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Bücherkarussell
Auswahl mit Klick auf ein Cover

8. Juli 2020

'Sieben Monate mit Mozart' von Herbert Feid

Kindle (unlimited) | Traumtänzer-Verlag | Taschenbuch
Herbert Feid bei Facebook
Sigi ist bedingungslos in den musikalischen Stas verliebt, wohl wissend, dass diese Liebe keine Chance haben wird. Dennoch kommt er von dem rätselhaften jungen Mann nicht los.

Stas vertraut ihm sein Geheimnis an: ein mysteriöses Päckchen, das seit dem Tod seines Vaters auf jemanden wartet. Sigi lässt sich darauf ein, nicht ahnend, welche Abgründe sich hinter Stas' Familiengeschichte verbergen. Er versucht alles, um Stas zu schützen, doch letzten Endes bleibt ihm nur eines: Sieben Monate mit Mozart.

Anleser:
Zum Schluss japste Stas wie eine Fahrradpumpe: Das war Bach, du Idiot. Air, aber das bedeutet nich Luft! Wieder sein freundschaftlicher Stoß in die Rippen. Stas lachte laut auf. Ich umklammerte ihn wie zum Spaß, warf den Zuckenden auf den Boden und mich über ihn, sein Keuchen blies mir ins Gesicht. Der Mund geöffnet dicht vor meinen Lippen, schöne weiße Zähne. Er streckte mir die Zunge weit heraus. Wir rollten übereinander, die süße Melodie war immer noch in mir. Dann war er plötzlich auf mir, über mir, sein sinnlicher Mund einen Spalt geöffnet. Ich fühlte seinen Atem, wurde hart. Er so dicht vor mir, ich wollte ihn endlich küssen, aber. Spiel noch was, hechelte ich, es war mehr ein Seufzen.

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7. Juli 2020

'Watteweiche Glückswolken' von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Herzklopfen pur

Lieblingsfarbe Pink! Patty erfüllt sich, nach der schmerzhaften Trennung von ihrem Freund, einen lang gehegten Wunsch und eröffnet einen eigenen kleinen Laden, Pattys Pretty Pink. Sie verkauft nur Produkte, die Pinktöne enthalten. Kommt dieses außergewöhnliche Konzept an? Freundin Doro ist davon überzeugt und unterstützt sie tatkräftig.

Die geschäftliche Seite ist schon aufregend, die private wird es auch, denn sie lernt ganz unterschiedliche Männer kennen. Ist einer dieser netten Kerle der ersehnte Traumprinz, der ihr Herz erobern kann?

Anleser:
Es klopfte an die Eingangstür des kleinen Geschäftes. Patricia sah auf und entdeckte ein männliches Gesicht, welches neugierig durch das nur DIN A4 große Loch in der Papierabdeckung blickte. Mit schnellen Schritten lief sie zur Tür und schloss auf.
Ein Briefträger stand davor und lächelte sie aus tiefseeblauen Augen an. »Sind Sie Frau Patricia Sommerfeld?«
»Ja, das bin ich.«
»Prima. Ich habe Post für Sie.« Er reichte ihr zwei Umschläge.
»Danke.«
»Alles noch abgeklebt. Was wird das denn für ein Laden?« Neugierig versuchte er, einen Blick an ihr vorbei in den Innenraum zu erhaschen.
»Etwas ausschließlich für Mädels. In wenigen Wochen ist Eröffnung. Sie können die Geschäftspost aber auch in meinen privaten Briefkasten nebenan werfen. Ich wohne seit dem letzten Wochenende hier über dem Lädchen.«
»Ah, der Umzugswagen gehörte zu Ihnen. Somit sehen wir uns ja öfter. Ich bin der Postbote hier im Viertel. Ole Steinert.« Er reichte ihr die Hand.
»Ich heiße Patricia Sommerfeld.«
»Joah. Das stand auf dem Umschlag und haben Sie schon bestätigt.«
Patricia kicherte los. »Stimmt. Übrigens, alle Welt nennt mich nur Patty.«
»Okay, ich bin der Ole.«
In diesem Augenblick schoss eine junge Frau mit einem Korb heran. »Juhu, Patty, da bin ich. Hat alles geklappt.« Sie drehte sich zu dem Briefträger. »Hi Ole!«
»Moin Doro. Aber ich muss weiter. Tschüss.« Und schon saß er wieder in seinem kanariengelben Elektroauto.
Doro schlüpfte durch die Tür.
»Woher kennst du den Postboten?«, fragte Patty erstaunt. »Du wohnst doch am anderen Ende.«
»Unsere Zeitung hat vor circa zwei Jahren eine Serie über alle Briefträger der Stadtviertel gemacht. Und da ich bei der Lokalredaktion gerade frisch als Redakteurin begonnen hatte, durfte ich mich in diesem Job beweisen.«
»Das habe ich nicht mitbekommen.«
»Logisch. Da lebtest du schließlich noch auf Mallorca.«

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'Allegras Fluch' von Kerstin McNichol

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Website Kerstin McNichol | Traum³ Verlag
Allegra lässt nichts unversucht, um ihren Vater vor einer Torheit zu bewahren. Die verzweifelte Tochter schreckt noch nicht einmal vor Hexerei zurück, damit die Verlobte aus ihrer Leben verschwindet. Allerdings läuft der Zauber schief und beide verschlägt es in eine andere Zeit.

Um eine Chance auf Rückkehr zu haben, müssen die beiden zusammenarbeiten und sich Verbündete suchen. Doch was tun, wenn auch die Helfer untereinander zerstritten sind?

Anleser:
„Wir sind verlobt“, quietschte Jasmin vergnügt während sie Allegra die Hand entgegenstreckte.
Den Ringfinger zierte ein zartes Band mit einem funkelnden Stein in der Mitte. Offensichtlich hatte sich ihr Vater nicht lumpen lassen. Allegra wusste nicht, was sie mehr verärgerte. Die Tatsache, dass er so viel Geld für eine Torheit ausgab, oder dass diese Hochstaplerin nun ihre Stiefmutter-in-Spee war.
„Gratuliere“, gab sie möglichst neutral von sich und blickte dabei Jasmin in die Augen. Jasmin sollte erkennen, dass sie ihr Spiel durchschaute. Die erhoffte Gegenreaktion blieb aus. Allegra hatte darauf gezählt, dass Jasmin die Beherrschung verlieren würde und sie anschrie. So hätte ihr Vater ihren wahren Charakter erkennen müssen. Doch stattdessen schmiegte sich Jasmin eng an Alexander und blickte ihn nicht nur verliebt an, sondern streichelte mit der linken Hand über seinen Brustkorb, sodass der Ring im Licht wie eine Trophäe glitzerte.
Selbstverständlich erwiderte er die Geste und zog seine junge Gefährtin noch enger an sich heran. Die jugendliche Verliebtheit, welche die beiden zur Schau stellten ärgerte Allegra maßlos. Es war ihr nicht nur unangenehm, dass ihr Vater von Jasmin nicht genug zu bekommen schien, sondern sie fand auch, dass er sich permanent wie ein dummer Schuljunge benahm und nicht wie der neunundvierzigjährige erfolgreiche Geschäftsmann, der er war. Angewidert wendete sie den Blick ab, wenn sich die beiden küssten. Allegra konnte und wollte sich einfach nicht daran gewöhnen, dass ihr Vater diese Frau liebte. Zum einen war er mehr als doppelt so alt wie sie, und zum anderen war Jasmin mit ihren vierundzwanzig Jahren lediglich neun Jahre älter als sie selbst.
Seit Anbeginn dieser unheilvollen Beziehung hatte für Allegra festgestanden, dass Jasmin ihren Vater lediglich ausnutzte. Außer dem Studium eines unbedeutenden Faches an der Uni, hatte sie nichts weiter vorzuweisen. Jasmin war pleite und das, was sie als Liebe darstellte, war nichts weiter als ein uralter Trick mit dem sich Weiber wie sie das Vermögen von verblendeten Männern in der Midlife Crisis aneigneten. Dieser Ring untermauerte Allegras Vorbehalte, zumal vor kurzem noch die Rede davon war, dass Jasmin das Studium aufgeben und sich von Alexander ein kleines Ladenlokal in der Stadt finanzieren lassen wollte.
Für Allegra war die Sache glasklar. Hier ging es nicht um Liebe, sondern lediglich darum, für die eigene Zukunft auszusorgen. Und dies schien Jasmin während des romantischen Wochenendes in den Bergen endgültig gelungen zu sein. Der Verlobungsring war der untrügliche Beweis dafür, dass Jasmin den Aufstieg von der Freundin zur Verlobten geschafft und sich dadurch den Platz in der Familienhierarchie gesichert hatte.
Dennoch war dies kein Grund, dass Allegra ihre Anstrengungen Jasmin loszuwerden einstellen würde. Im Gegenteil, sie würde ihre Bemühungen verdoppeln; Jasmin durfte nicht ihre Stiefmutter werden. Da Alexander altmodisch war würde er Jasmin so schnell wie möglich heiraten wollen. Allegra war der Meinung, die Verliebtheit ihres Vaters wäre nur der törichte Versuch, an seiner Jugend festzuhalten und sich so über die Scheidung hinwegzutrösten.
Jasmins albernes Gekicher riss sie aus den Gedanken und Allegra blickte zu den beiden herüber. Es machte sie wütend zu sehen, wie ihr Vater sanft den Hals seiner Verlobten küsste und sie sich dabei noch enger an ihn drückte.
Allegra platzte der Kragen.
„Verdammt noch mal, spart euch diese Liebelei für ein Publikum auf, das euch den Nonsens abnimmt“, keifte sie.
„Was erlaubst du dir?“, rief der Vater ebenso verwundert wie empört.
In seinem Blick lag eine Mischung aus Unglauben und Zorn.
Unwillkürlich senkte Allegra unter dem strengen Blick den Kopf. Seine heftige Reaktion hatte sie erschreckt. Sie hatte ihn auch nicht so anblaffen wollen und schaute ihn schüchtern an, um sich zu entschuldigen. Doch als Jasmin den Arm um seine Taille legte und sie vorwurfsvoll ansah, konnte sich Allegra nicht mehr beherrschen.
„Wie konntest du eine derartige Torheit begehen? Wieso begreifst du nicht, dass sie sich nur ins gemachte Nest setzen will?“, schleuderte sie ihm wütend entgegen.
„Ich warne dich, treib es nicht zu weit“, forderte er und hob mahnend den Zeigefinger, während er einen Schritt auf seine Tochter zuging.
„Papa, bist du echt so naiv zu glauben, dass diese Beziehung funktionieren würde? Für sie bist du nur ein alter Idiot, den sie ausnehmen kann“, rief Allegra und sah ihn mit fiebrigen Augen an.
„Allegra, das reicht! Du entschuldigst dich sofort bei Jasmin“, verlangte er streng.
Allegras Herz klopfte vor Aufregung als sie in die entschlossenen Augen ihres Vaters blickte, doch anstatt einzulenken kniff sie die Lippen zusammen und starrte ihn mit leicht nach vorn gesenktem Kopf angriffslustig an. Er hatte einen Nerv getroffen.
„Diese Verlobung ist lächerlich. Du steckst doch nur in der Midlife-Crises.“
„Das reicht, Allegra“, fuhr er ihr über den Mund. „Du gehst augenblicklich auf dein Zimmer, bevor ich mich vergesse.“
„Gewalt ist alles, was dir dazu einfällt? Die hat dich bereits auf ihr Niveau heruntergezogen?“ Allegras Mienenspiel sprach Bände.
„Verschwinde auf dein Zimmer“, kam es gepresst von Alexander.
Allegra glaubte zu sehen, wie sehr er unter dieser Auseinandersetzung litt und wertete dies als einen Schlachtsieg.

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6. Juli 2020

'Schlafe mein Prinzchen schlaf ein' von Monika Zenker

Kindle | BoD (ePub) | Taschenbuch
Website Monika Zenker
Ein Junge, hinein geboren in eine Welt, die von Traditionen lebt. Sein Weg scheint durch die Generationen vorbestimmt zu sein, obwohl seine Eltern ihm dieses Schicksal gern ersparen wollen. Aber manchmal geht das Leben ganz eigenwillige Wege und entscheidet, was werden wird.

Schicksale begleiten den Jungen und die Familie auf ihren Wegen. Wenn man sich für einen Augenblick verliert, ist das tragisch, aber solange das Band der Sehnsucht nicht reißt, ist alles möglich. Nimm das Leben so an, wie es für dich bestimmt ist.

Es hat alles seinen Sinn ...

Anleser:
Thomas brauchte seine Frau in dieser Zeit mehr denn je an seiner Seite. Diesmal nicht für die wirtschaftlichen Belange des Weingutes, sondern für den Kampf um die Freiheit ihres Sohnes. Er hatte unzählige Diskussionen mit seinen Eltern geführt. Sein Vater drohte ihm damit, ihn als Geschäftsführer abzusetzen, nur um seinen Dickschädel durchzusetzen. Es fielen Worte, die auf beiden Seiten verletzend waren. Thomas konnte keinen einzigen Millimeter nachgeben, weil er es erstens seiner Frau versprochen hatte und sein Sohn es ihm übel nehmen würde, dass er versagt hätte, als es um ihn ging.

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3. Juli 2020

'DER TOD IM DOPPELPACK: Gordon Rabes zweiter Fall' von H.C. Scherf

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Erwacht das Böse in uns, stirbt zuerst die Seele

Die Erkenntnis darüber, dass sie sich im aktuellen Fall mutmaßlich mit einem mordenden Pärchen auseinandersetzen müssen, schockiert das Team um Gordon Rabe. Grausame Wunden, die alle Opfer aufweisen, zeigen, dass jemand lustvoll tötet und von Hass besessen sein muss. Wer bisher glaubte, dass nur Männer zu solchen Taten fähig sind, wird sein Weltbild korrigieren müssen.

Ein Fall, der die Essener Soko vor Rätsel stellt, da die Täter perfekt verstehen, ihre Spuren zu verwischen.

Als wäre das nicht ausreichend, muss sich Gordon um einen alten Fall kümmern, der ihn in tödliche Gefahr bringt.

Anleser:
»Entschuldigt bitte, wenn wir etwas früher da sind, als es verabredet war. Es fiel uns schwer, abzuschätzen, wie lange wir für den Weg brauchen. Dürfen wir schon reinkommen?«
Klaus und Karin Molchert hatten den Passat in einer Nebenstraße geparkt, da sie sich nicht sicher waren, ob die Nachbarschaft in die Unternehmen ihrer Gastgeber eingeweiht war. Zum ersten Mal hatten sie selbst den Mut zu solchen Treffen aufgebracht. Lange Diskussionen waren diesem Vorhaben vorausgegangen, um dann endgültig zu einem Entschluss zu kommen. Die Annonce in der Zeitung ließ Raum für Interpretationen. Erst ein Telefonat schaffte darüber Klarheit, dass man gewisse Vorlieben, was das Sexleben betraf, miteinander teilte. Heute sollte es passieren – ein neues Kapitel im Leben des Ehepaars Molchert aufgeschlagen werden.
»Aber das ist doch gar kein Problem. Wir freuen uns darüber, dass ihr gekommen seid. Wir haben schon mehrfach erlebt, dass die Gäste nicht kamen, da sie sich das im letzten Moment überlegt hatten. Rein in die gute Stube. Ihr dürft euch wie zu Hause fühlen. Richard kommt sofort. Er holt Wein aus dem Keller.«
Die Molcherts wechselten einen Blick der Erleichterung und kamen überein, dass der erste Eindruck, was ihre Gastgeber und das Umfeld betraf, absolut positiv ausfiel. Sie traten in die Diele des großzügig bemessenen Einfamilienhauses. Schon allein der Eingangsbereich besaß die Abmessungen von Molcherts halber Wohnung. Scarlett Rosbach, wie sie sich am Telefon vorgestellt hatte, ging voraus und öffnete die Schiebetür zum Wohnzimmer. Sie geleitete den Besuch zur Theke der Hausbar und bot freundlich lächelnd Plätze auf den Barhockern an. Karin und Klaus betrachteten die prallen Kurven der Gastgeberin, die sich hinter den Tresen begab. Beiden schien weiterhin zu gefallen, was sie sahen. Besonders hervor stach die üppige Oberweite von Scarlett, die sie scheinbar gerne zur Schau stellte, indem sie einen weiten Ausschnitt ihres Kleides zuließ. Das Zuschlagen einer Tür lenkte die Besucher von der Gastgeberin ab. Karins Mund öffnete sich einen Spalt, als sie den Partner von Scarlett bemerkte. Geschätzte muskelbepackte Einsfünfundneunzig waren in ein enges Sportdress gepresst worden und bewegten sich geschmeidig auf sie zu. Trotz seines glattrasierten Schädels war erkennbar, dass sich dieser Mann in den besten Jahren um die vierzig befand und topfit war. Ein Grund mehr für Karin, sich vorzustellen, dass sich diese bärenstarken Arme um ihren Körper schlingen könnten. Sicher, Klaus gehörte ebenfalls zu den aktiven Männern. Doch nach einer Blasen- und Prostataentzündung war seine Leidenschaft ein wenig zurückgefahren worden. Er wusste, dass Karin es hart liebte, und war schon deshalb auf ihren Vorschlag eingegangen, es einmal mit einem flotten Vierer zu versuchen. Statt mit einem Händedruck begrüßte Richard sie mit einem knappen, aber freundlichen Kopfnicken. Er stellte die vier Flaschen Rotwein ab und klopfte Scarlett auf den Hintern.
»Hast du unseren Gästen nichts angeboten? Sie werden sicherlich Hunger und Durst haben. In wenigen Minuten gibt es eine Kleinigkeit für alle. Doch zuvor möchte ich loswerden, dass wir uns auf euch freuen. Das wird bestimmt ein interessanter Abend. Ein Glas zum Einstimmen?«
Ohne eine Antwort abzuwarten, goss Richard den Wein in die bereitgestellten Gläser. Schnell fand man bei lockeren Gesprächen zu einer guten Stimmung, zumal Scarlett relativ häufig ihre prallen Brüste an die Schulter von Klaus drückte, was dem zunehmend besser gefiel. Unter einer Kleinigkeit verstanden die Gastgeber allerdings etwas völlig anderes als die Molcherts. Schon die Vorspeise, bestehend aus jeweils zwei Austern auf grobem Salzbett, beeindruckte die beiden Besucher, die eher die Hausmannskost gewohnt waren. Als dann die Ochsensteaks auf Feigen, sowie die verschiedenen Salate auf Honig-Senf-Soße folgten, winkte Karin beim Dessert dankend ab. Die ersten beiden Flaschen hatten den Weg durch die Kehlen der zwei Pärchen gefunden, als Scarlett endlich die entscheidende Frage stellte.
»Ist das für euch das erste Mal? Ich meine damit, dass ihr es bisher nur miteinander getrieben habt. Mir scheint, als hättet ihr etwas Angst, besser gesagt, ihr seid ein bisschen befangen. Das müsst ihr nicht sein. Wir finden, dass jeder Mensch das Recht besitzt, tun zu dürfen, wonach es ihm ist. Wir waren auch schon einmal in der Phase, wo es für uns ein wenig langweilig im Bett wurde. Ich will damit nicht andeuten, dass ich Richard nicht mehr geliebt hätte. Da war eher so das Gefühl der Routine, wenn ihr wisst, was ich meine. Wie seht ihr das bei euch?«
Scarletts direkte Ansprache ließ zwei irritierte Besucher zurück, die sich mit einem kurzen Blickkontakt darüber verständigten, wer die Antwort geben sollte. Karin fühlte sich berufen, das zu erledigen.
»Nicht dass ihr meint, es wäre zwischen uns langweilig geworden, aber das mit der Routine trifft es recht gut. Das Feuer der früheren Tage fehlt ein wenig, obwohl es immer noch schön mit Klaus ...«
»Ich verstehe das gut«, unterbrach Scarlett sie und strich über Karins Unterarm. »Das schreit förmlich nach Abwechslung. Genau das haben wir uns vor Jahren gesagt und uns darauf eingelassen, ab und zu Gäste einzuladen. Wenn man sich auf dieser Ebene verstand, haben wir schon oft reichlich Spaß bekommen. Habe ich euch übrigens am Telefon gesagt, dass ihr hier gerne übernachten dürft? Ich denke, dass der Wagen sowieso stehen bleiben müsste.«
Um diese Aussage zu unterstreichen, hob Scarlett ihr Glas und prostete allen zu. Nachdem sie es wieder absetzte, gab sie Karin einen Kuss, die leicht errötend zurückwich.
»Oh, entschuldige, Liebste, das darfst du mir nicht übel nehmen, aber ich neige beim Trinken immer mal dazu, etwas bi zu sein. Ich mag es hin und wieder, es mit Frauen zu treiben. Würde dich das stören?«
Karins hilfloser Blick irrte zwischen Klaus und Richard, die beide ein aussageunfähiges Lächeln auf dem Gesicht zeigten, hin und her. Deshalb entschied sie sich für eine ausweichende Antwort.
»Nicht so direkt, Scarlett. Ich möchte nur damit sagen, dass ich es bisher nicht versucht habe. Schauen wir mal.«
Als Richards Hand Karins berührte, fühlte die sich unendlich befreit und beobachtete, wie sich gleichzeitig Scarletts Finger zwischen die Schenkel von Klaus bewegten.
»Wir haben euch bisher ja gar nicht das Spielzimmer gezeigt. Habt ihr Lust, mitzukommen, oder ist es für euch zu früh?«
Scarlett hatte, während sie die Frage stellte, längst ihre Arme um den jetzt errötenden Klaus gelegt und zog ihn hoch. Karin stieß einen Überraschungsruf aus, als Richards mächtige Arme sie aus dem Stuhl hoben und sie beide den anderen folgten. Als sich Scarlett vor Klaus rückwärts auf das breite Bett fallen ließ, offenbarte ihr hochrutschender Rock, dass sie komplett auf Unterwäsche verzichtet hatte. Unentschlossen stand Klaus vor ihr und suchte Karins Blick. Der war nur schwer zu erreichen, da sich Richard bereits mit seiner neuen Eroberung auf den Weg machte, das Zimmer zu wechseln. Eine feste Hand zerrte Klaus auf das Bett, wo er neben der schrill lachenden Scarlett zum Liegen kam. Sie riss ihm die Kleidung vom Körper und drückte ihren gewaltigen Busen auf sein Gesicht.

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2. Juli 2020

'Schicksalspfad des Tempelritters - Band 2: Adelsintrigen' von Olivièr Declear

Kindle unlimited | Taschenbuch
Olivièr Declear bei Amazon | Autorenseite
Köln Anno Domini 1235: Die Ländereien der verzweifelten Gräfin Ida von Zudendorp werden seit langem von schwarzgekleideten Reitern angegriffen. Sie und ihre Gefolgschaft ringen bereits mit dem Tode. In ihrer Not stehen nur noch der kampferfahrene Ritter Richard von Portus und der Orden der Tempelritter an ihrer Seite. Wer will der Gräfin schaden? Und warum?

Inmitten einer Welt voller Intrigen, adeliger Machtspiele und unzähliger Gefahren wollen die beiden die Wahrheit ergründen. Eine Reise beginnt, die sie unter größten Strapazen und unter Einsatz ihrer Leben sogar bis in das weitentfernte Rom führt.

Begeben Sie sich gemeinsam mit Ida und Richard auf ein Abenteuer und erleben Sie mit ihnen das Mittelalter in all seinen Facetten.

Anleser:
Fluch
Richard hörte das Peitschen der Zweige, spürte die Schläge durch das Polster seiner Rüstung. Der Weg vor ihm, ein wankendes Bild im ständigen Auf und Ab des wilden Ritts. Der dunkle Pfad des Waldweges nur schwach vom durchscheinenden Mondlicht erhellt. Die Last des ohnmächtigen Körpers vor ihm über dem Widerrist schien die vertraute Einheit zu seinem Tier genommen zu haben. Richard hielt sich kaum im Sattel, wenn sein Pferd über Hindernisse sprang, die er nicht im schwachen Licht erahnt hatte. Durch die dicke Polsterhaube unter seiner Kette vernahm er nur wenige Geräusche seiner Umgebung. Das Reiben und Schlagen der Kettenglieder übertönte beinahe die kräftigen Hufschläge seines Tieres. Bei dem hastigen Versuch, einem tiefhängenden Ast auszuweichen, spürte er, wie der vor ihm liegende Körper vom Pferd zu gleiten drohte. Mit einem raschen Griff erfasste er ihn und hielt ihn an seinem Platz. Es war mehr das Gefühl in seinem Bauch, das Trommelschlägen glich, weniger sein Gehör, das ihn spüren ließ, dass die Verfolger immer näher kamen. Wie feiner Sprühregen flog ihm der Speichel seines erschöpften Pferdes entgegen.
Richard trieb sein Tier, das an die Grenzen seiner Kraft gekommen war, immer aufs Neue an. Die wilde Jagd durfte nicht verloren werden. Sein Hengst fuhr mit dem Kopf herum, als könne er seinem Reiter damit zeigen, dass er diesen scharfen Ritt nicht mehr ertragen konnte. Aber Richard wusste, wie stark sein Pferd war. Seine ganze Hoffnung lag darin, dass die Pferde der Verfolger vor seinem Pferd zusammenbrechen würden. Er rief ihm zu: »Nur ein kurzes Stück, lass mich nicht im Stich!« Sein Pferd schien ihn verstanden zu haben. Nochmals beschleunigte es und flog mit seinem Herrn über den Weg.
Als sein Tier zu straucheln begann, wusste Richard, dass jetzt nur noch der Kampf blieb. Er ließ sein Pferd auslaufen und wandte sich den Verfolgern zu. Aber da war niemand. Er sah keine Reiter. Auch das Trommeln in seinem Bauch spürte er nicht mehr. Vorsichtig lenkte er sein Pferd zwischen die Büsche des Wegesrandes, um den Pfad aus dem Dickicht heraus zu beobachten. Kaum war er in seiner Deckung angekommen, spürte er erneut das Donnern der Hufen, noch bevor er sie hörte. Mehrere Reiter jagten in einer dichten Gruppe an ihm vorbei, ihre Schwerter erhoben. Richard klopfte den Hals seines Pferdes: »Das hast du gut gemacht, alter Freund.«
Kaum war er aus dem Sattel seines Tieres gestiegen, wandte sein Hengst den Kopf und stupste ihn mit seiner Nase, um die Belohnung für seinen treuen Dienst einzufordern. Richard schmunzelte und nahm ein Stück Rübe aus seiner Satteltasche. Mit flacher Hand hielt er es dem Freund hin. »Wenn wir in Sicherheit sind, sollst du besser belohnt werden. Du hast uns das Leben gerettet.«
Sein Blick fiel auf das Mädchen. Noch immer regte sich ihr Körper nicht. Richard nahm den ledernen Schlauch und goss ein wenig Wasser über ihren Kopf. Sie hob ihn erschrocken und sah ihn mit verängstigten Augen an. Richard legte einen Finger vor seinen Mund: »Keine Angst, ich werde dir nichts antun. Wir sind fürs Erste in Sicherheit«, flüsterte er. Das Mädchen sah ihn mit großen Augen an, aus denen die Furchtsamkeit noch nicht gewichen war. Stumm nickte sie und bemühte sich, vom Pferderücken zu gleiten. »Wie ist dein Name, Mädchen?« Leise antwortete sie: »Siena, edler Herr.« Richard betrachtete ihre schmutzige und zerlumpte Kleidung. »Warum haben diese Strauchdiebe dein Dorf überfallen?« Siena wusste auch nicht viel mehr, als er selbst beobachtet hatte. Sie war vom Lärm aus dem Haus gelockt worden und sah eine große Schar Reiter, die wahllos auf jeden einschlug, der ihren Weg kreuzte. Als sie fliehen wollte, spürte sie einen heftigen Schlag, der sie zu Boden stürzen ließ. Mehr konnte auch sie nicht sagen. Auch hatte sie keinen der Reiter erkannt. Richard erzählte ihr: »Wir sahen, wie du von einem Pferd zu Boden gestoßen wurdest. Aber es traf dich kein Huf. Der Schreck nahm dir die Sinne.« Siena sah ihn fragend an. »Ich sah Euch mit Euren Begleitern. Wo sind sie?« Richard schüttelte traurig das Haupt. »Für einfaches Diebesvolk kämpften diese Reiter zu gekonnt. Nur mir ist die Flucht gelungen.« Dann schwieg er, während er in seiner Erinnerung einen Anhaltspunkt suchte, wer für diesen Angriff verantwortlich gewesen sein könnte. Aber er fand nichts, was die Angreifer verraten hätte. »Wir waren auf dem Weg zu der Herrin deines Ortes. Du wirst mich erst einmal dorthin begleiten.« Als sie aufbegehren wollte, sagte er mit strengerer Stimme als gewollt: »Du wirst gehorchen und folgen, wie man es dir heißt. Hast du mich verstanden?« Als sie mit widerwilligem Blick nickte, setzte er milder hinzu: »Die Herrin wird dich sicherlich bald zu deinen Leuten schicken.«
Richard las in ihrem Gesicht, dass diese Hoffnung nur ein schwacher Trost für das Mädchen war. Er konnte verstehen, dass sie sich sorgte und schnell zurückkehren wollte. In diesem Moment galt es jedoch, erst einmal zu erfahren, woher der Angriff gekommen sein könnte und wie zu handeln sei. Der Ritter legte seinen Umhang ab und gab dem Bauernmädchen den Befehl, sich einen Schlafplatz zu suchen. Mit einem freundlichen Lächeln reichte er ihr den Mantel als Decke. Nachdenklich blickend versorgte er sein Pferd, so gut es an diesem Ort möglich war. Der Weg war zu gefährlich und es war zwecklos, in der Nacht durch den Wald zu streifen. Daher entschloss er sich, auf das Licht des beginnenden Tages warten. Mit finsterem Blick beobachtet er die Nacht, während er an den Stamm eines Baumes kauerte. Seine Sinne achteten auf jedes Geräusch des Waldes. Aber die Reiter schienen die Suche aufgegeben zu haben. Die Geräusche des nächtlichen Waldes wurden nur manchmal von dem leisen Schluchzen des Mädchens gestört.
Als er die Magd bei dem ersten Licht wecken wollte, fand er sie bereits wach. Er betrachtete ihre geröteten Augen und die Sorge in ihrem Gesicht. Ob sie überhaupt Schlaf gefunden hatte? Zu gern hätte er ihr tröstende Worte geschenkt. Aber er durfte sich dem Gesinde nicht offenbaren, als wären sie seinesgleichen. Richard brachte ihr Trockenfleisch und reichte ihr den Lederschlauch mit Wasser. Misstrauisch schnupperte Siena an dem Lederschlauch; »Ich soll kein Wasser trinken. Es macht krank.« Richard lachte leise; »Dieses kannst du trinken, es stammt aus meinem Brunnen und ist feinstes Quellwasser. Trink nur, Kind. Wir müssen bald aufbrechen.«
Obwohl er sicher war, dass die Reiter ihnen jetzt nicht mehr auf diesem Pfad entgegenkommen würden, zog er das Kettengeflecht mit der Haube in den Nacken und lauschte aufmerksam nach möglichem Hufschlag. Die Spuren, welche die schweren Pferde auf dem Weg hinterlassen hatten, ließen ihn erkennen, in welcher Eile sie unterwegs gewesen waren. Abrupt endete ihre Spur, als hätten sich die Reiter in Luft aufgelöst. Verwundert hielt Richard an. Er blickte sich um und suchte nach Zeichen, die ihren weiteren Weg verraten könnten. Aber da war nichts. Kein gebrochener Zweig. Keine Spur in den Wald hinein. Wo waren sie geblieben? Vor ihnen lag ein jungfräulicher Weg, auf dem kein Grashalm gebogen war. Kopfschüttelnd setzte er seinen Weg mit Siena fort.
Gegen Mitte des Tages erreichten sie die Ebene, auf der sich die Befestigung befand. Schon von Weitem sah er den Turmhügel aufragen. Die kleine Ansiedlung unter dem Turm war von einem gefluteten Graben umgeben. Diese Ansiedlung erschien jämmerlich gegen die prächtigen und trutzigen Burgen der höheren Lagen. Aber wo es keinen Steinbruch gab, mussten Gräben und Holz als Schutz gegen Diebe reichen. Als sie die Ansiedlung betraten, betrachtete er die arg verfallen Gebäude. Er war vor Jahren das letzte Mal zu Gast. Damals lebte der Herr des Gebietes noch. Der Graf von Zudendorp war ein ewig unzufriedener Mann, mit dem es häufig Grenzstreitigkeiten zu schlichten galt. Sein Herr, der alte Bischof zu Coeln, ließ ihm kaum mehr, als er zum Leben brauchte. Auch unter dem neuen Herrn war es nicht besser geworden. Seit dem der Bau des neuen Domes beschlossen worden war, presste die Kirche ihre Vasallen bis zum Blute.
Am Wohnturm verlangte er, die Gräfin zu sprechen. Es dauerte eine Weile, bis man ihn vorsprechen ließ. Die Gräfin war ebenso verfallen wie ihre Heimstatt. Tiefe Ringe lagen um ihre Augen. Zahlreiche Falten hatten sich in ihr Gesicht gegraben. Richard war erschrocken, wie sich diese einstmals hübsche Frau verändert hatte. »Nun, Graf Richard. Wenn ich mich recht entsinne, seid Ihr selten ein Mann, der frohe Botschaft bringt«, empfing sie ihn kühl. Er verbeugte sich leicht und sah sie einen Moment schweigend an. Dann erwiderte er: »So wird mir wohl weiterhin der Ruf als Bote schlechter Nachrichten bleiben.« Die Gräfin schwankte leicht, während ihre Hand Halt an der Lehne eines Stuhles suchte. »Dann heraus mit Eurer Botschaft. Schlimmer als es ist, kann es ohnehin nicht mehr werden.«
Die Frau tat ihm leid, aber es half nichts, er musste die Nachricht überbringen. »Euer Besitz, eine halbe Tagesreise von hier, wurde überfallen.« Die Gräfin sank kraftlos und bleich auf den Stuhl. Stumm, fast anklagend sah sie Richard an. »Ich weiß nicht mehr über den Umstand, als dass ich meine Begleiter dabei verloren habe und selbst kaum mit dem Leben davongekommen bin. Aber ich habe Euch ein Mädchen des Ortes mitgebracht, die den Überfall überstanden hat.« Dabei griff er hinter sich und führte die hinter ihm stehende Siena nach vorne. Ungelenk verbeugte sich das Bauernmädchen vor seiner Herrin.

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'The Gipsy Gentleman' von Monica Bellini

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
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Unverschämt attraktiv, unanständig reich, ein wahrer Gentleman. All das ist Dante Cipriani – äußerlich. In ihm lodert hingegen das Feuer seiner Herkunft, die um jeden Preis geschützt werden muss. Denn Gipsys haben in der High Society nichts verloren.

In einer Bar in Taormina wehrt sich Carina Byron, die Tochter des Earl of Willingdon, gegen einen aufdringlichen Grapscher. Erfolglos. Kurz entschlossen gibt sie den Erstbesten als ihren Ehemann aus. Er spielt mit, lässt seine Finger durch ihre roten Haare gleiten und nennt sie Foxy. Mit seinen schwarzen Locken und den dunklen Augen ist ihr Mr-Dark-and-Hot Verführung pur. Ohne seinen Namen zu kennen, verbringt sie eine unvergessliche Nacht mit ihm. Am nächsten Morgen bittet er sie um ein Date am selben Abend. Doch eine Nachricht aus England zwingt sie, Hals über Kopf abzureisen. Dennoch kehren ihre Gedanken immer wieder zu ihrem Fake-Ehemann zurück. Auch der heißblütige Gipsy kann Foxy nicht vergessen, aber die Suche nach ihr ist vergeblich. Er wird zum verschlossenen, kühlen Workaholic. Bis ein Anruf alles ändert ...

Abgeschlossener Liebesroman mit heißen Szenen und Happy End.

Anleser:
Der Anblick seines schweißglänzenden Oberkörpers raubte ihr zum wiederholten Mal den Atem. Er trieb sie in den Wahnsinn. Mr-Dark-and-Hot war hinreißend, intelligent, sexy und lustig. Allerdings war jetzt von seinem Humor nichts mehr zu spüren, jedoch war er in ihr – und das war schlichtweg das unwahrscheinlichste Gefühl ihres Lebens. Carina hatte Gelegenheitssex mit einem Mann, von dem sie nicht einmal den Namen kannte. Sie! Noch nie zuvor hatte sie gegen eine ihrer Regeln verstoßen. Gegen die ihrer Familie hingegen immer wieder, aber stets im Rahmen der Normalität. Denn das, was sich für den englischen Hochadel nicht ziemte, war für andere Menschen alltäglich. Sie hatte es sich schließlich nicht ausgesucht, als Tochter des Earl und der Countess von Willingdon geboren zu werden. Es war einfach passiert. Was noch lange kein Grund dafür war, im einundzwanzigsten Jahrhundert, nur weil man unglücklicherweise mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt gekommen war, sich wie ein hirnloses Dummchen zu verhalten. Beim Tee abgespreizte kleine Finger, Stickrahmen und züchtig gesenkte Blicke, sobald ein männliches Wesen in der Nähe war, gehörten der Vergangenheit an. Einer sehr weit entfernten, nach der sich keine Frau, egal welchen Standes, sehnte. Kaum eine, berichtigte sie sich. Suzanne, Cynthia und Ruby hatten immer wieder seufzend betont, dass sie auf der Stelle mit ihr tauschen würden, um sie einen Moment später zu überreden, den Abend in einem der vielen Londoner Clubs zu verbringen, anstatt daheim zu bleiben und zu studieren. Denn das war es, was ihre Eltern und ihre Großmutter von ihr erwarteten. »Du bist deinem Stand verpflichtet«, war das Mantra, das man ihr von klein auf eingebläut hatte. »Und meiner Familie«, hatte sie stets verständnisvoll nickend hinzugefügt und sich gleichzeitig in Gedanken damit beschäftigt, ihre Grenzen zu überschreiten, ohne den Anschein zu erwecken, genau das zu tun.
Seit dem Beginn des Studiums an der LSJ und dem Erreichen der Volljährigkeit hatte sie mit unschuldigem Augenaufschlag immer öfter die Karte ausgespielt, die ihr mehr Freiraum bot. Die tägliche Fahrt nach London raubte Zeit, die somit dem Lernen entzogen wurde und die Studiendauer mindestens um ein Jahr verlängerte, was wiederum eine mittelgroße Katastrophe bedeutete. Nicht für sie, denn wenn es nach Carina gegangen wäre, hätte sie den Abschluss auf unbestimmte Zeit verzögert. Vorzugsweise einige Jahrzehnte, bis ihr Gesicht faltig und ihr Körper den natürlichen Gesetzen der Schwerkraft folgend nicht mehr als knackig und frisch bezeichnet werden konnte. Denn obwohl der Earl of Willingdon zwar kein vorsintflutliches Heiratsversprechen mit dem Vater eines männlichen Sprosses eines anderen Adelsgeschlechtes getroffen hatte, so stand eines unmissverständlich fest: Sie, Carina Mary Ann Byron, würde standesgemäß heiraten, und zwar spätestens ein Jahr nach Abschluss ihres Studiums.
Sie seufzte – und versank in der Tiefe der funkelnden braunen Augen, die ihren Blick suchten.
Er starrte auf sie herab, beugte sich vor, strich mit seinen unglaublich weichen Lippen über die ihren und sie krümmte ihren Rücken. Wie hatte er sie dazu bekommen, genau hier und jetzt zu sein und sich seinen perfekt dosierten Stößen nicht nur hinzugeben, sondern ihm mit den Bewegungen ihres Beckens entgegenzukommen?
Er beugte seinen Kopf und küsste sie fordernd, ließ seine Zunge verführerisch um ihre tanzen.
»Du schuldest mir fünfzig Euro.« Er lächelte an ihren Lippen.
Sie lachte laut auf. »Träum weiter, Macho.« Um ihre Aussage zu unterstreichen oder weil es sich einfach so gut anfühlte, seinen muskulösen perfekten Arsch zu umfassen, packte sie ihn beiderseits und zog ihn noch näher an sich heran.
Es fühlte sich unwirklich an. Falsch – und doch nicht. Sie war wahrlich nicht die Art Frau, die mit dem erstbesten Mann Gelegenheitssex hatte. Aber das hier ... er ...
»Wenn du mich nicht bezahlen willst, musst du deine Schulden eben abarbeiten, Foxy.«
Sprachs, zog sich sanft aus ihr zurück und stieß so fest in sie, dass seine unbeschreibliche Härte genau den Punkt traf, der ein Feuerwerk in ihr auslöste und sie in einen atemberaubenden Höhepunkt stürzte. Er folgte ihr unmittelbar, umklammerte ihre Handgelenke, drückte sie neben ihrem Körper fest in das Kissen und küsste sie, bis sie ihren Verstand verlor. Und dann starb sie La petite mort, den sagenumwobenen perfekten Orgasmus, und landete in der besitzergreifenden Umarmung eines überirdischen Unbekannten unter dem nachtdunklen sternenübersäten Himmel Taorminas.
Wie verflixt noch einmal hatte dieser umwerfende Typ es nur geschafft, dass sie nun in seinem Zimmer war und ihm obendrein fünfzig Euro schuldete? Das war der Gedanke, der Carina, untermalt von Vogelgezwitscher und intensivem Rosenduft, aufweckte.
»Du denkst zu laut.« Sein Bariton, heiser und verschlafen, katapultierte die Antwort direkt in ihr Lustzentrum. Genau dorthin, wo sie die halbe Nacht lang seine Finger, seine Zunge und seinen harten Schwanz gespürt hatte. Wieder und wieder, bis sie ihn um Erbarmen angefleht und zugleich ihre Beine angewinkelt und ihre Schenkel weiter geöffnet hatte. Ihre Fersen hatten den perfekten Punkt seines noch perfekteren, stahlharten muskulösen Körpers gefunden, um ihn ganz nah an sich – und in sich – zu spüren. Es handelte sich dabei um die zwei Grübchen beiderseits seiner Wirbelsäule, knapp oberhalb seines Hinterns, der selbst den Davide von Raffaello nur wie die verblasste Kopie eines makellosen Mannes dastehen ließ.
»Wie kannst du wissen, dass ich denke? Du kennst mich doch gar nicht.«
Sein tiefes, warmes Lachen versetzte, wie schon am gestrigen Abend, die verflixten Schmetterlinge in ihrem Magen in Aufruhr. So musste es sich anfühlen, wenn man verliebt war. Der Gedanke schoss in ihren Kopf und nistete sich dort ein, als ob die letzten Stunden in Wirklichkeit viele Tage oder Wochen gewesen wären. Eine wundervolle Zeitspanne, die sie miteinander verbracht und in der sie festgestellt hatten, dass sie nicht mehr ohne den anderen leben ...
»Foxy?«
Carina riss die Augen auf. Er lag auf einem Ellenbogen aufgestützt neben ihr und funkelte sie vergnügt an. O Gott! Ihr Magen schlug Purzelbäume. Das Grübchen an seinem von einem dunklen Bartschatten bedeckten Kinn war ebenso hinreißend wie die beiden anderen an seinem unteren Rücken. Als ob ein paar Dellen einen Mann anbetungswürdig machen könnten. Oder diese samtweiche, dunkle Stimme, mit der er sie »Foxy« nannte und sie sich fühlte, als ob das ihr richtiger Name wäre, obwohl ...
»Sagst du mir jetzt, wie du heißt?«
Nicht, dass sie ihm die Frage nicht schon mehrmals gestellt hätte. Zuerst in der Bar, wo sie mit seinen Freunden einige Flaschen Prosecco geleert und sich über alles und nichts unterhalten hatten. Sie hatten gescherzt und gelacht, sich zugeprostet, wobei keiner einen der anderen mit seinem Namen angesprochen hatte. Die sechs Männer kommunizierten untereinander mit Blicken, hin und wieder mit einer Geste, nannten sie »Foxy«. Carina hatte versucht, irgendetwas über sie herauszufinden, ohne direkte Fragen zu stellen, doch selbst nach Stunden wusste sie nicht mehr als bei ihrem Aufeinandertreffen. Die sechs Freunde mit den maßgeschneiderten Anzügen und den teuren Uhren an ihren Handgelenken lagen in jeder Hinsicht weit über dem Durchschnitt. Beginnend bei ihrer zuvorkommenden, freundlichen Art, bis hin zu ihrem attraktiven Äußeren und der Tatsache, dass sie alle zumindest zwei Sprachen perfekt und akzentfrei beherrschten, war Mittelmäßigkeit das Attribut, das ihnen absolut nicht entsprach. Zudem machten sie den Eindruck, als ob sie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden wären.

Blick ins Buch (Leseprobe)

1. Juli 2020

'Die Wächter von Nimrhon: Ruf nach Freiheit' von M. Rose-Everly

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
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Phelía Revelle ist ein ebenso mutiges wie eigensinniges Mädchen mit besonderer Begabung, das in einer zerrütteten, nachzeitlichen Welt zwischen den Gefolgsmännern ihres Vaters aufwächst. So selbstverständlich wie Lesen und Schreiben lernt sie, mit dem Schwert zu kämpfen: Einerseits, um sich gegen skrupellose Autonome zur Wehr zu setzen, andererseits, um sich gegen die neuen Besiedler der Erde – Antarer genannt – zu behaupten, die die Ländereien der Menschen in einen Schauplatz des Überlebens verwandelt haben.

Als ihrer Familie großes Unglück widerfährt, macht sich Phelía entschlossen daran, ihr zu helfen, wobei sie nicht nur Unterstützung von ihren engsten Vertrauten, sondern auch von einem Scion erhält, der das Blut ihrer Feinde in sich trägt. Doch kann Phelía dem schönen Fremden vertrauen, zu dem sie sich unerklärlich hingezogen fühlt? Ganz offenbar verbirgt er nicht nur ein dunkles Geheimnis, sie kommen auch aus zwei völlig verschiedenen Welten.

Eine abenteuerliche Reise sowie der Kampf um Gefühle und Loyalität beginnen, inmitten derer sich Phelía zunehmend fragen muss, was Wahrheit und was Lüge ist …

Leseprobe:
Ich werde euch sagen, was ich wusste, bevor meine Reise begann.
Oder besser gesagt: Was ich glaubte, zu wissen.

Einst – vor langer Zeit – war die Erde nur das Zuhause der Menschen, Heimat verschiedener Völker und Rassen, die alle hier geboren worden waren. Doch in ihrem ständigen Wachstum und einer schier unstillbaren Gier nach Besitz und Annehmlichkeiten hatte die Menschheit sich selbst und ihrer Umwelt erheblich geschadet.
Sie hatte Wälder, Gewässer und Böden mutwillig ausgebeutet, ohne Rücksicht auf die Erhaltung von Ressourcen zu nehmen, und das Klima durch Nutzung fossiler Brennstoffe sowie etliche weitere Einflüsse nachhaltig verändert.
Infolge globaler Erwärmung war der Meeresspiegel so hoch angestiegen, dass ganze Landmassen darunter verschwanden, und alle halbherzigen Versuche, dem entgegenzuwirken, kamen jäh zu spät und scheiterten kläglich.
Gemeinschaften oder Familien gab es, trotz horrender Überbevölkerung, nur noch wenige. Die meisten Menschen lebten allein oder zu zweit, in engen Räumen und weitgehend isoliert von sozialen Strukturen, da sie fast nur noch über Geräte kommunizierten. Durch die flachen, spiegelartigen Fenster konnten sie zwar in die ganze Welt blicken, aber ihr technologischer Fortschritt hatte sie jeder natürlichen Lebensweise entfremdet und war der Beginn eines schleichenden Untergangs.
Bis die Antarer – eine Art, die sich in Aussehen und Lebensweise kaum von uns unterschied – unseren Planeten in den Weiten des Weltalls entdeckte.
Sie waren ein schönes und ästhetisches Volk, intellektuell ebenso stark entwickelt wie körperlich, das – ganz im Gegensatz zu unseren Ahnen, die durch ihre phlegmatische Lebensweise verwöhnt und verweichlicht geworden waren – überdies viele erstaunliche Dinge erschaffen konnte, wie man sie sonst nur aus Legenden oder Märchen kennt: unglaubliche Tiere, Pflanzen und neue Biotope, von denen auch die Menschen zunächst profitierten. Denn die Fremdlinge erwiesen sich als echte Koryphäen darin, natürliche Gegebenheiten zu ihrem Vorteil, aber schonend, und in jeder Hinsicht sinnvoll, zu nutzen.
Zunächst nannten sie uns freundschaftlich Hóarin, was so viel bedeutet wie Erdenwandler, ließen sich unter uns nieder und lernten sowohl unsere Gebräuche als auch unsere Sprachen. Und im Grunde hätte ihre Wertschätzung von Reinheit und Urbanität der Schritt zu einer besseren Zukunft für alle sein können. Doch ihre Verbundenheit zu den Menschen währte nicht lange …
Nicht nur unterschiedliche Ansichten verschlechterten das Verhältnis beider Seiten rapide und schon nach wenigen Jahren. Wie weit ihre Kultur auch entwickelt gewesen sein mag, mit der es ihnen gelang, sich diesen Planeten als neuen Lebensraum zu erschließen, einer Sache waren sie uns offenbar nicht überlegen: niederen Instinkten wie dem Verlangen nach Macht und Kontrolle. Denn als die Fremdlinge merkten, dass ihre Ansiedlung auf der Erde weit verbreitete Unfruchtbarkeit für sie mit sich brachte, begannen sie, Jungen und Mädchen aus unserem ganzen Land zu verschleppen und sie als Fortpflanzungstriebe zu nutzen, was große Feindschaft zwischen unseren Völkern entfachte. Und schon bald darauf brach ein Krieg aus, von solcher Gewalt und Heftigkeit, wie es die Menschheit nie zuvor erlebt hatte.
Die meisten unserer Ahnen starben im Kampf, verhungerten oder erfroren; einen anderen Teil rafften Verletzungen oder Krankheiten dahin. Und jene, die überlebten, flohen vor der Übermacht ihrer Feinde in entlegene, abgeschiedene Gebiete, wo sie versuchten, ihr Leben in Stille und Zurückgezogenheit weiter zu führen.
So erhielt unser Land seinen jetzigen Namen von den Heiligen Frauen, den Seherinnen: Nimrhon – das, was übrigblieb.
Seitdem hat sich das Gesicht der Erde gewaltig verändert. Inzwischen gibt es keine Erdausbeutung mehr, kein Fracking, keine Atommeiler oder nukleare Waffen. Unsere riesigen Metropolen und Lebenszentren wurden dem Erdboden gleichgemacht.
Die Antarer säuberten die Lebensräume der Menschen von jedweder Technologie, mit der sie sich selbst versklavt hatten. Und nach ein paar Dekaden hatte sich die Natur das zurückgeholt, was man ihr genommen hatte.
Strom findet man nur noch dort, wo es Leute gibt, die sich damit auskennen und er durch die Kraft der Sonne, des Windes oder des Wassers gewonnen werden kann.
Nur sehr wenige – etwa fünf Prozent, schätzungsweise – hatten unter ihren Vorfahren jemanden, der die erforderlichen Kenntnisse dafür an sie weitergab. Und wieder andere verfügen zwar über das Wissen, nicht jedoch über die notwendigen Materialien.
Meine Familie verzichtete stets auf die Annehmlichkeiten von Elektrizität. Nicht deshalb, weil wir im östlichen Teil Nimrhons leben, in bergigen, meist dicht bewaldeten Gebieten, wo es ohnehin eher schwierig wäre, große Mengen an Energie zu erzeugen.
Wir taten es freiwillig, während sich ansonsten kaum Menschen aus freien Stücken dazu entschieden.
Müsste ich unsere Gegenwart in wenigen Worten beschreiben, würde ich sagen, sie hat viele mittelalterliche Aspekte, da technische und moderne Errungenschaften weitgehend verloren gingen, während das Wissen und die Ideologien der Neuzeit erhalten blieben.
So kommt es, dass wir heute alle völlig unterschiedlich leben. Manche wohlhabend und im Überfluss, andere – der weitaus größere Teil – einfach und bescheiden.
Es ist eine Existenz zwischen Ursprünglichkeit und Entwicklung, dem Gestern und dem Morgen.
Denn, um es kurz zu fassen: alles Lebensnotwendige haben uns die Fremdlinge gelassen, seitdem sie über uns herrschen, unsere Freiheit dagegen genommen.

Wenn euch nun jemand von einer Prophezeiung erzählte, einem Wandel und einer besseren Zukunft, würdet ihr ihm glauben? Oder würdet ihr denken, das seien nur Worte, ja nicht mehr als eine Spielerei mit der Gutgläubigkeit der Menschen?
Unsere Art tut sich schwer damit, zu vertrauen und zu begreifen, erst recht, wenn Dinge auf den ersten Blick unglaublich erscheinen.
Und nicht weniger, wenn sie sich als Wahrheit entpuppen. Doch sollten wir sie gerade deshalb niemals verschweigen.

Ich bin Phelía, Phelía Revelle. Und dies ist meine Geschichte.

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