18. Februar 2013

'Seelenloser Schwur' von Jens Niemeyer

In diesem Thriller muss sich Detective Michael Cold vom Los Angeles Police Department nach einem grauenhaften und blutigen Drama während eines Einsatzes von düsteren Erinnerungen befreien. Zweifel, Angst und quälende Gedanken zeichnen seinen Weg. Doch nachdem er die Tragödie im Haus der Porters überwunden hat, muss er sich einer neuen Bedrohung stellen. Ein anonymer Brief weist Michael und seinem Team den Weg zum Beginn eines zerstörerischen Spiels, dessen Ausgang von Anfang an feststeht.

Michael soll sterben und mit ihm viele weitere Menschen. Als Michael den Tatort betritt, begibt er sich in die Fänge eines unbekannten Gegners. Dieser Gegner bestimmt ab jetzt das Spiel und zieht die Fäden. Michael erkennt, dass sein Gegenspieler ein erbarmungsloser Serienmörder ist und er diesen von seinem blutigen Weg abbringen muss. Jeder wird sterben, der sich ihm in den Weg stellt. Er ist der Racheengel.

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Leseprobe:
Während der Fahrt durchbricht Tom die Stille und meine rasante Fahrt.
«Hast du eine Ahnung, weshalb der Brief an dich adressiert gewesen ist?», fragt er mich.
«Nein. Und ich weiß auch nicht, was das bedeuten soll. Wir bekommen beinahe jeden Tag irgendwelche Drohungen, Erpresserbriefe oder Ähnliches. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt. „Ich bin für die Rache gestorben“. Was hat das zu bedeuten? Ich hoffe wir werden gleich Antworten auf diese Frage finden», sage ich unwissend.
Ich drücke das Gaspedal so weit wie möglich bis zum Anschlag durch, um keine Zeit zu verlieren. Es ist immer ein ungutes Gefühl zu wissen, dass man nichts mehr ausrichten kann. Ein Opfer kann nicht mehr für sich sprechen. Jedoch reden sie auf eine andere Weise mit uns. Sie zeigen eine Geschichte. Den Ablauf des Tatherganges. Man muss nur die Geschichte des Opfers verstehen, um dem Täter immer ein Stück näher zu kommen. Dies ist meine Fähigkeit. Ich spüre die Seele des Opfers auf, spreche mit ihr und versuche ihre Indizien zu verstehen. Dann ist es möglich einen Fall zu lösen und den Täter zu fangen. Jeder Fehler und jede Handlung des Mörders zeigt uns weitere Anhaltspunkte über Motive und Persönlichkeit. Jeder Tatort hat etwas Einzigartiges. Es ist immer etwas Neues. Immer neue Gesichter, immer neue Geschichten. Jedoch sind die Motive selten verschieden. Störungen in der Kindheit, krankhafte Befriedigung durch sexuelle Handlungen oder ihre Religion schreibt schmerzhafte Rituale vor.
Ich sehe, dass wir das Haus erreicht haben. Wir steigen aus und gehen sofort zur Tür.
«Ms. Border! Machen Sie bitte die Tür auf. LAPD Wilshire», schreie ich gegen die Tür.
Dabei klopfe ich mit meiner Faust fest dagegen.
Nichts. Ich wiederhole mich noch einmal.
«Machen Sie die Tür auf. Hier spricht das LAPD!»
Niemand kommt. Die Tür ist aus Holz. Kein Durchschauen, aber sie lässt sich sicher leicht öffnen.
«Bill, ich will nicht, dass diese Tür zerstört wird. Du hast eine Minute, um diese Tür zu öffnen, sonst werde ich sie eintreten.»
«Ist in Ordnung», sagt Bill und macht sich direkt an die Arbeit.
Bill ist nicht nur ein Meister der Technologie, sondern kann alle Arten von Schließmechanismen in kürzester Zeit knacken. Eine sehr interessante Fähigkeit.
Er nimmt mit einer schnellen Handbewegung seinen Dietrich aus der Tasche und setzt ihn an das Schloss an. Mit der linken Hand scheint er etwas im Schloss hochzuhalten. Mit der rechten Hand muss er wohl die richtige Richtung finden, um die Tür zu öffnen. Nach etwa zehn Sekunden hat er das Schloss mit einem Klicken geöffnet.
«Das Schloss ist sehr unsicher. Fast schon zu einfach», gibt er mir zu verstehen.
Bill geht von der Tür zurück und jeder nimmt seine Waffe in die Hand.
«Ok. Ich glaube nicht, dass hier noch jemand sein wird. Falls doch jemand da sein sollte, wird er wissen, dass wir hier sind. Ich gehe zuerst rein und ihr kommt mir nach. Wir sichern die Umgebung und schauen uns dann um!»
Mit einem Nicken geben mir beide ihre Zustimmung.
«Los geht´s.»
Ich schubse schnell die Tür nach Innen und stürme in die Wohnung. Ein Blick nach rechts, ein Blick nach links.
Es ist eine kleine Wohnung in diesem dicht besiedelten Stadtteil. Vier Türen sehe ich vom Eingangsbereich aus, aber keine Treppe für ein Obergeschoss. Ich eile geradeaus ins Wohnzimmer. Modern eingerichtet. Ein Flachbildschirm, eine kleine blaue Couch und leicht gelbliche Tapeten. Blitzartig steigt mir in der Wohnung ein schrecklicher Geruch in die Nase.
Verwesung.
Kurz darauf meldet sich Bill aus dem Zimmer neben mir.
«L…L…Leute. Ihr solltet mal besser ins Schlafzimmer kommen», sagt Bill mit zitternder Stimme.
Tom und ich stürmen herbei. Die Waffen haben wir bereits runtergenommen und in unsere Halfter festgesetzt.

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