20. April 2012

'Töten ist ganz einfach' von B.C. Schiller

Ein Thriller über einen Serienmörder. In Prag wird ein Geschäftsmann brutal ermordet. Alle Spuren führen nach Linz in Österreich zu einem zwielichtigen Konzern mit großem Einfluss. Ist der psychopathische Konzernchef in den Mord verwickelt und was befindet sich auf den Fotos, die seine Schwester erhält? Und welches persönliche Interesse hat die Werbeagenturchefin Anna Lange an dem Fall, in den ihr Vater tief verwickelt ist. In seinem ersten Fall muss Chefinspektor Tony Braun brutale Morde aufklären und einen Mörder bis Mallorca jagen, der nur ein Motiv kennt: Rache.

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Leseprobe:
Töten ist ganz einfach, sagen die Stimmen in meinem Kopf, während ich die Stufen nach oben schleiche und mir das Herz bis zum Hals klopft. Töten ist ganz einfach, beruhigen sie mich und reden ständig darüber, dass ich nur an den Staub, das Blut und die Erbärmlichkeit denken muss, mit der ein Leben ausradiert wird. Töten ist ganz einfach, wiederhole ich lautlos und versuche mich auf mein Ziel zu konzentrieren.
Töten ist ganz einfach, weiß ich, als ich vor der Tür stehe, die wie besprochen von der Putzkolonne nur angelehnt wurde und in eine Empfangshalle mündet – um diese Zeit leer und verwaist. 500 Euro sind eine Menge Geld für einen Mitarbeiter vom Putzdienst, damit er mir alle Türen öffnet, denke ich, und plötzlich pocht das Blut in meinen Ohren und ich muss stehen bleiben. Hasserfüllt und mitleidlos erinnern mich die Stimmen wieder an dieses lähmende Begreifen, diese tödliche Gewissheit, dass ich mich nicht rühren darf, dass ich für alle Zeiten tot bin, aber noch am Ufer liege, während die anderen bereits übergesetzt haben. Immer weiter reden sie von Zielorientiertheit und dass alles nur eine Frage der Motivation sei, eine Frage des Motivs. Und ein solches besitze ich.
Töten ist ganz einfach, davon bin ich jetzt überzeugt und tippe mit dem Latexfinger die Tür zum Büro auf, sehe ihn an seinem Schreibtisch sitzen, seitlich gedreht, in die Computerbilder versunken, die er hektisch weiterklickt mit stupidem Gesichtsausdruck. Natürlich weiß ich, wie er aussieht, bin aber dennoch überrascht. Bulliger Oberkörper, muskulöse Arme, das schwarze Polohemd spannt, und sein Nacken, ein Nacken fett wie bei einem Stier. Das wird schwierig, denke ich, beginne zu überlegen, doch damit haben die Stimmen in meinem Kopf gerechnet, denn sofort ist alles wieder da: der Staub, der Zerfall, das Blut, die Straße, der Boden, das Pochen, die Klaustrophobie, der Tod. Doch die Stimmen in meinem Kopf schieben mich weiter, treiben mich hinein in das Büro und weiter auf den Schreibtisch zu und vorwärts zu dem Mann, der vollkommen überrascht aufsieht, nichts begreift und sich nicht vorstellen kann, dass Töten einfach ist, wie die Stimmen in meinem Kopf immer sagen.

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