6. März 2012

'Königliche Republik' von Annemarie Nikolaus

Ein historischer Roman über Liebes- und Familienbande vor dem Hintergrund von Aufruhr und Krieg.

Neapel 1647: Mirella Scandore, die ehrgeizige Tochter eines Patriziers in Neapel, geht die Verlobung mit einem Granden Spaniens ein, als sich das Volk gegen die Fremdherrschaft der Spanier erhebt.

Henri de Guise, Herzog von Lothringen, wird nach dem Aufstand zum neuen Dogen von Neapel gewählt. Mirella Scandore lernt ihn zu schätzen und verliebt sich in einen seiner Offiziere, Alexandre de Montmorency. Mirellas Bruder Dario jedoch gehört zu den Gegnern der jungen Republik. Nach einem Anschlag auf das Tuchlager der Familie verbündet er sich mit den feudalen Landbaronen. Als er verraten wird, deckt Mirella ihn schweren Herzens. Doch dann erfährt sie von einem geplanten Attentat ihres Bruders gegen den Dogen, bei dem unweigerlich auch Alexandre getötet würde.

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Leseprobe:
„Man hätte den Fischer liegen lassen sollen, wo der Pöbel ihn verscharrt hat.“ Der Sekretär des spanischen Vizekönigs zog die Mundwinkel verächtlich nach unten. Er warf einen letzten Blick auf den Trauerzug, der den Platz vor dem Schloss überquerte. Ein Dutzend Männer mit phrygischen Mützen führten die düstere Menge an, als wollten sie alle daran erinnern, dass Masaniello einer der ihren gewesen war. Die Rufe der Menschen auf dem Largo di Palazzo kamen nur gedämpft an – aber immer noch deutlich genug: „Viva il Re di Spagna; mora il malgoverno.“
Der Sekretär zog die schweren Vorhänge zu und hüllte den Raum in Dämmerlicht. Eine Öllampe ließ Herzog de Arcos, Vizekönig Seiner Katholischen Majestät in Neapel, das nötige Licht zum Schreiben. Sein Besucher dagegen, der Erzbischof von Neapel, wurde zu einem Schemen im Hintergrund des Arbeitszimmers.
„So lange sie ihrem König treu sind, mögen sie schreien.“ Rodrigo de Arcos steckte unbeeindruckt die Feder ins Tintenfass zurück und streute Sand über das Dokument, das er gerade unterzeichnet hatte.
„Ich teile Eure Meinung nicht, Don Rodrigo.“ Ascanio Filomarino ließ den Rosenkranz in den Falten seines Kardinalsrocks verschwinden und erhob sich. „Mit Masaniello hat die Revolte zwar ihren Anführer verloren, aber nicht ihren Kopf.“
Im Kindle-Shop: Königliche Republik

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