16. Dezember 2014

"Der Augenblick des Todes" von Detlef Krischak

Ein Emsland-Krimi. Zur Zeit des Abifestivals 2014 wird in Lingen ein stadtbekannter Trinker und Schläger vom Regional-Express überrollt. Schnell wird klar, dass es sich nicht um einen Selbstmord handelt. Die Kripo in Meppen steht vor einem Rätsel, als sie feststellen, dass das Opfer von seinem Täter mit drei Buchstaben auf der Stirn gekennzeichnet und dann auf das Gleis gesetzt wurde. Was bedeuten die Zeichen?

Es beginnt eine Jagd, die Dennis Winkler und sein Team fast zur Verzweiflung bringen. Treibt jemand ein perfides Spiel mit ihnen? Das Team steht vor einer echten Bewährungsprobe.

Gleich lesen: Der Augenblick des Todes (Emsland-Krimi 3)




Leseprobe:
Erst nach dem dritten Klingeln vernahm Petra Vogt Geräusche hinter der Haustür. Sie und Erik Eckelhoff waren gerade im Begriff zu gehen, als die Tür einen Spalt geöffnet wurde. Petra kannte das, letztens, als sie mit Dennis hier war, hatte es auch lange gedauert, bis sich etwas regte. Sie steckte aber nicht den Fuß in den Spalt.
Lena Bartels musste dem äußeren Erscheinungsbild nach erst gerade das Bett verlassen haben, vermutete die Polizistin, denn die junge Frau trat mit zerzaustem Haar und reichlich Schlaffalten im Gesicht an die Tür. Außerdem trug sie ein zerknittertes Shirt, darunter keinen BH und eine kurze Hose, wie man sie gerne zum Schlafen anzieht.
Zwischen dem etwas zu kurz geratenen Shirt und der heruntergerutschten Hose blinkte ein Brilli anstatt des Bauchnabels.
Petra zog eine Augenbraue hoch und nickte anerkennend. Auch sie war ein Freund des Piercings und trug so ein Teil seit mehreren Jahren.
Sie sah der Frau wieder in die Augen, dann schaute sie, bereit dazu, eine Entschuldigung auszusprechen, auf ihre Uhr; da es bereits kurz nach zehn war, verwarf sie den Gedanken. Um diese Zeit konnte man auf sein!
"Guten Morgen, Frau Bartels. Das ist mein Kollege Eckelhoff. Ist Peter Ferber zu sprechen?"
Lena Bartels gähnte hinter vorgehaltener Hand und zog mit der anderen Hand die Schlafhose hoch.
Anscheinend ordnete sie gerade ihr Gedächtnis, dachte Petra, denn es dauerte ein paar Sekunden, bis sie von ihr erkannt wurde.
"Ach, wir hatten uns letztens noch gesprochen. Geht es um Markus?", erinnerte sie sich und unterdrückte krampfhaft ein weiteres Gähnen.
Petra wippte ungeduldig auf den Füßen und Eckelhoff warf, außer auf den blinkenden Diamanten, einen Blick durch die offenstehende Haustür in den Flur.
"Ist ihr Freund hier? Wir müssen dringend mit ihm sprechen. Ja, es geht um Herrn Ferber."
"Wir sind verlobt!", schnaubte sie., "Peter schläft noch, geht das nicht ein anderes Mal?", versuchte sie die Polizisten wie lästige Fliegen abzuschütteln und gähnte nun demonstrativ mit offenem Mund.
Eckelhoff begann ebenfalls mit leichtem Fußwippen. "Nein, das geht nicht, Frau Bartels. Entweder Sie gehen jetzt ins Haus und wecken Ihren Verlobten, dass wir uns mit ihm unterhalten können, oder ich rufe eine Streife, die ihn aufweckt und nach Meppen bringt", konterte er den Versuch, sie abzuwimmeln.
Er zog sein Handy aus der Tasche und begann mit dem Finger darauf zu tippen. Das machte Eindruck auf die Frau mit dem Bauchnabelpiercing. Sie trat einen Schritt auf die Polizisten zu und blickte links und rechts an ihnen vorbei auf die belebte Straße.
"Gut, kommen Sie rein. Es muss ja nicht jeder mitbekommen, dass die Polizei zu Besuch kommt." Zu Besuch? Hallo? Seit wann besuchen wir unsere Verdächtigen?, dachte Eckelhoff, während er die Frauen vorgehen ließ und hinter sich die Tür schloss.
Lena Bartels schritt barfuß voran und führte die beiden in die Küche, die Petra bei ihrem letzten Besuch ordentlich aufgeräumt vorgefunden hatte.
Das, was sie nun sah, erinnerte sie mehr an einen Fetenraum, der nachts von den Feiernden fluchtartig verlassen worden war.
Lena zog hastig einige Kleidungsstücke von den Stuhllehnen und sammelte weitere Teile vom Boden auf, die nach Eckelhoffs Einschätzung mindestens zwei Personen zugeordnet werden konnten.
Die haben sich in der Küche die Klamotten vom Leib gerissen und es auf dem Tisch getrieben, war sein erster Gedanke. Nach einem Blick auf den mit Flaschen und Gläsern vollgestellten Tisch änderte er seine Meinung.
"Ist spät geworden", entschuldigte sie sich für das Chaos in der Küche und fuhr mit der Hand durch ihr zerzaustes Haar. Der Versuch, ihre Frisur zu ordnen, misslang kläglich.
Mit flinken Händen befreite sie innerhalb weniger Sekunden den Tisch von der Hälfte der Flaschen, die sie geräuschvoll in einer leeren Kiste unterbrachte.
Petra und Erik nahmen derweil ohne Aufforderung Platz.
Er griff sich einige Flaschen und half ihr beim Aufräumen. Beim Bücken zur Kiste gab Lena Bartels, nach Petras Einschätzung nicht ganz unfreiwillig, freien Ausblick auf ihre festen Brüste.
Petra schüttelte verärgert den Kopf, als sie mitbekam, wie ihr Kollege einen gierigen Blick in das Dekolleté der jungen Frau warf. Eckelhoff bemerkte Petras Reaktion und räusperte sich verlegen.
"Wollten Sie nicht Ihren Freund … äh … Verlobten wecken?", zwang er sie sich aufzurichten. Den Blick ließ er weiterhin ganz ungeniert auf ihren Brüsten ruhen.

Im Kindle-Shop: Der Augenblick des Todes (Emsland-Krimi 3)

Mehr über und von Detlef Krischak auf seiner Website.

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