11. Juni 2012

'Freunde müssen töten' von B.C. Schiller

Ein Thriller: In seinem zweiten Fall kämpft Chefinspektor Tony Braun gegen osteuropäische Mädchenhändler und rücksichtslose Konzernchefs, für die es keine Gesetze und moralische Schranken gibt. Als die Journalistin Kim Klinger von einer mysteriösen Informantin erfährt, dass in Linz sieben Mädchen spurlos verschwunden sind, beginnt Braun zu ermitteln und stößt bald auf eine zwielichtige Modelagentur in Bratislava und einen einflussreichen Konzern, für den tote Mädchen Routine sind. Doch dann taucht plötzlich ein psychopathischer Mörder auf, der in Braun einen Freund sieht und sich selbst als Erlöser osteuropäische Prostituierter.

Wer ist dieser Mörder, der lebenden Mädchen Taubenflügel annäht, um sie in Engel zu verwandeln, bevor er sie tötet? Ist es echte Freundschaft, die Tony Brauns Sohn Jimmy mit einem obdachlosen Taubenmann verbindet oder eiskalte Berechnung? Welches Geheimnis verbirgt der Linzer Polizeipräsident und wird ihm seine Vergangenheit zum Verhängnis? Ist die Journalistin Kim Klinger nur eine frustrierte Alkoholikerin oder ist alles bloß Tarnung? Und welche illegalen Experimente führt der Psychiater Goldmann in seiner Klinik durch? Je näher Tony Braun der Wahrheit kommt, desto tiefer muss er eintauchen in eine Welt aus Geld, Macht, Perversion und Tod.

Dieser zweite spannende Thriller mit Chefinspektor Tony Braun baut nicht auf den ersten Thriller „Töten ist ganz einfach“ auf, sondern ist eine in sich abgeschlossene Story.

Gleich lesen: > > > Auf dem Kindle

Leseprobe:
Am Morgen ihres Todes wurde sie erstmals in das Reich der
Engel geführt. Die alten Steinwände glänzten feucht und der
Geruch von Moder und Schimmel wehte ihr ins Gesicht. Sie
musste einen Brechreiz unterdrücken. Über faulige Holzträger,
mit denen das Gewölbe abgestützt wurde, flitzten geschäftige
Ratten. Ihnen konnte der intensive Geruch nach Fäulnis und
Verwesung nichts anhaben, im Gegenteil, sie genossen diesen
Ort der Zersetzung.
Sie versuchte ihren Blick auf die roten Augen und die gelben
Zähne einer Ratte zu fokussieren, die knapp vor ihrem Gesicht
über einen schrägen Balken huschte, aber ihre Pupillen
rutschten nach oben und sie musste gestützt werden, damit sie
nicht in einen der zahlreichen Schächte fiel und sich das Genick
brach.
Das wäre schade gewesen.
Dann hätte sie nicht mehr das Rondell erreicht mit dem
gewellten, verschimmelten Boden und den vielen geborstenen
Spiegeln. Vor allem aber hätte sie niemals die Mädchen kennen
gelernt, die mit ihren angenähten Federn und toten Augen wie
kleine Engel aussahen und sie neugierig betrachteten und
begierig darauf warteten, dass sie eine von ihnen werden
würde.
Wenn das Mittel nachließ, spürte sie den Schmerz überall
auf ihrem Körper, sah schattenhaft die kleinen Federn auf ihrer
Brust und die blutigen Flügel auf ihren Schultern. Am liebsten
hätte sie laut aufgeschrien, aber sie brachte keinen Ton hervor,
nur ein heiseres Krächzen, denn ihre Kehle war ausgedörrt und
das Schlucken fiel ihr schwer.
Irgendein intaktes Kämmerchen in ihrem Schädel flüsterte ihr
höhnisch zu, dass dieser Alptraum nie zu Ende sein würde,
dass diese Federn, die in ihre Haut genäht waren, und
schmerzten und wie Feuer brannten, dass diese Federn ihren
Tod herbeiführen würden. Mit glasigen Augen starrte sie ohne
zu begreifen auf den an ihrem Oberarm festgeklebten
Plastikbeutel, aus dem wie in Zeitlupe monoton eine gelbe
Flüssigkeit in einen Schlauch tropfte, weiter bis zu der Kanüle
glitt, die direkt in ihrer dicken, blau angelaufenen Vene in der
Armbeuge befestigt war und ihr die Illusion vermittelte, sie
könne diese Folter überleben. Dieses tropfende Geräusch
vermischte sich mit dem mitleidlosen Klacken des
diamantbesetzten Sekundenzeigers ihrer Armbanduhr, dem
einzigen Gegenstand, der ihr noch geblieben war, und der sie
daran erinnerte, dass ihre Zeit abgelaufen war.


Im Kindle-Shop: Freunde müssen töten - Thriller

Mehr über B.C. Schiller und ihre Thriller auf www.bcschiller.com.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen