7. Mai 2014

"Ein knapp verpasster Traum: Das Schicksal von Prol Prolinger" von Andrea Spreitzer und Ludwig Sinzinger

Eine gesellschaftskritische Fabel. Jeder möchte in seinem Leben hoch hinaus, etwas werden, jemand sein. Dieses Bedürfnis ist mehr als natürlich. Dennoch, nicht jedem gelingt eine derart grandiose Entwicklung aus eigener Kraft. Im Ergebnis dessen kommt es zu zahlreichen „Verrenkungen“. Dies wird durch den häufigen Missbrauch von Markenprodukten als Persönlichkeitsprothese belegt, wobei dies nur ein Beispiel sein soll. Lesen Sie bitte diese Fabel und Sie werden schnell merken, dass unsere Entwicklung generell soziale Grenzen besitzt und wir nur innerhalb dieser Grandiosität erlangen können.

Seien Sie gespannt darauf, wie Prol Prolinger seine Perspektive zu gestalten gedenkt und auf welche abenteuerliche Situation er sich einlässt, ohne dabei zu bedenken wie seine aufrichtig engagierten Bezugspersonen damit klarkommen. Lernen Sie zu begreifen, dass sozial-ethische Werte für jede Form der Persönlichkeitsdimensionierung von ausschlaggebender Bedeutung sind. Hören Sie letztendlich damit auf, Abkürzungen finden zu wollen, welche es Ihnen ermöglichen könnten den Ihrerseits gewünschten sozialen Aufstieg mühelos und bequem zu bewerkstelligen.

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Leseprobe:
Wir über uns
Wer sind wir? Wir sind zwei Bergonier, die es geschafft hatten, einen nahezu beispiellosen soziologischen und beruflichen Aufstieg sowie Erfolg zu verwirklichen.
Ich, die Erzählstimme, heiße Ereg Flieger. Mein zuverlässiger Partner nennt sich Marthi Schmidling. Da unsere Erfahrungen und Engagements, bezogen auf die zu schildernde Story, nahezu identisch verliefen, erzähle ich im Plural und erspare Ihnen somit die Kommentare von Schmidling.
Wir beide haben es geschafft, ein vollkommen neues Know-how zu entwickeln. Im Ergebnis dessen, haben wir eine Firma gegründet, nämlich ein Traumbildatelier. Der Name unserer Firma lautet „Flieger & Schmidlings Dreams to go“ – „Träume zum Mitnehmen“. Unsere Tätigkeitsbezeichnung nennt sich Traumtransformatoren.
Die eigentliche tätigkeitsbezogene Vorgehensweise nennt sich konspelementieren. Dies umfasst den wissenschaftlich-kreativen Aspekt unseres Engagements. Der Prozess selbst läuft unter der Bezeichnung Konspelementation. Die diesbezügliche Apparatur nennt sich Konspelementator. Diesen Apparat muss man sich, von der Optik her, wie eine Röhre vorstellen. In dieser Röhre, findet der entscheidende Transformationsprozess statt. Hier werden elektrisch-emotionale Energien in psychisch determinierte Denk- und Verhaltensmuster transformiert und fixiert. Das Resultat ist ein neues und wunschgemäßes Persönlichkeitsformat.
Wir, Schmidling und meine Wenigkeit, haben es vermocht, eine bahnbrechende Erfindung zu machen. Diese Erfindung nennt sich Traumkatalysieren.
Natürlich waren wir Wünschlinge schon immer Vorreiter in der Traumforschung. Dennoch, einen derartigen wissenschaftlich-praktischen Durchbruch gab es bisher noch nicht.
Was vermochten Flieger und Schmidling zu leisten? Die Theorie bestand in folgender Erkenntnis: Träume existieren auch in Form von emotional-energetischen Spannungsfeldern, welche sich in Abhängigkeit ihrer Relevanz, für den jeweiligen Träumer, bemerkbar machen. Dies nennen wir ein ganz konkretes Traumerlebnis. Diese Träume verlieren an Bewusstheit, Konkretheit und Intensität, wenn sich die diesbezüglichen Schlafphasen ihrem Ende nähern.
Das Wachwerden und die sich wieder durchsetzende Realität bewirken einen enormen Verlust an Schöpfungsenergie, soweit es sich nicht um Albträume handelt. Wir, Flieger und Schmidling, wollten diese Energien erschließen und effizient nutzen.
Im Ergebnis dieser Motivation, ersannen wir unser revolutionäres Verfahren. Gemäß unserer Theorie müsste es möglich sein, Träume kurz vor ihrer Verflüchtigung aufrecht zu erhalten, erneut zu verdichten und durch eine Art Schub-umkehr diese der realen Sphäre hinzuzufügen.
Demzufolge bestand die Herausforderung darin, das Traumgeschehen am Ende einzufangen, dieses Umzukehren und in das Bewusstsein des Träumers praxistauglich sowie fixiert zu transformieren. Die Psyche durfte im Prozess der Konspelementation nicht als Ausgangspunkt des Traumes fungieren, sondern als Endpunkt einer prozessbezogen Traumempfängnis und letztendlichen Bewusstseinserweiterung.
Das Werden der Wünschlinge konnte, mittels konstruktiver Träume und der Konspelementation, erheblich abgekürzt werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, konspelementierten wir wie besessen, Tag und Nacht. Das Ergebnis unserer Bemühungen war der Konspelementator. Seine Funktionssicherheit dieser Apparatur hatten die Erfinder, durch erfolgreiche Eigenversuche, mehrfach nachgewiesen. Aber was ist schon ohne Risiko? Eine neuralgische Stelle gab es bei diesem Konspelementator.
In dem Moment, wo der eigentliche Transfer vom Traum in die Realität erfolgt, darf es keine Bewusstseinsüberschneidung geben, was bedeutet, dass der Träumer sich nicht anderen Traumbildern hingibt. Die lupenreine Traumeindeutigkeit ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Transfer. Dieser Störfaktor läuft unter der Bezeichnung Traumhygiene.
Im Laufe der Zeit bekam man dieses Thema weitestgehend in den Griff, aber dennoch, ein Restrisiko blieb bestehen. Dies lag vor allem daran, dass wirksame Medikamente, aufgrund des öffentlichen Drucks, abgesetzt wurden und durch autogenes Disziplinieren ersetzt werden mussten. Derartige Verfahrensweisen brauchten ihre Entwicklungszeit. Diese Entwicklungsphase ist bereits Geschichte.
Flieger und Schmidling realisierten einen weiteren Entwicklungsschritt, nämlich die beiderseitige Metamorphose. Sie konnten nicht nur Träume zur Realität transformieren, sondern auch Wünsche in Träume wandeln, um diese Träume dann zur Realität zu erheben. Somit erblickten Wünsche, über den Umweg des Träumens, das Licht der Welt.
Das Verfahren der Konspelementation bedarf einiger Vorlaufaktivitäten. Diese bestehen darin, dass der jeweilige Trauminhaber, bevor er traumgemäß transformiert wird, die dazugehörige Praxis in den sozialen Grundzügen erlernen muss. Das neu zu schaffende Bewusstsein muss auf vorhandene Kompetenzen zurückgreifen können, beziehungsweise eine auf Kompetenzen basierende Adaption eingehen können. Mittels Konspelementation kann man die Bergonier zwar in ein neues Bewusstseinsformat katapultieren, welches sich in der Realität sofort ausleben lässt, aber nicht mit den diesbezüglichen sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausstatten.
Wenn beispielsweise ein Wünschling Millionär werde möchte, müsste er vorher den Umgang mit Geld erlernen. Wir besitzen alle ein ganz bestimmtes Verhältnis zu Geld, was unserer soziologischen Beschaffenheit geschuldet ist. Die Einen haben als Vertreter der Unterschicht gelernt, wie man Geld spart. Die Anderen, zumeist Angehörige der Oberschicht, haben sich aneignen können, wie man Geld investiert. Der Unterschied dürfte diese Herausforderung plausibel machen.
Damit die Transferträume nicht aufgrund sozialer Inkompetenzen platzen, erfolgt die praktische Eingangssozialisation.

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Mehr über und von Andrea Spreitzer und Ludwig Sinzinger auf ihrer Website.

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