19. September 2012

'Komplott im Süden' von Bea Milana

Ein Justizkrimi über die Schattenseiten des Lebens auf einer sonnenverwönten Insel. Im Jahre 1988 wird ein Kinderschänder von einer Gruppe Einheimischer gelyncht, unter ihnen Mateu, der die Gelegenheit nutzt, sich dessen Finca anzueignen. Zwölf Jahre später kaufen Anna und Wolfgang, zwei junge deutsche Einwanderer, die Finca neben der von Mateu und seinem Sohn Joan.

Sie geraten in den Sumpf von Vetternwirtschaft, Amtsmissbrauch, Korruption und einer unfairen Justiz. Ihre Existenz und ihre Beziehung droht zu zerbrechen. Doch Marga und Luis, ebenfalls Ortsansässige, versuchen ihnen zu helfen. Schaffen sie es, sich gegen das System und jahrhundertelange Gewohnheiten zu wehren?

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Leseprobe:
Die Sterne funkelten noch, als Pere die Tür zu seiner Bar abschloss.
Von der nächtlichen Arbeit erschöpft, doch zufrieden hielt er sein zerfurchtes Gesicht in den kühlen Luftzug, der sich vom Meer an den Felsen nach oben schob, und atmete tief ein. Er liebte die aufbrausenden Winde, die das Ende des Sommers ankündigten. Sie brachten ihm den harzigen Duft der Pinien, die salzige Gischt der Brandung und den feinen, roten Staub Afrikas - ebenso wie die Motorengeräusche der Boote, die zwischen den Kontinenten pendelten, um Handel oder Schmuggel zu betreiben.
Pere wandte sich gerade zum Gehen, als er von irgendwoher ein leises Wimmern vernahm. Angestrengt lauschte er in die Dunkelheit, doch das Wimmern - oder was immer es auch gewesen sein mochte - war verstummt. Vielleicht nur ein paar Möwen, dachte er und blickte zum Haus zurück.
Die Bar Paloma, die er zusammen mit seinem Bruder Pau führte, stand fünfhundert Meter über dem Meeresspiegel auf einem Felsrand, oberhalb eines kleinen Hafens. Noch höher als der Leuchtturm gelegen, war sie der beliebteste Treffpunkt der Einheimischen - und das, obwohl die Serpentinen, die zu ihr führten, voller Schlaglöcher waren. Der Rückweg in völliger Dunkelheit hatte schon mehrmals dem ein oder anderen Betrunkenen schmerzvolle Blessuren zugefügt, doch abgestürzt war bislang niemand. Pere tat ein paar Schritte in Richtung seines R4, als er das Wimmern erneut vernahm. Diesmal meinte er die Richtung des Geräuschs orten zu können. Rasch stieg er die Stufen zur Außenterrasse hinab. Von dort aus führte eine in den Fels geschlagene schmale Treppe steil nach unten zum Meer. Mondlicht schimmerte auf den Stufen und gelegentlich huschte der Strahl des Leuchtturms über die schroffe Felswand. Der launische Wind hatte eine Pause eingelegt, nur das dumpfe Dröhnen der Brandung stieg von unten herauf.
Und das Wimmern.
Es schien jetzt viel näher zu sein.

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