9. Oktober 2014

"Die Tage des Chamäleons" von Porter Thomson

Ein fesselnder Kriminalthriller, der die Hintergründe eines schrecklichen Papst-Attentates enthüllt. Der junge römische Polizist Felipe Ventucelli erlebt den Fall seines Lebens, der diesmal sein letzter sein könnte. Völlig überraschend wird ihm die Leitung der Ermittlungen gegen die Papstattentäter angeboten. Felipe willigt ein und sieht sich Stück für Stück in ein perfides Intrigenspiel verstrickt, nicht ahnend, dass er nur ein Bauernopfer in den Händen einflussreicher Strippenzieher ist. Felipe njmmt die Ermittlungen auf und bemerkt zu spät, dass er dabei seinen liebsten Vertrauten in den Abgrund reißt.

Während sich die Ereignisse überschlagen, ist ihm ein erbarmungsloser Killer, der kein Gesicht zu haben scheint, stets einen Schritt voraus. Im folgenden Duell auf Leben und Tod, das sich zu einer halsbrecherischen Jagd, quer durch Europa entwickelt, hinterlässt der Killer eine blutige Spur aus Leid und Verderbnis.

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Leseprobe:
Er schaute aus seinem Gebüsch, hinab ins Tal, wo sich ihm die, eines Königs würdige, Palastanlage mit weitläufigem Park, Orangerie und einem historischen Reitstall im Hintergrund offenbarte. Quer durch den Park verlief eine breite Allee, gesäumt von gewaltigen Platanen, welche direkt zum Rondell vor dem Palast führte. In dieses Rondell mündete ein großes ausladendes Portal in Form einer roten Sandsteintreppe. Vor dieser 22 Stufen umfassenden Treppe, die Stufen hatte der Mann im Gebüsch vorab während der Planungen zu seinem Job gezählt, stand eine schwarze, gepanzerte Limousine, in die hoffentlich gleich das Objekt würde einsteigen wollen.
Der Mann, komplett in schwarz gekleidet und mit einer schwarzen Sturmhaube auf dem Kopf, schaute, sein Präzisionsgewehr im Anschlag, von der Seite auf seine Uhr am Handgelenk. Die fluoreszierenden Zeiger und Punkte auf dem Zifferblatt zeigten ihm, dass es bereits 22.40Uhr war. Jeden Moment musste das „Objekt“ den Palast verlassen. Laut Protokoll sollte der Empfang beim Staatspräsidenten jeden Moment beendet sein. Dann würde das „Objekt“, so sah es das Protokoll vor, als erster den Empfang verlassen.
Der Mann, jeder wird es inzwischen ahnen, seines Zeichens ein Attentäter, Auftragskiller oder Scharfschütze, schaute durch die hochmoderne Infrarotzielerfassungsoptik, welche auf seinem Gewehr angebracht war, und checkte noch einmal seinen Zielbereich.
Zwischen der siebenten und der fünfzehnten Stufe lag die Todeszone. In diesem Bereich hatte das „Objekt“ keine Möglichkeit sich weder zurück in den Palast, noch vor in den rettenden Panzerwagen zu flüchten, ohne das ihm der Schütze einen tödlichen Schuss hätte versetzen können. Gut, der Killer könnte ihn auch direkt an der Palasttür liquidieren! Jedoch war noch immer die Möglichkeit gegeben, gleich wohl sie verschwindend gering war, dass sein erster Schuss das Ziel verfehlte. In der Todeszone hätte der Killer die Möglichkeit mehrere male zu schießen.
Das Portal bot ein freies Sichtfeld und die helle Vollmondnacht arbeitete für unseren Schützen. Das Mondlicht ermöglichte es ihm jede Einzelheit im Zielbereich deutlich zu erkennen.
Die Tatsache, dass sich das Portal vom Standort unseres Killers knappe 800 Meter entfernt befand, bereitete unserem Schützen keine Sorgen. Sein Präzisionsgewehr mit seiner Zielerfassungsoptik war extra für derartige Distanzschüsse von einem exzellenten Waffenbauer aus Polen angefertigt worden.
Um auf Nummer sicher zu gehen, hat unser Killer ein wenig die Munition modifiziert und die Spitzen der Projektile, vom Kaliber 12,7 mm, mit einer feinen Schlüsselfeile ein wenig angefeilt. Diese feinen Grate und Kanten an den Projektilen würden die Effizienz der Geschosse bei weitem erhöhen!
Dass diese sogenannten Dum-Dum-Geschosse laut Genfer Konvention geächtet worden sind, interessierte den Killer nicht. Er lebt und wirkt außerhalb aller Gesetze.
Der einzige Wermutstropfen war, dass er über diese Distanz ohne Schalldämpfer schießen musste, da dieser der Waffe Reichweite und Genauigkeit raubte. Beides jedoch benötigte der Scharfschütze unbedingt!
Es war inzwischen 22.45Uhr, wie ihm ein erneuter Blick auf die Uhr verriet.
Jetzt war es soweit! Er atmete tief durch und legte ruhig ausatmend das Gewehr an. Lautlos entsicherte er die Waffe und visierte die Palasttür an. Absolut ruhig und mit eiskalter Präzision lag die Waffe in seinen Händen und an seiner Schulter. Die Palasttür ging auf! In Begleitung des Staatspräsidenten und einer Schar von sechs Leibwächtern, die alle Richtungen absicherten, trat ein alter Mann mit weißem Haar ins Freie. Das „Objekt“ war mit einem, bis zu den Fußknöcheln reichendem, weißen Gewand bekleidet und trug auf seinem Haupt ein weißes Zucchetto. Um seinem Hals hing eine goldene Kette mit einem reichlich verzierten, goldenen Kruzifix. An der Tür unterhielten sich die beiden noch immer angeregt und zeigten in den Nachthimmel hinaus.
Ja bewundere nur diese schöne Vollmondnacht! Es wird deine letzte sein! , dachte sich der Killer und erfasste mit dem Fadenkreuz den Kopf des „Objekts“.

Im Kindle-Shop: Die Tage des Chamäleons

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