden war völlig still. Er war in Jupiter aufgewachsen und daran gewöhnt, dass der Boden zumindest leicht schwankte, dass immer wieder schwache Vibrationen zu spüren waren. Hier aber war nichts. Er stampfte auf den Boden. Ein wenig Staub flog auf. Alles fühlte sich falsch an, tot und statisch.

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16. Juni 2017

'Lasst mich doch einfach leben …' von Cornelia Harz

Lisa Lindtal verliert alles: ihre Glaubwürdigkeit, die Liebe ihres Mannes und ihre Freiheit.

Die BlutGruppe2000, eine Organisation, die zahlungskräftigen Gästen eine Bühne für ihre perversen Fantasien bietet, hält sie gemeinsam mit anderen Opfern gefangen. Auf Lisa warten Schmerz und Tod. Wird sie es schaffen, sich aus dem Netz dieser Verbrecher zu befreien?

Ein spannender und emotionaler Psychothriller.

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Leseprobe:

„Frau Lindtal, ich brauche Ihre Hilfe!“
„Wie soll ausgerechnet ich Ihnen helfen?“
Sein Gesicht rückte näher an meines. „Haben Sie Zugang zu den Filmen der BlutGruppe2000?“
„Was haben denn diese Filme mit Ihrer Frau zu tun?“
„Ich weiß von einer Kollegin, dass alle Filme der BlutGruppe2000 reale Misshandlungen und Morde zeigen.“
Meine Cola blockierte meine Luftröhre. Ich musste husten. „Mein Mann hat sämtliche Filme zu Hause. Ich hab nicht viele davon gesehen. Mir sind die zu …“
„Zu grausam, das kann ich mir vorstellen.“
„Und Sie meinen, Sie finden auf den DVDs den Mord an Ihrer Frau?“
„Ich habe nur wenig Hoffnung, dass sie noch lebt.“
„Was hat denn Ihre Kollegin erzählt? Woher weiß sie das mit den Filmen?“
„Sie wissen doch bestimmt, dass Ihr Vorgänger ausgewandert sein soll.“
„Sie sprechen von Jonas Sklav, so heißt er doch, oder?“
„Genau. Aber von meiner Kollegin weiß ich, dass er nicht ausgewandert ist. Die BlutGruppe2000 hat ihn ermordet. Sein Tod soll auf der DVD Nummer 388 sein. Was, glauben Sie, sind das für Knochen unter der Glasplatte Ihres Schreibtischs?“
„Das ist nicht lustig! Das sind natürlich Kunststoffknochen!“
„Und die Initialen JS, die am rechten Tischbein eingeritzt sind?“
„Das ist die Firma, die diese Tische anfertigt! Also Herr Wüstenscheidt, ich bitte Sie wirklich –“
„Wir stellen diese Stücke selbst her. FaktSanum oder besser: die BlutGruppe2000.“
Ich sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
„Wenn ich wenigstens diese eine DVD hätte und einen der Knochen aus Ihrem Schreibtisch, könnte ich zur Polizei gehen.“
„Natürlich kann ich mal nachsehen. Wie sieht denn dieser Jonas Sklav überhaupt aus?“
Heiko Wüstenscheidt kramte in seiner Jacke und zog ein Stück Papier heraus. „Das ist ein Ausschnitt von unserer Betriebszeitung. Hier, der Dritte von rechts.“ Er schob mir den Zettel unter die Nase.
Ich sah einen grinsenden Mann, mein Alter etwa, mit zotteligen schwarzen Haaren. Er sah glücklich aus.
„Herr Wüstenscheidt, ich weiß grad ehrlich nicht, ob ich Angst haben oder herzhaft lachen soll.“
„Sie sollten auf sich aufpassen, Frau Lindtal! Und wir brauchen so schnell wie möglich Beweise, sonst …“
„Sonst? Sonst bin ich auch tot?“ Ich legte ein paar Münzen auf den Tisch und stand auf, ohne mich zu verabschieden.
Unterwegs versuchte ich mir pausenlos einzureden, dass ich meinen Meister im Spinnen gefunden hatte. BlutGruppe2000, alles Mörder, so ein Schwachsinn!
Zu Hause kniete ich mich sofort vor das Regal mit den DVDs. Jakob hatte sie perfekt geordnet. Da war sie: BlutGruppe2000 – Teil 388. Mein Herz pochte laut und stark und schnell. Ich fragte mich, wie lange meine Rippen diesem Hämmern noch standhalten würden. Meine Hände zitterten, mir glitt die DVD zu Boden. Wenn diese Geschichte stimmte, war mein Leben vorbei, ich war vorbei, für immer.
Es half nichts. Ich breitete das Bild von Jonas Sklav vor mir aus und startete den DVD-Player. Zuerst war es wieder dunkel. Dann der Schriftzug BlutGruppe2000 – Teil 388. Danach wieder diese Dunkelheit. Ich drückte auf Pause. Und auf Start. Und auf Pause. Und auf Start. Und da hing er: Jonas Sklav, gekreuzigt, blutend an Händen und Füßen, in irgendeiner Kirche. Er schrie! Er schrie wieder und wieder: Neeeiiiin, bittteeee! Doch sie schlugen immer mehr Nägel durch seinen halb nackten Körper. Ich sah seine Kräfte schwinden. Seine Stimme, sein Flehen wurden leiser. Bis er nach einiger Zeit komplett verstummte und sein Kopf leblos nach vorne kippte.

Im Kindle-Shop: Lasst mich doch einfach leben … (Psychothriller)