26. November 2012

'Kleiner Held vom Fensterbrett' von Birgit Böckli

Zwei kurzweilige Bildergeschichten zum Lesen und Vorlesen, für Kinder von 5 bis 8 Jahren.
Die kleine Julia wünscht sich ein paar Zimmerpflanzen für ihre Fensterbank. Doch nach der ersten Begeisterung vergisst sie schon bald, ihre neuen Freunde zu gießen. Da beschließt der kleine Kugelkaktus, etwas zu unternehmen …

"Die Schönheit der Hyäne" ist eine Tiergeschichte aus der Savanne. Die Tiere wollen einen Schönheitswettbewerb veranstalten und stürzen sich mit Begeisterung in die Vorbereitungen. Als die hässliche Hyäne um Hilfe bittet, hat niemand Zeit für sie. Doch dann geschieht ein Unglück, mit dem niemand gerechnet hat …

Gleich lesen: Kleiner Held vom Fensterbrett

Leseprobe aus "Kleiner Held vom Fensterbrett":
Am Rande einer kleinen Stadt lebte ein Mädchen namens Julia.
Julia liebte die Natur. Im Sommer lief sie barfuß über die grünen Wiesen, im Herbst ging sie mit ihren Eltern im Wald spazieren. Doch am allermeisten liebte sie die vielen bunten Blumen, die in den Vorgärten und an den Wegrändern blühten. Deshalb wünschte sie sich zu ihrem Geburtstag ein paar eigene Pflanzen für ihr Zimmer.
Von Papa und Mama bekam sie ein Usambaraveilchen mit hübschen violetten Blüten, von Onkel Theodor eine prächtige Begonie, die viele leuchtend rote Blüten trug und von Oma vier Kakteen, drei kleine grüne Kugeln und einen langen Gesellen, der aussah wie eine dunkelgrüne Spargelstange. Julia stellte all ihre Pflanzen auf die Fensterbank und kümmerte sich sorgfältig um sie. Oma hatte ihr gezeigt, dass sie mit den Fingern fühlen musste, ob die Erde zu trocken wurde, denn auch zu viel Wasser konnte für die Pflanzen schädlich sein. So bekamen die Begonie und das Veilchen reichlich zu trinken, die Kakteen nur ein wenig, denn sie brauchten nicht so viel.
Irgendwann jedoch verlor Julia das Interesse an ihren Blumen. Es war Mai, die Tage wurden immer wärmer, und sie spielte meistens draußen mit ihren Freunden. Immer öfter vergaß Julia, ihre Pflanzen zu gießen, und als der Sommer kam, kümmerte sie sich fast gar nicht mehr um sie.
Da standen sie nun, alle in einer Reihe in ihren hübschen bunten Übertöpfen, und warteten Tag um Tag auf Wasser. Eines Tages regnete es sehr stark, das Wasser strömte in köstlichen Bächen über die Fensterscheibe, und die Begonie, die bis jetzt immer stumm gelitten hatte, hielt es nicht mehr aus.
„Ist es nicht eine Schande?“ klagte sie mit ihrer klaren volltönenden Stimme. „Das viele Wasser dort draußen, und wir bekommen wieder nichts. Ich bin so durstig, dass meine Blätter schon ganz welk sind. Und alle meine Blüten habe ich verloren. Seht ihr, der ganze Boden ist voll davon.“
„Ich bin auch durstig“, seufzte das Veilchen. „Ich habe ganz schlaffe Blätter bekommen. Warum gibt uns Julia denn nichts mehr zu trinken?“
Da meldete sich ein kleiner Kugelkaktus zu Wort.
„Ihr Armen“, piepste der Kaktus. „Unsere großen Verwandten leben ja in der Wüste, wo es sehr selten regnet. Deswegen brauchen wir nur wenig Wasser. Aber so langsam wird es mir auch mulmig zumute. Ich glaube, Julia hat uns vergessen.“

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Mehr über und von Birgit Böckli auf ihrer Autoren-Website.

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