1. Dezember 2014

"Das Geheimnis der blauen Tränen" von Ralf Hillmann

Spirituelles Märchen – Berührende Kurzgeschichte: Obwohl das kleine Geistwesen weder Flügel hat, noch irgendeine besondere Gabe zu haben scheint, glaubt es fest daran, ein bedeutender Engel zu sein. Über viele Jahre hinweg wünscht es sich nichts mehr, als Hoffnung, Liebe, Schönheit, Freude, Leichtigkeit und Glück in die Welt zu bringen. Doch stattdessen fristet es ein Dasein, an einem trostlosen Ort, mit einigen Tieren, wo es jedem nur schwer gelingt, das eigene Überleben zu sichern.

Scham- und Schuldgefühle plagen das kleine Geistwesen und halten es im Karussell der Selbstzweifel gefangen. Eines Tages bricht es unter der Last seiner traurigen Existenz zusammen und das Schicksal nimmt eine unglaubliche Wende. Lassen Sie sich berühren und überraschen, welche Wandlung das kleine Geistwesen durchlebt und welche Erkenntnis Sie für Ihr eigenes Leben aus der Geschichte gewinnen.

Gleich lesen: Das Geheimnis der blauen Tränen: Die berührende Geschichte über ein kleines Geistwesen, das daran glaubte, ein Engel zu sein

Leseprobe:
Es war einmal ein kleines Geistwesen, das daran glaubte, ein Engel zu sein. Obwohl es weder Flügel hatte, noch irgendwelche besonderen Fähigkeiten zu haben schien, konnte es den Glauben daran nie aufgeben.
Dieses kleine Geistwesen hegte seit unendlich langer Zeit den Traum, irgendwann einmal zu einem wunderbaren, heilbringenden Engel ernannt zu werden, der Hoffnung, Liebe, Schönheit, Freude, Leichtigkeit und Glück in die Welt bringen würde.
Es lebte an einem tristen und farblosen Ort, irgendwo auf dieser Welt. Die dortigen Lebensbedingungen waren äußerst widrig. Der Boden in jenem kargen Gebiet war so trocken, dass außer ein paar dürren Grashalmen kaum etwas darin wachsen konnte …
WEITERER AUSSCHNITT:
… es fühlte sich ausgezehrt und müde, denn etwas, dass seine Seele nährte, fand es an diesem „vergessen“ Ort nur selten.
Aber was sollte das kleine Geistwesen machen? Aufsteigen in den Himmel? Ja gewiss, das war sein größter Traum, jedoch fehlten ihm dazu die Flügel. Weggehen, um einen besseren Ort zu finden? Nein, dazu fehlten ihm der Mut und die Kraft. Außerdem wusste es nicht, ob es überhaupt irgendwo einen Ort gab, der besser war. Und wenn ja, in welcher Richtung dieser zu finden wäre …
WEITERER AUSSCHNITT:
… zum Glück lebte das kleine Geistwesen nicht ganz alleine an jenem Ort. Es gab ein paar wenige Tiere, die zwar alle nicht viel miteinander zu tun hatten, aber zumindest gaben sie sich gegenseitig das Gefühl, nicht völlig einsam und verlassen zu sein. Die Tiere lagen tagsüber meist hungrig und fast ausgetrocknet vor Durst irgendwo im Schatten eines Felsens oder eines Baumstammes. Nur so war es ihnen möglich, in der sengenden Hitze zu überleben. Letztlich wünschten sie sich nichts mehr, als dass es endlich wieder einmal ausgiebig regnen würde …
WEITERER AUSSCHNITT:
…. doch seit Jahren konnten sie weit und breit keine einzige Wolke am Himmel erblicken …
WEITERER AUSSCHNITT:
… die Sonne brannte heiß und das Elend an diesem Ort schien immer größer zu werden. Das Einzige, das die Tiere am Leben hielt, war die kühle Nacht …
WEITERER AUSSCHNITT:
… tagsüber lag das kleine Geistwesen häufig auf seinem notdürftig errichteten Quartier in seiner Höhle und versuchte die Zeit bis zur Abenddämmerung zu verschlafen. Doch leider gelang ihm das fast nie. Oft wälzte es sich Stunde um Stunde auf dem steinharten Untergrund hin und her. Die Tiere ringsumher schliefen oder dösten meistens schon längst, nur das kleine Geistwesen kam einfach nicht zur Ruhe. In seinem Kopf kreisten immer wieder Tausende Gedanken und oft war es mit der Frage beschäftigt, wer oder was es überhaupt sei? Ja, tief in seinem Inneren glaubte es daran, ein Engel zu sein, doch fragte es sich, was eigentlich wirklich dafür sprach? Immer wieder musste es darüber nachdenken, aber es war wie verhext, nie kam es dabei auch nur einen einzigen Schritt weiter …
WEITERER AUSSCHNITT:
…. das kleine Geistwesen war sich sicher, es musste einfach ein Engel sein, denn eine andere Erklärung für sein Anderssein fiel ihm einfach nicht ein. Nur, warum konnte es der Welt dann nichts geben? Warum konnte es diesen schrecklichen Ort nicht schöner machen? Diese Fragen quälten das kleine Geistwesen am meisten. Ja, sie beschämten es sogar sehr, denn wieso sollte es ein Engel sein, wenn es scheinbar niemandem dienen konnte? …
WEITERER AUSSCHNITT:
… das kleine Geistwesen spürte, dass es sich mit all seinen Überlegungen im Kreis drehte und merkte, dass es eigentlich nur eines wirklich wusste: es war anders als die Tiere …
WEITERER AUSSCHNITT:
… das kleine Geistwesen war tatsächlich anders. Nicht nur dass es eher menschlich aussah und sein Körper nicht aus fester Materie bestand, nein da war noch etwas, wodurch es sich von den Tieren unterschied …
WEITERER AUSSCHNITT:
… das kleine Geistwesen benutzte den gesammelten Tau ausschließlich zum Befeuchten der geliebten, grasbüschelähnlichen Pflanze. Durch irgendeine Kraft fühlte es sich immer wieder dazu angehalten, sich in den Nächten auf die Suche nach den – für die Pflanze so wichtigen – Tautropfen zu begeben. Zwar reichte das Wasser nicht aus um die Pflanze vollständig ergrünen oder gar erblühen zu lassen, jedoch war es genug, um sie am Leben erhalten zu können …
WEITERER AUSSCHNITT:
… dann, eines Tages, wurde das kleine Geistwesen so krank, dass es nur in seiner Höhle liegen und nicht mehr aufstehen konnte. Das geschah ausgerechnet zu jener Zeit, in der die Nächte reichlich Tautropfen mit sich führten. Auf seinem Krankenlager liegend musste das kleine Geistwesen hilflos mitansehen, wie seine geliebte Pflanze immer mehr die geschwächten Halme zu Boden sinken ließ …
WEITERER AUSSCHNITT:
… liebevoll streichelte das kleine Geistwesen das strohige, zusammengefallene Laub seiner Pflanze, die nur noch einen klitzekleinen Rest ihres Grüns aufwies. Noch war die Pflanze am Leben …
WEITERER AUSSCHNITT:
… eine ganze Weile saß es noch so da. Und dann passierte es: …

Im Kindle-Shop: Das Geheimnis der blauen Tränen: Die berührende Geschichte über ein kleines Geistwesen, das daran glaubte, ein Engel zu sein

Mehr über und von Ralf Hillmann auf seiner Website.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen