8. August 2012

'Für ein paar Drachen mehr' von Thorsten R. Zähler

Ein parodistischer Fantasy-Roman: Das Leben eines fahrenden Ritters ist auch nicht mehr das, was es laut Ritterromantik einmal war. Diese einschneidende Erfahrung muss Travaine de Vasceron, Ritter des Königs, zu seiner Überraschung machen, als er sich auf der Jagd nach seinem Erzfeind unversehens im Bund mit einem nobel gesinnten Drachen, einer resoluten Edeldame in Beinkleidern und einem sprechenden magischen Schwert mit pazifistischer Gesinnung wiederfindet.

Vervollständigt durch Travaines feigen, aber treuen Reitknecht Pipaunot, begibt sich das ungleiche Quintett auf eine turbulente Reise, in deren Verlauf mürrische Riesen, randalierende Kobolde, blutrünstige Einhörner und heruntergekommene Zauberwälder nur einen Teil der Hindernisse bilden, die auf dem Weg zum Showdown auf der sturmumtosten Festung des Erzschurken Sansmereci auf unsere wackeren Helden lauern ...

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Leseprobe:
 „Drache!“, brüllte de Vasceron mit seiner allerbesten Schlachtenstimme, „ich werde nicht eher ruhen, als bis du deine teuflische Fratze zeigst und dich deiner Strafe stellst! Hörst du mich, Drache? Bist du da drin, Wurm des Satans?“

„Allerdings!“, grollte eine donnernde Stimme zur Antwort, eine Stimme wie der Sturz eines Berges, so alt wie die Zeit und so tief wie die Wurzeln der Erde. „Ich bin hier. So, jetzt weißt du’s, und nun verschwinde und lass mich in Ruhe!“

Lass mich in Ruhe? Was für eine Antwort sollte das denn sein? Travaine brauchte einen Augenblick, um seine Fassung wiederzugewinnen, aber dann gelang ihm eine ganz gute Mischung aus Entrüstung und Verachtung. „Ha!“, rief er. „Ich kann deine Furcht riechen, Untier, aber wisse, dass weder deine Feigheit noch deine Arglist dir helfen werden, deinem gerechten Schicksal zu entgehen. Was du auch tust, du bist verloren.“ Er holte Luft, um zu einer neuen Herausforderung anzusetzen, aber die Stimme des Drachen unterbrach ihn.

„Eben“, grollte sie.

De Vasceron stutzte. „Eben?“, echote er. „Eben was?“

„Eben weil ich verloren bin, was ich auch tue, kann ich genauso gut hier drin bleiben“, erklärte der Drache gereizt. „Hörst du dir nie selbst zu, wenn du redest, Georg?“

Travaine schüttelte den Kopf. „Ich falle auf deine honigsüße Wortlist nicht herein, Wurm der Hölle. Ich bin nicht gekommen, um Worte mit dir zu wechseln, sondern um mit dir zu kämpfen – also komm heraus und stelle dich endlich! Und mein Name ist Travaine de Vasceron de Valiancoeur, nicht Georg“, fügte er etwas leiser hinzu.

„Für mich seht ihr alle gleich aus“, entgegnete die Stimme des Drachen, „ob ihr euch nun Georg nennt oder Travaine oder sonst wie – Radaubrüder in Eisen, alle miteinander. Und ich werde nicht mit dir kämpfen, Georg von Travaine, und damit basta. Lebwohl!“

„Ich heiße nicht Georg!“, schrie de Vasceron wütend. Dann fasste er sich wieder und atmete tief durch. Ein wahrer Ritter verlor nicht die Beherrschung im Angesicht des Feindes. Freilich haperte es derzeit noch ein wenig an Angesicht, aber dennoch ...

„Und ich heiße nicht Drache“, kam es jetzt leicht beleidigt aus der Höhle.

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Aktuelle Infos über den Autoren Thorsten R. Zähler und seine Veröffentlichung gibt es über Twitter: @RZaehler.


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