27. September 2013

'NESTROKA - Der Geist des Paters' von Alexander Pelkim

Ein spannender Mystery-Thriller. Zwei junge Mädchen, Jessica und Tammy, werden kurz hintereinander entführt. Die beiden Brüder eines der Mädchen gehen auf eigene Faust auf die Suche nach den Verschwundenen. Wenig später beginnt eine rätselhafte Mordserie mit einem mysteriösen Tatverdächtigen. Zuerst ohne erkennbare Zusammenhänge. "Detective" Chief Inspector David Ashborn und sein junger Kollege von Scotland Yard beginnen zu ermitteln.

Die Journalistin und Schriftstellerin, Cynthia Walden-Jones, mischt sich in die Ermittlungen ein. Zum Leidwesen des leitenden Beamten jedoch zur Freude seines Kollegen. Gemeinsam versuchen sie die Hintergründe der Morde aufzudecken.

Statt Antworten gibt es immer mehr Fragen und Tote. Wo sind die beiden vermissten Mädchen? Was passiert in den illustren Kreisen einer exklusiven Villa? In welcher Verbindung steht das organisierte Verbrechen mit dem Fall? Was haben ein Geistlicher und ein vor Jahrhunderten hingerichteter Pater damit zu tun?

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Leseprobe:
Nichts ahnend ging das junge Mädchen die Straße entlang. Ihre beigefarbene Schultasche hing über der linken Schulter. Auf der anderen Seite hatte sie ein Buch unter den Arm geklemmt. Sie hatte es eilig und achtete weder nach links oder rechts noch darauf was hinter ihr passierte. Demzufolge war sie völlig überrascht, als sie plötzlich das Motorgeräusch direkt neben sich wahrnahm. Fast völlig lautlos war der Wagen herangeglitten.
Sie hörte das Geräusch einer Schiebetür. Starke Arme packten sie und zerrten sie von der Straße. Das Buch entglitt ihr und fiel direkt auf die Bordsteinkante. Bevor sie schreien konnte, legte sich eine große, nach Nikotin riechende Hand über ihren Mund. Der Geruch nach Tabak und Rauch bereitete ihr Übelkeit. Dazu kam Atemnot, weil die fremde Hand gleichzeitig ihre Nase verschloss.
Eine Tür schlug zu, es wurde dunkel. Man legte sie unsanft auf irgendwelche rauhen Stoffdecken und band ihr die Hände auf dem Rücken zusammen. Sie schnappte nach Luft und stöhnte dabei leise. Ihr Herz klopfte vor Aufregung bis zum Hals. Auf den ersten Schreck folgte totale Verwirrung. Einen klaren Gedanken zu fassen, war für sie momentan nicht möglich.
»Nicht schreien und nichts sagen. Einfach nur Maul halten, sonst klebe ich dir´s zu«, fauchte sie eine herrische Stimme an. Das Mädchen war viel zu perplex um den Mund aufzumachen. Vorsichtig schaute es sich um und erkannte schemenhaft zwei Gestalten, die neben ihr auf dem Boden hockten. Bewegungen und Geräusche sagten ihr, dass der Wagen fuhr. Nur spärliche Helligkeit drang in den Raum, der die geschlossene Ladefläche eines Transporters zu sein schien. Das wenige Licht kam von einem Durchgang. Vermutlich befand sich dort die Fahrerkabine. Nur der Vorhang davor ließ ein wenig Tageslicht hindurch, ansonsten war es ziemlich düster in dem Raum.
Von der ganzen Aktion schien niemand was bemerkt zu haben. Nur das Schulbuch blieb einsam auf dem Gehweg zurück. Kurz danach verließ eine weitere Schülerin verspätet das Schulgelände und entdeckte das Buch. Kopfschüttelnd hob sie es auf, blickte sich um, sah niemand und ließ es in ihre Tasche gleiten.

Seit zwei Tagen war ihre Schwester jetzt verschwunden. Genau so lange suchte er mit seinem großen Bruder schon nach ihr. Er hieß Gabriel und war ein großer schlaksiger Sechzehnjähriger von über Einmetersiebzig mit schulterlangem braunen Haar, dass er bei jeder Gelegenheit hinter seinen Ohren zu bändigen versuchte. Jeffrey, sein zwei Jahre älterer Bruder, sah ihm von den Gesichtszügen her unwahrscheinlich ähnlich. Dasselbe ovale, ebenmäßige Gesicht mit schmaler Nase und hellen Augen. Ansonsten zwar ebenfalls recht schlank war der Ältere aber weit aus muskulöser und erschien von der Statur her bedeutend größer als sein Bruder, obwohl der Unterschied gerade mal bei vier Zentimeter lag. Zudem trug Jeffrey sein braunes Haar sehr kurz und wirkte durch die sprießenden Bartstoppeln noch etwas männlicher und nicht unattraktiv. Das bestätigten ihm seine Erfolge beim weiblichen Geschlecht. Nur waren diese Äußerlichkeiten und Vorzüge im Moment überhaupt nicht relevant. Wichtig war dafür die Familie, vorzugsweise ihre jüngere Schwester.
Jessica war einfach von der Schule nicht mehr nach Hause gekommen. Wie vom Erdboden verschluckt. Keiner hatte sie nach Verlassen des Schulgeländes nochmal gesehen. Nirgends war Jessica aufgetaucht. Bei niemandem hatte sie sich seitdem gemeldet. Das war absolut nicht ihre Art.
Gabriel, ihr zwei Jahre älterer Bruder kannte sie nur als zuverlässige Person. Sie war inzwischen die vernünftigste und zielstrebigste in ihrer verkorksten Familie. Mit ihren vierzehn Jahren zudem sehr selbstständig und verantwortungsbewusst. Außerdem die einzige Stütze ihrer Mutter im Haushalt. Gabriel und Jeffrey mochten und schätzten sie sehr. Auch wenn sie manchmal das Regiment führte wie eine Große. »Putzt euch die Schuhe ab«, »Schmeißt eure Sachen nicht rum« oder »Holt dies« und »Tut das«, war nur ein Teil ihres Repertoires an Anweisungen.
Sie kümmerte sich um die beiden jüngeren Geschwister, Danielle und Simon, zehn und acht Jahre alt, wenn Mutter bei einer ihrer vielen Putzstellen war. Mit störrischer Gelassenheit ertrug sie ihren Vater, wenn der öfter mal von einem seiner Gelegenheitsjobs betrunken und nörgelnd nach Hause kam. Trotzdem verlor sie dabei nie ihr eigenes Ziel aus den Augen. Und das hieß: Weiterführende Sekundarstufe II und damit die Möglichkeit die Hochschulreife zu erreichen.

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Mehr über und von Alexander Pelkim auf seiner Website.

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