9. Mai 2014

'Double Standard - Doppelmoral' von Peter Brentwood

Ein Thriller. Der Irakveteran Tyler Milinski ist auf der Flucht. Er braucht sofort einen Wagen und stoppt auf einer belebten Kreuzung in Reno ein Auto. Am Steuer sitzt eine Frau, die sich weigert auszusteigen, denn auf der Rückbank sitzt ihr Kind. Aus dem geplanten Carnapping wird eine Geiselnahme. Nicht nur die Polizei heftet sich an Tylers Fersen. Die Odyssee führt Richtung Süden und endet schließlich in einer verlassenen Boraxmine im Death Valley. Hier in der Wüste weiß der erfahrene Veteran, wie man überlebt.

Und hier beginnt Tyler langsam zu verstehen, wer alles hinter ihm her ist und warum...

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Leseprobe:
Die Ampel an der Kreuzung Oddie / Silverada Boulevard schaltete auf rot. Ellen ließ den Wagen bis zur Haltelinie ausrollen. Vor ihr rannten zwei Männer über die Straße, die wohl zu bequem waren, die Fußgängerbrücke zu benutzen. Ellen schüttelte den Kopf und erneut blickte sie in den Rückspiegel. Jimmy hatte sich wieder beruhigt. Er sah sie im Rückspiegel und lächelte. Ellen lächelte zurück.
»Raus aus dem Wagen!« Ein schneidiger Befehlston zerriss die Familienidylle.
Erschrocken sah Ellen nach links in die Richtung, aus der der Befehl kam. Im Gegenlicht der gleißenden Sonne erkannte sie schemenhaft einen kräftigen Mann, der die Fahrertür ihres Wagens aufgerissen hatte.
»Los, mach schon! Raus aus dem Wagen!« Jetzt zerrte der Typ an Ellens Arm.
»He, was soll das!«, schrie Ellen.
»Mom!«, kreischte Jimmy. »Mom!«
»Steig aus, Du Schlampe, ich brauch den Wagen!«
Jetzt bemerkte Ellen, dass eine Pistole auf ihr Gesicht gerichtet war. Sie hatte also keine andere Wahl, auch wenn sie für einen Moment an das Reizgasspray im Handschuhfach dachte.
»Ich muss erst meinen Sohn aus dem Kindersitz holen.« Ellen versuchte möglichst ruhig zu sprechen, aber ihre Stimme zitterte. Der Angreifer wirkte sichtlich irritiert.
»Fuck, so eine verdammte Scheiße!«, fluchte der Räuber, der erst jetzt begriff, dass die Fahrerin nicht alleine im Wagen saß. Durch die verdunkelten Scheiben hatte er das Kind nicht gesehen! Der Straßenräuber ließ die Pistole sinken.
Das war Ellens Chance! Sie drückte das Gaspedal durch, obwohl die Ampel immer noch auf Rot stand. Mit quietschenden Reifen schoss der Chevrolet in die Kreuzung. Von links hupte ein SUV, dessen Fahrer offensichtlich voll in die Eisen gestiegen war und sein Gefährt gerade noch vor dem linken Kotflügel des Chevrolet zum Stehen brachte. Der Abstand war so knapp, dass die noch offene Fahrertür an der Front des SUV entlang schrammte und dabei wieder ins Schloss fiel.
»Geschafft!«, dachte Ellen erleichtert und ungeachtet der Tatsache, dass sie gerade dabei war, gegen alle nur erdenklichen Verkehrsregeln des Bundesstaates Nevada zu verstoßen. Wie groß mochte der Kratzer an der Fahrertür wohl sein? Egal! Jetzt erst einmal weg hier! Zur Polizei würde sie später fahren. Sie wollte ihre Flucht nach vorne über die Kreuzung fortsetzen, als ihr ein von rechts kommender Truck den Weg versperrte. Sie musste abbremsen, wollte sie nicht mit voller Wucht in die Seite des Trucks krachen. Sie blickte nach rechts. Hinter dem Truck war frei!
»Mom!« Schon wieder kreischte Jimmy hysterisch.
»Mein Schatz, es wird alles gut!«

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