16. September 2013

'Oort-Infection Arc 2' von Mathias Warnke

Ein dystopischer Roman über ein neues Europa. Die Weltwirtschaft liegt brach, Menschen verschanzen sich und düstere Gestalten machen die Straßen unsicher. Eine zerstörerische Flut aus dem All verändert die Welt, doch auch das ist noch nicht genug und eine Infektion macht noch einmal alles anders.

Vic, Thomas, Paul und Karren finden sich ebenso wie die Freunde Marc, Mathis und Amber inmitten einer Apokalypse mit einer Infektion wieder, die alles mehrfach auf den Kopf stellt.

Gleich lesen: Oort-Infection Ark 2

Leseprobe:
Es ist dunkel, mein Kopf tut weh als spielte jemand damit Basketball. »Uhhh«, entfährt es mir, als ich versuche mich aufzurichten. Der Boden unter mir vibriert und ich bemerke, dass wir fahren. Ich versuche mich wieder aufzusetzen, doch mir wird schwindelig und mit einem leisen »Ohh«, sacke ich wieder hinunter und mein Geist hüllt sich erneut in Dunkelheit.
Als ich wieder zu mir komme, ist es abermals stockfinster oder immer noch? »Verdammt«, stöhne ich leise. »Du bist wach?», sagt eine Frauenstimme, die meiner Mutter gehört. Ein gezwungenes »mhm«, gebe ich zur Antwort. Die Leuchte geht an und vor lauter Grelligkeit des Lichts presse ich die Augen zusammen und stoße schmerzhaft »Ahhh Licht, auu Kopf«, hervor. Die Frau, die nur meine Mutter sein kann, setzt sich neben mich und sagt: »Victoria, Schatz wie geht es Dir?«
»Mum?, Was …. Was ist passiert?«, frage ich.
»Du wurdest überrannt mein Schatz, zum Glück wusste Dein Vater, wo du bist.«
»Was?«, presste ich hervor.
»Ruh dich erst mal aus, wir erklären dir später alles!«
»Aber …«
»Nachher! Leg dich erst mal wieder hin. Du siehst noch nicht wirklich gut aus.«
Also legte ich mich wieder hin, mein Kopf, ach was mein ganzer Körper fühlte sich wie gerädert an. Ich brauchte nur die Augen zu schließen und war schon wieder weggedämmert. Mein Schlaf war unruhig. Ich sah ein paar Bilder, die mir zunächst nichts sagten. Ein Geldautomat, eine Menschenmenge und unser Finanzminister auf einem Fernsehbildschirm. Dad weckte mich nach einer Weile.
Mein Kopf tat noch immer höllisch weh, wie auch mein Rücken, meine Brust und meine Beine. Dad setzte sich neben mich. Ich sah mich etwas um und entdeckte, dass ich weder zuhause noch im Krankenhaus war, ich war in der, wie mein Vater und die Nachbarn es biblisch nannten Ark 2.
»Es ist passiert«, sagte Dad mit bedrückter Stimme.
»Ja?«, Antwortete ich. Denn wirklich nachfragen brauchte ich nicht.
Als damals 2022 die meisten Euroländer pleite waren, spalteten sich die 5 stärksten Euro Länder ab und gründeten die Nord-Allianz. Die einzelnen Länder fügten sich zu einem großen Land zusammen und dieses Land nannten wir United States of North oder kurz USN. Natürlich hatten wir auch eine neue Währung erhalten, die dem Dollar ebenbürtig war. Zur Einfachheit wurde der Kurs mit dem Dollar gekoppelt, sodass 1 AT (Alliance Taler) auch 1 Dollar wert war.
In dieser Zeit machte sich mein Vater allerdings schon Sorgen um die Zukunft. Denn er befürchtete, dass auch unsere neue Währung nicht allzu lange halten würde, gerade da ja die alte Währung, die sich Euro nannte nur 20 Jahre hielt. Er sprach immer laut in der Öffentlichkeit vom »Weltuntergang der Finanzen«. Anfangs wurde er belächelt, doch er konnte immer mehr Nachbarn überzeugen.
Meine Eltern sahen damals mit ihren Nachbarn immer besorgt die Nachrichten an, die wohl ständig Bilder von raubenden, plündernden und mordenden Menschen aus den Pleite gegangenen Ländern zeigten. Diese Menschen hatten nichts mehr, auch heute haben die meisten dort nichts, wovon sie leben können.
Die USN beschloss kurz darauf die Grenzen zu verstärken, sodass um die gesamten äußeren Grenzgebiete der USN Mauern mit Todesstreifen errichtet wurden. Dort waren wir sicher vor den wütenden Menschen draußen. So kam es, dass meine Eltern mit unseren Nachbarn einen Verein gründeten und ein großes unbebautes Grundstück hinter dem Fluss hinter unseren Häusern erwarben und dort den Bunker und das obenliegende Gebäude der ARK 2 bauten. Die Grenze war nicht weit weg nur ungefähr 250m hinter dem Flussgrundstück.
5 Jahre bauten sie alle daran, vom Bunker unten, habe ich nur die Gemeinschaftsküche, die Latrine und unser Abteil gesehen. Ich weiß aber, dass es noch ein Lazarett, einen Gemeinschaftsraum, ein Spielzimmer und 14 weitere Familienabteile gibt. Auch einen Kommunikationsraum haben wir dort, der aber zugleich auch Technikraum aller Art ist. Im großen Lager sind Wasser, Kleidung, Tauschwaren und Lebensmittel für 6 Jahre enthalten. Über dem Bunker ist ein großes Holzhaus gebaut mit denselben Merkmalen wie im Bunker außer den Vorräten.
Ich sah meinen Vater in seine bedrückten aber dennoch fröhlichen Augen und stammelte.
»Wie bin ich…. Was ist mit mir … Wie lange schon?«
»Ich habe Dich vor 12 Stunden hierher gebracht. Vic, draußen ist die Hölle los. Du wurdest am Geldautomaten von einer wütenden Menge überrannt. Sie wollten noch an Bargeld kommen aber alle Geldhäuser haben gestern früh geschlossen. Unser Finanzminister hatte gerade bekannt gegeben, dass die Chinesen den USN und den USA die Kredite gekündigt haben und wir nun bankrott sind.«
»Ich habe deinen Standort sofort nach Bekanntwerden der Nachrichten geprüft und bin sofort losgefahren um dich zu holen.«
»Wie konntest du meinen Standort wissen? Dad?«
»Weißt du noch als du und Karren letztes Jahr von diesen Jungs bedrängt worden seid und ihr euch bis spät in die Nacht hinein versteckt habt? Das war mir als Vater eine Lehre und ich habe in deinen Armreif einen Peilsender einarbeiten lassen.«
»Du hast was?«, starrte ich ihn vor Schock und Unmut bohrend an.
»Seis drum. Ohne ihn hätte ich dich nicht gefunden.«

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Mehr über und von Mathias Warnke auf seiner Website.

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