19. Mai 2015

"Normandie: Rundfahrt mit dem Wohnmobil" von A+K Weltenbummler

Die Normandie beschränkt sich nicht nur auf die berühmten drei „C“ – Camembert, Cidre und Calvados, vielleicht noch den D-Day. Es gibt eine Unmenge zu entdecken und zu erleben. Ich wollte schon sehr lange zum Mont St.-Michel an der Grenze zwischen der Normandie und der Bretagne. Klaus war auf die Küste neugierig, die durch den D-Day 1944 traurige Berühmtheit erlangte. Wir lernten den kürzesten Fluss Frankreichs kennen, besuchten die weltberühmte Likördestillerie Bénédictine in Fécamp, erlebten die beeindruckende Küstenlandschaft von Etretat und tauchten in die alte Korsarenstadt St. Malo ein. Ein besonderes Erlebnis war die Flut in der Mont St.-Michel-Bucht, die hier einen wahrlich theatralischen Auftritt hat.

Die Normannische Schweiz bildet zu der flachen Landschaft an der Küste einen schönen Kontrast im Landesinneren. Die Käsereien der Normandie, allen voran die in Camembert, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. In Jumiéges an der Seine, besichtigten wir eine Klosterruine, die größte ihrer Art. Sie ist selbst als Ruine noch gewaltig. Auf unserer Heimfahrt kamen wir durch die Champagne, wo wir uns durch mehrere Champagnersorten probierten. In Verdun, einem Schlachtfeld des 1. Weltkrieges, besuchten wir die Ruhmeshalle mit dem Friedhof für 130 000 französische Soldaten und das Fort Douaumont, das größte und am höchsten gelegene Fort der ganzen Umgebung.

Gleich lesen: Normandie: Rundfahrt mit dem Wohnmobil

Leseprobe:
Bis hierher schien gerade noch die Sonne, jetzt verdunkelte sich der Himmel abermals. In Veules-les-Roses hielten wir erneut. Unser Reiseführer sprach von einem sehr schönen kleinen Ort, durch den der kleinste Fluss Frankreichs fließt. Das mussten wir uns doch ansehen. Wir fuhren also zuerst hinunter in den Ort, aber einen Parkplatz fanden wir nicht. Alles war besetzt. So fuhren wir den Berg wieder hinauf und stellten den Bus irgendwo am Straßenrand ab. Jetzt liefen wir wieder hinunter und lenkten unsere Schritte in die kleinen Gassen des Ortes. Schon trafen wir auf die Veules, den mit 1194 Metern kürzesten Fluss Frankreichs. Das Wasser ist glasklar und sauber, na ja bei fast 1,2 Kilometer Länge auch kein Wunder. Jede Menge Forellen halten sich darin auf.
Mich packte der Ehrgeiz, ich wollte die Quelle sehen. Vorbei an kleinen Häuschen und alten Mühlen führt ein Weg flussauf, aber zur Quelle kamen wir nicht. Grundstücke versperren den Weg. Die haben die Quelle wohl für sich gepachtet. Ich war enttäuscht und wir spazierten auf der anderen Seite wieder zurück.
Dabei entdeckten wir, dass die Häuser neben den roten Backsteinen nicht mit weißen Steinen gemauert sind, sondern mit in Quader gehauenen Feuersteinen. Das überraschte uns sehr. Noch nie hatten wir gesehen, dass man mit Feuersteinen Häuser gebaut hat. Das sah irgendwie aus wie Glasbausteine, sehr interessant.
Zurück am Strand wollten wir jetzt sehen, wo die Veules ins Meer mündet und fanden die Mündung auch.
Kurz vor dem Meer ist der Fluss mit einem großen Platz überbaut worden. Der Fluss wird schnöde durch eine Art Abflussrohr ins Meer geleitet. Dieses Rohr ist bei Ebbe zu sehen, bei Flut ist es jedoch unsichtbar. So ein tolles Flüsschen mit so einem schlechten Abgang, das hat es nicht verdient. Im Bereich der Promenade kann man allerdings von der Veules Abschied nehmen, denn in einem offenen, kunstvoll angelegten Bassin sieht sie noch einmal Tageslicht. Der Ort ist wirklich sehenswert. Auf unserer weiteren Fahrt die Küstenstraße entlang kamen wir durch jede Menge erntereife Getreide- und Leinfelder. Ab und zu lösten kleinere Waldstücke die Felder ab, dazwischen immer wieder Bunker und im Hintergrund das Meer. Die Örtchen, durch die wir kamen, haben schöne kleine Häuschen, meistens sehr gepflegt und mit hübsch angelegten Gärten.
Über St. Valery-en Caux, vorbei an einem Atomkraftwerk mit vier Meilern, wie Fort Knox abgesichert, suchten wir uns noch vor Fécamp einen Campingplatz. Nach ein paar Anläufen fanden wir den richtigen in St. Pierre-en-Port. Der Name sagt zwar etwas von einem Hafen, doch der Campingplatz liegt auf der Höhe, sehr schön und frei angelegt mit Blick über das Meer. Die freie Lage ist allerdings nicht unbedingt ein Vorteil bei dem Wind, der hier herrscht.

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